Klitschko Brüder 2008-2011 vs AJ/Wilder/Fury

Dieses Thema im Forum "Boxen Classics & Mythical Matchups" wurde erstellt von Drago, 3. Dezember 2018.

  1. Drago

    Drago All-Star

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    Was wäre gewesen, wenn der aktuelle AJ, Wilder und der 2015er Fury vor genau 10 Jahren um diese Zeit da gewesen wären?
    Das war durchaus die Prime von Wladimir, Vitali war über seine schon drüber.

    Also all diese Kämpfe im Zeitraum 2008-2011:

    Vitali vs AJ
    Vitali vs Wilder
    Vitali vs Fury

    Wladimir vs AJ
    Wladimir vs Wilder
    Wladimir vs Fury


    Ich würd Geld drauf setzen dass es da keine einseitige Klitschko-Brüder-Dominanz gegeben hätte.

    Wie reagiert Vitali wenn er eine Granate von Wilder an den Kopf kriegt?
    Wieviel wackelt das Bild wenn Vitali und Fury sich einen abzittern? :D

    Das wär alles extrem spannend gewesen...schade drum!
     
    #1
  2. avenger

    avenger Team-Kapitän

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    Vitali hätte AJ locker gepackt und ziemlich warsch. auch die anderen beiden (Persönl. Einschätzung). Bei Wladimir ist es mMn etwas anders. Gegen AJ und Fury 50/50 Ding und gegen Wilder hätte er in meinen Augen schlecht ausgesehen, einfach weil er selten Antworten auf solche ungestümen Schlägertypen hatte. Wenn Wladimir seinen Stil nicht runterboxen konnte, war er in einigen Kämpfen ziemlich hilflos, gerade wenn er in Bedrängnis geraten ist. Für Wilder wäre Wladimir kein Problem gewesen glaube ich.

    Vitali war definitiv der bessere der beiden, auch 2008. Wobei man bei Vitali auch Verletzungen ausklammern muss. Ohne die wäre er für mich der absolute Champ gewesen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Dezember 2018
    #2
  3. LeZonk

    LeZonk MVP

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    Vitali hat Granaten von Lennox Lewis genommen, da wird eine von Wilder ihn nicht anders reagieren lassen. Und er hat ebenso eine sehr gute unorthodoxe Verteidigung, schlägt aber auch gerne aus der Meidbewegung zurück und hat eine sehr hohe Workrate. Ich tippe da auf Verschleiss-KOs, nur Fury ist so unbequem dass er ihn vielleicht auch zu selten trifft um in KO-Nähe zu kommen.

    Prime Wladimir werden 50:50-Kämpfe, je nachdem ob er mal gut trifft. Der Sdunek-Klitschko mit seiner orthodoxen hohen Aktivität hätte da besser ausgesehen als die 2008er Version.
     
    #3
  4. Mopedfahrer

    Mopedfahrer Team-Kapitän

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    Vitali vs AJ
    PS Vitali

    Vitali vs Wilder
    PS Vitali

    Vitali vs Fury
    in Anbetracht des Hoffmann Kampfes scheint mit knapper PS Fury möglich


    Wladimir vs AJ
    PS Wladimir

    Wladimir vs Wilder
    KO Sieg Wilder

    Wladimir vs Fury
    PS Fury
     
    #4
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  5. Klitschko-Veteran

    Klitschko-Veteran Rookie

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    Ein ungestümter agressiver Sdunek Wladimir hätte ich gern gegen nen Wilder gesehen...

    Ich kann immer noch nicht nachvollziehen wieso Wilders Schlagkraft so unmenschlich stark sein soll

    Ein Wladimir oder ein Lenox treffen definitiv härter
     
    #5
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  6. hawk

    hawk Stammspieler

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    Aehm...
    Angesichts der Tatsache, dass Wilder weniger wiegt als Mike Tyson zu seiner besten Zeit, die Masse aber auf deutlich mehr Koerperlaenge verteilt ist,
    ist seine Schlagkraft doch sehr erstaunlich...
     
    #6
  7. Tafelspitz

    Tafelspitz Stammspieler

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    Wladimirs Hauptproblem gegen Joshua war doch einfach, dass er seinen Jab quasi gar nicht mehr hatte.
    Die Version von 2008-2011 hätte Joshua doch wahrscheinlich totgejabbt und irgendwann, wie er es dann ja 2016 (?) sogar noch geschafft hat, zu Boden geschickt.
    Der Fairnesshalber muss man natürlich sagen, dass Joshua wohl auch noch nicht am Zenit ist.

    Ähnlich sehe ich es bei Wilder. Der Klitschko zu dieser Zeit hatte ja auch noch Steward an seiner Seite. Ich glaube unter Steward hätte Wladimir auch noch in seinen letzten Kämpfen besser ausgesehen.

    Wladimir hat einfach irgendwann viele seiner Skills zum Schluss komplett eingebüßt, was unter Steward imo sich nicht so dramatisch entwickelt hätte, weil Steward da eine ganz andere Autorität gegenüber Wladimir hatte als Banks.

    Fury wäre immer ein blödes Match-Up für ihn gewesen..aber auch nicht unlösbar....

    Vitali hätte alle natürlich vorgeführt und lächerlich aussehen lassen :belehr::beten:
     
    #7
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  8. boxguru

    boxguru Bankspieler

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    Vitali hätte meiner Meinung nach alle 3 geschlagen. Ich sehe ihn gleich nach Lenox Lewis als den besten Schwergewichtler der letzten Zeit an. Er hatte eine spitzen Workrate, sehr gute unorthodoxe Defensive, guter Konter und ein Bombenkinn. Einzig sein Schlagkraft war nicht der Hit. Die alte Version nach dem omeback war langsamer und nochmals mit weniger Bums ausgestattet, trotzdem hat es damals für die Spitzer des HW noch gereicht.

    Ich bin nur leider bei Moped Fahrer dass der Kampf gegen Fury schwierig sein könnte - siehe Hoffmann. Das war ein Kampf in dem Vitali nicht überzeugt hat. Ich denke dass er Schwierigkeiten haben könnte Fury zu treffen. Umgekehrt würde ihn aber Fury weder ausknocken noch genügend untebringen um nach Punkten zu gewinnen. Dafür ist die Workrate von Klitschko einfach zu gut gewesen.

    Waldimri hätte gegen jeden gewinnen aber ebenso verlieren können.
     
    #8
  9. Harman

    Harman Former NUSBTS-Boxtippspiel Champion

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    Vitali vs AJ : 50:50, Distanz vorteil Vitali, Infight Joshua.
    Vitali vs Wilder: Vitali durch KO
    Vitali vs Fury : OMG wie hätte das ausgesehen? Ich sage Fury.. Vitalis defense lag darin sich nach hinten zu legen und meistens nach rechts. Das hätte gegen den
    noch größeren Fury nicht funktioniert. Fury´s linker Haken und sein Jab hätten Vitalis Gesicht zerbeult.

    Wladimir vs AJ : 50:50
    Wladimir vs Wilder: Wilder durch KO. Waldi wäre sehr vorsichtig gewesen und hätte schiss vor Wilders rechte gehabt. Dazu dieses abwarten von Wilder und die geringe workrate..
    wenn Wilder dann mal abfeuert und getroffen hätte wäre es vorbei gewesen
    Wladimir vs Fury: der offensive Stunek Waldi hätte gewonnen, der Steward-Octopus hätte verloren.
     
    #9
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  10. boxguru

    boxguru Bankspieler

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    @Harman Ichd enke DU überschätzt Aj. Der alte Wladimir hatte gegen den aktuellen AJ ja schon eine 50:50 Chance. Der jüngere, leistungsfähigere hätte entsprechend das Pendel auf seiner Seite gehabt - mit der stetigen Gefahr auch KO gegen zu können.

    Vitalis größe Schwäche war dann letztlich die Cut Anfälligkeit. Ich denke dass er Fury durch seinen Druck nicht hätte so gut zur Entfaltung kommen lassen und ihn letztlich gestellt hätte.

    Was man bei Vitali oft übersieht ist dass er eine SEHR GUTE Beinarbeit hatte.
     
    #10
  11. Drago

    Drago All-Star

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    Vitali hatte in seiner gesamten Karriere nur zwei Gegner, die phyisch mit ihm auf Augenhöhe waren, LL und die Eiche.

    Vitalis Maße:
    Größe: 201 cm
    Reichweite: 201 cm

    Eiche:
    Größe: 202 cm
    Reichweite: nicht angegeben, aber ist wohl auch so 201-202 cm

    LL:
    Größe: 196 cm
    Reichweite: 213 cm

    Fury:
    Größe: 203-206 cm (er ist wohl 204 oder 205)
    Reichweite: 216 cm


    SOwohl gegen Lewis als auch Hoffmann sah sein Gesicht danach nicht gut aus, gegen Timo verbeult, gegen LL total zerrissen, und weder TImo noch Lennox haben ihn 100 mal getroffen, da reichten wenige Treffer um das hervor zu rufen.

    Und Fury ist auf den Beinen nicht langsamer als Vitali. Vitali hat nen besseren Punch, besseres Kinn und schlägt präziser, sprich alle offensiven Dinge sind besser.
    Ich seh nicht dass Vitali eine noch bessere Defensive als Fury hat, würde sogar sagen umgekehrt ist der Fall, da Vitali - wie Harman das richitg sagte - sich fast immer nach hinten rechts weglehnte, was aber gg Hoffmann und Lewis nicht mehr reichte, während Fury seinen ganzen Körper zur Defensive einsetzt, der lehnt sich nicht nur nach hinten weg, manchmal nach links, rechts, hinten links, hinten rechts, oder sogar nach unten (also Kopf auf Gürtelhöhe des Gegners).

    Vitali ist kleiner, hat DEULICH kürzere Arme als Fury (201 vs 216 cm Armspannweite) und ist auf den Beinen maximal gleichauf, da wär ein Stellen und richtig Druck aufbauen kaum möglich, da Vitali nicht schneller als Fury ist. Seine typische Workrate würde er gegen Fury niemals so anbringen können, nicht mal so wie gegen LL und Timo, da Fury größer ist und ne deutlich größere Reichweite hat. Vitali hat sogar 5 cm weniger Reichweite als Wladimir.
    Zudem hat Vitali nicht den One-Punch_Shot wie sein Bruder oder Wilder, der müsste Salven anbringen um Fury runter zu schicken, und dafür ist der Zigeuner defensiv zu gut.
    Und dass Vitali von großen Leuten treffbar ist haben LL und sogar der plumpe Timo gezeigt.


    Was AJ angeht:

    Der könnte Vitali jederzeit so nen Uppercut im Infight reinziehen wie LL es tat, und solche Dinger kann Vitali zwar nehmen, aber seine Haut reißt gefährlich von auf, was jederzeit einen Abbruch durch Cuts hervor rufen kann.
    Im Infight hat Vitali nicht viel, da ist AJ besser, außen ist Vitali klar besser.


    Und sorry wenn ich jetzt wieder kurz in ne andere Sportart abweichen muss, aber da Boxen und Kickboxen beides Vollkontakt-Kampfsportarten sind, sind Vergleiche auch zulässig.
    Vitali wurde von einem nur behäbig durchgezogenen Spinning Back-Kick von Pele Reid komplett ausgeknipst und war erledigt wie Mundine bei Abraham. Er sah das Ding einfach nicht kommen.
    Nur weil er mal 3 harte Punches von LL genommen hat, davon 1 super starker und 1 mörderischer Uppercut, und nicht runter ging, heisst das nicht, dass er gleich ein Chuvalo oder McCall Kinn hat, dafür wurde es zu wenig getestet.
    Der Uppercut von Lewis in der 6. Runde war mMn härter als der behäbig geschobene Kick von Reid, wenn Du mal nen richtig durchgezogenen Spinning-Backkick sehen willst, schau den hier von Peter Graham vs Badr Hari:



    So hart durchgezogen war der Kick von Reid gg Vitali bei weitem nicht.

    Vlt ist es sogar so, dass Vitali ein besseres Kinn hat, Wladimir bessere Erholungsfähigkeiten.
    Vitali wurde von Reid ausgeknipst und kam nicht mehr hoch, Wladimir wurde von Sanders ausgeknipst aber erholte sich wieder und kam hoch.


    Aber zurück zur Sache:
    Auf einen Nenner wird man da wohl nie kommen. Eins ist auf jeden Fall klar: In Deutschland wird Vitali wegen seiner Lewis und Sanders Kämpfe überwiegend stärker gesehen, als er wirklich war. In seiner Ära waren nur keine Leute, die das darlegen konnten.
    Allein die Fights gegen Hoffmann, Lewis und teilweise Sanders (der wieder 106 kg drauf hatte satt 102 wie gg Wladi) haben gezeigt, dass er von größeren Leuten (LL, Timo) oder halt schnellen (Sanders) getroffen wird, zwar super Kinn aber schlechte Haut hat ("He has a great chin but a weak skin" ~ Lennox Lewis).
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Dezember 2018
    #11
  12. boxguru

    boxguru Bankspieler

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    @Drago : ich gebe Dir mit einigen Aussagen vollkommen recht. Vitali war gegen Hoffman zerbeult - hat den Kampf aber dennoch zweifelsfrei gewonnen ohne je gefährdet zu sein. Ebenso fakt wie der Kickbox KO ist dass er im Boxen auch nicht nur einmal angeschlagen war. Fury wärw für ihn sehr unangenehm zu boxen. Da bin ich mir sicher. Alleien Furys Größe würde ihm jedoch nicht den Kampf sichern. Ging es nur im Görenvorteile hätte ein Tyson oder Tua nichts und ein Valuev alles gewinnen müssen. Natürlich kommt dazu dass Fury auch sehr flott ist.

    Wir werden es natürlich (leider) nie in Erfahrung bringen. Eine sehr spannende Frage.

    Für mich persönlich ist Vitali ein enorm starker Mann gewesen. ich muss dazu aber natürlich auch sagen dass mir sein Stil einfach mehr gefällt als der des Box-Narr Fury - ohne dessen Talent zu bestreiten wollen.
     
    #12
  13. Klitschko-Veteran

    Klitschko-Veteran Rookie

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    Ich bin ja immer noch der Meinung das das größte Problem im Fury Kampf nicht Fury war ...

    Klitschko hat sich selbst stark limitiert, war mit den Gedanken teilweise woanders , hat kein Mittel gefunden --> hat nicht geschlagen

    Fury selbst hat bei dieser Wertung sein übriges getan ...
     
    #13
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  14. Tafelspitz

    Tafelspitz Stammspieler

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    Ich denke auch, dass man jetzt die "neuen" 3 Großen im HW noch nicht zu sehr glorifizieren und Ihnen mehr oder weniger mindestens 50/50 Chancen gegen jeden der Klitschkos einräumen, dafür haben Beide, wenn auch insbesondere man bei Wladimir zum Schluss einiges kritisieren darf, doch zu beeindruckende Karrieren hingelegt.

    Grad dieses Argument, dass Vitali mit größeren Leuten immer Probleme hatte, find ich nur teilweise richtig. Wenn ich den Kampf richtig in Erinnerung habe, hat Vitali das Jab-Duell, gegen den mit längeren Armen ausgestatteten Lewis doch klar für sich entschieden, er hat Lewis in den ersten Runden gut an den Seilen gestellt und hatte in dem Kampf eben auch oft die Ring-Generalship.

    Da traue ich ihm also auch durchaus zu, dass er Fury stellen kann, die Reichweitennachteile kompensieren kann und auch bei Fury nicht nur stumpf probiert auf den Kopf zu gehen, sondern auch zum Körper arbeitet. Das war zwar nie die großé Spezialität von beiden Klitschkos, aber Vitali ist hier doch durchaus zuzutrauen, dass er entsprechend variabel Ring agiert.

    Bei Wladimir kann man zwar immer sagen, dass AJ und Wilder ihn jederzeit umhauen könnten, aber das haben auch andere Leute geschafft ohne dass Klitschko nicht mehr aufgestanden ist. Wie schon zuvor geschrieben, würde der Wladimir aus 2008-2011 doch mühelos beide wegjabben und dann selbst auch entsprechend hart treffen.
    Der linke Haken und die Rechte Schlaghand sind doch wahrscheinlich mit das Härteste was es im HW jemals gab.
     
    #14
  15. boxguru

    boxguru Bankspieler

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    Puh, schwierige Frage ... ich fand Wladimnir Klitschko hatte schon einen verdammt guten Bums. Beim linken Haken denke ich aber z.B. auch gleich an Tommy Morrison.

    Bei Vitali ist es schade gewesen dass er früh dem Körper Tribut hat zollen müssen. Da sind viele Jahre drauf gegangen in denen er dann noch hätte gute Kämpfe machen können. Der Kampf gegen Char war leider ein sehr unwrürdiger letzter Kampf - selbst wenn man faktisch leider sagen muss dass es gegen einen späteren Weltmeister war ...

    ich bedauere auch dass wir den Sdunek Wladimir zu Ungunsten eines Steward Klitschkos verloren haben. Der Sudnek Klitschko hätte wahrscheinlich öfter verloren aber auch regelmässig schöner gewonnen.

    Ja selbst die Niederlagen gegen Brewster und Sanders sind mir lieber in Erinnerung als manch glanzlose Siege unter Stewart.

    Man muss die Klitschkos nicht mögen. Ihre Klasse sollte aber unbestritten sein. Gerade Vitali war ein echter Kämpfer. Man kann ich dafür auch kritisieren - wie z.B sein Verhalten nach dem Solis TKO - und ihn als Assi bezeichnen, aber er wollte eben wirklich abliefern um Ring, bis zum bitteren Ende. Eine Qualität die manchen Boxer fehlt.

    Auch waren beide Klitschkos immer top vorbereitet. Echte Profis. Waldimir vielleicht zu sehr Profi und zu wenig Boxer letztlich.
     
    #15
  16. desl

    desl Box-Moderator

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    Wladimir vs Wilder

    Wladimir Klitschko hatte gewiss kein Glaskinn. Er konnte schon ein ordentliches Pfund einstecken. Problem war nur, dass er zwar wieder aufstand ... aber dann weit davon entfernt war irgendwie eine Übersicht zu haben.
    Gegen Peter konnte er sich durchklammern, gegen Joshua konnte er einen Niederschlag überstehen ... aber gegen Sanders und Brewster klappte das weniger.

    Prime Wladimir hätte gegen Wilder die Gefahr gemieden wie die Pest. Er hätte Respekt vor Wilders Schlagkraft gehabt oder zumindest Sorge ob dieser. Er wäre die Sache vorsichtig angegangen ... wie gegen Haye ... oder auch wie gegen Ibragimov und Rahman, denen er zwar völlig überlegen war, aber dennoch eine gewisse "Gefahr" zutraute.

    Klar ... Wilder hat die Schlagkraft um einen Wladimir Klitschko auszuknocken. Aber Wilder hätte mehr als einen harten Treffer gebraucht, um Wladimir zu legen, so leicht ists dann doch nicht (man denke mal an den monströsen Uppercut von Joshua in der 11ten, als Klitschko noch ne Weile stehen blieb). Ob ihm solch ein Treffer gelungen wäre? Klitschko hätte ihn - wie gesagt - bestmöglich zu vermeiden gesucht. Bei schwächeren Gegnern war er offensiver (Pianeta, Ray Austin, der halbblinde Rückkampf Brewster, Mormeck) bzw. kümmerte sich weniger um die Defensive ... aber bei Wilder hätte er sich das nicht geleistet und so einen Gegentreffer "riskiert" wie gegen Mariusz Wach.

    Ich denke Wilder wäre an Klitschkos Jab verhungert in einem glanzlosen 12-Runden-Punktsieg, in dem Klitschko sich kaum traut die Rechte zu bringen. Je nach Form hätte vielleicht Klitschkos linker Haken den Kampf vorzeitig entschieden ... an guten Tagen ein gute Mittel ... an manchen Tagen kaum vorhanden.

    Klitschko Punktsieg, evntl. später KO


    Wladimir vs Joshua

    Joshua ist ein Stück weit ein Abziehbild von Klitschko ... aber eher des Wladimir Klitschkos um die Jahrtausendwende herum. Talentiert, attraktiver Stil ... und unter Umstände außer Puste.
    Joshua kann vieles, aber er ist noch nicht auf dem Niveau vom Prime-Wladimir ... zumindest nicht was das Kontrollieren der Distanz angeht, der Beinarbeit, das Vermeiden gegnerischer Aktionen usw.
    Dementsprechend hatte Joshua auch in den Post-Klitschko-Kämpfen gegen Povetkin, Takam und Parker auch weniger souverän ausgesehen als es Prime-Klitschko getan hat oder vielleicht getan hätte ... andererseits sind die Joshua-Kämpfe unterhaltsamer.
    Der über 40-jährige Klitschko hatte - aufgrund des zwischenzeitlichen Fury-Rücktritts - noch das Zeug jeden aktiven Schwergewichtsboxer zu schlagen ... auch gegen Joshua war er nahe dran. Aber er war schon ein ganzes Stück entfernt von seiner Prime. Prime-Klitschko war schneller, aktiver und defensiv stärker. Prime-Klitschko war besser als der heutige Joshua ... aber der hat auch Potential ... so wie der Jahrtausendwende-Klitschko

    Klitschko Punktsieg


    Wladimir vs Fury

    Distanzgefühl, den Jab etablieren, das Geschen im Ring kontrollieren, alle einem selbst weniger passenden Geschehnisse abklammern ... Klitschko hatte sich seine Kämpfe so geformt wie er wollte. Doch Fury schlug ihn mit seinen eigenen Waffen. Was Klitschko stehts gegen kleinere Boxer etablieren konnte, das etablierte ein größerer Boxer erfolgreich gegen ihn. Klitschko fand aus seine eigenen Mittel kein Gegengift und wirkte so ratlos wie viele seiner Gegner.

    Banks als Trainer war nicht viel mehr als ein Pratzen-Halter. Einer der mehr oder weniger dem Aufrechterhalten des status quo diente. Es ging darum das zu konservieren, was Klitschko unter Steward gelernt hatte. Einen Plan B oder eine Möglichkeit zu adaptieren hatte Klitschko nicht. Eine gezielte Vorbereitung auf Fury wirkte wie kaum existent ... Klitschko boxte seinen Stiefel runter und gegen Fury funktionierte dies nicht.

    Eventuell hätte Steward es hingekriegt Klitschko auf Fury passend vorzubereiten. Eventuell hätte er in den Ansprachen in den Rundenpausen etwas finden können. Banks konnte bei Wladimir keine Mittel aktivieren, die nicht wirklich vorhanden waren ... man denke nur mal an den kläglichen Versuchs des Uppercuts gegen Bryant Jennings ... den hatte Klitschko quasi verlernt.

    Steward war ein Meister groß gewachsene Boxer auf kleinere vorzubereiten (Lewis, Klitschko, Taylor...) und während des Kampfes "good ... good" und ein paar Anweisungen zu geben. Aber ich hätte meine Zweifel, ob sowas wie ein Plan B existiert hätte ... oder die Fähigkeit der Adaption. Der oben angesprochene Jahrtausendwende-Wladimir hätte bessere Chancen gegen Fury gehabt.

    Fury Punktsieg



    Vitali vs Wilder

    Vitali hat z.B. gegen Lewis und gegen Sanders harte Treffer genommen und war vielleicht mal "rocked" ... aber nicht am taumeln oder am Boden. Auch von Shannon Briggs hat er sich satt treffen lassen.
    Vitali hat nach dem Comeback zwar eindrucksvolle Siege eingefahren ... aber die Gegnerschaft war eher überschaubar, sein Bruder boxte da die klar stärkeren Leute.

    Dennoch, er wäre immernoch einfach präziser gewesen als Wilder. Wo Wilder noch ausholt, hat Vitali seine Hand schon drin ... auch wenn er langsamer war als der Prime-Vitali ... oder auch langsamer als Wladimir. Vitali hatte dennoch das Auge, das Timing und das Gefühl für die Aktionen des Gegners.

    Bei Wilder hätte es auf Dauer zu oft eingeschlagen. Prime-Vitali hätte noch kürzeren Prozess gemacht.

    Klitschko TKO9


    Vitali vs Joshua

    Interessanterweise am ehesten der Kampf, bei dem ich dem 2008-2011-Wladimir bessere Chancen gebe als dem 2008-2011-Vitali. Die Jugend, der Speed, die Physis ... das hätte Joshua gegen Vitali mehr gebracht als gegen Wladimir. Joshua ist auf den Beinen nicht der flotteste ... aber Comeback-Vitali bewegte sich auch weniger als Prime-Vitali oder Prime-Wladimir.

    Ich könnte mir vorstellen, dass es ein guter Schlagabtausch geworden wäre (ein Bischen eine Mischung aus Vitali-Lewis und Wladimir-Joshua). Ich denke es wäre insgesamt recht knapp geworden ... mit einem Joshua der anfangs gut aussieht, aber einem Vitali der am Ende einfach mehr Puste hat und dank seiner Workrate viele der hinteren Runden holt.

    Klitscho Punktsieg (Kampf in Deutschland)
    Joshua Punktsieg (Kampf in Großbritannien)
    Unentschieden (Kampf in den USA)


    Vitali vs Fury

    Furys Psychospielchen haben bei Wladimir Klitschko gut gewirkt. Nicht nur, dass Klitschko keine Idee hatte, wie er gegen Fury agieren sollte ... er wirkte zusätzlich verunsichert. Vitali Klitschko strahlte im Ring stehts ein anderes Selbstbewusstsein aus ... kämpferischer, verbissener, selbstsicherer.
    Vitali hätte mehr versucht, er hätte sich selbst gesagt "ich kann ihn schlagen, ich hab das drauf" ... und dementsprechend hätte er agiert. Er hätte keine Sorge gehabt, dass Fury in seine Aktionen reinschlägt (wie Wladimir) ... er hätte die Treffer in Kauf genommen, um selber zu Aktionen zu kommen.

    Gewiss, Fury wäre auch für Vitali ein schwieriger Gegner gewesen ... gerade auch für den Past-Prime-Vitali. Doch die Mätzchen, das Showboating und die starken Meidbewegungen hätten Vitali begrenzt beeindruckt.

    Vitali hätte seine Vorteile gehabt. Er hat zwar eher mal nen Treffer zugelassen (konnte die aber auch besser wegstecken) und war nen Ticken langsamer ... aber er konnte eher adaptieren und eine - für seine Physis - ziemlich hohe Workrate gehen. Der vergleichsweise drahtige Vitali brachte schonmal 800 Schläge pro Kampf, während die neben ihm aufgepumpt aussehenden Kollegen Wladimir und Joshua eher auf die Hälfte kamen.

    Auch Fury wäre eher mit der Defensive beschäftigt ... als mit eigenen offensiven Aktionen. Da vermeidet er zwar viele Treffer ... setzt aber selbst zu wenige, um die Runden zu holen.

    Klitschko Punktsieg (wenn auch eher glanzlos, weil er - aufgrund Furys Defensive - nicht gerade gut aussieht)
     
    #16
  17. LeZonk

    LeZonk MVP

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    Gut, dass es heute Youtube gibt.

    Hier kann man nochmal selbst sehen, wie "schwer" Vitali es hatte, Hoffmann zu treffen, und wie oft der wiederum Vitali desaströs getroffen hat:


    Was man nicht beurteilen kann ist, wie gut Vitali einen Weg gefunden hätte, den ständig meidenden Fury zu treffen. Umgekehrt wäre da aber auch nichts raus gekommen, denn Vitali war defensiv besser als Wladimir. Wäre vermutlich taktisch ein interessanter Kampf geworden, prime vs. prime.
     
    #17
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  18. wicked

    wicked former Box-Tippspiel-Champion

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    Vitali vs AJ: KO Vitali. Vitalis Tempo wäre AJ zu hoch. AJ bricht früher oder später ein.
    Vitali vs Wilder: KO Vitali in einer Schlacht. Vitali frisst einige Bomben, muss vielleicht zu Boden, doch kämpft Wilder nieder.
    Vitali vs Fury: KO Vitali ... Vitali mit grossen Mühen, schaltet einen Gang höher und zieht Fury in tiefe Gewässer.

    Wladimir vs AJ: KO Wladimir. Irgendwann findet er gegen AJ eine Bombe.
    Wladimir vs Wilder: PS Wladimir oder später TKO. Ein Äquivalent zum Haye Kampf.
    Wladimir vs Fury: Knapper PS Fury. Wladimir ist der bessere Boxer. Aber das ist hier eine Styles make Fights Frage. Fury wäre Wladimir nie gelegen.
     
    #18
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  19. boxstellung

    boxstellung Rookie

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    Ich glaube, beide Klitschkos sind nicht unbedingt begeistert davon, körperlich gleichwertige oder überlegene Gegner zu boxen. Im Gegensatz dazu Lennox Lewis, der Kanten wie Golota, Briggs oder Akinwande einfach überrollt hat.

    Trotzdem: Vitali besiegt mMn Joshua jedes Mal nach Punkten, er ist einfach aktiver und Joshua zu statisch. Wilder, who knows, ich unterstelle Vitali hier nicht das Eisenkinn, wie manch anderer. Dafür wurde es zu selten getestet. Wenn Wilder trifft, kann's reichen, der Mann scheint definitiv zur Schlagkraft-Elite zu gehören und solchen Leuten muss man immer die Puncher's Chance zugestehen. Schafft er es aber nicht, Vitali schlafen zu legen, gibt's einen Punktsieg oder Zermürbe-KO für Vitali.
    Fury sehe ich vorn. So er denn motiviert und konzentriert ist. Vitali hat einfach nicht die Power, um ihn wegzuhauen, und nicht die Technik im Vorwärtsgang, um ihn konsequent zu treffen.

    Waldi gegen Joshua ist für mich immer 50:50. Der jüngere Klitschko hat schon vor 10 Jahren gegen Thompson mehr Schläge genommen, als gegen alle anderen zusammen. Große Leute mit langem Jab, sowas liegt ihm nicht.
    Wilder hat hier noch mehr die KO-Chance. Der Kampf wäre ein Drahtseilakt für Klitsche, wo er Wilder vorsichtig die Runden abnimmt, aber jederzeit den Ringboden küssen kann.
    Fury ist immer der falsche Gegner für ihn.
     
    #19
  20. boxguru

    boxguru Bankspieler

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    Siehe Kämpfe gegen Sanders und Lewis

    Mir kommt hier Fury zu gut weg. Er hat bisher einen Kampf gegen den Past Prime Wladimir und einen knappen Sieg gegen Wilder. Dominiert hat er Wilder nicht.

    Fury hat eine tolle, unterhaltsame Geschicht (=> Boxmärchen) ... aber von der Legacy ist das bisher noch sehr überschaubar. Wenn er einen echteb Weltklasse Mann in seiner Prime klar schlägt ist das etwas anderes. Der Kampf gegen Wilder war nicht klar genug und Wladimir war alles andere als in seiner Pime mit über 40 Jahren.
     
    #20

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