1. Liebe Sportforen.de-User,

    nachdem das Sport1-Forum inzwischen seine Pforten geschlossen hat, möchten wir hier eine langjährige Tradition von dort weiterführen, die User aller Unterforen zusammenbrachte und ein großes Event darstellte - der Musik GrandPrix.

    Der Ablauf ist ähnlich wie beim allseits beliebten Eurovision Song Contest: Ihr reicht einen Titel eurer Wahl ein und dann wird unter allen Teilnehmern der Sieger gewählt. Alle Informationen zu diesem Event findet ihr im Musikforum. Den Thread zum 1. Sportforen Musik-GrandPrix findet ihr dort ganz oben.

    Bei Fragen schaut im Thread nach oder wendet euch an den "Veranstalter" JimmyDream.

    Viele Grüße und viel Spaß bei der Teilnahme!
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Der SPD-/Sozialdemokratie-Thread

Dieses Thema im Forum "Non-Sports" wurde erstellt von Spielberg1, 19. November 2003.

  1. John Lennon

    John Lennon Darts-Moderator & Snooker-Experte

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    Neulich in der SPD-Zentrale:

    '"Hey Leute, wie zeigen wir den Menschen, dass wir die Erneuerung jetzt endlich vorantreiben?"
    "Lasst uns doch den Olaf und den Hubertus zu Ministern machen."
    "Oh ja, aber der Olaf sollte auch Vizekanzler werden."

    [​IMG]
     
  2. Tuco

    Tuco MVP

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    Heil ist irgendwie der Hermann Gröhe der SPD, was seine Unauffälligkeit und das "durchschnittlich wirken" angeht. Bei dem war ich fast schon überrascht, als ich hörte "ach ja, der war ja ziemlich lange Gesundheitsminister", so wenig hat man von dem meistens mitbekommen (wenn man nicht gerade in dem Bereich arbeitet oder sich dafür interessiert, dann wird das natürlich anders sein).

    Wenn man bedenkt, dass das Ressort für die SPD natürlich ein sehr wichtiges ist, wirkt es schon wie eine unglückliche Wahl.
     
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  3. John Lennon

    John Lennon Darts-Moderator & Snooker-Experte

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  4. Tuco

    Tuco MVP

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    Der Smiley passt: Jetzt gibt's gerade ein Interview mit Giffey in den Tagesthemen... :clown:

    Die Kritik von Sahra Wagenknecht ist aber berechtigt: Wenn man bedenkt, dass die SPD sehr viel Aufhebens darum gemacht hat, dass man auf jeden Fall drei Frauen und drei Männer benennt, ist es schon recht auffällig, dass die Männer insgesamt die deutlich "wichtigeren" Ressorts bekommen haben...
     
  5. Buster_D

    Buster_D Buster D --> TysonsNightmare --> Buster D --> back

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    Na ja, die SPD scheint was das angeht aber auch einfach ein Personalproblem zu haben, wenn man sieht wer da jetzt alles befördert bzw. ausgegraben wurde. Giffey war doch bereits als Buschkowsky Nachfolgerin überfordert und jetzt soll sie gleich ein Bundesministerium leiteno_O Aber gut, 1-2 Talkshowauftritte reichen mittlerweile offenbar als Empfehlungsschreiben. Man kann nur hoffen, dass der Beamtenapparat das einigermaßen auffängt. Gleiches gilt übrigens für Karliczek. Das wird noch ein schöner Spaß, wenn man diese neue selbst auferlegte 50:50 Quote (+Frau als Parteichefin und Kanzlerin) weiter auf die Spitze treibt, aber nur knapp 25-30% der Parteimitglieder (und damit des Personalpools) Frauen sind.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. März 2018
  6. John Lennon

    John Lennon Darts-Moderator & Snooker-Experte

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    Montag erscheint das Buch "Die Schulz-Story" von Markus Feldenkirchen. Vorab sind schon ein paar Zitate von Schulz öffentlich geworden. Auch wenn er zugibt, "dumme Fehler gemacht zu haben", klingt das teilweise auch nach viel mimimi.

     
  7. Buster_D

    Buster_D Buster D --> TysonsNightmare --> Buster D --> back

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    Ein lesenswerter Bericht aus einer einstigen Kernkammer der Sozialdemokratie, der exemplarisch verdeutlicht, dass gerade die Spitzengenossen große Teile ihrer einstigen Stammwählerschaft - vor allem ihre Sorgen und Nöte - mittlerweile einfach nicht mehr verstehen. Wahrscheinlich die logische Folge, wenn man sich vor allem um Minderheitenthemen und ideologisch gefärbte Vorzeigeprojekte kümmert und nicht mehr um die Probleme der einstigen Stammwählerschaft.
     
  8. John Lennon

    John Lennon Darts-Moderator & Snooker-Experte

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    Wann soll dieses "hier in Altenessen kam die SPD immer auf 60 Prozent" gewesen sein? Unter Brandt? Nach der Agenda 2010 jedenfalls sicherlich nicht.

    Hab mich auf der Homepage der Stadt durch mehrere Wahlergebnisse geklickt (Bundestags-, Landtags- und Europawahlen ab 2005) und das beste Ergebnis, das die SPD in den Stadtteilen Altenessen Nord bzw. Süd für sich verbuchen konnte, waren 55% bei der Bundestagswahl 2005. 2013 waren es dann nur noch 45%.

    Der Trend einer Marginalisierung der SPD hat somit deutlich vor der Flüchtlingskrise begonnen und hat - auch wenn viele Genossen in den Führungspositonen das immernoch nicht wahrhaben wollen - ihren Ursprung in den Hartz-Gesetzen, der Flexibilisierungsorgie unter Schröder und der Privatisierung des "Lebensrisikos" Alter. Dass der Autor und der zitierte Sozi darüber kein Wort verlieren (oder hab ich das überlesen) und einzig das Thema "Migranten/Flüchtlinge" für den Niedergang der 60-Prozent-Partei SPD verantwortlich macht, ist tendenziös und nicht zutreffend.

    Es grenzt an ein Wunder, dass diese Partei in Stadtteilen, in denen ein Drittel oder mehr der Bevölkerung täglich mit den Errungenschaften der schröderschen Politik lebt, überhaupt noch über 5% kommt.

    Oh boy...
     
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  9. VvJ-Ente

    VvJ-Ente Verdammter Wohltäter

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  10. big D

    big D MVP

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    Die Migration ist sicher nicht die ursache des niedergangs, aber eine Migration die schneller verläuft als es die Gesellschaft integrieren kann hilft sicher nicht.

    Da wäre es schon sinnvoll auf die bremse zu treten. Eine gut integrierte diverse Gesellschaft ist ja nichts schlechtes und existiert auch mancherorts, aber es gibt eben auch die paralllelgesellschaften. Da wäre es dann sinnvoll auf die bremse zu treten.

    Da müsste dann auch die Politik dafür sorgen das sich die Reichen Gegenden nicht vor ihrer Verantwortung drücken und alles den armen Bezirken aufhalsen.
     
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  11. Buster_D

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    Spielt es überhaupt eine Rolle, ob es mal 60%, 65% oder 55% waren? Es dürfte außer Zweifel stehen, dass das Ruhrgebiet und gerade der Essener Norden mal absolute Hochburgen der Sozialdemokratie waren. Der Bundestagswahlkreis im Essener Norden war glaube ich lange Zeit unter den Top 3 SPD-Wahlkreisen bundesweit, mit zum Teil weit über 60% der Erststimmen für den SPD-Kandidaten (zuletzt 2002). Darauf hat sich Endruschat vermutlich bezogen, aber das weiß man halt nur, wenn man wie Endruschat halbwegs Ahnung von der Region hat. Von daher sollte man ihm zumindest etwas Glauben schenken und nicht gleich neunmalklug alles besserwisserisch anzweifeln.

    Bei der letzten Wahl bei der Schröder noch der Spitzenkandidat war, hat der SPD-Kandidat im Wahlkreis Essen II immerhin noch 58,4% geholt. Selbst 2009 und 2013 lag man noch deutlich über 45% und bei den Zweitstimmen um die 40%. Es ging zwar stetig bergab, aber ein regelrechter Einbruch erfolgte erst bei der letzten Bundestagswahl, als ein ehemaliger SPD-Kommunalpolitiker für die AfD dort antrat. Man braucht sich nichts vormachen oder sich die Dinge zurecht biegen. Gerade im Ruhrgebiet geht der Erfolg der AfD direkt auf Kosten der SPD, weil die den Bezug zu großen Teilen ihrer einstigen Stammwählerschaft verloren hat und gerade in diesen Wahlkreisen die Auswirkungen der Flüchtlingskrise besonders offensichtlich sind.

    Sich ausgerechnet ein Zitat einer vermutlich nicht promovierten Kneipenwirtin heraus zu picken (und auch noch zu verschleiern, dass es sich um ein Zitat handelt und von wem), ist aber irgendwie bezeichnend für dich und deine Mitstreiter hier. Diese Teile des Artikels sind eigentlich viel interessanter, aber dann müsste man sich ja tatsächlich ernsthaft mit dem Artikel und Endruschat befassen :rolleyes:

     
    Zuletzt bearbeitet: 6. April 2018
  12. John Lennon

    John Lennon Darts-Moderator & Snooker-Experte

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    35 Jahre Ruhrgebiet, aber ich hab keine Ahnung. :laugh:

    Und natürlich ist es für die Beurteilung von Interesse, wann man diese ominösen 60%, die von Endruschat als ewiger Fakt in den Raum geworfen wurden, konstant erreichen konnte und wann es abwärts ging. Das war jedenfalls nicht erst 2017 der Fall, sondern beginnt deutlich vorher und in einer Dramatik, die den Absturz bei der letzten Wahl nochmal deutlich in den Schatten stellt. Davon erfährt der geneigte Leser aber mal so überhaupt nichts und stattdessen wird suggeriert, dass erst mit den Flüchtlingen die 60%-Marke gefallen ist.

    Nette Nummer, aber dürfte wirklich jedem klar gewesen sein, dass das ein Zitat aus dem Artikel ist. Oder glaubte jemand, dass das meine Worte waren? :rolleyes:

    Darüberhinaus erwarte ich auch von nicht promovierten Personen, dass sie keine rassistische Rassisten******e, die auf Hörensagen basiert, von sich geben. Ich weiß, das ist ein verdammt hoher Anspruch an meine Mitmenschen - insbesondere für Menschen ohne Doktortitel, Diplom oder zumindest 1er Abitur fast nicht zu erfüllen.
     
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  13. theGegen

    theGegen Linksverteidiger

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    Mir ist zwar unklar, welche Mitstreiter Du meinst, aber aus dem von Dir verlinkten famosen Artikel (den ich mir "zwecks Information" sogar durchgelesen habe) ist mir tatsächlich nur diese Expertise im Gedächtnis geblieben und deswegen hatte ich diese Hochrechnung möglicherweise als wissenschaftlichen Beleg für inflationären Nachzug überinterpretiert.

    Diese Entwicklung hat ide SPD und ihre Anhängerschaft verschlafen, weil sie viel zu sehr damit beschäftigt waren, um entweder richtig viel Geld oder wenigstens ein Schnäppchen zu machen.
     
  14. John Lennon

    John Lennon Darts-Moderator & Snooker-Experte

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    Nachdem ich 2 Minuten der Rede von Simone Lange gehört habe, weiß ich, dass sie die richtige Wahl für den Parteivorsitz wäre.
     
  15. Ozymandias

    Ozymandias All-Star

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  16. Totila

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    Wieso das? 1946 lag die SPD in Bayern bei über 28% und in der Weimarer Republik war sie bei den Landtagswahlen auch immer besser! Am schlechtesten war sie da 1932 mit 15,5%, da hatten BVP und NSDAP beide über 32%. Unter 15% lag die SPD in Bayern nur bei den ersten beiden Wahlen, bei denen sie im Königreich Bayern antrat, 1887 mit 2,1% und 1893 mit 3,7%. Sollten sich die gegenwärtigen Umfragen also exakt so im Wahlergebnis niederschlagen würde die SPD das schlechteste Wahlergebnis seit 1893 einfahren!

    www.wahlen-in-deutschland.de/klBayern.htm
     
  17. John Lennon

    John Lennon Darts-Moderator & Snooker-Experte

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    Bin damit so gut wie durch und kann es jedem, der sich für Politik interessiert, absolut empfehlen.

    Der Wahlkampf von Schulz zeigt eindrucksvoll, woran Politik heute krankt - Berateritis und die Fixierung auf Umfragewerte. Bei manchen Dingen kann man kaum glauben, dass sie wirklich so abgelaufen sind, z.B. musste Schulz auf Geheiß seiner Berater eine Stunde ins Tonstudio, um das Wort "manche" neu aufzunehmen. Beim ursprünglichen Wahlwerbespot käme der niederrheinische Zungenschlag zu sehr durch und es klinge wie "mansche." Problem: der Wahlwerbespot wurde morgens aufgenommen, die nachträglichen Tonaufnahmen am Nachmittag und im Laufe des Tages wird die Stimme dunkler. Die Stimmlage des neuen "manche" passte also nicht zum Rest des Satzes und es musste gebastelt werden. :crazy:
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Mai 2018
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  18. liberalmente

    liberalmente Moderator

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    Das hatte ich schon in einem Vorab Artikel gelesen und Feldenkirchen hat es auch bei Böhmermann nochmal ausführlich geschildert. Das ist schon krass. Man fragt sich auch, warum Schulz da nicht mal auf den Tisch gehauen hat. Bei allem Respekt, er ist der Chef. Die Berater arbeiten für ihn. Klar waren sie dann schon vor Ort usw., aber das wäre mir unendlich auf den Sack gegangen. Zumal er es ja auch, zurecht, nicht nachvollziehen konnte, warum das jetzt so wichtig sein soll.
     
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  19. Buster_D

    Buster_D Buster D --> TysonsNightmare --> Buster D --> back

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    Wir haben halt insgesamt seit Jahren eher schwache Politikergenerationen. Oder glaubt einer ernsthaft Politiker wie Wehner, Kohl, Strauß oder Schmidt hätten dieses Affentheater mitgemacht? In diesem Punkt ragt dann ja wirklich fast schon eine Merkel heraus, die es allerdings ganz offensichtlich in wichtigeren Fragen versäumt, sich vernünftig beraten zu lassen.
     
  20. Le Freaque

    Le Freaque Moderator

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    Das ist aber auch kein Wunder finde ich. Zum Einen liegt das einfach an den völlig unterschiedlichen Biographien: die vorgenannten gehörten alle zur Kriegsgeneration, hatten also komplett andere Lebenserfahrungen, die Menschen natürlich extrem prägen. Das ist ja nicht nur in der Politik so, auch die Wirtschaftsmanager, zum großen Teil auch die Künstler aus der Generation (und der ersten Nachkriegsgeneration) gelten ja zum guten Teil als viel stärkere Persönlichkeiten, als diejenigen, die jetzt am Werke sind - und das oft zu recht. Das ist in meinen Augen auch ganz natürlich. Dazu kommt, dass früher längst keine so große Wettbewerbssituation herrschte (in allen genannten Bereichen), es gab einfach viel weniger Konkurrenz und man lief nicht in Gefahr, ruckzuck vor den Trümmern einer Karriere zu stehen - zumal Politiker früher auch kein Lehrberuf war, heute ist das ja dank der parteiinternen Kaderschmieden, Stipendien und Stiftungen de facto ja der Fall (bei allen Parteien). Die heutigen Politiker sind auch nicht weniger Abbild von Gesellschaft und Zeitgeist als früher, glaube ich.
     
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