nbatibo
NBA Mockdraft-Champ 2022
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Nicht gut, aber auch nicht so tragisch. Seit Bekanntgabe des Wechsels hat Cruzeiro ihn auch nicht mehr eingesetzt. Also Spielpraxis verliert er dadurch nicht.Prates jetzt wohl erstmal 6 Wochen verletzt
Nicht gut, aber auch nicht so tragisch. Seit Bekanntgabe des Wechsels hat Cruzeiro ihn auch nicht mehr eingesetzt. Also Spielpraxis verliert er dadurch nicht.
Bis auf einen 12 Minuten Einsatz vor kurzen hat er seit der Wechsel-Bekanntgabe nicht mehr gespielt, richtig.Wie jetzt? Der hat seit Monaten kein Spiel gemacht?
Bis auf einen 12 Minuten Einsatz vor kurzen hat er seit der Wechsel-Bekanntgabe nicht mehr gespielt, richtig.
Ich meine zwischendurch gabs noch Einsätze für ne U-Nationalmannschaft von Brasilien.
Sie versuchen, Dinge einfach zu halten, aber oft werden auch in dieser guten Bundesligasaison die einfachen Dinge beim Spiel Ihres Teams nicht sauber ausgeführt: kurze Pässe im Spielaufbau zum Beispiel. Oder Ballannahmen.
Es gibt ja diesen schönen Spruch: Fußball ist ein Fehlerspiel. Wer weniger Fehler macht, gewinnt eher. Jeder macht Fehler. Und unsere Spieler machen viel mehr richtig als falsch, sonst wären wir nicht da, wo wir sind. Wir haben tolle Fußballer, eine tolle Qualität, wir spielen in dieser Saison nah am Maximum. Und diese kleinen Dinge sind Nuancen. Deswegen betone ich den Dreiklang ja auch so: sagen, trainieren, machen. Tempo, Müdigkeit, Konzentrationsmangel oder Stress sind wichtige Faktoren. Nur: Meister wird am Ende nur einer, und dann gelten die anderen schnell als Verlierer – das sind sie nicht. Beim BVB wird es vielleicht medial mehr betrachtet als bei anderen, auch wegen der Historie und der Erwartungshaltung.
Dann wird schnell vom „Kovač-Fußball“ gesprochen, der vorurteilsbehaftet als zu wenig ansehnlich gilt. Finden Sie das ungerecht?
„Kovač-Fußball“, das hat mal einer in die Welt gesetzt, seitdem steht es wahrscheinlich im Raum. Ich kenne die Vorurteile: „zu passiv, zu defensiv“. Ein Blick in die Statistiken bestätigt das sicher nicht. Natürlich bin ich auch unzufrieden, wenn wir Spiele wie zuletzt gegen Leverkusen und in Hoffenheim auf so eine Art und Weise verlieren. Die Begegnung gegen Leverkusen war unser 29. Bundesligaspiel in dieser Saison und das erste, in dem wir kein Tor erzielt haben. Ich glaube auch, dass viele Leute schon genauer hinsehen: Im Schnitt erzielen wir mehr als zwei Treffer pro Partie, nur die Bayern und Stuttgart haben mehr Tore geschossen als wir.
Spektakel, Erfolg, individuelle Klasse – wird zu viel vom BVB erwartet?
Natürlich sind die Ansprüche bei Borussia Dortmund ein ganzes Stück größer als bei 16 anderen Vereinen in der Bundesliga. Ich frage Sie: Wer spielt – außer Bayern München – dauerhaft attraktiv in der Bundesliga? Und ist Attraktivität wichtiger als Erfolg? Man muss wissen, dass die Bundesliga keine Theaterbühne ist, auf der jede Vorstellung gleich verläuft, vieles ist unberechenbar. Fast kein Klub bietet seinem Publikum jede Woche vier Tore und Spektakel in der Offensive. Ich denke, dass wir durchaus in dieser Saison auch sehr gute und attraktive Spiele gezeigt haben. Was uns vielleicht ein wenig fehlt, ist das, was die Bayern im Überfluss haben.
Was meinen Sie?
Sie haben einen unglaublich starken Kader mit vielen besonderen Individualisten. Es gelingt ihnen in dieser Saison besonders gut, das Attraktive mit dem Erfolgreichen zu verbinden. 113 Tore in 31 Spielen sind außergewöhnlich. Das können im Moment nicht einmal die reichsten Klubs in England in dieser Form bieten. Das muss man neidlos anerkennen.
Es gibt in Dortmund diese Sehnsucht nach dem Überperformer-Jahr, in dem die Bayern mal gestürzt werden. Der Verein erweckt aber nach außen den Eindruck, dass die wirtschaftlich relevanteren regelmäßigen Teilnahmen an der Champions League wichtiger und das eigentliche Ziel sind. Ist das ein Problem?
Überhaupt nicht. Der BVB stand 2023 kurz vor der deutschen Meisterschaft und 2024 im Finale der Champions League. Natürlich ist die Teilnahme an der Champions League wirtschaftlich enorm wichtig, aber dieses Ziel schließt doch nicht weitere, darüber hinausgehende aus. Dieser Verein hat Ambitionen, aber auch Jürgen Klopp hat als Trainer hier damals drei Jahre bis zu seiner ersten Meisterschaft gebraucht. Und der Fußball, den die Mannschaft damals spielte, der musste erst entstehen und beruhte zunächst auf Körperlichkeit und einer guten Defensive. Da ging es darum, gegen den Ball gut zu stehen, mehr zu laufen als der Gegner. Darauf wurde Stück für Stück aufgebaut – und das sehr erfolgreich. Aber Borussia Dortmund war in meiner Wahrnehmung in den vergangenen Jahren eher selten eine Ballbesitzmannschaft. Korrigieren Sie mich gerne.
Da haben Sie recht, aber das scheinen manche Leute vergessen zu haben.
Ich glaube, auch unter (den Trainern, d. Red.) Edin Terzić, Lucien Favre oder Marco Rose wurde ähnlich viel Wert auf Defensive und auf Stabilität gelegt. Auf dem Fundament der Stabilität kannst du Attraktivität aufbauen, umgekehrt verhält sich das eher schwieriger. Eine hohe Laufleistung ist dabei eine Grundvoraussetzung für sportlichen Erfolg. Es gibt eine Korrelation zwischen der Laufleistung und dem Wert einer Mannschaft. Wenn die Qualität so hoch ist wie bei Bayern München und diese Mannschaft dazu noch die beste Laufleistung abliefert, dann entsteht eine Kombination, die nur sehr schwer zu schlagen ist.
Ihre Mannschaft läuft mehr als vor Ihrer Ankunft und steht jetzt in der Kategorie der Laufleistungen im oberen Drittel der Liga. Brauchen Sie andere Spieler, damit der BVB künftig zu den laufstärksten Teams gehört?
Nein. Es ist auch möglich, Spieler zu überzeugen, und die Entwicklungen im internationalen Fußball helfen dabei. Ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung, die die Jungs in den vergangenen 15 Monaten genommen haben. Wir haben ein gutes Fitnesslevel aufgebaut und gleichzeitig sehr wenig verletzungsbedingte Ausfälle in dieser Saison zu verzeichnen. Das kommt nicht von ungefähr. Wer eine gute Fitness hat, der ist weniger verletzt, der ist koordinativ und kognitiv besser, gerade wenn es in die Endphase eines Spiels geht.
Leverkusen hat in seiner Double-Saison vorgemacht, wie man trotz eines großen wirtschaftlichen Rückstandes zu den Bayern Titel gewinnen kann. Wäre so etwas nicht auch beim BVB möglich?
Natürlich wäre das möglich. Ein Jahr zuvor wäre dem BVB beinahe das gelungen, was Leverkusen dann 2024 geschafft hat. Wir arbeiten hier, um erfolgreich zu sein. Durchs Reden hat aber noch niemand Titel gewonnen. Wir haben gerade über die Entwicklung der vergangenen 15 Monate gesprochen. Die Jungs hier haben in dieser Zeit verdammt viel richtig gemacht, und trotzdem merke ich in der täglichen Arbeit mit ihnen auch, dass wir noch weiteres Entwicklungspotential besitzen. Manchmal erfordern gewisse Dinge aber Zeit, die es heutzutage so gut wie gar nicht mehr gibt. Bei aller Qualität, die wir in unserer Mannschaft haben, machen wir uns gleichzeitig aber auch Gedanken, wie wir uns weiter verstärken können.
Prüfen Sie das als Trainer?
Das ist vor allem die Aufgabe von Ole (Book, Sportdirektor, d. Red.) und Lars (Ricken, Sportgeschäftsführer, d. Red.). Natürlich bin ich in die Gedankenspiele des Vereins involviert und gebe auch meine Einschätzungen ab. Wenn ich an bestimmten Stellen mit Informationen oder Kontakten helfen kann, tue ich das. Ich merke, dass wir hier alle am gleichen Strang ziehen und mit diesem großen Klub erfolgreich sein wollen. Die Zusammenstellung des Kaders spielt dabei eine zentrale Rolle. Als Trainer beschäftigst du dich ja nicht nur mit Fußballern, sondern mit Menschen. Neben der sportlichen Komponente ist die persönliche auch eine ganz wichtige.
Ein Dortmunder Geschäftsmodell war lange die Entwicklung junger Spieler, um gewinnbringende Transfers zu realisieren. Sie legen viel Wert auf Fleiß, Stabilität und Fehlervermeidung. Wie passt der alte Ansatz zu Ihrer Arbeitsweise?
Auf die Frage habe ich mich schon gefreut (lacht, d. Red.). Ich habe auch schon gehört, dass ich angeblich mehr auf Erfahrung setze als die meisten anderen Trainer. Aber da gibt es schon eine etwas längere Liste junger Spieler, die sich in den vergangenen Jahren und auch aktuell sehr gut unter meinem Trainerteam und mir entwickelt haben, bevor die jeweiligen Klubs sie teuer verkauft haben. Nur ein paar Beispiele: Luka Jović in Frankfurt war 20 Jahre alt, in Monaco hat Aurélien Tchouaméni bei mir als Achtzehnjähriger gespielt (beide wurden an Real Madrid verkauft, d. Red.). Felix Nmecha habe ich als sehr jungen Spieler in Wolfsburg eingesetzt, genau wie Micky van de Ven. Jesús Vallejo war mit 18 Jahren Stammspieler in Frankfurt, Aarón Anselmino hat hier in Dortmund fast immer gespielt, wenn er fit war. Und im Moment steht hier fast jede Woche Jobe Bellingham in der Startelf, der ist 20.
Man muss wissen, dass die Bundesliga keine Theaterbühne ist,