Der Sonnenblume nach - Die Grünen

Dieses Thema im Forum "Non-Sports" wurde erstellt von emkaes, 7. April 2010.

  1. Totila

    Totila One and only Sportforen-Guru

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    Genau das ist aber der Punkt, wenn argumentiert wird, dass sich pflegebedürftige Menschen den üblichen Sex nicht erhalten können, wird ja immer unterstellt, dass alle anderen Sex haben könnten. Nun mag es aber Gründe geben, warum andere Menschen ebenfalls nie Sex hatten, z.B. Pech in der Liebe gepaart mit einer großen Distanz gegenüber der üblichen käuflichen Sexualität (ich kenne da tatsächlich persönlich einen Fall jenseits der 40) und deshalb hat die Bezahlung sexueller Dienstleistungen durch die Allgemeinheit IMO etwas fragwürdiges.
     
  2. Shakey Lo

    Shakey Lo All-Star

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    Du hast dieses Thema angefangen mit:

    und
    Soviel dann übrigens zum Stichwort "sinnlose Bemerkungen". Und da soll man ernsthaft noch Lust haben, dir das Thema ausführlichst zu erklären? Wo genau siehst du denn da ein ernsthaftes Interesse, sich näher darüber informieren zu wollen? Du hättest ja auch beispielsweise einfach nachfragen können *warum* theGegen die Idee für sinnvoll hält - hast du aber nicht. Und wie man in den Wald hineinruft...

    Die Krönung ist dann noch der abschließende Satz:
    Du beginnst mit einer Mischung aus Ahnungslosigkeit und Arroganz und willst dann anderen die Schuld dafür geben. Eine seltsame Einstellung.

    Um doch nochmal einen Versuch zu starten warum ich das ganze für sinnvoll erachte: Ich arbeite unter anderem mit einem geistig stark eingeschränkten Rollifahrer zusammen, dessen primärer Fokus darin besteht, die Brüste und Hintern diverser weiblicher Mitarbeiterinnen in Augenschein zu nehmen und bei passender Gelegenheit auch zu betatschen. Der Sexualtrieb ist also ziemlich offensichtlich vorhanden, allerdings ist er motorisch so weit eingeschränkt dass er nicht mal eben mittels Masturbation diesen Trieb abbauen kann - er kann noch nicht mal eigenständig den Toilettengang erledigen. Was er allerdings sehr wohl kann: Gegenstände werfen, den Kopf auf die Tischplatte schlagen oder sich das Gesicht zerkratzen. Solche Leute erleiden tagtäglich eine enorme Frustration, so dass ich den Vorschlag der Grünen an dieser Stelle nur unterstützen kann. Gilt das jetzt automatisch für jeden Behinderten? Nein, natürlich nicht. Manche gehen bei passender Gelegenheit auf die Toilette, suchen sich Partner auf Augenhöhe... oder haben schlichtweg kein besonderes Interesse an weiterführenden sexuellen Handlungen. Für die reicht es dann mitunter schon, wenn man sie mal in den Arm nimmt.

    Und dieses Gerede über "Grundrecht Sexualität" und "Puffgeld für Hartz IV" ist da sowas von albern... sorry, aber da mag ich auch echt nicht weiter darauf eingehen. Lohnt sich wirklich nicht.
     
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  3. Chef_Koch

    Chef_Koch Moderator

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    Du hast weitestgehend gar nichts. Du hast lediglich deutlich gemacht, dass ich dir, warum auch immer, auf den Schlips getreten bin.





    Was daran sinnlos ist, weißt auch nur du. Aber sei´s drum. Wieso nicht gleich so wie im letzten Absatz posten? Diese Thematik wird ja recht emotional geführt. Aber hier verstehe ich es nicht.
     
  4. Shakey Lo

    Shakey Lo All-Star

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    Wirklich? Du siehst das echt nicht? TheGegen zum Artikel:
    Und du daraufhin:
    Es tut mir leid, aber du hast den Satz "Könntest du mir das bitte näher erläutern" wirklich merkwürdig formuliert :rolleyes:
     
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  5. theGegen

    theGegen Linksverteidiger

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    Ich hatte mir sogar diskussionsbedingt tatsächlich die nötige Mühe gegeben, um meinen zensierten Vorwurf "keine Ahnung, aber dummer Spruch" nachträglich zu begründen, um das Thema wieder mehr Richtung Inhalt statt auf dümmliche Nebenbemerkungen zu lenken.

    Stattdessen fragt sich einer seitenlang, welcher Spruch denn jetzt besonders dumm gewesen war und ein anderer regt sich über Lügenedits auf.

    Da sinkt bei mir echt die Motivation, über dieses Thema irgendwelche Grundseminare zu veranstalten. :rolleyes: Erst recht, wenn ich frei habe. :)

    Edit: Moderatorischer Hinweis akzeptiert und nachvollziehbar. :thumb:
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Januar 2017
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  6. ricard

    ricard All-Star

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    Dann verstehe ich die Diskussion nicht ganz. Wenn die "Klienten" den Spaß aus der eigenen Tasche bezahlen, sehe ich darin überhaupt kein Problem und würde das für gutheißen. Sollten allerdings Steuergelder ins Spiel kommen, halte ich die Thematik für fragwürdig. Anschließend lande ich automatisch bei @Chef_Koch und der Frage, wo der Gesetzgeber Sexualität als Grundrecht definiert und als ein gesundheitliches Muss. Ich habe gestern mit meiner Frau darüber gesprochen, die die Diskussion sehr differenziert betrachtet, aber aus medizinischer Sicht für Aktionismus und sehr fragwürdig hält.
     
  7. Buster_D

    Buster_D Buster D --> TysonsNightmare --> Buster D --> back

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    Natürlich wird das zusätzliches Geld kosten. Es ist ein Vorschlag von den Grünen;) Vor dem Hintergrund, dass uns in Sachen Renten/Pensionen und Pflege eine gewaltige Kostenlawine bevor steht, sollte man bei allen Leistungsausweitungen äußerst vorsichtig und zurückhaltend sein. Vieles ist sicher wünschenswert, aber eben nicht alles finanzierbar. Schon gar nicht durch den Steuerzahler. Daher sollte man sich auf wirklich sinnvolle und dringend notwendigen Reformen/Maßnahmen konzentrieren und vor allem erst einmal bereits bestehende Missstände beseitigen. Mehr und besser bezahlte Pflegekräfte sind sicherlich wichtiger als "Sexualassistenten". Das ist halt - wie von Palmer richtig erkannt - so eine typisch grüne Forderung. Wahrscheinlich hat man auch schon Pläne ausgearbeitet, was die Bedürfnisse von homo-, bi- und asexuellen (die bekommen dann aus Gerechtigkeitsgründen einen anderen "Ausgleich") Patienten angeht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Januar 2017
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  8. plissken

    plissken Stammspieler

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    Ich denke eher, es geht nicht um Sexualität als Grundrecht, sondern einfach darum, sowohl das Leben der Behinderten und der Pflegenden zu erleichtern, also eine Win-Win Situation.

    Ich habe die letzten Seiten gerade erst gelesen, aber es erschließt sich mir nicht, wieso Chef-Koch die ganzen Erläuterungen einfach nicht verstehen will - ich habe keine Ahnung von dem Thema und kenne erstaunlich wenige Behinderte, aber selbst ich verstehe die Thematik hier und die erklärten Hintergründe von Gegen. Warum man sich da so bockig anstellen muss, wenn man schon jemanden hier im Forum hat, der darüber ziemlich nachweislich und sicher Bescheid weiß, kann ich nicht nachvollziehen. Hinterher zumindest zugeben, dass man wo falsch lag oder was nicht verstanden hat, da fällt einem doch kein Zacken aus der Krone, aber nö, das geht hier ja irgendwie nicht.
     
  9. theGegen

    theGegen Linksverteidiger

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    Es geht auch nicht darum, dass das jeder sexuell Bedürftige komplett bezahlt bekommt, sondern um einen Zuschuss der Krankenkasse, bei entsprechend vorliegendem Attest bzw. Verordnung. Und je nachdem muss das gar nicht zwingend mehr kosten, wenn z.B. sündhaft kostspielige Medikamente zur Impulssteuerung abgesetzt oder reduziert werden können.
    Heute war ein Bericht über eine Sexualassistentin im KStA:

    http://www.ksta.de/ratgeber/familie...e-bin-ich-die-erste-nackte-im-leben--25512098
     
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  10. plissken

    plissken Stammspieler

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    So ähnlich hätte ich mir das auch gedacht und das bringt mich auch zu dem obigen Beitrag von Buster - sicher gibt es dringendere Stellen, die zu finanzieren wären, aber ...

    Der Aufwand kann hier sehr gering sein, denn wie Gegen sagte, haben die meisten Taschengeld, womit sie gar nichts anfangen können, aber der Mehrwert dürfte den Aufwand lohnen. Zudem könnte ich mir vorstellen, dass durch eine kleine staatliche Zuwendung das Ganze einen mehr professionellen Charakter bekommt, quasi raus aus der evt. verruchten Ecke hin zu einer geförderten Gesundheitsmaßnahme, wenn man das so schreiben kann.

    Zudem, würde man bei allen politischen Überlegungen danach gehen, dass es größere Baustellen gibt, würde sich nie, never ever, etwas bewegen.
     
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  11. liberalmente

    liberalmente Moderator

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    Diese Aussage gilt allgemein, aber ganz besonders, wenn wir über Politik für Behinderte reden.
     
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  12. Deontay Wilder

    Deontay Wilder Team-Kapitän

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    Bin vorhin auf dieses Foto gestoßen. Im ersten Moment dachte ich, es sei ein schlechter Scherz?

    15966022_1207817215975106_4089208706846821042_n.jpg
     
  13. theGegen

    theGegen Linksverteidiger

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    Das ist doch ein alter Hut, die Grünen wollen eine Doppelspitze, je ein Mann und eine Frau.
    Auf die Frau hatten sie sich schon geeinigt, auf den Mann noch nicht.
     
  14. Buster_D

    Buster_D Buster D --> TysonsNightmare --> Buster D --> back

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    Kein Scherz, die Folge der eisernen Quotenregelung bei den Grünen. Es gibt zwar anscheinend nicht genug geeignete/präsentable weibliche Kandidatinnen, aber eine Frau muss halt mindestens dabei sein und so ist die Wahl zur Hälfte eine Farce. Im Prinzip hätte man GE schon zur Spitzenkandidatin küren und dann eine Wahl "unter Männern":D veranstalten können. Umgekehrt wäre es übrigens möglich gewesen. Bei drei Frauen und einem Mann hätten meines Wissens nach auch zwei Frauen Spitzenkandidatinnen werden können. Und das vor dem Hintergrund, dass der Frauenanteil selbst bei den Grünen nur bei ca. 38% liegt. Gerade demokratische Wahlen sollte man nicht durch Quoten oder was auch immer verwässern. Das ist eine äußerst gefährliche Entwicklung, weil es den Wähler entmündigt und es Tür und Tor für weitere Quotenregelungen öffnet (warum z.B. nicht auch eine Quote für Transgender, gerade bei den Grünen, oder für Migranten, Rothaarige, Linkshänder, HSV Fans...). Die Wähler können schon gut selbst entscheiden, wen sie für geeignet halten und wen nicht. Das Geschlecht sollte dabei keine Rolle spielen. In Prinzip sind solche Vorgaben ein Schlag ins Gesicht der eigenen Mitglieder, denen man unterstellt, Frauen bei solchen Entscheidungen latent/unbewusst oder warum auch immer zu benachteiligen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Januar 2017
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  15. theGegen

    theGegen Linksverteidiger

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    Naja, bei 38 % Frauenanteil kann man natürlich auch nicht alle paar Jahre 2/3 von ggf. auch noch rotierenden Hoffnungsträgerinnen intern verbrennen. Das muss nicht gleichzeitig ein Beleg dafür sein, dass die weibliche Spitze unqualifizierter wäre als die 3 männlichen Kandidaten.
    Vielleicht nimmt die Partei ja sogar irgendwann auch noch ein 3. Geschlecht in ein dann Partei-Triumvirat auf. :eek:
     
  16. Sm0kE

    Sm0kE All-Star

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    Man muss schon bestenfalls rudimentär politisch interessiert sein, um in den letzten Jahren nie was von der grünen Doppelspitze mitbekommen zu haben und folglich besagten Stimmzettel nicht zu verstehen.

    Das Prinzip bei den Grünen ist von der Idee her eigentlich gut und löblich, macht bei Mangel an Bewerberinnen aber wirklich null Sinn. Insbesondere weil G-E nun nicht gerade die brillanteste Politikerin unter der Sonne ist, zumindest meinem Eindruck nach, und der dann einen Freifahrtschein rein aufgrund Frauenquote zu verpassen...halte ich nicht für vorteilhaft.

    Für die Partei und ihre Erfolgschancen insgesamt, wohlgemerkt. In Sachen Frauenquote und in Anbetracht dessen, wie unterrepräsentiert Frauen immer noch sind, ist eine G-E mehr sicher besser als eine G-E weniger..
     
  17. Jerry

    Jerry Non-Sports Moderator

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    Berlin
    Aber im Prinzip ist es ja aber auch nicht anders als bei anderen Parteien, wo es nur eine Spitze gibt, die oftmals ganz ohne Gegenkandidat antritt.
     
  18. Eric

    Eric Maximo Lider

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    Und dann Ergebnisse erzielt, die Erich Honecker und Leonid Breschnew zur Ehre gereicht hätten. Zzgl. Klatschmarathon natürlich.
     
  19. liberalmente

    liberalmente Moderator

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    Die Grünen haben ihr Spitzenkandidaten-Duo bestimmt, das Ergebnis war extrem knapp. Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt könnten die Partei beflügeln - und konservativer machen.

    Freut mich, dass es Özdemir geschafft hat. :thumb: Bin zwar nicht immer seiner Meinung, finde ihn aber sehr sympathisch. Außerdem ist er Pragmatiker und kein Ideologe. Habe bei ihm den Eindruck, dass man selbst, wenn man eine unterschiedliche Meinung hat, mit ihm vernünftig diskutieren kann. Das alleine ist schon, egal ob links oder rechts, ein Wert an sich heutzutage.

    Und bei dem Regierungsputsch in der Türkei hat er klar Kante gezeigt. Als perfekt integrierter Deutscher mit türkischen Wurzeln hat er bei solchen Diskussionen einfach auch eine höhere Glaubwürdigkeit. Bei Integrationsdebatten gilt dasselbe. Er ist sicher mehr Pro-Merkels Kurs als ich, aber ich nehme ihm ab, dass er irgendwelche islamistischen Auswüchse wirklich vom tiefsten Herzen ablehnt und da nicht so beschwichtigt, wie andere aus der links-progressiven Ecke das zum Teil machen.

    Zumindest bei mir hat er sich da in den letzten Jahren einen Status wie bspw. auch Gregor Gysi oder Wolfgang Bosbach erarbeitet - ich habe mit allen unterschiedliche Differenzen, aber ich respektiere sie als Politiker.
     
  20. Buster_D

    Buster_D Buster D --> TysonsNightmare --> Buster D --> back

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    Na ja, das Wahlergebnis war für Özdemir ja eher "durchwachsen". Auch die 70% für die alternativlose GE sind sicher kein Traumergebnis. Rückendeckung sieht anders aus, gerade vor dem Hintergrund, dass ein großer Teil der Grünen-Basis anders tickt. Da sind Konflikte mit dem linken Flügel fast vorprogrammiert.
     

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