So hat jetzt länger gedauert, aber dann eben direkt zum Saisonstart Teil 2 des Jahresrückblicks:
Langzeitverletzte:
Mal sehen, ob es bei Dominik Köpfer (13 Spiele ITF, ATP, CH in 2025), Oscar Otte (15) und Maxi Marterer (10) nochmal angreifen dieses Jahr? Von keinem hört man aktuell viel. Da die 3 in den Top200 fehlen, ist auch das deutsche Feld im Qualibereich der Slams extrem dünn. Neben Hanfi taucht da aktuell nur Justin Engel auf. Dazu Benjamin Hassan und Jan Choinski als DTB-nahe Spieler.
Ob es zum nächsten Jahreswechsel mehr Spieler im Quali-Bereich der Slams geben wird? Gut möglich. Es gibt eine Reihe von ambitionierten Spielern und ganz junge Talente. Wer schafft es?
Justin Engel: (aktuell 186 / Career High 182 / Ende 2024: 396)
Der Youngster des Jahres!
Das war eine gute Saison zum Einstieg bei den Profis. Aber die Ranglistenposition zeugt nicht von Konstanz übers Jahr, sondern von wenigen Highlights auf ATP Ebene (Stuttgart, Hamburg) und CH (Hamburg). Die 3 Turniere stehen für 50% seiner Punkte. Demgegenüber stehen auch sehr viele Erstrundenniederlagen auf CH Niveau. Das ist bei einem 17/18-jährigen auch normal. Aber das wäre der nächste Schritt in der Entwicklung. Mehr Konstanz in seine CH Ergebnisse zu bringen. ITF hatte er nur zu Jahresbeginn gespielt. Bis Mai hat er daher auch nur wenige Punkte zu verteidigen.
Die Slam Qualis werden sicher ein Highlight werden. Ob da ein Hauptfeld drin ist? Wird sicher schwer, am ehesten trau ich es ihm auf Rasen dieses Jahr zu. Tendenz: wenn er es zum Jahresende auf Rang 100-150 schafft, wäre das schon sehr gut, mehr wäre ein Bonus.
Marko Topo (238/238/393):
Das "Mini-Comeback" des Jahres:
Das beste Jahr der Karriere brachte dem mittlerweile 22-jährigen Topo auch zum Ende von 2025 auf seinen höchsten Weltranglistenplatz und nur wenige Plätze von den Slam Qualis entfernt. Immerhin 160 Plätze hat er gut gemacht gegenüber dem Jahresende 2024. Gesorgt hat dafür vor allem Konstanz und wenige Erstrundenniederlagen (nur 6). Auch er hat (anders als in Vorjahren) nur wenige ITFs gespielt (2 25er gewonnen) und war fast ausschließlich auf CH Niveau unterwegs. Dabei ist er auch von der Konzentration auf seine SweetSpots (Serbien und Deutschland) durchaus ausgewichen, was unter anderem
@le freaque freuen dürfte

. Höhepunkt war das Finale in Bergamo. Da er erst Ende April in die Saison eingestiegen ist, hat er jetzt natürlich eine große Chance sich für Paris zu qualifizieren. Dazu müssten ihm ca. 75 Punkte bis Ende April / Mitte Mai reichen. Sicherlich machbar.
Ich hoffe er kann seinen Aufstieg weiter fortsetzen und sich in die Top200 schieben. Ob er noch den Weg in die Top100 schafft, würde ich aktuell noch bezweifeln, lasse mich aber gerne eines besseren belehren. Kampfgeist hat er 2025 ja bewiesen.
Tendenz: ab Paris bei den Slam Qualis dabei.
Patrick Zahraj (266/240/467):
Die Überraschung des Jahres!
Mit 26 ist er sicher ein Spätstarter. Highlight war dieses Jahr das Finale in Pau, das ihn schnell in die Top300 gehievt hatte. Leider konnte er die gute Chance im zweiten Halbjahr nicht nutzen und verlor den Blick auf die Australian Open doch aus den Augen. Er wird sich strecken müssen, um weiter in den Top300 zu bleiben. Aber er durfte jetzt schon einige Highlights erleben mit den ersten Teilnahmen an ATP Turnieren oder jetzt dem Uniter Cup als Sparringspartner von Zverev.
Tendenz: für Slam Qualis wird's eher nicht reichen. Schwankt um Platz 300.
Henri Squire (278/169/177):
Absteiger mit Tendenz zur Besserung!
Nach dem sehr guten ersten Halbjahr 2024, ging es für Henri einen Schritt zurück. Durch eine schwache erste Saisonhälfte (nur ein Hauptfeldsieg bis Juli) und den Verlust der Punkte aus Paris fiel er bis auf Platz 435 im August zurück. Doch ein guter Herbst mit vielen Siegen auch auf CH Niveau brachte zum Jahresende wieder den Sprung in die Top300. Leider musste er das letzte Spiel der Saison Anfang November aufgeben. Ich hoffe er kann die Saison fit beginnen. Dann ist mit dem Schwung aus dem Herbst durchaus auch der Sprung nach Paris wieder drin.
Tendenz: Ab Paris wieder in den Slam Qualis.
Tom Gentzsch (291/269/437):
Weiterer Aufsteiger!
Ein starker Sandplatzsommer mit den Highlights in Überlingen (Turniersieg) und Genova (HF CH nur sehr knapp gegen Darderi verloren) brachte Tom weiter nach vorne. Um in den Slam-Quali Bereich zu kommen, müsste er noch stabiler in der Rückhand werden. Vorhand und Aufschlag hätte er! Er hat jetzt sicher die Chance noch mehr CHs zu spielen und ein Ziel für dieses Jahr dürfte sein, sich dort stabil zu etablieren.
Im ersten Halbjahr hat auch er nicht so viel zu verteidigen. Ein Platz in den Top250 wäre daher ein erstes Etappenziel.
Tendenz: bleibt in den Top300.
Weitere Spieler, die sich im Bereich der CH Turniere befinden:
Mats Rosenkranz, Max Wiskandt, Rudi Molleker. Schafft es einer der genannten sich wieder fest auf CH Niveau zu etablieren? Dürfte schwer werden.
Ein Comeback hat Cedrick-Marcel Stebe gestartet und ist immerhin schon wieder um Platz 350 platziert. Ob da nochmal Slam-Quali möglich ist? Im ersten Halbjahr 2025 hatte er noch wenige Siege. Daher könnte das passieren, ich halte es nicht für unwahrscheinlich wenn der Körper hält.
Von den Jungen Dedura, Schönhaus, McDonald, McKenzie (spielt eh College) würde ich es noch nicht erwarten. Hier gilt es stabil bei den Profis zu punkten. Dedura hat das Jahr schonmal gut mit einem 15er Titel begonnen und steht im nächsten Turnier (25er) auch im Halbfinale. Ziel sollte es sein für die 3 erstgenannten in den Bereich Top300 zu kommen, um dann neben den WC-Plätzen auch sonst immer CHs spielen zu können.
Von den nicht so jungen hier noch ein paar Namen, die man im Blick behalten könnte:
Nino Ehrenschneider, Yannik Kelm (steht in seinem ersten 15er Finale), Benito Sanchez Martinez (spielt er neben College mehr Profiturniere in 2026?).
Vielleicht überrascht auch ein völlig anderer? Bin gespannt auf die neue Saison.