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    nachdem das Sport1-Forum inzwischen seine Pforten geschlossen hat, möchten wir hier eine langjährige Tradition von dort weiterführen, die User aller Unterforen zusammenbrachte und ein großes Event darstellte - der Musik GrandPrix.

    Der Ablauf ist ähnlich wie beim allseits beliebten Eurovision Song Contest: Ihr reicht einen Titel eurer Wahl ein und dann wird unter allen Teilnehmern der Sieger gewählt. Alle Informationen zu diesem Event findet ihr im Musikforum. Den Thread zum 1. Sportforen Musik-GrandPrix findet ihr dort ganz oben.

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Das Kabinett Merkel IV: Doch schon wieder "GroKo"...

Dieses Thema im Forum "Non-Sports" wurde erstellt von Tuco, 14. März 2018.

  1. Tuco

    Tuco MVP

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    Jetzt haben wir nach einem knappen halben Jahr nach der Wahl doch noch eine neue Regierung bekommen, die hat dann sicherlich auch einen eigenen Thread verdient... ;)

    Nach 2005 und 2013 gibt es zum dritten mal in vier Legislaturperioden eine "GroKo", das sind im Grunde österreichische Verhältnisse.





    Merkel hat bei der Wahl nur neun Stimmen mehr bekommen als nötig, was bedeutet, dass mindestens 35 Abgeordnete aus Union und SPD nicht mit "Ja" gestimmt haben. Das ist schon mal ein recht holpriger Start.


    Die AfD hatte dabei natürlich auch wieder einen speziellen Auftritt:




    Das Kabinett in der Übersicht:



    Mal sehen, wer als erster gehen muss, und wie lange es bis zum ersten Wechsel dauert...
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. März 2018
    #1
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  2. boxstellung

    boxstellung Rookie

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    Und das ist ... schlecht?

    Langsam müsste man wohl auch den Begriff "Große Koalition" überdenken, die beiden Fraktionen kommen ja grad noch so über die 50%.
     
    #2
  3. Kinski

    Kinski Bankspieler

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    wenn man sieht, das die faschos mittlerweile dort mitregieren, dann kann man das durchaus schlecht finden.
     
    #3
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  4. liberalmente

    liberalmente Moderator

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    Sehr gute Idee, einen neuen Thread zu eröffnen, Tuco. :thumb:
     
    #4
  5. Tuco

    Tuco MVP

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    Wie @Kinski geschrieben hat: Das hat nicht unerheblich dazu beigetragen, dass die FPÖ mittlerweile auf Augenhöhe mit den früheren "Volksparteien" ist, da herrscht doch ziemliche Einigkeit. Und das ist ein Zustand, den ich mir für Deutschland ganz sicher nicht wünsche.


    Absolut. Es gibt ja sogar aktuelle Umfragen, wo Union und SPD zusammen keine 50% mehr erreichen. Ich schätze mal, der Begriff wird sich so lange halten, bis sie tatsächlich mal bei einer Bundestagswahl keine Mehrheit mehr bekommen. Ob und wann das passiert ist aber natürlich offen und wird nicht zuletzt von der Arbeit der neuen Regierung abhängen.

    Einfach wird es kaum: Union und SPD sind durch die AfD und die Linkspartei doch ohnehin schon einer Lage, wo es immer schwerer wird, ein "inhaltliches Profil" zu entwickeln, was sie vom Rest unterscheidet; echte Alleinstellungsmerkmale einer Partei gibt es bei sechs Fraktionen im Parlament kaum noch. Dass sie jetzt trotzdem schon wieder in einer Koalition zusammenarbeiten müssen, erschwert das noch. Außer vielleicht für die CSU, die können sich in ihrer Sonderrolle wie immer als diejenigen aufspielen, die in allererster Linie für bayerische Interessen kämpfen bzw. alles blockieren, was Bayern aus ihrer Sicht schaden könnte. So eine Möglichkeit haben bundesweit antretende Parteien natürlich nicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. März 2018
    #5
  6. Totila

    Totila One and only Sportforen-Guru

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    Ist halt die Frage, was die Alternative sein soll? Die AFD will doch gar nicht in eine Regierung (unabhängig davon dass ich und auch keine der anderen Fraktionen sie da sehen will), weil sie dann Alltagsarbeit machen müsste, beträchtliche Teile der Linkspartei auch nicht, Herr Lindner war ja auch bockig, da stellt sich wirklich die Frage, wie denn eine Regierung zusammen kommen könnte, wenn es für Union und SPD mal nicht reichen sollte? Einzige Alternative die Grünen mit ins Boot?
     
    #6
  7. John Lennon

    John Lennon Darts-Moderator & Snooker-Experte

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    Habe das auch für ein sehr schwaches Ergebnis für Merkel gehalten, aber dann habe ich das hier gesehen:

     
    #7
  8. Totila

    Totila One and only Sportforen-Guru

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    Im Übrigen wurden auch nur 692 Stimmen abgegeben, von denen 688 gültig waren, sodass bereits 345 Stimmen zur Mehrheit gereicht hätten. Wenn man von 35 Abweichlern redet hätte man vielleicht auch sagen sollen wie viele MdBs der Regierungskoalition gar nicht anwesend waren.
     
    #8
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  9. Tuco

    Tuco MVP

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    Prozentual ja, da hatte die "GroKo" aber auch jeweils noch deutlich komfortablere Mehrheiten. Zeigt auch, dass diese Koalition generell deutlich "disziplinierter" sein muss als die ersten beiden unter Merkel, einen größeren Anteil an Abweichlern kann man sich nicht mehr erlauben.
     
    #9
  10. boxstellung

    boxstellung Rookie

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    Die "Faschos" regierten vor 18 Jahren und vor 35 Jahren schonmal mit. Und in Österreich hat die GroKo Tradition, bei denen ist alles andere die Ausnahme. Von daher find ich es sehr tendenziell, daran eine Regierungsbeteiligung von Rechtsaußen festmachen zu wollen, zumal es eine globale Rezession und eine Flüchtlingskrise gab, beides historisch Stimmungsfänger für dieses Lager.

    Glaubt denn irgendwer, Minderheitenregierung oder Neuwahlen hätten der AfD irgendwie geschadet?
    Jamaika hätte sicher entspannend beigetragen, weil uns zwei Monate morbider Lust am Scheitern der Regierung(sbildung) durch die Medien erspart worden wäre, die nur den Extremisten hilft, weil sie das Bild von der unfähigen Politik nährt.

    Ansonsten kann man der Regierung Merkel IV nur alles Gute wünschen, auf dass sich jetzt dreieinhalb Jahre lang die Wogen glätten, bei AfD-Wählern Gewöhnung/Enttäuschung/Langeweile eintreten und wir 2021 einen normalen Wahlkampf mit ganz neuen Gesichtern bekommen.
    Sonst laufen wir Gefahr, dass wir beim nächsten Mal eine Vierparteienkoalition hinbekommen müssen.
     
    #10
  11. Le Freaque

    Le Freaque Moderator

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    ...oder eben eine Minderheitsregierung, die tatsächlich inhaltlich überzeugen und sich Mehrheiten suchen muss - genau wie die nicht zu überzeugenden Oppositionsparteien begründen müssen, warum sie eben einem Vorhaben nicht zustimmen, obwohl es vielleicht sogar ihrer eigenen Agenda entspricht. Viel mehr und viel dezidierter, als sie es bei einer klassischen Mehrheitsregierung müssen, wo sie sich auf dem "wir sind die Opposition, also sind wir sowieso aus Prinzip dagegen" Sofa bequem machen können. Ich hätte diese Variante schon jetzt deutlich bevorzugt, weil ich glaube, dass eine solche Minderheitsregierungskonstellation für mehr Transparenz und mehr konstruktive Diskussionen (und damit auch letztlich im besten Fall wieder für mehr Politikinteresse beim Wahlvolk) gut sein könnte. Und gerade eine Partei wie die AfD wäre zu weit mehr Konstruktivität gezwungen als jetzt.
    Wenn so ein Projekt dann nach 2 Jahren oder so scheitert und es Neuwahlen gibt, hat man auf jeden Fall deutlich mehr belegbare Unterscheidungen zwischen den Parteien als jetzt. Ich glaube, eine Minderheitsregierung hätte D gerade jetzt ganz gut getan.
     
    #11
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  12. liberalmente

    liberalmente Moderator

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    Äh, gerade weil "alles andere [als die GroKo] die Ausnahme" ist erleben wir jetzt die zweite Regierungsbeteiligung der Rechtsaußen. Deswegen wird das Beispiel Österreich zurecht mahnend angesprochen. Ich habe da auch große Bedenken.

    Vor 35 Jahren nehme ich jetzt raus, weil ich nicht weiß, wie die FPÖ damals aufgestellt war. Wenn ich es richtig im Kopf habe war die FPÖ vor Haider vergleichbar mit der FDP. Aber da darf man mich gerne korrigieren, kenne mich in der Geschichte der österreichischen Parteienlandschaft nicht aus. ;)
     
    #12
  13. Savage

    Savage Team-Kapitän

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    Die von der CSU gestellten Minister sind sowas von gruselig. Seehofer und Scheuer... das totale Grauen.
     
    #13
  14. Luel2066

    Luel2066 Stammspieler

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    Man stelle sich vor, die CDU hätte zusammen mit der FDP oder vielleicht sogar den grünen bei der AFD auf stimmenfang gehen müssen. Das da keiner bock drauf hat, vor allem auf die Perspektive sich vorhalten zu müssen, große Projekte durch die AFD durchbekommen zu haben, kann ich sogar verstehen. Das Image beim Bürger und dieser partei will und kann man sich nicht erlauben.

    Jamaika wäre das mittel der wahl gewesen. Abwechslung, kompromisssuche und eine chance gegen Politikverdrossenheit. Ich finde es echt schade, dass das gescheitert ist. Ob die FDP da jetzt berechtigt abgesprungen ist, werde ich wohl nicht beurteilen können. Trotzdem schade und wahrscheinlich gehören da immer mehrere seiten dazu...
     
    #14
  15. John Lennon

    John Lennon Darts-Moderator & Snooker-Experte

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    Bild mit ein paar überraschenden Informationen über unseren neuen Wirtschaftsminister...

     
    #15
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  16. John Lennon

    John Lennon Darts-Moderator & Snooker-Experte

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    Goldman-Sachs im Finanzministerium :rolleyes:
     
    #16
  17. John Lennon

    John Lennon Darts-Moderator & Snooker-Experte

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    Und die Pharmalobby im Gesundheitsministerium.

    Wer hat noch nicht von den unzähligen Pharmaunternehmen, die kurz vor der Insolvenz stehen, gehört?
     
    #17
  18. Buster_D

    Buster_D Buster D --> TysonsNightmare --> Buster D --> back

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    Netter Zapp-Bericht (siehe Video im verlinkten Artikel) der exemplarisch verdeutlicht, warum die SPD zunehmend abkackt (allen voran natürlich mal wieder der Weltpolitiker aus Würselen). Wenn einem die Interessen des eigenen Medienimperiums näher sind als die der eigenen Wählerschaft, muss man sich über desaströse Wahlergebnisse nicht wundern. Aber gut, die SPD ist als Partei sowieso zunehmend überflüssig. Den Job hat die nach links gerückte Merkel CDU übernommen. Die Restsozis sollten sich daher besser auf ihr Medienimperium konzentrieren;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. März 2018
    #18
  19. Tuco

    Tuco MVP

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    Diese Diskussion ist auch bemerkenswert:




    Ich muss gestehen, dass ich bisher auch gar nicht wusste, dass mit "Werbung" in dem Zusammenhang auch "Informieren" gemeint ist, also dass Ärzte auf ihren Websites etc. nicht mal schreiben dürfen, dass sie Schwangerschaftsabbrüche anbieten. Das ist ja aberwitzig. Dass dies so bleiben muss, ist tatsächlich die Position der Union? Passt natürlich zu einer "christlichen" Partei, dass irgendwelche radikalen "Pro Life"-Spinner da aber immer noch so einen großen Einfluss haben, hätte ich nicht gedacht.

    Zeigt mal wieder, was für ein Ammenmärchen es ist, dass die Union mittlerweile eine "mittige" (oder gar sozialdemokratische :rolleyes: ) Partei ist, in der es kaum noch konservative Einflüsse gibt - oder auch, dass die öffentliche Meinung in den letzten drei Jahren durch "Flüchtlingskrise", AfD & Co. derart weit nach rechts gerückt ist, dass sowas schon als "mittig" durchgeht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. März 2018
    #19
  20. liberalmente

    liberalmente Moderator

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    Wollte ich auch posten. Natürlich ist das ein sensibles Thema, mit dem man keine marktschreierische Werbung machen sollte. Aber dafür braucht man dieses Gesetz nicht, das lässt sich auch anders lösen. Dass man als Arzt nicht darauf hinweisen darf, eine Abtreibung durchzuführen, ist totaler Schwachsinn. Im Heute Journal am Freitag kam die Ärztin, die zu der Geldstrafe verurteilt wurde, zu Wort und sie hat gesagt, dass der einzige Weg für eine Frau, die per Google nach einem Arzt für eine Abtreibung sucht, eine Pro-Life Seite ist, die die Adresse der Ärzte als eine Art Pranger verwendet. Das muss man sich mal vorstellen, im Jahr 2018.

    Ich verstehe ja, dass die Union da jetzt eine Chance sieht, ein bisschen auf Konservativ zu machen, aber das ist das falsche Thema dafür.
     
    #20

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