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    nachdem das Sport1-Forum inzwischen seine Pforten geschlossen hat, möchten wir hier eine langjährige Tradition von dort weiterführen, die User aller Unterforen zusammenbrachte und ein großes Event darstellte - der Musik GrandPrix.

    Der Ablauf ist ähnlich wie beim allseits beliebten Eurovision Song Contest: Ihr reicht einen Titel eurer Wahl ein und dann wird unter allen Teilnehmern der Sieger gewählt. Alle Informationen zu diesem Event findet ihr im Musikforum. Den Thread zum 1. Sportforen Musik-GrandPrix findet ihr dort ganz oben.

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Jugendgewalt - Französische Verhältnisse in Deutschland?

Dieses Thema im Forum "Non-Sports" wurde erstellt von KGZ49, 8. Dezember 2003.

  1. KGZ49

    KGZ49 Hall of Fame Mitglied #1

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    Studie: Jugendgewalt .......

    Studie: Jugendgewalt gilt viel zu häufig als Rechtsextremismus
    Höchstens sechs Prozent der Jugendlichen denken nach einer Untersuchung der Freien Universität Berlin umfassend rechtsradikal - Bedrohliche Gewaltbereitschaft aber weit verbreitet
    von Sven Felix Kellerhoff

    Berlin - Die Bundesregierung setzt viel Geld ein, um den Rechtsextremismus in Deutschland zu erforschen und ihn zu bekämpfen. Mehr als 200 Millionen Euro haben diese Projekte gegen Rechtsextremismus seit Mitte 2000 gekostet. Das Ergebnis ist allerdings frustrierend: Gängige Studien ergeben keine Eindämmung des rechtsextremen "Gedankenguts". Eher das Gegenteil ist der Fall.

    Eine neue Untersuchung der Freien Universität Berlin im Auftrag der Landeszentralen für politische Bildung in Bayern und Thüringen stellt jetzt die gesamte Forschung über rechtsradikale Jugendliche in Frage. Sie liegt der WELT vor und erscheint Ende der Woche ("Rechtsextremismus und Jugendgewalt in Deutschland. Ein Ost-West-Vergleich". Schöningh Verlag).

    Der Politologe Klaus Schroeder und seine Mitarbeiter kommen zu dem Schluss: "Es gibt wesentlich weniger Jugendliche mit einem verfestigten rechtsextremistischen Weltbild als öffentlich angenommen und in den meisten Studien ermittelt wird." Nicht 15 bis 25 Prozent der Jugendlichen haben danach rechtsextreme Überzeugungen, sondern nur zwei Prozent. Weitere etwa vier Prozent stehen demnach dem Rechtsextremismus nahe.

    Die sehr viel höheren Ergebnisse früherer Studien kommen laut Sozialwissenschaftler Schroeder, der hauptberuflich Leiter des "Forschungsverbunds SED-Staat" ist durch suggestive Fragen und voreingenommene Auswertung zu Stande. Die Rechtsextremismusforschung ist seiner Ansicht nach "zeitgeistbedingt politisch und ideologisch aufgeladen". Mit anderen Worten: Ihre Ergebnisse sind unbrauchbar. Das ist starker Tobak.

    Seit den Brandanschlägen auf Asylbewerberheime in den neunziger Jahren gilt Fremdenfeindlichkeit als zentrales Kriterium für Rechtsextremismus. Das greift aber zu kurz: Zwar lehnen fast alle rechtsextremen Jugendlichen das Zusammenleben mit Ausländern ab - aber der Umkehrschluss ("Fremdenfeindlichkeit gleich rechtsextrem") gilt laut Schroeder eben nicht.

    Schroeder kritisiert aber nicht nur andere Studien. Sein Berliner Team machte auch eine eigene Umfrage in vier deutschen Kleinstädten: In Neuruppin (Brandenburg), dem niedersächsischen Einbeck, Deggendorf in Ostbayern und Arnstadt am Fuße des Thüringer Waldes wurden insgesamt rund 900 Schüler zwischen 16 und 18 Jahren interviewt. Die vier Orte wählten die Forscher aus, weil sie als durchschnittlich gelten können - sie sind nicht als Hochburgen der rechtsextremen Szene bekannt.

    Die "nicht repräsentative, aber typische" Umfrage fördert bemerkenswerte Ergebnisse zu Tage. Erstens ist nicht Rechtsextremismus das entscheidende Problem, sondern das so genannte nichtzivile Verhalten vieler Jugendlicher: Zwischen 27 und 40 Prozent der Befragten befürworten Gewalt zur Durchsetzung ihrer Interessen, akzeptieren Recht und Ordnung wenn überhaupt nur wegen drohender Sanktionen und ignorieren die Rechte anderer Menschen vorsätzlich. Solches Verhalten gibt es sowohl am rechten Rand des politischen Spektrums wie auch bei völlig apolitischen Schülern, stellt Schroeder fest: "Die Faszination von Gewalt verschafft vielen dieser Jugendlichen - wie im übrigen auch vielen linksextremistischen Autonomen - einen gewissen ,Kick'."

    Zweitens besteht der wesentliche Unterschied nicht zwischen Ost und West, sondern zwischen Nord- und Süddeutschland. In Einbeck und vor allem Neuruppin ist das Problem weitaus größer als in Arnstadt und Deggendorf: Knapp zwei Drittel aller nichtzivilen Jugendlichen und sogar mehr als drei Viertel der Rechtsextremisten stammten aus den zwei norddeutschen Städten. Einen bedenklichen Unterschied im Ost-West-Vergleich zeigen die Zahlen trotzdem: "Antiparlamentarismus", also die fundamentale Kritik am Regierungs- und Parteiensystem, und die unangemessene Neutralität gegenüber Rechtsextremisten sind in Neuruppin und Arnstadt stärker als im Westen. Weniger überraschend ist schließlich: Je niedriger das Bildungsniveau der Schüler, desto größer die Anfälligkeit für demokratiefeindliches Verhalten. Berufsschüler sind eher ansprechbar für primitive Vorurteile als Gymnasiasten.
    Schroeders Studie verharmlost den organisierten Rechtsextremismus nicht, auch wenn seine kontroversen Ergebnisse diesen Vorwurf mit Sicherheit auslösen werden. Er warnt vielmehr davor, das Problem weiterhin undifferenziert anzugehen: "In der Bekämpfung von Rechtsextremismus und Jugendgewalt sollten ebenso wie bei der Analyse zwei Ebenen unterschieden werden: Die der Ideologie, der politisch entgegengewirkt werden muss, und die der Gewalt, die als Ausdruck nichtzivilen Verhaltens bewertet und bekämpft werden muss."
    Laut Schroeder laufen wegen der falschen Annahmen über Rechtsextremismus viele teure Projekte, die zum Beispiel Wissen über die Verbrechen des Nationalsozialismus vermitteln sollen, ins Leere. Denn nicht die rechtsextreme Ideologie und ihre Verbreitung seien entscheidend, sondern die (nicht nur) in diesem Milieu sich weiter ausbreitende Gewaltbereitschaft und die zunehmende Ausländerfeindlichkeit.

    Als Maßnahmen gegen die wachsende Fremdenfeindlichkeit schlagen die Sozialwissenschaftler der Freien Universität Berlin eine forcierte Integration der in Deutschland lebenden Ausländer vor. Gemeinsame Werte und Identifikation seien aussichtsreicher als die bisherigen Programme gegen den politischen Rechtsextremismus. Nur so könne in Zukunft "rechtsextremistischen Rattenfängern und unbedachten Ausländerfeinden" das "demagogische Argumentationsfeld begrenzt" werden.

    :licht:
     
    #1
  2. KGZ49

    KGZ49 Hall of Fame Mitglied #1

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    Umstrittene Studie zur Fremdenfeindlichkeit
    In seiner Studie attackiert Klaus Schroeder das Ergebnis seines Bielefelder Kollegen Wilhelm Heitmeyer. Der war in einer repräsentativen Umfrage zu erschütternden Zahlen gekommen: 35 Prozent der Deutschen seien fremdenfeindlich gesinnt und 30 Prozent sexistisch (Wilhelm Heitmeyer: Deutsche Zustände, Folge 1. Suhrkamp Verlag).

    Ein genauerer Blick fördert jedoch Bemerkenswertes zu Tage. So wurden jene 22 Prozent der Befragten der Kategorie "Rassismus" zugerechnet, die folgendem Satz zustimmten: "Aussiedler sollten besser gestellt werden als Ausländer, da sie deutscher Abstammung sind." Allerdings ist das nicht "rassistisch", sondern geltendes deutsches Recht laut Grundgesetz.

    Dem Satz, es lebten zu viele Ausländer in Deutschland, stimmten in Heitmeyers Befragung mehr als 55 Prozent der Befragten zu - die damit als "fremdenfeindlich" eingestuft wurden. Schroeder weist das zurück: "Angesichts von Integrationsproblemen kann man dieser Meinung sein, ohne eine fremdenfeindliche Einstellung aufzuweisen."
    Wie vielen ähnlichen Studien liegt auch Heitmeyers Befragung ein Gesellschaftsbild zu Grunde, das in sich berechtigt, vielleicht sogar wünschenswert ist. Abweichungen davon allerdings gelten bereits als rechtspopulistisch. sfk


    Dem Satz, es lebten zu viele Ausländer in Deutschland, stimmten in Heitmeyers Befragung mehr als 55 Prozent der Befragten zu - die damit als "fremdenfeindlich" eingestuft wurden. Schroeder weist das zurück: "Angesichts von Integrationsproblemen kann man dieser Meinung sein, ohne eine fremdenfeindliche Einstellung aufzuweisen."
    Da bin ich ja erleichert das ich mit meinem HALBWISSEN garnicht so sehr daneben liege ,was diskussionen zu diesen und ähnlichen Themen angeht ;)
     
    #2
  3. Markus Wagner

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    Muss dem ganzen nur zustimmen und deckt sich auch etwa mit meinen Beobachtungen.
     
    #3
  4. KGZ49

    KGZ49 Hall of Fame Mitglied #1

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    http://www.zeit.de/2004/05/Kriminell

    In den Statistiken steigt vor allem die Jugendkriminalität an. Das erregt den Volkszorn und lässt sich politisch gut ausschlachten. Wirtschaftskriminelle dagegen dürfen auf Verständnis hoffen

    Wie man in Deutschland kriminell wird? Ganz einfach! Indem man sich betrunken ans Steuer setzt. Seinen Müll in die Natur kippt. Einen anderen „Arschloch“ nennt. Ohne Fahrkarte U-Bahn fährt. Beamte beschenkt und dafür Vorteile erhält. Mit 180 Stundenkilometern durch die Innenstadt rast. Sich als Putzfrau schwarz etwas dazuverdient. Einer fremden Frau an den Busen fasst. Mit unbezahlter Ware unterm Arm das Kaufhaus verlässt. Handgreiflich wird. Ein Sümmchen bei der Einkommensteuererklärung verschweigt und so weiter… Wir alle kennen bestimmt jemanden, der solche Delikte begangen hat. Oder bleibt der Blick schon im Spiegel hängen?

    Kriminalität im strafrechtlichen Sinne ist die Summe aller mit Strafe bedrohten Handlungen. Zum Kriminellwerden gehört aber vor allem eines: das Erwischtwerden. Wer nicht ertappt wird, und das sind die allermeisten Delinquenten – zum Beispiel 90 Prozent der Ladendiebe, aber auch eine ganze Reihe Mörder – wird nicht bestraft und kann sein Leben als braver Bürger weiterführen. Aber auch, wer erwischt wird, muss nicht gleich hinter Gitter, nur zwei bis drei Prozent aller polizeilichen Tatverdächtigen landen im Gefängnis.

    Wer in Deutschland als Verdächtiger tatsächlich in die Polizeistatistik eingeht, ist vor allem eines: männlich. Schwindler und korrupte Bürgermeister, Eierdiebe und Mafiabosse – Frauen spielen in der Kriminalstatistik eine Nebenrolle, ihr Anteil liegt um die 20 Prozent. Warum das so ist, darüber streiten sich die Gelehrten. Die einen meinen, es sei angeboren, die anderen meinen, es sei anerzogen – wahrscheinlich handelt es sich um eine Mixtur aus genetischen, hormonellen, erziehungsbedingten und gesellschaftlichen Faktoren. Genau weiß es niemand.

    Bei den Jugendlichen ist das Geschlechterphänomen besonders frappant. 95 Prozent aller männlichen Jugendlichen werden mindestens einmal kriminell, sagt die Dunkelfeldforschung. Die wenigsten werden allerdings erwischt, und das ist gut so. Denn Jugendkriminalität ist fast immer eine „Krankheit“, die sich selber heilt. Die Mahnung „Wehret den Anfängen!“ ist deshalb übertrieben, denn nur wenige Täter gehen über den Anfang hinaus. Die Verstöße Jugendlicher sind in der Regel Bagatelldelikte. Schwarzfahren, Beleidigungen, Raufereien, Haschischkaufen, Klauen, Sachbeschädigung, kleine Einbrüche – das sind massenhafte, ubiquitäre und vorübergehende Erscheinungen, die immer noch der normalen Persönlichkeitsentwicklung eines jungen Mannes zugerechnet werden. In diesem Punkt sind sich Strafrechtsgelehrte und Kriminologen einig. Auch Mehrfach- und Vielfachtätern ist der Weg vom jugendlichen Nichtsnutz zum professionellen Panzerknacker nicht schicksalhaft vorbestimmt. Die meisten finden auf den Pfad der Tugend zurück (oder setzen ihre Untaten außerhalb des Lichtkegels amtlicher Kriminalstatistiken fort).


    Kriminalität wächst durch Aufmerkamkeit

    Dass die Jugendkriminalität in den Kurven des Bundeskriminalamtes trotzdem hochgeschnellt ist (siehe Grafik), hat mehrere Gründe. Zum einen vervielfachte sich nach der Wiedervereinigung die Zahl der Eigentumsdelikte im Osten: Mit Konsumreizen und Werbung überschüttete Jugendliche in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern griffen munter zu. Ausgeklügelte Sicherungssysteme, Heere neu eingestellter Kaufhausdetektive und allgegenwärtige Videokameras tragen zur massenhaften Überführung jugendlicher Frevler bei. Dazu kommt die erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit, die dem Phänomen der Jugendkriminalität in den vergangenen Jahren zuteil wird und die damit einhergehende Anzeigefreudigkeit. Die (statistische) Kriminalität wächst also auch dadurch, dass man über sie liest und spricht.

    Während früher nach einer Körperverletzung oder einem Diebstahl sich der Vater des Opfers beim Vater des Täters beschwerte und der den Sohn am Ohr aus dem Kinderzimmer holte, schaltet man heute Anwälte oder Behörden ein. Die Angehörigen von Tätern und Opfern klären die Fragen von Schuld und Sühne nicht mehr unter sich. Oft türmen sich zwischen den betroffenen Familien unüberwindliche ethnische Barrieren auf, denn viele jugendliche Täter kommen aus dem Ausland, aus der Türkei oder den GUS-Staaten. Es gibt zwischen Täter- und Opferfamilien keine gemeinsame Sprache mehr und wenig gemeinsame Wertvorstellungen. Auch über die sozialen Gräben hinweg wird in Deutschland kaum noch nach Konfliktlösungen gesucht. Die Polizei – die in den Schulen stärker präsent ist – wird zum Ansprechpartner. So wächst sich das, was früher zwischen Privatleuten beredet und bereinigt wurde, zu einer Sache für die staatliche Strafverfolgung und die Kriminalstatistik aus.

    Der Gefängnispfarrer Johannes Wagner-Friedrich betreute über Jahre in Bayern einsitzende Jugendliche. In jedem Jahrzehnt, meint er, habe die Jugendkriminalität ein anderes Gesicht getragen, sodass man sagen könne, die Geschichte der Bundesrepublik spiegele sich auch in ihren Jugendstrafanstalten:

    – In den sechziger Jahren drehten sich die Missetaten der jungen Burschen um das Auto. Klauen, Frisieren und Verschieben von Kraftfahrzeugen seien die häufigsten Delikte gewesen.

    – In den siebziger Jahren hätten die Drogenhändler und -konsumenten den Spitzenplatz in den Anstalten erobert.

    – In der Achtzigern seien die jungen Türken auffällig geworden: Die schlecht integrierten Kinder der Einwanderer hätten anstelle ihrer angepassten Eltern gegen die Regeln von Staat und Gesellschaft aufbegehrt.

    – In den Neunzigern sei die Kriminalität vor allem aus dem Osten gekommen. Der „kalorienreiche Westen“ habe alles, was im befreiten Osteuropa „Beine hatte“, angezogen. Jugendliche, die daheim nichts hielt, machten sich auf die Reise. Er habe, sagt der Pfarrer, rumänische Jungs im Knast betreut, die sich bei Karstadt mehrere Jacken übereinander angezogen und sich dann gewundert hätten, dass es am Ausgang tutete. Naive, rührende Kinder mit runden Augen, die glücklich waren über seine pastorale Anteilnahme. „Pater, Pater!“, riefen sie. Und Wagner-Friedrich dachte: „Ihr armen Würmer.“ Aber auch junge Russen seien dagewesen mit „Hammerdelikten und Hammerstrafen“, verurteilt zu zehn Jahren Jugendstrafe wegen Massenvergewaltigungen und schrecklicher Morde. Die Rohheit und Anarchie hätten sie aus ihrer untergegangenen Welt mitgebracht, in der es keine Moral mehr gebe, in der jeder sich selbst der Nächste sei.

    Trotz alledem bleiben 92,5 Prozent der Jugendlichen und Heranwachsenden mit deutschem Pass polizeilich unauffällig. Von den 7,5 Prozent, die sich durch Straftaten hervortun, schlagen nur wenige (man spricht von 5 bis 10 Prozent der Auffälligen) tatsächlich eine kriminelle Karriere ein. Diese kleine Zahl chronischer Täter ist verantwortlich für über 50 Prozent der Jugendkriminalität und verdirbt den Ruf einer ganzen Generation.


    Das Milieu schafft die Täter

    Dem einzelnen Jugendrichter, der einen jugendlichen Straftäter vor sich stehen sieht, bleibt die schwierige Aufgabe überlassen, herauszufinden, ob er einen Berufskriminellen im Anfangsstadium oder einen jener vielen harmlosen Durchgangskandidaten vor sich hat. In diesem Alter sind sie kaum voneinander zu unterscheiden.

    Von der Einschätzung des Richters aber hängen die Folgen ab – welche erzieherische Maßnahme wird angeordnet? Vielleicht sogar Jugendstrafe ohne Bewährung? Eine falsche Entscheidung kann zur Folge haben, dass ein dissozialer Täter durch ein zu mildes Urteil in seinem verhängnisvollen Weg bestärkt oder ein pubertierender Gelegenheits-Tunichtgut durch ein zu hartes Urteil in die Kriminalität abgedrängt wird.

    Einige Merkmale erleichtern die Unterscheidung. Bedeutsam für die kriminelle Sozialisation eines Menschen sind – unbestritten – Kindheit und Familie. Es beginnt mit Alkohol und Nikotin während der Schwangerschaft und Tritten in den Mutterbauch, die das Kind schädigen. Wird der Säugling dann noch angebrüllt oder geschüttelt, haben sich schon in den ersten Lebensmonaten gewichtige Risikofaktoren angesammelt.

    Die Forensische Psychiaterin Marianne Röhl aus Hamburg, die regelmäßig Angeklagte begutachtet, findet bei jugendlichen Dauerstraftätern nicht selten psychische Krankheiten, unerkannte hirnorganische Fehlfunktionen (die das Konzentrieren und Stillsitzen unmöglich machen) oder Wahrnehmungsbehinderungen (wie Legasthenie oder Schwerhörigkeit), denen man nicht mit einer medizinisch-therapeutischen Behandlung, sondern mit Prügeln beikommen wollte. Solche Kinder haben gelernt, ihr Defizit mit allen Mitteln zu verbergen – so wird es für sie zum Generalproblem, und vieles, was in ihrem Leben schief geht, hängt damit zusammen.

    Zu diesen Benachteiligungen gesellen sich noch tausend andere. Wohnen in der Hölle der Trabantenstädte mit übereinander gestapelten Problemfamilien. Armut, Alkohol, Arbeitslosigkeit. Wechsel der Bezugspersonen durch ständig zerbrechende Beziehungen der Mutter. Gewalt in der Familie, gewalttätige Jugendliche werden häufig zu Hause Opfer oder Zeugen von Misshandlungen (siehe Grafik). Vernachlässigung. Sprachlosigkeit. Desinteresse. „In den Familien solcher Täter“, sagt Marianne Röhl, „läuft gar nichts, nur der Fernseher.“ Später stellen Gerichtsgutachter dann fest, dass ein Jugendlicher mit 40 Verbrechen auf dem Kerbholz bereits bei seiner Einschulung so gestört gewesen ist, dass die Weiche schon damals in Richtung Abseits gestellt war.

    Kommen die Kinder dann zur Schule, reiht sich auch hier Misserfolg an Misserfolg. Sie können nicht ruhig sitzen, können sich nicht konzentrieren, verstehen nichts, stören. Was tut der Lehrer? Er versucht, einen solchen Schüler loszuwerden, um Ruhe in die Klasse zu bringen. Sechsen häufen sich in seinem Zeugnis. Der Schüler bleibt sitzen. Er wird von den Schulkameraden ausgegrenzt. Er schwänzt. Was nützt es da, dass in manchen Bundesländern jetzt die Polizei Schulschwänzer publikumswirksam in den Unterricht eskortiert?

    Bestätigung und Wärme finden derart stark gefährdete Jungen in einer Clique, in der alle noch ein bisschen übler und noch ein bisschen übler dran sind als sie selber. Gemeinsam fühlt man sich jetzt mächtig, es werden „Dinger gedreht“, Autos und Automaten geknackt, selbstzerstörerische Mutproben durchgezogen wie S-Bahn-Surfen oder nächtliche Wettrennen in Schrottfahrzeugen. Zweiräder werden frisiert. Es wird ohne Führerschein gefahren. Es wird zugeschlagen. Dazu kommt Drogenkonsum, vor allem Alkoholmissbrauch.

    Als zusätzliche Ursache für die Entstehung von Kriminalität bei Halbwüchsigen hat Heribert Ostendorf, der sich an der Universität Kiel mit Jugendstrafrecht und Kriminalprävention befasst, auch Mängel der Justiz ausgemacht. So sei die Dauer von Jugendverfahren oft nicht zu verantworten: „Was bringt es einem Jungen, der mit Silvesterböllern Briefkästen in die Luft gejagt hat, wenn der Richter ihn am 30. Juni in der Verhandlung fragt: Was sollte denn das? Und weitere drei Monate später, jetzt ist es Oktober, folgt die Sanktion.“ Ostendorf schüttelt den Kopf. „Das ist Nonsens.“ Gerade bei Jugendlichen müsse die Strafe auf dem Fuß folgen, sonst wirke sie nicht.

    Aber auch ein überreagierender, unnachsichtiger Staat kann in einem jungen Menschenleben Katastrophen anrichten und selbst zum kriminogenen Faktor werden. Ostendorf ist deshalb kein Freund von Jugendgefängnissen: „Repressive Maßnahmen verschärfen die Probleme“, sagt er. Das heißt nicht, dass man jeden laufen lassen soll, aber beim Jugendstrafrecht geht es gerade nicht um Vergeltung oder um Schuldausgleich, sondern einzig und allein um die Frage: Mit welchen Mitteln kann der Staat sehr junge Straftäter von weiteren Taten abhalten? Wie kann er sie in die Gesellschaft zurückholen?

    Damit möglichst wenige Jugendliche endgültig verloren gehen, gaben die Schöpfer des deutschen Jugendstrafrechts dem Richter die Handhabe, eine Vielzahl an Maßnahmen anzuordnen, die erzieherisch wirken sollen und tatsächlich in den allermeisten Fällen auch wirken. Dazu gehört neuerdings auch der Täter-Opfer-Ausgleich: Der Täter muss sich mit dem Opfer und dem Leid, das er ihm zugefügt hat, in Gegenüberstellungen und in Gesprächen befassen. Eine solche Konfrontation ist für manchen Halbwüchsigen qualvoller als ein kurzer Freiheitsentzug, durch den er sich der Anstrengung des Nachdenkens enthoben fühlt.

    Dazu gehört Anti-Aggressionstraining: Selbstbewusstseins- und Selbstbeherrschungsübungen für diejenigen, die ihre Wut nicht im Griff haben. Psychotherapien gehören dazu und Wiedergutmachung durch unbezahlte Arbeit, deren Lohn auf das Konto des Geschädigten fließt.


    Das Volk will Vergeltung

    Solche Methoden – so wirksam sie sind – kommen beim Volk nicht gut an. Auf straffällig Gewordene reagieren die Deutschen mehr und mehr mit Vergeltungswünschen. Inzwischen ruft der Mann auf der Straße nach dem Gefängnis selbst für Kinder. Dieser Stimmungsumschwung geht auch auf das Versagen von Medien und Politik zurück. Jeder, der mit Jugendkriminalität zu tun habe, bekomme „einen politisch-medialen Verstärkerkreislauf“ zu spüren, sagt der Magdeburger Oberstaatsanwalt Klaus Breymann. Populistische Politiker und verantwortungslose Journalisten beuteten spektakuläre Einzelfälle hemmungslos zu eigenen Zwecken aus und erzeugten so ein Klima der Bedrohung. So werde der Volkszorn auf gestrauchelte Jugendliche nach Kräften gefördert. Dabei interessiere sich niemand ernsthaft für die Bekämpfung von Kriminalität, die ja letztlich eine Bekämpfung von Elend sei, sagt Breymann. Es gehe allein um die Skandalisierung jugendlicher Täter (was Schlagzeilen bringe) oder um die Selbstdarstellung als Aufräumer (was Wählerstimmen bringe).

    Jugendkriminalität eignet sich gut für Kampagnen, denn sie ist offen sichtbar. Sie findet auf Schulhöfen, Spielplätzen, in Straßen und Kaufhäusern statt. Von staatsschädigender Steuerhinterziehung in Millionenhöhe und demokratiezersetzender Korruption erfährt der Bürger allenfalls, wenn Staatsanwälte die Täter – selten genug – nach jahrelangen Ermittlungen überführen können. Und auch dann gibt es nur wenige Medienvertreter, die sich an die verwickelte Materie wagen. Dabei ist der materielle Schaden, den Wirtschaftskriminelle jährlich anrichten, um ein Vielfaches höher als der durch alle jugendlichen Diebe, Räuber und Einbrecher zusammen. Wirtschaftskriminalität macht nur 2,4 Prozent der gesamten Eigentums- und Vermögenskriminalität aus, verursacht aber 62 Prozent der Schadenssumme. 1999 waren das 13 Milliarden Mark, und damit ist nur der winzige Anteil der entdeckten Wirtschaftskriminalität und der nachgewiesenen Schäden erfasst. Schätzungen gehen von tatsächlichen Schäden in Höhe von mehreren hundert Milliarden Euro aus.


    Junge Täter bringen Auflage

    Aber solche Analysen bringen keine Auflage und keine Quote. Wenn dagegen ein 15-Jähriger einer Großmutter die Handtasche wegreißt, dann kann auch der einfältigste Reporter einen Skandal daraus stricken und sich über den Verfall der Jugend ereifern. Und der schlichteste Abgeordnete kann sich mit plumpen Parolen empfehlen. Solche Räderwerke der Unvernunft hieven die Schills dieser Republik auf Ministersessel.

    Ein gutes Beispiel für die mediale Dauerverwertung von Problemkindern ist die 16-jährige Ljiljana M. aus Hamburg. Die ist schon deshalb ein „Hingucker“, weil sie zu den wenigen weiblichen Gewalttätern gehört. Seit sie im September 2003 ohne erkennbares Motiv eine 15-Jährige krankenhausreif schlug, hängen Reporter rechter Blätter und die Kameraleute diverser Privatsender an ihren Fersen. Kaum eine Woche verging ohne Empörungsberichte über das Mädchen, das die Medien „Killer-Lilly“ tauften.

    Man stöberte in ihrer Familie, erfuhr, dass Ljiljanas Mutter Serbokroatin ist und ein Tötungsdelikt begangen hat, dass sie selbst und auch ihre Brüder bereits polizeilich aufgefallen sind. Man fand ihre Adresse heraus. Das Hamburger Abendblatt schreibt angewidert: „Eine vergammelte Matratze liegt vor der Wohnungstür. Daran lehnen zwei prall gefüllte Mülltüten. Von drinnen dringt lautes Gekeife ins Treppenhaus. Zu Hause bei Liliana M. in Schnelsen, nahe der Autobahn.“ Der bayerische Focus sieht sich derweil an der Schule um, die das „Null-Bock-Girly“ ohne Abschluss verlassen hat: „Das letzte Zeugnis von Ljiljana M. ist ein Dokument des Versagens“, stellen die Reporter befriedigt fest.

    Ljiljana hat weder gestohlen noch geraubt. Sie wurde plötzlich gewalttätig gegen andere Mädchen. Was geht in einem solchen Kind vor? „Lilly schlägt aus Not um sich“, sagt ihre Anwältin. „Gutbürgerliche Eltern wären mit ihr längst zum Therapeuten gegangen.“ Im November 2003 findet Ljiljanas Prozess statt. Sie erhält einen Schuldspruch, eine Art Vorbewährung, die nur im Jugendrecht angewandt werden kann. Die Entscheidung über die Verhängung einer Jugendstrafe wird um ein Jahr verschoben. Sie muss ein Anti-Aggressionstrainig absolvieren, sich therapieren lassen und sich in eine Jugendeinrichtung außerhalb Hamburgs begeben.

    Als Ljiljana aus dem Saal tritt, warten schon zahlreiche Journalisten, von denen es kaum einer gut mit ihr meint. Sie muss das Gericht durch ein Spalier von Fotografen verlassen, wie ein Politiker. Da macht sie – ätsch! – das Victory-Zeichen in die Fernsehkameras, als sei sie nicht verurteilt, sondern freigesprochen worden. Die Anwältin sagt: „Die Anspannung war einfach zu groß.“


    Schelte für vernünftige Richter

    Nachvollziehbar, aber Wasser auf die Mühlen der Hardliner. Hamburgs Innensenator auf Abruf, Dirk Nockemann von der Schill-Partei, bedauert in der Presse dann auch gleich das „milde Urteil“. Es sei „frustrierend und demotivierend“ für die Polizei. Das Opfer und seine Mutter machen ihrem Strafbedürfnis in Abendblatt und Bild Luft. Obendrein erteilt man erregten Funktionären von CDU und Schill-Partei das Wort, die erwartungsgemäß vom „Schlag ins Gesicht des Opfers“ reden und konstatieren, Familien- und Jugendrichter hätten leider „die Zeichen der Zeit“ nicht erkannt.

    Die Staatsanwaltschaft legt nach Ljiljanas Auftritt Berufung gegen das Urteil ein und der Justizsenator von der CDU erklärt den Kasus Lilly zur Chefsache. Die Welt fragt, unbeeindruckt davon, dass Ljiljana erstmals vor Gericht war: „Was muss eigentlich noch passieren, damit unverbesserliche Jungkriminelle hinter Schloss und Riegel kommen?“ und regt eine Verschärfung des Jugendstrafrechts an. Obwohl der Jugendrichter Katz mit seinem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft gefolgt ist, wird er in der Presse so heftig attackiert, dass der Amtsgerichtspräsident sich vor ihn stellen muss.

    Dass gerade Stadtstaaten wie Berlin, Hamburg oder Bremen am stärksten von Jugendkriminalität betroffen sind, ist kein Zufall. Sie haben den höchsten Ausländeranteil und die meisten Sozialhilfeempfänger. In den Schlafburgen ihrer Peripherien leben nicht nur Tausende Alleinerziehende, sondern auch die Deprivierten und Perspektivlosen. „Je mehr Menschen in Deutschland sozial ins Abseits geraten, desto höher ist die Kriminalitätsrate“, sagt der Magdeburger Oberstaatsanwalt Klaus Breymann, „wir müssen deshalb mit mehr Kriminalität bei Jugendlichen rechnen.“

    Aber jeder Fachmann weiß, dass Gitter bei der Bekämpfung dieser Misere ein zweifelhaftes Hilfsmittel sind, die Zahlen des Generalbundesanwalts zeigen: Die Rückfallquote nach verbüßter Jugendstrafe ist enorm. Rund 90 Prozent der Einsitzenden werden nach ihrer Entlassung wieder straffällig. Zwei Drittel landen erneut hinter Gittern. „Knast ist Ausgrenzung, und Ausgrenzung ist schädlich“, sagt Breymann. „Im Knast lernt man nichts anderes, als im Knast zurechtzukommen.“ Aber könnte ein Freiheitsentzug nicht auch ein Schuss vor den Bug sein, der den Jugendlichen zur Besinnung bringt? „Lächerlich“, sagt Breymann. „Richter stellen sich vor, dass so was bei ihnen selbst oder bei ihren Kindern geholfen hätte. Für die, die wir abschrecken wollen, ist Freiheitsentzug nicht mehr abschreckend.“

    Probleme macht, wer Probleme hat. Vergleicht man konforme und deviante Lebenswege miteinander, wird klar: Ein erfolgreiches Leben ist geprägt von gelernter Kompetenz. Das Kind, der Jugendliche wird angenommen und gefördert von wohlmeinenden Menschen. Er lernt in kleinen Schritten, sich etwas zuzutrauen. Er ist eingesponnen in ein Netz sozialer Hilfswerke, das er gar nicht wahrnimmt, das ihm aber sukzessive zu Status und Anerkennung verhilft.

    Das deviante Leben dagegen führt von Pleite zu Pleite. Es herrschen soziale Kälte und Hilflosigkeit. Status und Anerkennung, auf die Heranwachsende so dringend angewiesen sind, bleiben ihnen versagt. Der Jugendliche erhofft sie sich schließlich von Straftaten, bei denen er dann auch noch erwischt wird. Sein Leben ist geprägt von erlernter Inkompetenz. „Auf das Maß von psychischen Ressourcen junger Leute kommt es an“, sagt Oberstaatsanwalt Breymann. „Strenge oder Milde sind deshalb keine Kategorien bei der Reaktion auf Jugendkriminalität. Vernünftig und nützlich ist allein das, was die inneren Ressourcen des Jungen vergrößert und seine Integration in die Gesellschaft verbessert. Und das ist das Gefängnis gerade nicht.“

    Trotzdem steigen die Zahlen der Inhaftierungen Jugendlicher kontinuierlich an. Jugendkriminalität ist ein öffentliches Thema, bei dem der Sachverstand mehr und mehr dem so genannten gesunden Menschenverstand weicht. Schon werden Stimmen laut, auch bei Heranwachsenden sei das Erwachsenenstrafrecht anzuwenden, um sie für viele Jahre hinter Gefängnismauern verschwinden lassen zu können. Nicht jenen Faktoren, die Kinder kriminell machen, wird der Krieg erklärt, sondern den Kindern selbst. Die Parole lautet „Einsperren“, obwohl nicht eine wissenschaftliche Untersuchung dafürspricht.

    Um den Einfluss öffentlicher Stimmungen auf die Justiz zu messen, führt der Erlanger Strafrechtsprofessor Franz Streng seit 1977 jedes Jahr Befragungen seiner Jura-Studenten durch. Er stellte fest, dass „Vergeltungsdenken“ sich bei den künftigen Richtern und Staatsanwälten mehr und mehr in den Vordergrund schiebt und dass die vorgegebenen Fallkonstruktionen mit immer härteren Strafen belegt werden. Außerdem wächst die Zahl jener Studenten stark an, denen eine lebenslange Freiheitsstrafe als „zu milde“ erscheint (siehe Grafik): Einige Studenten, die die Frage, ob lebenslänglich für manche Taten unzureichend sei, mit „Ja“ beantwortet hatten, wollten damit gegen die Praxis protestieren, nach der die meisten Verurteilten 15 Jahre später wieder auf freien Fuß kommen. Die Übrigen plädierten mit ihrem Votum offen für die Todesstrafe.

    In der Auswertung dieser Umfragen spricht Streng von einem „epochalen Wandel“ in der Strafhaltung der jüngeren Generationen: Sie sei einerseits verunsichert von den allgemeinen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Krisen, andererseits tief beunruhigt durch die Medienhysterie und das Politikergebaren, das die Öffentlichkeit in die Irre führt.

    Natürlich kommt es auch vor, dass Täter von den Medien nett behandelt werden. Boris Becker zum Beispiel, der wegen Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt ist, sitzt munter in den Talkshows und gibt den Nachdenklichen. Keiner fragt, welches Vorbild er jetzt noch für die Jugend abgeben soll und ob seine Botschaft an die Gefährdeten, die Tag und Nacht vor dem Fernseher kleben, nicht vielleicht lautet: Keep cool, dann überstehst du so was und kommst groß raus!

    Auch die Politik lässt manchmal Milde walten. Als das Landgericht Düsseldorf im September 2003 – es ging um die Millionenabfindung bei der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone – die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen mehrere Top-Manager beschloss, wollte die Parteichefin der CDU dazu etwas sagen. Sie sei von der „persönlichen Integrität“ des mitangeklagten Chefs der Deutschen Bank, Josef Ackermann, überzeugt, teilte Angela Merkel der Presse mit. Der Eröffnungsbeschluss sei „ein Schlag gegen den Wirtschaftsstandort Deutschland“. Offenbar meint die Frau, die Bundeskanzler werden will, dem Land schade nicht die mögliche Straftat, sondern deren Verfolgung.

    Selten ist diese Haltung nicht. Bei Angeklagten vergleichbarer Kategorie fragen die vereinigten Aufräumer von Politik und Presse gern, ob hier nicht eine Staatsanwaltschaft über das Ziel hinausgeschossen hat. Es klingt, als könne man von Personen, die in der Öffentlichkeit als Leistungsträger gelten und die einen hohen Status innehaben, nicht auch noch verlangen, dass sie sich an die Gesetze halten.

    Auch die Politik lässt manchmal Milde walten. Als das Landgericht Düsseldorf im September 2003 – es ging um die Millionenabfindung bei der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone – die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen mehrere Top-Manager beschloss, wollte die Parteichefin der CDU dazu etwas sagen. Sie sei von der „persönlichen Integrität“ des mitangeklagten Chefs der Deutschen Bank, Josef Ackermann, überzeugt, teilte Angela Merkel der Presse mit. Der Eröffnungsbeschluss sei „ein Schlag gegen den Wirtschaftsstandort Deutschland“. Offenbar meint die Frau, die Bundeskanzler werden will, dem Land schade nicht die mögliche Straftat, sondern deren Verfolgung.

    Dieser Absatz erklärt vieles :belehr:
     
    #4
  5. thumbs-up

    thumbs-up All-Star

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    bin sowieso gespannt wie ein Flitzebogen auf den Aufgang dieses Prozesses. allerdings habe ich wenig Hoffnung, dass man diese Soziopathen belangen kann.
     
    #5
  6. Romo

    Romo All-Star

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    gibt's das auch etwas ausführlicher?
     
    #6
  7. Spielberg1

    Spielberg1 All-Star

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    Ich denke auch nicht das man Ackermann, Esser und Co. irgendetwas anhaben kann! Der SPD-Generalsekretär Scholz hat hier mal was zu gesagt: Es ist in erster Linie eine Frage der Moral! Die juristische Anklage laute auf Untreue. "Die moralische Anklage lautet: Verhöhnung der arbeitenden Menschen in Deutschland"! Und hier muss ich Scholz voll und ganz recht geben, wer sich selbst 60.000.000 DM (diese Summe muss man sich mal durch den Kopf gehen lassen!!!) als Abfindung (vorherige Summen nicht eingerechnet) per Beschluss in die Taschen schiebt und so ganz plötzlich die Fronten wechselt ist in meinen Augen ein korrupter Krimineller ohne Moral!
     
    #7
  8. Kali

    Kali Team-Kapitän

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    Was ist los ihr Freunde der Marktwirtschaft?

    Esser hat sich 60 Millionen geholt, na und, der Markt hat es hergegeben. :laugh:

    Mannesmann hatte verloren, eine Übernahme durch Vodafone zu verhindern war durchaus möglich, Vivendi wartete nur auf eine Zusammenarbeit mit Mannesmann.
    Esser war 10 Monate im Amt, da sind doch 60 Millionen absolut okay. :laugh:

    Ihr seid doch alle nur neidisch.
     
    #8
  9. thumbs-up

    thumbs-up All-Star

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    genau! so oder so ähnlich hat sich auch Ackermann, seineszeichens Chef-Arbeitsplatzvernichter bei der Deutschen Bank, geäußert. in der Schweiz, so Ackermann, würde man für solche "großen Leistungen" nicht nur entsprechend entlohnt, sondern auch noch von allen Seiten gelobt.
     
    #9
  10. Konfuzius

    Konfuzius Banned

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    60 Mio. sind doch gar nichts!

    Der Esser sollte mal bei den Haffa-Brüdern in die Lehre gehen.

    Und mittlerweile tauchen die beiden auch wieder auf Gala-Veranstaltungen der ehrenwerten Gesellschaft auf.

    Und Friedmann sitzt im Aufsichtsrat der Wall-AG.

    So gehts!
     
    #10
  11. KGZ49

    KGZ49 Hall of Fame Mitglied #1

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    Konfuzius
    also hier keine Anti-Jüdischen Hetzereien bitte :belehr:




    ;)
     
    #11
  12. KGZ49

    KGZ49 Hall of Fame Mitglied #1

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    Jugendgewalt eskaliert
    35-Jähriger krankenhausreif geschlagen, Funkwagen mit Flaschen beworfen - Polizei schlägt Alarm
    Von Tanja Laninger und Hendrik Schultz

    Die sinkende Hemmschwelle jugendlicher Straftäter ist erneut bei zwei Verbrechen deutlich geworden. Ein 17- und ein 18-Jähriger schlugen am Mittwochabend gegen 22.50 Uhr einen 35-Jährigen krankenhausreif, um seinen Rucksack zu rauben. Sie hatten ihn in einer Grünanlage an der Paul-Junius-Straße in Lichtenberg angegriffen und seine Geldbörse verlangt. Die Täter traten noch auf den Mann ein, als dieser schon am Boden lag. Erst als drei Passantinnen hinzukamen, ergriffen der Weddinger und der Spandauer - beide sind nicht deutscher Herkunft - die Flucht. Ihr Opfer wurde mit schweren Verletzungen im Gesicht in eine Augenklinik eingeliefert. "Die Ärzte haben uns noch keine Vernehmung gestattet", sagt Thomas Drechsler, Sprecher in der Direktion 6.

    Am Anton-Saefkow-Platz konnte die Polizei noch Mittwochnacht die beiden Verdächtigen festnehmen. Zeuginnen hatten sie wieder erkannt. Die Schläger sind der Polizei bisher noch nicht aufgefallen. Bei ihrer Vernehmung machten sie widersprüchliche Angaben. "Für einen Haftbefehl reicht es wohl nicht", sagt Drechsler.

    Noch deutlich jünger als die beiden Räuber war ein Betrunkener, der am selben Abend einen Funkstreifenwagen angriff. Der 14-Jährige schleuderte zwei Bierflaschen auf den BMW, der in der Wendenschlossstraße in Köpenick abgestellt war. Die Delle ist klein, aber der Schaden mit 3500 Euro groß. "Das kommt immer mal wieder vor", sagt Drechsler, "die Polizei ist Angriffspunkt für manche, die Frust ablassen wollen".

    Auch Bedienste von U- und S-Bahn sehen sich gewaltsamen Attacken ausgesetzt. So hat am Dienstagmorgen eine Gruppe von acht bis zehn Jugendlichen die Fahrerin einer Straßenbahn bespuckt, beschimpft und geschlagen. Die 36-Jährige wurde ambulant behandelt.

    "Es prügeln immer mehr", mit diesen Worten fasst Winfried Roll vom Landeskriminalamt (LKA) die Entwicklung der Jugenddelinquenz zusammen. Unter Kindern (bis 14 Jahre) seien mehr Räuber und unter Heranwachsenden (18 bis 21 Jahre) mehr Schläger und Räuber als im Vorjahreszeitraum zu verzeichnen. "Die Gesamtkriminalität der unter 21-Jährigen geht aber zurück", sagt der Kriminaldirektor. Im ersten Quartal 2004 habe bei Jugendlichen (14 bis 18 Jahre) die Zahl der Körperverletzungen abgenommen, die der Raubtaten sei gleich geblieben. Dort, wo die Zahlen im "einstelligen Bereich" anstiegen, könne auch dahinterstecken, dass Jugendliche die Taten häufiger anzeigten. Die Präventionsarbeit der Polizei an Schulen spiele hierbei eine Rolle.

    "Die zunehmende Verrohung unter Jugendlichen ist erschreckend", sagt Klaus Eisenreich, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei. Die Dunkelziffer liege zehnmal höher, das habe das Max-Planck-Institut in Freiburg untersucht. Eisenreich gibt keine Entwarnung. "Die Gründe blieben bestehen: Perspektivlosigkeit und Problemkieze ohne Freizeitangebote


    "Für einen Haftbefehl reicht es wohl nicht", sagt Drechsler.
    Ich habe den Artikel ,wegen diesem Satz hier reingesetzt und frage mich wie so etwas möglich ist (kein Haftbefehl) :(
     
    #12
  13. Totila

    Totila One and only Sportforen-Guru

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    Sie sind halt Ersttäter, bei unsere liberalen Gesetzen müsste wohl jemand umgebracht werden, bevor ein Haftbefehl erlasen wird.
     
    #13
  14. KGZ49

    KGZ49 Hall of Fame Mitglied #1

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    Totila
    ich lese jetzt mal eine gewisse Ironie aus deinem Posting :licht:
    Aber genau das ist der Punkt, der den jungen Tätern sicher nicht hilft (als Ersttäter) ihr Unrecht einzusehen! Wenn sie nach zig Monaten zu einer Bewährungsstrafe verurteilt werden kann doch kein Unrechtsbewußtsein mehr vermittelt werden :mad:
     
    #14
  15. Marces

    Marces All-Star

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    jup, stimme euch zu. unser jugendgesetz ist schon etwas arg locker. leute ab 16 wissen was sie tun, müssen zwar auf jeden fall anders behandelt werden als erwachsene, aber was die sich erlauben können ist nicht mehr normal.
     
    #15
  16. VvJ-Ente

    VvJ-Ente Verdammter Wohltäter

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    man kann das gerne allgemeiner diskutieren, aber mit dem jugendgesetz hat das rein gar nix zu tun. einen haftbefehl gibt es in dem fall für erwachsene wie jugendliche gleichermaßen nur, bei wiederholungsgefahr, fluchtgefahr oder wenn dem opfer von den beiden gefahr drohte...
     
    #16
  17. KGZ49

    KGZ49 Hall of Fame Mitglied #1

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    ele-mabe
    das ist THEORETISCH sicher richtig ,aber in meinen Augen eben falsch.
    Zum einen ist es für mich nicht mehr nachvollziehbar wieso die Erwachsenengrenze immer noch bei 21 Jahre liegt und nicht bei 18 und das Alter der "Strafmündigkeit" bei 14 statt bei 12 :belehr:
    Was wir brauchen (aus meiner Sicht) ist die Abkehr der "Anti-Autoritären"-Erziehung (damit meine ich jetzt nicht die gleichzeitige Rückkehr
    zur ROHRSTOCK-Erziehung anfang des letzten Jahrhunderts) ,denn es kann nicht sein das man jugendliche schwerst Gewalttäter mit dem erhobenen Finger : Du ,du ,du ,entgegentritt!
    Das verstehen diese Kinder/Jugendlichen nicht und die OPFER schon garnicht!
    OPFER vor Täterschutz :belehr:

    PS. Über die möglichkeiten mit Kindern/Jugendlichen eine Resozialisierung zu erarbeiten ,können wir auch gerne diskutieren!
     
    #17
  18. timeout4u

    timeout4u Team-Kapitän

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    Die Frage ist nur: Wie kann ein Mensch einen Menschen erziehen, solange er selbst Erziehung braucht? Ein Beispiel: Es ist unbestritten, dass die Medien wie das Internet eine große Gefahr für Kinder darstellen. Schmutzige Sexbilder, gewaltverherrlichende Seiten u.s.w. Nahezu 100%iger Schutz wäre nur mit einem Verbot für alle gegeben. Doch dann ein Aufschrei der über 18jährigen. Ich kann selbst bestimmen. Das ist mein gutes Recht. Man muss halt Sicherungen einbauen. Man kann einen Teil doch nicht dafür bestrafen, wenn ein anderer Teil nicht damit umgehen kann. Tja, niemand will eben verzichten, die Medien manipulieren weiter fleißig weiter und bla bla bla. :licht:

    Erwachsene benehmen sich bei einem Fußballspiel wie Kinder, leiden und feiern mit ihrem Idol als wäre es Jesus aufm Kreuz. Das soll Kindern ein gutes Beispiel sein? Oder nehmen wir Oktoberfest, Ballermann – saufen bis zum Umfallen. Die Realität zeigt, dass ein Verbot von Alkohol eine sinnvolle Sache wäre, aber mal ehrlich: Will einer der vernünftigen Erwachsenen darauf verzichten? Findet er nicht zig Argumente, die die Sinnlosigkeit eines solchen Verbotes belegen? :D

    Nicht verzichten können, maßlos sein, alles besser wissen: Das sind einige Übel, die irgendwann aus dem Ruder laufen, wie die Bibel und die Geschichte zeigt. Und mal ehrlich: Die meisten von uns sind zu Konsequenzen nicht bereit. Nicht umsonst heißt es in der Bibel: Es werden nur wenige errettet werden oder so ähnlich. Es tut mir zwar leid, dass ich mit der Bibel argumentieren muss, aber wenn man sie richtig liest und versucht zu verstehen, nicht deuten oder auszulegen, dann ist durchaus was Wahres dran. :cool4:
     
    #18
  19. kurt-cobain

    kurt-cobain Stammspieler

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    30. April 2004
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    Ort:
    Nähe Crailsheim
    Also so nen Schrott hab ich selten gelesen :eek: Schon mal was von Spaß gehört?? Lieber mit 60 sterben und Spaß gehabt haben als mit 80 und nichts erlebt haben :idiot: Das ist die moderne Lebenseinstellung, und ich bin froh über sie.

    Zum Thema Gewalt an sich sage ich nur so viel: Die Medien sind sicher nicht Schuld :gitche:
     
    #19
  20. Dreamwarrior77

    Dreamwarrior77 Bankspieler

    Registriert seit:
    18. Januar 2004
    Beiträge:
    242
    Wer nie raucht und trinkt stirbt als gesunder mann...

    Klar will man nicht zu streng mit sich und das leben auch mal geniessen, aber objektiv gesehen sind alkohol, zigaretten, drogen halt gesundheitsschädlich.
    No risk no fun? Oder ist das ein teil unseres destruktiven verhaltens, das wir auch gegen uns selbst richten können? Hat übertriebener konsum etwas mit wirklichem spass, genuss oder so zu tun? Je unausgeglichener und beklemmter ich mich fühle, desto mehr sehne ich mich danach einfach mal abzuschalten und "spass" zu haben.
    Sind die leute die das nicht in dem maß nötig haben wie ich einfach nur biedere saubermänner oder könnte es sein, das sie einen weg zu mehr ausgeglichenheit und zufriedenheit gefunden haben?
    Andererseits kann man den leute ja nicht befehlen, zufrieden mit ihrem leben zu sein oder ihnen verbieten einfach mal abzuschalten. Paradox halt.

    Was die gewaltbereitschaft unter judendlichen betrifft, muss man wohl auch zugeben das sie eine von vielen Wellen ist, die heutzutage über uns hereinbrechen und nicht aufzuhalten sind. Berlin ist pleite, hat hohe arbetislosenzahlen, ist also wirklich keine stadt, die jugendlichen aus einfachen verhältnissen viel bieten kann. Um keine voruteile zu schüren, müssen solche zeitungsberichte natürlich immer die nichtdeutsche herkunft erwähnen, ohne genauer auf die umstände einzugehen. Aber wenn man sich die verhältnisse in pariser vororten anschaut, kann man sich schonmal darauf einstellen, wie es in zukunft bei uns aussehen wird. Für einem bestimmten immer grösser werdenden teil der jugend ist es nicht mehr ohne weiteres möglich, sie an unsere Gesellschaft zu binden. Für alle wird ja die luft dünner und der leistungsdruck grösser. Die schwächeren (z.b. jugendlich aus problematischeren verhältnissen) geben sich schneller auf, bemühen sich gar nicht erst um schule, ausbildung, usw. Man kann sagen selber schuld, jeder ist seines eigenen glückes schmied, aber junge, emotional wenig gefestigte menschen, brauchen halt vorbilder, orientierung und ein wenig schutz. Wenn die Eltern und das umfeld damit überfordert sind und die gesellschaft das nicht ausgleichen kann, ziehen sie sich halt zurück. Anstatt der verteufelten gesellschaft, die ihnen keinen respekt und platz zu geben scheint, werden halt andere vorbilder und identitäten gesucht, bis diese menschen von der "normalen" gesellschaft nicht mehr zu erreichen sind. Ob man ihrer agression gegen die gesellschaft mit härte begegnet oder ob man ihnen vieles durchgehen lässt, ändert nichts an der entwicklung. Um die gesellschaft zu schützen, bleibt also nur härte, was viele jugentliche in die kriminalität treibt. Ohne das bild vom bösen amerika an die wand malen zu wollen, muss man doch zugeben, das sie in praktischer hinsicht irgendwann mal vorbild sein werden. der ökonomisch überflüssig gewordene teil unserer gesellschaft muss irgendwie in schach gehalten werden und landet teilweise im gefängniss. Harte gesetzte, three time loosers, in den USA werden die gefängnisse immer voller und es wird versucht diese leute irgendwie profitabel zu beschäftigen. So schlimm wird es bei uns sicher nihct werden, aber die tendenz wird letztendlich in die selbe richtung gehen...
     
    #20

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