Skispringen bei den Olympischen Winterspielen 2026 🇮🇹


Kirsten

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Deschwanden: vorher gar nichts erwartet und sichtlich überglücklich mit Bronze. Nikaido auch. Aber vorgestern über Silber dann erst nicht.
Aber da dann auch eben mit dem Wissen: ich war im Führung, ich hätte Gold holen können. Da ist der Gedanke natürlich erstmal, dass man Gold verloren hat und nicht Silver gewonnen. Das ist einfach absolut menschlich, Kvandal wird das auch erst gedacht haben gestern. Bei ihr kam die Freude dann schneller als bei Nikaido, aber das ist auch typsache
 

Benjamin

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denke auch da gibt es nochmal nen Unterschied zwischen der eigenen Wahrnehmung und der der Öffentlichkeit.

Für den ein oder anderen Athleten mag der Weltcupsieg wichtiger sein, aber in Erinnerung bleiben wird sportübergreifend außerhalb der Fans des Sports eigentlich fast überall eher der Olympiasieg. Mal Radsport (Tour de France), Fußball (WM) oder ähnliches außen vorgelassen. Im Wintersport mag ein Kitzbühel-Sieg oder die Vierschanzentournee mehr Aufmerksamkeit bekommen, aber das war es dann auch schon fast.
Der Blick von außerhalb fällt mir natürlich sehr schwer.

Aber ich kann mir trotzdem kaum vorstellen, dass langfristig ein Soininen, ein Bystoel, ein Wellinger oder ein Raimund mehr in Erinnerung bleiben als ein Ahonen, ein Malysz, ein Schlierenzauer oder ein Kraft.

Klar, es mag Leute aus nicht skisprungaffinen Ländern geben, die wirklich bloß alle vier Jahre mal bei Olympia reinschauen und die deshalb von all den anderen Erfolgen dieser Athleten nichts wissen (zum Vergleich: Den Namen von diesem Eiskunstläufer, der anscheinend komplett überraschend Gold verpasst hat, hatte ich zuvor nie gehört) - aber ich glaube, die können jetzt auch nichts mehr mit dem Namen Bystoel anfangen.
 

Fathi8

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Der Blick von außerhalb fällt mir natürlich sehr schwer.

Aber ich kann mir trotzdem kaum vorstellen, dass langfristig ein Soininen, ein Bystoel, ein Wellinger oder ein Raimund mehr in Erinnerung bleiben als ein Ahonen, ein Malysz, ein Schlierenzauer oder ein Kraft.

Klar, es mag Leute aus nicht skisprungaffinen Ländern geben, die wirklich bloß alle vier Jahre mal bei Olympia reinschauen und die deshalb von all den anderen Erfolgen dieser Athleten nichts wissen (zum Vergleich: Den Namen von diesem Eiskunstläufer, der anscheinend komplett überraschend Gold verpasst hat, hatte ich zuvor nie gehört) - aber ich glaube, die können jetzt auch nichts mehr mit dem Namen Bystoel anfangen.
Seh ich genauso. Genau wir mir die Olympiasieger im Freestyle 1 Monat danach nicht mehr einfallen werden mit Ausnahme des chinesischen Superstars, wird einem Ami, der einmal pro 4 Jahre Skispringen schaut, nächsten Monat den Namen von Raimund vergessen haben. Da musst du schon mit außergewöhnlichen Rekorden oder Verhalten oft genug in den Medien sein, damit Dein Name noch irgendwo präsent ist.
Sportjunkies, die sich alles reinziehen und verinnerlichen gibt es dann in der Masse doch nicht.
 

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Der Blick von außerhalb fällt mir natürlich sehr schwer.

Aber ich kann mir trotzdem kaum vorstellen, dass langfristig ein Soininen, ein Bystoel, ein Wellinger oder ein Raimund mehr in Erinnerung bleiben als ein Ahonen, ein Malysz, ein Schlierenzauer oder ein Kraft.
das denke ich auch. Aber die bleiben ja nicht als Gesamtweltcupsieger im Gedächtnis (von denen Schlierenzauer übrigens sogar "nur" zwei hat). Und bei dem Beispiel hier ging es sogar nur um ne kleine Kugel
 

Benjamin

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das denke ich auch. Aber die bleiben ja nicht als Gesamtweltcupsieger im Gedächtnis (von denen Schlierenzauer übrigens sogar "nur" zwei hat). Und bei dem Beispiel hier ging es sogar nur um ne kleine Kugel
Das stimmt schon, die betreffenden Springer bleiben vor allem wegen ihrer Lebensleistung in Erinnerung; sie bleiben in Erinnerung, weil sie über viele Jahre so viele Weltcupsiege geholt haben. Ihre Gesamtweltcupsiege waren dann letztlich die zwingende Folge davon. Einen gewissen Zusammenhang gibt es da also schon. Und speziell bei Janne Ahonen ist es natürlich auch der Rekord bei der Vierschanzentournee mit fünf Siegen, die aus meiner Sicht aber ebenfalls sportlich wertvoller ist als ein einzelner Olympiasieg.
Es ist außerdem sehr selten, dass ein Springer wirklich nur einen Gesamtweltcupsieg gefeiert hat und sonst keine weiteren großen Einzeltitel aufzuweisen hat. Da müsste fast Ari-Pekka Nikkola Anfang der Neunziger der Letzte gewesen sein, aber da müsste ich nochmal nachsehen. Springer, die einmal Olympia gewinnen und sonst keine großen Einzeltitel haben, gab es seitdem eben mehrere.

Letztlich muss man da aus meiner Sicht auch unterscheiden zwischen sportlichem Wert und medialem Wert.

Und ja, in Sachen sportlichem Wert würde ich selbst einer Disziplinkugel bei den Alpinen den größeren Wert beimessen als einem Olympiasieg. Auch hier ist es doch genauso: Die ganze Saison über treten in mehreren Rennen auf verschiedenen Kursen unter verschiedenen Bedingungen stets die besten Sportler der Welt gegeneinander an. Und die Kugel gewinnt nur, wer in der Summe der Beste ist.
Bei Olympia hingegen kann es passieren, dass einem gerade der Kurs nicht liegt (wieviel ist dort über den zu leichten Riesenslalomhang geschimpft worden) oder dass einem gerade da der einzige Fahrfehler der Saison passiert und man ausscheidet.
Medial - da gebe ich dir völlig recht - bekommt der Olympiasieger wesentlich mehr Aufmerksamkeit als der Gewinner einer kleinen Kugel. Genau das ist aber aus meiner Sicht aber die große Ungerechtigkeit.
 

sj44

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Wenn man auf den Medaillenspiegel schaut, dann fällt bei den Slowenen folgendes auf: Die haben bis dato vier Medaillen gemacht und alle ausschließlich im Skispringen. Ich habe jetzt den Überblick nicht, wo es noch Medaillenchancen geben könnte, aber das zeigt schon, wie stark das Skispringen im Fokus stehen wird. Sowas erhöht natürlich den Druck.
Aber dann gibt es noch den Druck, den man sich selber macht. Denn, wenn man schon in Form ist, dann will man natürlich die Chance auf Olympiagold ergreifen. Niemand kann sagen, wie es in vier Jahren ausschaut. Beim Skispringen schon gar nicht.
Ich erinnere an Schlierenzauer, der in Vancouver als 20-jähriger zwei Mal Bronze geholt hat und viele sagten dann: "Mein Gott, er ist ja noch jung, dann holt er halt die Goldene bei den nächsten zwei, drei Spielen." Tja, es lief dann doch anders.
 

Aufwindspringer

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Ich erinnere an Schlierenzauer, der in Vancouver als 20-jähriger zwei Mal Bronze geholt hat und viele sagten dann: "Mein Gott, er ist ja noch jung, dann holt er halt die Goldene bei den nächsten zwei, drei Spielen." Tja, es lief dann doch anders.
Oder Sara Marita Kramer, die vor 4 Jahren Olympia wegen einer Corona Infektion verpasste. Da hieß es auch, mei die ist noch jung, da kommen noch viele Chancen. Und dann lief es überhaupt nicht mehr und nun hat sie ihre Karriere bereits beendet.

Wir dürfen auch nicht vergessen, dass an Olympiamedaillen häufig auch staatliche Förderung hängt: sowohl für Sportler persönlich (+ Preisgeld) als auch für die Sportart.
 

Benjamin

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Und natürlich Sara Takanashi, die ja auch jahrelang den Weltcup dominiert hat und speziell in der Saison 2013/14 bei allen Weltcups auf dem Treppchen stand (und die meisten davon gewann). Bei Olympia hingegen war die damals 17jährige nur Vierte. Und auch da sagten ja einige, sie wird ihre Chance noch bekommen.

Ihre Dominanz behielt sie dann noch über die nächsten Jahre, aber in der Olympiasaison 2018 war es dann Maren Lundby, die im Weltcup die Stärkste war und ihrer Favoritenrolle bei Olympia auch gerecht wurde.
 

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Interessanterweise erwartet die ein oder andere Vorhersage heute Abend Aufwind (einfach auf die Schanze klicken und unten die Uhrzeit einstellen - zwischen den Windmodellen kann man dann rechts hin und her klicken)


Wenn's wirklich so kommt, könnte das vielleicht nochmal einiges an der Rangordnung ändern. Normalerweise ist ja (abends) in Predazzo immer Rückenwind.
 
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