Nordische Kombination bei den Olympischen Winterspielen 2026 🇮🇹


Benjamin

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Der Punkt ist eben, dass die Olympischen Winterspiele in den letzten Jahren immer weiter gewachsen sind. Den Gedanken dahinter kann ich ja verstehen: Man möchte neue Sportarten aufnehmen, die eine gewisse Verbreitung erlangt haben, um weiterhin relevant zu bleiben (die verschiedenen Snowboard-Disziplinen, Skicross usw.). Gleichzeitig bedeutet das aber, dass die Kosten für die Sportanlagen, die ja gerade für Winterspiele oft teurer sind und weniger Nachnutzungsmöglichkeiten bieten, in die Höhe schießen.
Es ist also hier sinnvoll, Anlagen zu nutzen, die schon vorhanden sind, um Kosten zu sparen. Da die aber kaum irgendwo an einem Ort vorhanden sind, muss man die Wettkämpfe stärker verteilen. Das ist aus meiner Sicht deutlich besser, als bestimmte Sportarten ganz zu streichen.

Bei den letzten Olympischen Spielen, die in Mitteleuropa stattgefunden haben (2006 in Turin) wurde ja extra im über 80 km entfernten Pragelato eine neue Schanzenanlage aus dem Boden gestampft, die man dann nur wenige Jahre später dem Verfall preisgegeben hat. Und wie @carlch schon meinte: Das ist ja durchaus eine Entfernung, die man auch nicht so ohne Weiteres zurücklegt, wenn man mal eben einen anderen Wettkampf sehen oder mit Sportlern aus anderen Sportarten plaudern will. So gesehen wäre es damals wohl nachhaltiger gewesen, wenn man auch da schon in Predazzo gesprungen wäre, auch wenn Predazzo von Turin nochmal ein bisschen weiter entfernt ist als von Mailand.
 

Lazergirl

EFF #3
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Man sollte die Anlagen aber auch anschließend weiter nutzen, indem man da Weltcups oder wenigstens unterklassige Wettbewerbe ausrichtet. Dann würden sie gar nicht erst verfallen.
 

sun

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Wir haben Loipen wir haben Schanzen. Beides wird eh gebraucht. Da braucht man nichts streichen, nur weilman was neues aufnimmt. Oder gibt es irgendwo ein Problem mit der Zeit, das man nicht alle Wettkämpfe machen kann?
 

Benjamin

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Man sollte die Anlagen aber auch anschließend weiter nutzen, indem man da Weltcups oder wenigstens unterklassige Wettbewerbe ausrichtet. Dann würden sie gar nicht erst verfallen.
Ja. Das wäre natürlich der Idealfall. Aber an allen ehemaligen Olympiaorten regelmäßig Weltcups auszurichten, ist eben utopisch. Ich meine, schau dir mal die Olympiaorte der letzten 42 (!) Jahre an:
  • Sarajevo
  • Calgary
  • Albertville (Courchevel)
  • Lillehammer
  • Nagano (Hakuba)
  • Salt Lake City (Park City)
  • Turin (Pragelato)
  • Vancouver (Whistler Olympic Park)
  • Sotschi (Esto-Sadok)
  • PyeongChang
  • Peking (Zhangjiakou)
Lillehammer ist hier der einzige (!) langjährige Weltcuport. Hinzu kommt noch der traditionelle Sommer-Grand-Prix in Courchevel. Und eventuell entwickelt sich Zhangjiakou noch zu einem festen Bestandteil des Kalenders.
Im Skisprungschanzen-Archiv-Artikel zu Pragelato ist zu lesen, dass die Betriebskosten zur Erhaltung der Schanze auf 150.000 € geschätzt wurden. Wenn man nur alle paar Jahre einen Weltcup veranstaltet, reichen die Einnahmen nicht zum Erhalt. Mit COCs nimmt man erst recht nicht so viel ein; die sind im Zweifel eher ein Zuschussgeschäft. Und wenn sogar in einem Traditionsort wie Hinterzarten im Rahmen des vermurksten Schanzenumbaus zumindest von manchen überlegt wurde, ob man das Kapitel Skispringen nicht besser beenden sollte - wie hoch ist dann wohl die Bereitschaft an Orten ohne Skisprungtradition, jährlich Geld zu bezahlen, um eine solche Anlage zu erhalten.
Wir haben Loipen wir haben Schanzen. Beides wird eh gebraucht. Da braucht man nichts streichen, nur weilman was neues aufnimmt. Oder gibt es irgendwo ein Problem mit der Zeit, das man nicht alle Wettkämpfe machen kann?
Wenn man die Nordische Kombination isoliert betrachtet, hast du Recht. Aber die Befürchtung ist ja, dass das Skispringen dann als nächstes wackelt - mit der Begründung, dass man wegen einer Sportart die teuren Schanzen nicht bauen will.
 

Masmiseim

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Was genau die NoKo so zur Wackeldisziplin macht, wissen auch nur die Verantwortlichen.
Somit kann man nur spekulieren, dass man nach einer Wachstumsphase mit den ganzen neueren Disziplinen wie Snowboard und Freestyle irgendetwas sucht, was man im Gegenzug weglassen kann zwecks Kostendämmung (weniger Athleten, Trainer usw).
Und anscheinend hat man sich die Kombi als Bauernopfer herausgesucht. Vermutlich mit dem Gedanken, dass Langlauf und Sprungfans ja auch ohne Kombi weiterhin versorgt sind.
Offiziell kommt man dann mit den Argumenten, dass das fürs heutige Eventpublikum nichts mehr ist, weil man 2 mal am Tag an verschiedene Sportstätten muss. Den Quatsch mit den zu wenigen Nationen kann man ja mit Blick auf den Rest der Disziplinen nicht ernst nehmen.
Kaum eine Sportart hat einen riesen Mix an Nationen auf dem Podium.
 

sun

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Wenn man die Nordische Kombination isoliert betrachtet, hast du Recht. Aber die Befürchtung ist ja, dass das Skispringen dann als nächstes wackelt - mit der Begründung, dass man wegen einer Sportart die teuren Schanzen nicht bauen will.
Braucht man heute wirklich noch die Normalschanze?
 

Benjamin

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Braucht man heute wirklich noch die Normalschanze?
Sagen wir so: Als Jugendschanzen sind Normalschanzen meiner Ansicht nach wie vor unverzichtbar, weil junge Springer und Kombinierer Schritt für Schritt an immer größere Schanzen gewöhnt werden müssen. Und dann sind wir ja wieder bei der Frage: Baut man die Schanzen für ein einmaliges Event, oder sollen sie auch im Idealfall als Trainingsschanzen eine Nachnutzung erfahren.

Bei den Spezialspringern kommen Normalschanzen im Weltcup tatsächlich kaum mehr vor. Bei den Kombinierern standen aber selbst in diesem Jahr noch 4 Großschanzen und 5 Normalschanzen (und eine Flugschanze) im Weltcup-Kalender. Speziell bei den Kombiniererinnen sind Wettkämpfe auf Großschanzen aufgrund der großen Leistungsunterschiede noch nicht so attraktiv.

 
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Wir haben Loipen wir haben Schanzen. Beides wird eh gebraucht. Da braucht man nichts streichen, nur weilman was neues aufnimmt. Oder gibt es irgendwo ein Problem mit der Zeit, das man nicht alle Wettkämpfe machen kann?
ganz so einfach ist es nicht. 30 neue Kombiniererinnen bedeutet, dass irgendwo anders 30 Plätze gestrichen werden. Die Obergrenze von ~2900 Sportlern ist bereits erreicht.
 

sun

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ganz so einfach ist es nicht. 30 neue Kombiniererinnen bedeutet, dass irgendwo anders 30 Plätze gestrichen werden. Die Obergrenze von ~2900 Sportlern ist bereits erreicht.
SInd 2900 Teilnehmer nicht einfach eine wilkürliche Grenze? Besonders wenn die Wettkampforte teilweise sehr weit verteilt sind?
 

sun

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Sagen wir so: Als Jugendschanzen sind Normalschanzen meiner Ansicht nach wie vor unverzichtbar, weil junge Springer und Kombinierer Schritt für Schritt an immer größere Schanzen gewöhnt werden müssen. Und dann sind wir ja wieder bei der Frage: Baut man die Schanzen für ein einmaliges Event, oder sollen sie auch im Idealfall als Trainingsschanzen eine Nachnutzung erfahren.

Bei den Spezialspringern kommen Normalschanzen im Weltcup tatsächlich kaum mehr vor. Bei den Kombinierern standen aber selbst in diesem Jahr noch 4 Großschanzen und 5 Normalschanzen (und eine Flugschanze) im Weltcup-Kalender. Speziell bei den Kombiniererinnen sind Wettkämpfe auf Großschanzen aufgrund der großen Leistungsunterschiede noch nicht so attraktiv.

Genau. Ich habe nie gesagt, das sie wegkönnen, nur halt die Frage gestellt, braucht man sie bei Olympia? Was den Nachwuchs angeht. Der fängt auch nicht auf einer Normalschanze an. Sondern eher (Ich weiss die genauen Werte nicht) nicht K15, K30, K45 und K60 Schanzen, bevor es zur Normalschanze geht.
Ansonsten stellt man sich immer die Frage, warum müssen Winterspiele an Orten stattfinden, die keine Wintersporttradion haben, und die Anlagen eh nicht gebraucht werden.
 

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SInd 2900 Teilnehmer nicht einfach eine wilkürliche Grenze? Besonders wenn die Wettkampforte teilweise sehr weit verteilt sind?
ja, natürlich, aber irgendwomit muss ein Gastgeber ja planen und kalkulieren können. Und das Ziel ist, dass Olympia nicht größer wird. LA 2028 muss auch irgendwie mit ~11.000 Sportlern auskommen, trotz der vielen neuen (Mannschafts)Spotarten.
 

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Ansonsten stellt man sich immer die Frage, warum müssen Winterspiele an Orten stattfinden, die keine Wintersporttradion haben, und die Anlagen eh nicht gebraucht werden.
Weil aktuell niemand von den großten Skisprungnationen wie Norwegen, Deutschland oder Österreich Winterspiele möchte. Courchevel 2030 und Park City 2034 haben bereits Schanzen, dort ist kein Neubau nötig. Nur Modernisierungen, die aber auch entsprechend teuer sind. Eine neue Schanze wird benötigt für die Winterspiele 2038 in der Schweiz, da die Schweiz keine Normalschanze hat. Dies betrifft Skispringer und Kombinierer.
Exklusiv betroffen sind die Kombinierer 2030 nur bei dem Bau einer Langlaufanlage. Eine Skisprungschanze in Courchevel gibt es.
 

carlch

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Da muss man halt auch wieder drauf schauen wer überhaupt noch Olympia (gerade im Winter) ausrichten will. Ist ja jetzt schon immer mal wieder so das es weniger ein Auswahlprozess sondern mehr ein wir müssen überhaupt erstmal jemanden finden Prozess ist. Da ist es dann immer leicht gesagt das es ein Traditionsreicher Ort sein soll wenn von denen einfach immer weniger wollen oder auch finanziell können.
 

sun

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ja, natürlich, aber irgendwomit muss ein Gastgeber ja planen und kalkulieren können. Und das Ziel ist, dass Olympia nicht größer wird. LA 2028 muss auch irgendwie mit ~11.000 Sportlern auskommen, trotz der vielen neuen (Mannschafts)Spotarten.
Da wäre ich dann anderer Meinung. Bei der Vergabe sollte die Anzahl der Wettkämpfe feststehen. Ebenso welche. Dann kann der Gastgeber sich darauf einstellen. Wenn dann neue Sportarten kommen, wird eben das Teilnehmer Limet erhöht. Kann sich der Gastgeber drauf einstellen.

Weil aktuell niemand von den großten Skisprungnationen wie Norwegen, Deutschland oder Österreich Winterspiele möchte. Courchevel 2030 und Park City 2034 haben bereits Schanzen, dort ist kein Neubau nötig. Nur Modernisierungen, die aber auch entsprechend teuer sind. Eine neue Schanze wird benötigt für die Winterspiele 2038 in der Schweiz, da die Schweiz keine Normalschanze hat. Dies betrifft Skispringer und Kombinierer.
Exklusiv betroffen sind die Kombinierer 2030 nur bei dem Bau einer Langlaufanlage. Eine Skisprungschanze in Courchevel gibt es.
Wo trainieren den die Schweizer Skispringer aktuell? Ansonsten warum möchten die Wintersportländer nicht?
 

Masmiseim

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Da wäre ich dann anderer Meinung. Bei der Vergabe sollte die Anzahl der Wettkämpfe feststehen. Ebenso welche. Dann kann der Gastgeber sich darauf einstellen. Wenn dann neue Sportarten kommen, wird eben das Teilnehmer Limet erhöht. Kann sich der Gastgeber drauf einstellen.


Wo trainieren den die Schweizer Skispringer aktuell? Ansonsten warum möchten die Wintersportländer nicht?
Weil olympische Spiele im Regelfall ein Minusgeschäft für den Ausrichter sind.
 

Benjamin

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Die Schweiz hat ja eine Normalschanze, die ist aber halt zu weit weg von der Grossschanze in Engelberg.
Wobei ich da eigentlich gar nicht unbedingt ein Problem sehen würde. Wenn man es wirklich wollte, dann könnte man es den Springern und Kombinierern durchaus auch zumuten, während der Spiele ein Wochenende in Engelberg und eins in Kandersteg zu verbringen.

Ich weiß eben nur nicht, wie weltcuptauglich Kandersteg wäre, insbesondere was die Zahl der Zuschauerplätze angeht. Da finden ja üblicherweise nur FIS-Cups und Alpencups statt, da braucht man nicht viele Plätze für Zuschauer.
 

johnny

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Ja in Kandersteg kann schon ein bisschen zu eng sein. Und zuerst wollte man ja tatsächlich für 2038 Kandersteg als Austragungsort für Normalschanzenwettkämpfe aufnehmen, dann hiess es aber alles in Engelberg und da nimmt man sogar einen Bau einer Temporärschanze in Kauf.
 

Paracelsus

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Es ist in Europa, zumindest in den Alpen, aber auch einfach schwierig entsprechende Konstellationen zu finden bei denen wirklich alles eng zusammen ist.
Und wo das so ist, sind die Spiele halt nicht gefragt. In Bayern oder Tirol wäre das schon machbar.

Und eigentlich in Norditalien genauso. Im aktuellen Fall ist die Zerklüftung eine bewusste Entscheidung gewesen, und so extrem war es noch selten. Gib die alpinen Herren nach Cortina, fällt Bormio weg. Gib die Biathleten nach Val di Fiemme, fällt Antholz weg und alle Nordischen wären zusammen. Es wäre kompakter möglich gewesen, hätte aber an den (dann vergrößerten) Hotspots wohl mehr an Infrastruktur für Zuschauer, Olympisches Dorf etc benötigt. So hat man es einfach bei den normalen Weltcuporten belassen.

Vermutlich mit dem Gedanken, dass Langlauf und Sprungfans ja auch ohne Kombi weiterhin versorgt sind.
Ich für meinen Teil verfolge von den dreien tatsächlich nur die Kombi umfassend.
 
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