1. Liebe Sportfans, liebe User von skispringen-community.de,

    wir freuen uns, euch heute mitzuteilen zu können, dass der Umzug der Community aus dem bisherigen Forum der skispringen-community erfolgreich gelaufen ist. Somit begrüßen wir nun viele neue User hier im Forum, die insbesondere den Wintersportbereich beleben werden.

    Wir wünschen uns, dass die neuen User sich hier genauso wohl fühlen wie in ihrem bisherigen Forum. Bei Fragen, Anmerkungen, etc. sprecht uns - also die Administratoren und Moderatoren - einfach an. Bei der Migration haben wir auch die Useraccounts mit übernommen. Einige von euch haben noch einen Zusatz namens "- skiimport" bekommen. Dies hängt damit zusammen, dass es zu eurem Accountnamen bereits schon ein entsprechendes Pendant in unserer Datenbank gibt. Schreibt mir bitte eine Nachricht (über den Reiter "Unterhaltungen") und wir gucken, was hier möglich ist.

    In diesem Sinne freuen wir uns auf tolle Diskussionen im Wintersportbereich mit euch und einen sehr angenehmen Start in euer neues Foren-Zuhause.

    Viele Grüße
    Angliru
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Alternative für Deutschland

Dieses Thema im Forum "Non-Sports" wurde erstellt von desl, 22. April 2013.

  1. SunMagic

    SunMagic Bankspieler

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    Es wird hier wirklich so getan, als wäre die AFD die einzige Antwort auf die Probleme unseres Landes. Nicht, dass ich echte Lösungsansätze sehe außer "Flüchtlinge weg". Ich wusste gar nicht, dass damit alles gelöst wird.

    Und ich kann immer noch nicht nachvollziehen wieso man als Protestwähler zu dieser Partei sein Kreuz machen muss. Ich hatte das schon vor langer Zeit schon mal gefragt (ohne Ergebnis). Aus (verständlichem) Protest gegen die etablierten Parteien könnte man auch andere Parteien wählen, die sonst unter den 5 % rumkrebsen.

    Ich bin mit der Politik in Deutschland in vielerlei Hinsicht auch nicht zufrieden und überlege eine "Protestwahl". Da denke ich bestimmt nicht an eine AFD, die genaugenommen durch ein Thema auffällt.

    Oder das eine Thema ist der ausschlaggebende Grund, dass man die Partei wählt. Dann sollte man aber wenigstens dazu stehen und nicht rumeiern.
     
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  2. Savage

    Savage Team-Kapitän

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    Wahre Protestwähler wählen Die Partei!
     
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  3. Buster_D

    Buster_D Buster D --> TysonsNightmare --> Buster D --> back

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    Wahre Idioten und Politikverächter wählen "Die Partei"!
     
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  4. SunMagic

    SunMagic Bankspieler

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    So eine fundierte Aussage. Gibt es dazu mehr? Vor allem da es um Protestwahlen ging.
     
  5. Knurrhahn

    Knurrhahn Team-Kapitän

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    Hier die letzten Seiten kommt der Anti-Islam-Kurs zu kurz oder fast unerwähnt. Die AfD wusste doch recht schnell, die Flüchtlingsthematik alleine kann man nicht ewig heiss genug köcheln. Außerdem sollte man mal etwas von den Protestwählern wegkommen, viele wählen die inzwischen aus Überzeugung (too much islam) und hoffen man pappt mal in ein paar Jahren mit einer erneuerten CDU zusammen. Was auch bestenfalls realistischer ist als dieses Machtergreifung und wie 1933 Gerede. Paralelen gibt es sicher, nur es sind ganz andere Zeiten mit anderen Voraussetzungen. Das viele die AfD eklig finden kann ich gut verstehen (genug Munition geliefert), aber auch nachvollziehen warum jemand sie trotzdem wählt. Viele denken sich ja was dabei, manchmal sogar strategisch und damit meine ich nicht die neue Machtergreifung. Solange da keine verurteilten Neonazis im Parlament sitzen werden sie weiter gewählt und das Anti-Islam Feld wird ihnen eh niemand so schnell nehmen (können).
     
  6. SunMagic

    SunMagic Bankspieler

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    Das mit den Protestwählern habe ich reingebracht, da es in diesem Forum sehr oft als Argumentation benutzt wurde.

    Und was soll die Religionsangehörigkeit alleine für eine Aussage haben. Ich bin selber in eine moslemische Familie geboren und bin entsprechend aufgewachsen. Ich fand den Satz "Der Islam gehört zu Deutschland" genauso überflüssig wie ich den Satz "Das Christentum gehört zu Deutschland" überflüssig finden würde. Denn es ist doch eher der Bürger / Einwohner dieses Landes, unabhängig von seiner Religionszugehörigkeit (oder Nichtzugehörigkeit), der dazu gehört. Es sei denn natürlich die Person distanziert sich durch seine Aktionen selber davon. Aber einfach nur eine Gruppe ohne Unterscheidung hervorzuheben ist meiner Meinung nach gefährlich.
     
  7. sefant77

    sefant77 Schweineliga - Experte

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    Vielleicht eine Partei wählen, die grob Ahnung von Wohnungsbau, Renten, Umweltschutz, Wirtschaftspolitik etc haben. Sind ja auch eigentlich gar keine noch grösseren Probleme als der aufgezählte Kram rund um Auslenda und der böse Islam.
     
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  8. jungleking

    jungleking Bankspieler

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    Nicht egal hingegen ist mir, dass ein AfD Landtagskandidat (Winhart, Andreas) in Gegenwart von Frau Dr. Alice Weidel von *Negern* spricht, die Infektionskrankheiten einschleppen. Es sind genau solche Auftritte, die doch unverblümt zeigen, welche Geisteshaltung in der AfD vorherrscht. Frau Weidel sitzt direkt daneben, hat aber natürlich gemäß offizieller Pressemitteilung "nichts mitbekommen". Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

    Da werden ja gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
    -Die Grenzen des Sagbaren weiter ausreizen = Check
    -Provozieren = Check
    -Angst verbreiten = Check
    -mediale Aufmerksamkeit = Check
    -ans eigene Weltbild angepasste "Fakten" in die Welt posaunen = Check

    Dass man sich dabei mal wieder die Fakten so bastelt, wie sie ins Weltbild passen, geschenkt. Dass aber mittlerweile so unverblümt der Rassismus zur Schau gestellt wird und das ganze kaum noch eine nennenswerte Reaktion hervorruft, das ist einfach nur noch traurig.

    Und genau solche Auftritte und Geisteshaltungen sind es, die man mit einer Stimme für die AfD nicht einfach hinnimmt, sondern unterstützt!


    Zum Nachlesen:

    https://www.merkur.de/politik/rosen...del-will-es-ueberhoert-haben-zr-10310575.html
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 11. Oktober 2018
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  9. Kinski

    Kinski Bankspieler

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  10. MadFerIt

    MadFerIt Apeman

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    tja, aber wie wir gelernt haben, sind die WAHREN idioten und politikverächter nicht die, die dieses gesocks unterstützen und wählen, sondern die, die die PARTEI wählen. is klar, 'ne?
     
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  11. maxx

    maxx Stammspieler

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    Alle Punkte außer mit Abstrichen den Punkten 3, 4, 7 und 8 betreffen ja nun das gleiche Thema. Wie würdest du denn Punkt 3 konkretisieren? Was genau ist das Problem? Punkt 4 klingt auch wie eine weitere Umschreibung des Hauptthemas Migration/Flüchtlinge/Islam/Europa. Ansonsten hochgradig unkonkret. Punkt 7 zielt vermutlich auf die Bearbeitung von Asylanträgen und Abschiebungen, also wieder der gleiche Punkt. Bleibt noch Punkt 8, der möglicherweise auch was mit Flüchtlingen und dem Umgang mit ihnen zu tun hat?

    Unterm Strich: Eindrucksvolle Bestätigung, dass mit vielen Worten immer der gleiche gesagt wird, nämlich, wir wollen weniger "Fremde" in unserer Gesellschaft und auf keinen Fall mehr. Ansonsten kein einziges konkretes Thema. Und erst recht keine Begründung, diese Partei zu wählen, wenn einem das Thema "Migration" etc. nicht besonders wichtig ist und man dort keine zumindest rechte bis fremdenfeindliche Position einnimmt.
     
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  12. SunMagic

    SunMagic Bankspieler

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    670
    Will sie nur das eine Wort überhört haben? Denn es war eine ganze Passage. Das geht für mich aus dem Text nicht eindeutig hervor. Auch nicht was sie via ihrem Pressesprecher "verurteilt". Ist eh egal, weil es das klassische AFD-Spiel ist. So schlimm kann es gar nicht sein, da Winhart gestern via seinem Facebook Account seine Aussagen noch mal vehement wiederholt.
     
  13. spatz

    spatz Stammspieler

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    Ich habe mir gerade mal das Wahlprogramm der AFD für die Bayernwahl durchgelesen. Wenn man mal das Kirchenbashing (was ich natürlich als Atheist begrüße) außen vor lässt, wäre es ein Paradebeispiel für ein Unionswahlprogramm, wie es sich viele wünschen würden. Ich glaube wirklich, dass @The_Fan recht hat: Wären die nicht so offensichtlich von Nazis unterwandert, würden sie in ein paar Jahren stärkste Partei sein.
     
  14. Easy

    Easy Box-Moderator

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    Differenzierung Punkt 1, 9 und 10

    Was hat Migration und Flüchtlingspolitik mit Abschiebung zu tun, außer dass es sich dabei um Asylsuchende handelt. Es geht mir hier, deshalb die UNterscheidung, im wesentlichen darum, dass bei der Abschiebung eine fast Null-Tolleranzgrenze bestehen sollte. Wer kommen will darf das gern tun, wer sich nicht "benehmen" kann, darf gern wieder gehen und wenn er nicht will, soll er abgeschoben werden. Ich bin nicht gegen Migration, aber ich verurteile die Nachlässigkeit und Blindheit wie diese in Deutschland umgestezt und zugelassen wird. Eine Politik ala jeder darf kommen, ihr könnt machen was ihr wollt und hoppala abschieben können wir euch ja gar nicht mehr ist einfach grob fahrlässig!!!

    Punkt 2.

    Auch hier eine bewusste Trennung, weil es hier Vordergründig um die bereits begangenen Fehler geht aus denen man aus mir unbegreiflichen Gründen einfach nicht lernen will, weil man davor seine Augen verschließt.

    Punkt 3.

    Gerade im Hinblcik auf Punkt 3 solltest Du mal etwas recherchieren. Was in Deutschland in den letzten 20 Jahren bildungspoltisch falsch gemacht wurde ist einfach schon sowas von offensichtlich, kann man aber eben nur sehen, wenn man Kinder hat. Es fängt damit an, dass es keine einheitliche Regelung für die Vorbereitung der Kinder auf den Übergang von KiTa in die Schule gibt, geht in der Grundschule bei der Lautschrift weiter und hört mit der Herabsetzung der Anforderungen bspw. beim Abitur auf. Heute ist es viel wichtiger Mediatoren in der 5. Klasse bereits auszubilden und alles mögliche in Projektarbeiten ausarbeiten zu lassen.

    Mit der Erleichterung der Anforderungen in der Schule, die zwischenzeitlich auf das schwächste Glied ausgelegt wird (Stichtwort Inklusion), wird einem Umstand Rechnung getragen, der sicher höchst Lobenswert ist, aber m.E. nicht funktionieren kann. Das geht zu Lasten der meisten und zum Wohle einiger weniger. Man hat doch just schon darüber nachgedacht, die Anforderung eines Unversitätsstudiums zu senken, weil es zu viele Abrecher gibt, bzw. solche die es schlicht nicht schaffen. Das liegt doch aber daran, dass sich nun fast jeder irgendewie eines Abiturs bedienen kann, weil dort die Leistungsanforderung gesenkt werden. Da fühlt sich der Abiturient natürlich berufen zu studieren. Funktioniert halt nicht, wenn das Studium seine Leistungsansprüche hält.

    Punkt 5.

    Es wird keine Gleichheit in allen wirtschaftlichen Belangen geben können! Was natürlich zur Folge hat, das die Lebensbedingungen hier und da immer mal besser oder schlechter sind. Die sollen einfach mal bei all der europäischen Gleichberechtigung anfangen, den Mindestlohn in allen europäischen Ländern gleichzuziehen, gemessen am bisherigen Höchstsatz von 11,55 EUR von Luxemburg. Muss doch irgendwie gehen...

    Punkt 6.

    Hier geht es natürlich darum, Krisenherde vor Ort zu entschärfen und den Menschen vor Ort humanitäre Hilfe zu Leisten, anstatt sie verhungern zu lassen, oder die Länder dem Erdboden gleich zu machen, damit auch der letzte noch flüchten muss.

    Punkt 8.

    Hab vorhin so einen Schwachsinn gelesen, dass die Polizei zuletzt von 33-45 so "stark" oder so ähnlich sei. Ja klar...Hier greift ein weiteres gesellschaftliches Problem mit ein, nähmlich die Verrohung in der Erziehung. Wenn sich Polizisten heute anspucken lassen müssen und dann noch vom Mob bei einer Festnahme angegangen werden, dann läuft da eindeutig etwas entschieden falsch. Wer einen Polizisten anspuckt, kann gern mal auf den Boden geschmissen werden, so einfach ist das. Da kommen jetzt gleich wieder die Polizeigewalt und Amtsmißbrauch-Kleinredner zum Vorschein, aber genau die sind es, die dann auch Polizisten gern mal provozieren.

    Meine Ansichten sind sicher sehr Konservativ, dennoch nicht rechtsradikal etc. Ich bin für Migration und INTEGRATION, aber nicht in der Form wie es hier geschieht.
     
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  15. maxx

    maxx Stammspieler

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    Danke für die Antwort. Die meisten Sachen drehen sich dennoch um das gleiche Grundthema, weswegen halt der Eindruck entsteht, dass Partei und Wähler hier recht kongruent monothematisch unterwegs sind. Polemisch gesagt könnte man deine Erkenntnisse der AfD wie folgt beschreiben:
    1. Es kommen zu viele andere rein.
    2. Wenn sie erst mal da sind, passen sie nicht recht rein (ansonsten wäre 1. vielleicht auch gar nicht so das Problem).
    9. + 10. Die die da sind und nicht reinpassen sollte man möglichst schnell wieder los werden.
    5. Es gibt nun mal Unterschiede zwischen verschiedenen Regionen (und deren Bewohnern), wenn jemand in eine Region mit schlechteren Voraussetzungen geboren wird hat er halt Pech gehabt. Gleichheit für alle geht nicht.
    6. Wenn man es schafft, dass keiner zu uns will, ist schon viel gewonnen.

    Punkte 4 und 7 habe ich nicht weiter erwähnt, weil du da auch nicht drauf eingegangen bist. Punkt 3 gebe ich dir als thematisch im Wesentlichen losgelöst von den anderen.. Punkt 8 könnte man wohl auch halbwegs differenziert diskutieren.

    Insgesamt lassen sich die meisten Punkte inkl. Punkt 3 (Inklusion, Verwässerung des Schulsystems) aber auf einen Grundtenor runterbrechen: Eine privilegierte Gruppe, der du - so nehme ich an - angehörst, fürchtet sich davor, etwas von ihrem Status zu verlieren durch "Einwanderung in die Sozialsysteme", kulturelle Neuerungen, Inklusion von Sonderschülern und Herabsetzung des Werts von Schulabschlüssen etc. Ich behaupte übrigens nicht, dass ich alle Punkte komplett anders als du sehe. Aber das Grundthema ist nun mal vom Gedanken her bei fast allen Punkten ähnlich.

    Zu deinem letzten Satz: Auf Wikipedia wird Rechtsextremismus kurz u.a. so definiert: "Rechtsextremismus ist eine Sammelbezeichnung für Ideologien, deren gemeinsamer Kern die Überbewertung der ethnischen Zugehörigkeit, die Infragestellung der Gleichheit aller Menschen sowie ein antipluralistisches und autoritär geprägtes Gesellschaftsverständnis ist".

    Was unter "Überbewertung der ethnischen Zugehörigkeit" zu verstehen ist ist natürlich relativ und du hast erstmal keine rassistischen Gedanken vertreten, die Gleichheit aller Menschen hast du aber explizit in Frage gestellt, ein antipluralistisches und autoritäres Gesellschaftsverständnis sehe ich ebenso. Ergo: Auch wenn du dich selbst nicht als solchen siehst, was ich durchaus glaube, bist du objektiv betrachtet zumindest nahe an einem Rechtsextremen dran. Das sollten sich die AfD-Wähler bewusst machen. Wenn ich kein Rechtsextremer sein will, wenn ich keine Rechtsextremen und Nazis nicht zumindest tolerieren will, dann sollte ich nicht die AdD wählen.
     
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  16. VvJ-Ente

    VvJ-Ente Verdammter Wohltäter

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    Kurioserweise waren gerade im Bereich Schule die Flüchtlingskinder ein Segen. Die haben endlich das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen gebracht und dafür gesorgt, dass endlich Personal aufgestockt wurde. Natürlich ist da noch lange nichts gut, wie denn auch? Qualifiziertes Lehrpersonal auszubilden dauert mindestens 6 Jahre! Aber dass man jetzt überhaupt VERSUCHT, die größten Lücken zu stopfen, ist ein Fortschritt.

    Die von dir angesprochenen Kritikpunkte Lautschrift und gesunkene Leistungsanforderung sind mir dagegen zu populistisch und nicht fundiert. Zur Lautschrift habe ich mal ein Seminar absolviert, und fast überall in der Praxis krankt es daran, dass das Modell nur zur Hälfte unterrichtet wird. Um erfolgreich mit der Lautschrift zu lernen, gehört ZWINGEND dazu, dass die Kinder regelmäßig gemeinsam mit Lesepaten lesen, und zwar zu den Themen, zu denen sie mit der Anlauttabelle schreiben. In den wenigen Schulen, in denen das tatsächlich praktiziert wird, funktioniert das Modell auch sehr gut. Die Kinder schreiben nicht nur schnell eigene Taxte, sondern sehen beim Lesen auch wie die Worte richtig geschrieben werden, und erleben, dass ihre Texte, wenn sie in die "richtige" Schreibweise "übersetzt" werden, von den Lesepaten viel schneller und flüssiger gelesen werden können. Die Schwierigkeit ist, Lesestunden durchzuführen, wenn 24 oder gar 28 Kinder in der Klasse sitzen statt maximal 20, wenn die Räumlichkeiten nicht ausreichen, und wenn die Kinder erstmal die sozialen Fähigkeiten für einen geregelten Unterrichtsbetrieb lernen müssen.

    Und damit sind wir schon bei Punkt 2: Die Anforderungen sinken nicht, weil man sich am Schwächsten orientieren SOLL, sondern weil die Lehrer zu schlecht ausgebildet sind, um binnendifferenzierten Unterricht durchführen zu können. Normalerweise sollte jedes Kind in seinem Tempo lernen können, nicht nur die schwachen, sondern auch die starken Schüler. Das setzt voraus, dass der Lehrer zunächst mal überhaupt den Lernstand erkennt (woran es mangels Ausbildung in dem Gebiet meistens schon scheitert), dann die nötigen Ressourcen hat, um verschiedene Lernziele für die Leistungsstufen auszuarbeiten (funktioniert nicht, wenn man neben seinen eigenen Stunden in der eigentlichen Vorbereitungszeit noch 10 Vertretungsstunden pro Woche geben muss, bei Kindern, die man kaum kennt), und dann braucht man wieder das Arbeitsklima in der Klasse, damit die Kinder eben nicht nur dann arbeiten, wenn der "Aufseher" hinter ihnen steht.

    Also orientiert man sich beim geforderten Leistungsniveau nicht am Schwächsten, sondern am Durchschnitt, mit der Folge, dass von 25 Kindern in einer Klasse 5 bald nicht mehr mitkommen und 5 sich zu Tode langweilen und anfangen massiv den Unterricht zu stören. Kurz nach Ostern fällt dann der Lehrkraft auf, dass noch X Themen aus dem Lehrplan abzuarbeiten sind und das Tempo wird so angezogen, dass jetzt die halbe Klasse nicht mehr hinterherkommt. Die Leistungen des Durchschnitts sinken also, ergo wird in der folgenden Klasse das Tempo wieder verringert und die Lücken werden größer. Die hochgelobten Bayern haben das Problem übrigens ganz elegant ausgelagert, in dem laut Schulgesetz die Eltern verpflichtet sind, bei der Erledigung von Hausaufgaben und Übungen zu helfen. Meine Nichte geht in Bayern zur Schule und da steigen die Hausaufgaben meistens im Lauf des Schuljahres um etwa 30 Minuten an, d.h. was im Unterricht noch nicht geschafft wurde, haben gefälligst die Eltern zu Hause in die Köpfe zu bimsen.

    Von 2011:


    Von 2013:
     
  17. liberalmente

    liberalmente Moderator

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    Also von dieser Definition würde ich wirklich nicht viel ableiten wollen. Die ist schon sehr... kurz. Zu Rechtsextremismus gehört aus meiner Sicht zwingend Gewaltbereitschaft, mindestens mal indirekte (also aktiv geduldete bei anderen). Wer seine Meinung ausschließlich argumentativ darlegt und nicht bereit ist, die körperliche Unversehrtheit anderer zu verletzen, kann natürlich ein Rassist sein, aber mMn kein Rechtsextremer.

    Und wenn du dich an der "Gleichheit" aller Menschen aufhängst begibst du dich auch schnell auf dünnes Eis. Je nach Definition dieser Gleichheit (das kann man sehr eng fassen) hast du dann mal schnell 80-90 % "Rechtsextreme" in jeder westlichen Gesellschaft. Eine Verwässerung dieses (zurecht) schwerwiegenden Begriffs ist mMn absolut nicht zielführend.
     
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  18. maxx

    maxx Stammspieler

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    8. Mai 2000
    Beiträge:
    1.742
    Ich finde die Definition ganz ok und gleichzeitig interessant, regt zum Nachdenken an. Es steht explizit drin, dass es eine Zusammenfassung verschiedener Ideologien ist, die sich im Wesentlichen auf den genannten Nenner bringen lassen. Dabei sind "Überbewertung" der ethnischen Zugehörigkeit und "Infragestellung" der Gleichheit aller Menschen weiche Begriffe, die mMn einfach relativ zum Durchschnitt der Gesellschaft zu interpretieren sind.
    Das ist ja nun mit einem UND verknüpft. Nach obiger Definition begrüßt man eine rechtsextreme Ideologie, wenn man alle genannten Bedingungen gleichzeitig erfüllt.

    Eine Verwässerung des Begriffs sehe ich nicht, eher in die andere Richtung: Im allgemeinen Sprachgebrauch scheint es nur die "Konservativen" zu geben, wobei es akzeptabel ist, "konservativ" zu sein. Alles was irgendwie den Terminus "rechts" beinhaltet scheint dagegen ein Schimpfwort zu sein. Keiner will das sein. Zwischen "rechts", "rechtsextrem", "rechtsradikal" und im Endeffekt auch "rassistisch" wird wenig unterschieden. Gerade das wäre doch sinnvoll. Rechtsextreme Ansichten zu haben bedeutet eben nicht unbedingt, auch gewaltbereit zu sein. Gewaltbereit sind nur die gewaltbereiten Rechtsextremen. Daher gibt es eben viel mehr "rechte" und "rechtsextreme" Menschen, als die meisten wahrhaben wollen. Die alle begrifflich in einen Topf zu schmeißen halte ich für gefährlich.
     
  19. John Lennon

    John Lennon Darts-Moderator & Snooker-Experte

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    Was sagen eigentlich die "Juden in der AfD" zu dem Spruch von Landtagskandidat Winhart, der in seiner Neger-Rede auch davon träumte, dass die Soros-Flotte mit den ganzen Rettungsboten (Anmerkung von mir: das heißt Mittelmeertaxis, lieber Andi) nach der Wahl im Mittelmeer versenkt würde? Oder zu seinem Post auf Facebook am 21.06?

     
  20. Ozymandias

    Ozymandias All-Star

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