NCAA Basketball 20/21


theser

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In diesen unsicheren Zeiten gibt's tatsächlich Termine, an die sich der College Basketball halten soll. Ursprünglich hätte es morgen losgehen sollen, nun wissen wir der Start ist am 25.11. mit zahlreichen Conference-übergreifenden Spielen. Mitte Dezember starten die ersten Ligen ins Conference Play, viele Ligen gaben ihren Schedule aber noch nicht preis. Das große Basketball Tournament läuft von 16.3. bis 5.4.21

So zumindest der Plan für eine Saison, die mit Cade Cunningham (Oklahoma, übrigens Postseason-banned) wohl einen Franchise Player dabei hat, aber wegen der Nachwirkungen der Pandemie auch 36 Basketball-Programme bzw insgesamt über 350 Sport-Programme verloren hatte. Dazu an anderer Stelle mehr. Jetzt ein Blick auf die deutschen Jungs:

Die Rückkehrer:
Robin Jorch,
5 Jahre lang zuverlässiger Backup-Center an der Boise State (4/3-Schnitt), kehrt nun als Kommunikationswissenschaftler nach Schwenningen (ProA) per 1.Profivertrag nach Deutschland zurück. 9/5-Schnitt dort bisher für den 26-jährigen.
Antonio Pilipovics Zeit bei Drake sportlich betrachtet enttäuschend, zumindest in Anbetracht seines Potenzials als Stretch-Forward. In 4 College-Jahren erzielte er gesamt nur 120 Punkte, aber nun in der ProA bei Karlsruhe hofft man berechtigt auf seinen Durchbruch. Der 22-jährige startete mit 9.3ppg.
Der Isländer Jon-Axel Gudmundsson hat wohl einen deutschen Pass, da er geboren wurde, als sein Vater in Hamburg Basketballprofi war. Uns soll's recht sein, dass der sehr vielseitige PG vom Davidson-College (das von Steph Curry) - den wir hier im NCAA-Thread auch immer brav verfolgten - nach einer starken und auch historischen 15/7/6-Saison (er hätte übrigens per oder nach Draft durchaus Chance gehabt irgendwie in NBA zu kommen) nun in Frankfurt in der BBL spielt. Im ersten Spiel vs ALBA mit 21/5 A. Beeindruckend.


Aktuell in den USA: Insgesamt rund 30 Jungs tummeln sich in Division I, II, III bis hin zur NAIA.
Franz Wagner /SO, Michigan: Edeltalent und Scout-Liebling hatte nen Slow Start, aber nach 16ppg + bestialischer Defense in den letzten 8 Spielen ärgerte es viele, dass man die Wolverines nicht im Tournament sehen durfte. Wagner testete auch mal kurz das Draft-Wasser (kein allzu großes Interesse), überlegte noch kürzer nach Deutschland zurückzukehren, aber ist nun als fraglos wichtigster Hoffnungsträger wieder im Programm. Im 2.Jahr wird ein Breakout-Jahr erwartet, danach ein 1st-Round-Pick. Groß favorisiert ist sein Team sicher nicht, verlor es doch viele Seniors, aber mit Isaiah Livers kehrte wenigstens die Seele des Teams zurück.

Oscar Da Silva /SR, Stanford: 16/6-Schnitt, starke Defense, Team-Erfolg, Allrounder. "ODS" erntete massig Respekt und wird von Scouts geliebt als extrem teamdienliche Allzweckwaffe. Nun im letzten Jahr. Leider verlor sein Cardinal Talent Tyler Terry an den Draft, so fehlt dem eigentlichen Geheimtipp trotz des Super-Freshman Ziaire Williams wohl Firepower. Trotzdem ne Überraschung? Da Silvas Draft-Chancen (schätze eher ab mittlerer 2.Runde) hängen sicherlich auch davon ab.

Isaiah Ihnen /SO, Minnesota: Letztes Jahr noch nicht ganz bereit für NCAA-Ball, begeisterte der schlaksige Forward mit einigen krassen Flashes seines vielseitigen Games. Lange prognostizierte man die Gophers als Schlusslicht der Big Ten, aber dann kam (Transfer Brandon Johnson, FR Und "Monster Mash"-Sohn Jamal Mashburn Jr.) noch etwas Talent rein. Vielleicht geht ja was. Ihnen hat indes durchaus die Chance im Laufe der Saison einen Startposten zu erringen oder sollte zumindest (zweit-/)wichtigster Bankspieler werden.

Lars Thiemann /SO, Cal: Bei der akademischen Eliteuni war der FR On-off-Starter. Es gab schon kritische Stimmen, da er nicht so ganz agierte wie man es von einem mannhaften 7-Footer unter Jungs erwartete. Dennoch gab's auch einige gute Auftritte, sodass man in die "Goldbärchen" von der Cal plus "Zweitklässler" Thiemann Hoffnung investieren kann. Zuletzt mussten die Jungs in Quarantäne, da sich einer ansteckte.

Jonathan Baehre /SR, Clemson: In der ACC könnten die Tigers (College-Football-Gigant) nun auch im Basketball Musik machen. Nach dem letztjährigen Seuchenjahr hat man ein tiefes, ambitioniertes Team. Der von Verletzungen so leidgeplagte athletische Forward Baehre und die nicht minder talentierten/geplagten Kollegen Clyde Trapp und Johnny Newman könnten alle zum Start fit sein. Baehre hat keinerlei NBA-Chancen mehr, aber er kann dem hart arbeitenden Team dennoch enorm weiterhelfen. In erster Linie wichtig, dass er nach Jahren ohne wirkliche Spielpraxis wieder vernünftig im Leistungssport ankommt.

Tristan Da Silva /FR, Colorado ist der einzige deutsche Freshman einer Power Conference. Er wird innerhalb der PAC-12 auf seinen Bruder Oscar treffen. In den ersten Trainings zeigte sich der Buffs-Coach ziemlich angetan von der Vielseitigkeit des Perimeter-Forwards mit Ansätzen eines Post Plays. Das Programm ist wirklich solide, es könnte ein ordentliches Frischlings-Jahr bevorstehen.

Außerhalb der Power Conferences:
Collin Welp
/JR, UC Irvine: Mit 13ppg/45% Dreier von der Bank machte sich der in Seattle geborene Sohn der deutschen Legende Chris einen Namen unter Scouts. Seine Anteaters gehen als Co-Favorit in die Saison ihrer Conference. Welp wurde sogar zum Pre-Season-Poty gewählt, also als Conference-Poty prognostiziert. Steigert er sich so weiter, dass auch NBA-Scouts zweimal hingucken?

Marten Linßen /SR, St.Louis: In nur 3 Jahren holte er bei der UNCW seinen Abschluss und transferierte nun in die sehr ernstzunehmende A-10 zum soliden Programm der Billikens. Als Grad Transfer gibt's auch kein Redshirt-Jahr und so kann der "Zonen-Wühler", der sich in Wilmington (10ppg in der Paint) für höhere Aufgaben empfahl, gleich loslegen.

Vladimir Pinchuk /JR, San Diego: Nach einem Transfer beendete er sein "Rotes-Leibchen-Jahr" und kann endlich in der WCC (Gonzaga, BYU, etc) eingreifen. Der F-C mit solidem Zonen-Spiel und Sohn zweiter sowjetischer Basketball-Helden könnte eigtl so viel mehr, als er bisher zeigen durfte (3ppg). Die WCC überlegt Spiele in einer Las Vegas Bubble abzuhalten.

Sam Griesel /JR, North Dakota State: Eine weitere Tournament-Teilnahme war für die Bison samt Smallball-Big Griesel (7/6-Schnitt) zum Greifen nahe, bevor die Saison abbrach. Nun verlor man zwar ein paar Leistungsträger (auch an die BBL), aber das Programm arbeitet steinsolide und sollte wieder um den Conference-Titel mitmischen. Wir werden beobachten, ob Griesels Ceiling als hart arbeitender Glue Guy, der die 2-5 defenden kann erreicht ist, oder ob da noch mehr geht.

Chris Spenkuch /SO, Lafayette: Sein FR-Year übersah ich (1.5ppg). Dabei spielte der in Miami geborene Deutsch-Amerikaner sogar einst für die deutsche U16. Also eine Zukunft in der BBL könnte ihm wegen seines deutschen Vaters schon bevorstehen. Das Team aus der "Sun Belt" ist nicht sehr talentiert, aber er muss sich seine Minuten wohl auch weiterhin hart erarbeiten.

Der in Frankreich geborene Deutsch-Kameruner Quirin Emanga /SO, Northeastern, setzte sich nach einem bisschen schmalzigen Insta-Posting im Sommer mit rassistischen und frauenfeindlichen (deutschen) Kommentaren in bemerkenswert ruhiger Tonart auseinander und überzeugte diese Leute sogar ihren Unsinn zu löschen. Allein deswegen hat er sich in seiner Winz-Conference beim Winzprogramm natürlich mehr als die bisherigen 0,9ppg verdient.
Finn Fleute /SO, Montana State, sein Coach ließ verlautbaren, dass Fleute - übrigens ein verdienter U-Nationalspieler - eine signifikante Spielzeiterhöhung bevorstehen könnte. Zuletzt 1.7ppg für ihn im Trump-Staat.
Max Brackmann /FR, SE Louisiana darf nach seinem "Red Shirter" nun auch angreifen. Seine in Schuhen 2,18m + 125 Kilo sollten schon für etwas Damage gut sein.

Ganz neu in der NCAA Div I ist der Berliner Dwayne Koroma beim kleinen College-Programm von Iona. Er trifft dort auf die riiiiesige Coach-Legende Rick Pitino, der nach unzähligen Rekrutierungs-Skandälchen eigtl schon seine College-Karriere für beendet erklärte und in Europa coachte, nun aber doch wieder hier ist. Koroma wurde im Team als "Schweizer Taschenmesser" begrüßt und ist Teil der Neustrukturierung (7 neue) der "Gaels". Koroma - ein Combo-Forward mit auffallender Athletik - ist wohl hierzulande nicht ganz so bekannt, da er das High School-System durchlief, aber dadurch eine für deutsche Prospects durchaus seltene Sterne-Wertung bekam (3 Stars). Die "MAAC" ist eher die unterste Niveau-Schublade, brachte aber immer wieder nette Anekdoten und Leistungen hervor. Wir müssen abwarten was sich hier entwickelt, Pitino ist fraglos ein Meister seines Fachs und 3-Sterner kommt auch nicht alle Tage in die MAAC.

Korrigiert mich herzlich gerne, falls ich einen Burschen vergessen habe. Die restlichen einheimischen Jungs - wie bspw der aus der Div I in die Div II abgewanderte Melki Moreaux - tummeln sich in den unteren Ligen, die ich nicht verfolge.
 
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theser

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Die Pandemie riss bekanntlich größere Löcher in die Etats von privaten "Studentengebührenfinanzierten" Unis. Über 350 Sportprogramme fielen gleich komplett der Schere zum Opfer. Basketball verlor zwar 36 Programme, dies aber "nur" ab Division II, also nicht im Spitzenbereich.

Härter traf es da echte Topprogramme bei Schwimmen, Leichtathletik, Volleyball, die allesamt zahlreiche Olympia-Teilnehmer fabrizierten. Mancherorts wurden Cuts dank privater Millionen-Spenden revidiert, andernorts - bspw Michigan State - wird das Schwimmbecken trotzdem für immer trocken gelegt. Die Studentensportler müssen so in ein anderes Programm transferieren (dafür gibt's Sondergenehmigungen) oder beenden eben frühzeitig ihren Leistungssport. Zumindest das akademische Stipendium bleibt meines Wissens bestehen.

11 Cuts vollführte Stanford, das die vermutlich letzte Uni war, die ein sehr breites und dabei erfolgreiches Sportprogramm-Portfolio unterhielt. Neben der Elite-Sparte Männervolleyball traf es Schnösel-Divisionen wie Segeln, Fechten, Sqash, aber auch Synchronschwimmen, Ringen und Rudersparten. In Stanford kappte man das ganze emotionslos per Zoom-Meeting, an anderer Stelle (UConn) hörte man stundenlang offenbar tränenreich aktive Sportstudenten und Alumnis samt ihrer Sammelspenden an, bevor auch dort 4 Huskie-Teams eingestampft wurden.

Wenn man bedenkt, dass bereits ein paar Hundertausend Dollar für ein ganzes Programm bspw afrikanischen, oder "US-Ghetto"-Sportler*innen helfen können eine echte Zukunft zu haben fragt man sich schon, ob die Millionen-Gehälter der Coaches inklusive einer deftigen Gewinnbeteiligung von bis zu 9% (Roy Williams UNC, zzgl 4.1 Millionen Jahresgehalt) noch tragbar sind. Viele gaben sich solidarisch, bspw MSUs Tom Izzo (übrigens Corona infiziert) oder Syracuses Jim Boheim. Viele zieren sich noch, auch Topverdiener John Calipari (Kentucky) mit seinen 8.2 Millionen.

So viel zum "politischen" Teil, zurück zum sportlichen. Die "American Press" hat ihr erstes Ranking rausgehauen. Mit einem Stimmpunkt in Front sortierte man Gonzaga ganz oben ein. Bis zum Abbruch schon letztes Jahr super dabei, verlor man allerdings auch zwei Leistungsträger. Killian Tillie (französischer Do-it-All-Center) wird wohl in der 2.DraftRunde weggehen, außerdem wechselte das serbische Edeltalent Filip Petrusev tatsächlich zurück in die Heimat, um sich nach einem Profi-Jahr dem NBA-Draft zu stellen. Bei Mega Basket ähhh... nun "Mega Soccerbet" haut das 20-jährige Center-Talent derzeit tendenziell 25ppg raus. Stark.

Die "Zags" bleiben aber auf #1, da mit Two-Guard Joel Ayayi ein möglicher 1stRounder blieb, mit Corey Kispert ein potenzieller Nachfolger für Petrusev bereit steht und mit Jalen Suggs ein vermutlicher Top10-Pick für 2021 und athletischer Combo Guard mit echten Leaderskills dazukam. Ob das reichen wird? Pre-Season-Votings sind meist für die Tonne.

Franz Wagners Michigan wurde übrigens an #25 gevotet und ist damit gesetzt für zumindest die erste Spielwoche. Oscar Da Silvas Stanford erhielt auch ein paar Stimmpunkte und läge damit auf Rang 32.
 
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theser

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Heute nerve ich mit einem langen Beitrag über die Stars der kommenden College-Saison.

An vorderster Front steht Megatalent Cade Cunningham (langgewachsener, kräftiger Ben-Simmons/Luka-Doncic-PG mit großartigem IQ) im Verdacht ein Franchiseplayer zu sein. Mit seinem positionslosem Spiel passt er sicherlich gut in die NBA, ihm stehen theoretisch alle Wege von Doncic über Bron bis hin zu nem Abwehrstrategen wie Kevin Garnett offen. In einem Video-Diary studierte er Luka-Clips. (y) Wichtigstes Ziel: Wurf stabilisieren. Sein alter Coach, sowie der ältere Bruder sind im Trainerstab der OSU. Selbiges ist allerdings "Post Season banned". Er blieb trotzdem, schlug die 500.000 Dollar-Offerte der NBA des G-League-Programms aus und strebt scheinbar mehr individuelle Entwicklung in einem schwachen Team, statt schnelles erstes Geld oder eine College-Meisterschaft an. Immerhin spielen seine Cowboys in der dieses Jahr bärenstarken Big12 gegen Baylor#2, Kansas #6 oder Texas Tech #14.

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Ein kleiner Ausflug der Talente fernab der US-Colleges:
Cades aktuell größter #1-Rivale ist SG Jalen Green, bei dem viele den Vergleich mit Kobe nicht scheuen. Ob derartige Vergleiche hilfreich sind, dürft ihr selbst entscheiden. Er folgte jedenfalls dem Geld der G-League (500.000 Dollar) und war damit der erste Top Prospect der Entwicklungsliga.

Das sogenannte Team "NBA G League Ignite" ist eine einjährige Alternative für "One'n'Doner", die das College nur als notgedrungene Übergangslösung ansehen. Das Team aus Youngstern tritt außerhalb der Konkurrenz in Testspielen gegen normale G League Teams an. Mal sehen wie das funktioniert. Green spielt u.a. mit Isaiah Todd (PF, 1st-Round Kandidat), 7-2-Footer Kai Sotto sowie Top5-Kandidat Jon Kuminga aus dem Kongo mit seinen Shawn-Marion-Vibes.

Übrigens sind auch endlich andere "International Bigs" fernab von Colleges bereit. Neben Kuminga und den gestern erwähnten Petrusev könnten weitere in die Lottery Picks drängen: Kroatiens Roko Prkacin (extrem cooler Style für einen PF), Spaniens erwachsen gewordenes, einstiges Wunderkind Usman Garuba wird trotz abflauenden Hypes durchaus noch als Franchise Player angesehen. Daneben die Senegalesen Ibou Badji (7-Footer, 7-8er WS, 9-10er Standing Reach) sowie nicht zuletzt Amar Sylla (bisschen Pascal Siakam), der den US-Jugendteams immer Probleme bereitete. Überhaupt legt Afrika immer mehr seines Potenzials frei. Die starken Leistungen des afrikanischen Jugendbasketballs tragen wohl also bald auch Früchte in der NBA. In der NCAA sehen wir nur Guineas Moussa Cisse (vielleicht wie Jaren Jackson Jr.) unter Coach Penny Hardaway in Memphis. Und damit zurück zu den Stars der Studentenliga.
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Wir dürfen uns freuen auf BJ Boston (G-F) und beobachten, ob seine krasse Steigerung im letzten High School-Jahr bestätigt wird. Falls ja, ist auch er ein #1-Kandidat, denn er ist wohl das größte Scoring-Talent. Zusammen mit PG Devin Askew gibt's bei Kentucky die gewohnte Freshmen-Rasselbande, die erst etwas später ins Rollen kommen wird.

Mit PG Jalen Suggs von Gonzaga kommt ein geborener Leader daher. Das bodenständige Zags-Programm war eine weise Wahl. Überall wo er spielte, übernahm er die Hauptverantwortung und gewann - auch deshalb ist sein Team schon jetzt an #1 gesetzt. Ein talentierter Quarterback, besitzt entsprechendes Auge. Wo andere Prospects noch größere Löcher im Skillset haben, könnte man Suggs wohl schon jetzt auf die NBA loslassen. Definierter Körper, hohes Spielverständnis, Pull up Game. Er wird ein Scout-Liebling, auch wenn sein Ceiling ist nicht so krass ist.

Ein weiterer Scout-Liebling spielt bei Tennessee - wieder so ein Programm, bei dem mehr auf Charakter und Skillset geachtet wird als auf reine Upside: Jaden Springer, der anders als sein Name vermuten lässt, kein Überathlet ist. Der PG spielt erwachsen wie ein Winner. Seine Körperbeherrschung sowie sein breiter Körper sind zwei Features, die in der NBA Beachtung finden werden. Kräftige, gedrungene, kleine PGs wie Jamal Murray, Dame, Fred VanVleet sind schon en vogue.

Etliche auffallende Körperwunder sind auch wieder am Start: Der schlaksige Center Evan Mobley (USC) wird mitunter mal als der "viel bessere James Wiseman" bezeichnet und ist für einen 7-Footer extremst beweglich, muss sich aber noch entscheiden, ob er werfen lernen oder mehr Muskeln möchte, bzw ob er Adebayo oder ein 3nD-Stretch-Big werden möchte. Je nachdem wie er sich mausert, kann auch er in die Top4 vorstoßen und ein zukünftiger 1B-Star werden.
Scottie Barnes (FSU, F, Mega-Allrounder, 7-2 Wingspan) Skills und seine ewig langen Arme bescherten ihn den Freshman-Award der starken ACC.
Damit schlug er auch Dukes diesjährigen Premium-Zugang Jalen Johnson. Ein smarter Combo Forward, der Playmaking draufhat, Isos mag, aber noch nicht werfen kann.

Ihr seht, viele haben Schwächen. Aber für reines rohes Superstarpotenzial steht für mich der spindeldürre Ziaire Williams (Stanford, F) mit den Handles eines Guards, krasser Tatum'scher Court-Übersicht und aberwitzig geilen Moves in 1on1-Situationen. Er wäre theoretisch ein #1-Kandidat, aber der spindeldürre 2,01m-Mann erlernt den Wurf grad erst frisch und wird ein paar Jahre brauchen für NBA-taugliche Muskeln. Stanford könnte ihn indes durchaus als Zweier einsetzen.

Vor allem wird man aber vermutlich wieder Scottie Lewis (Florida, SF, SO) bestaunen können, der in seinem zweiten Jahr vielleicht den Sprung vom Überspringer und "Next Kobe" zum "NBA-bound" schafft.

Abschließend rufen wir uns ein paar der "returning players" in Erinnerung. Wahrscheinlich, dass am Ende einer aus dieser "Pre Season All American Liste" der AP den Poty-Award abgreift:

Luka Garza legte 24/10 im Schnitt für Iowa hin, sein NBA-Potenzial fragwürdig. Dennoch könnte der Senior Spieler des Jahres werden. Seine Hawkeyes könnten die Big Ten dieses Jahr richtig umpflügen und bekannte Größen wie MSU, Michigan, Maryland alt aussehen lassen.
Jared Butler von Baylor hat mit die besten Handles, die ich jemals gesehen habe. Sein Team verlor zwar den besten Big Man, aber die Guards-Riege ist beeindruckend.
Ayo Dosunmu erinnert an Thunders Luguentz Dort, nur mit mehr Offense-Power.
Remy Martin steigerte sich von Jahr zu Jahr beträchtlich und hätte sein Arizona State wohl schon letztes Jahr zum Pac12-Titel geführt. Was wird der 1,83m kleine Zwerg im Abschlussjahr reißen?
Ausnahmetalent Cunningham wurde wie Kispert gestern erwähnt.
 

theser

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Ich danke dir herzlich! Ich freue mich, denn auch bin schon wirklich gespannt auf welche Backstories wir so stoßen werden. Bspw. wie schlägt sich Makur Maker, Bruder von Thon? Als erster Super-Prospect und 5-Sterner sagte er einem "Historically Black College" (HBCU) zu, um im Zuge von Black Lives Matter ein weiteres Zeichen zu setzen. Diese Unis sollten einst exklusiv "Person of Color" eine vornehmlich niedere Berufsausbildung ermöglichen. Heute sind diese Einrichtungen glücklicherweise normale Unis mit Studenten jedweder Couleur, obschon sie Wert auf ihre schwarze Historie legen. Das Basketball-Programm des Howard-Colleges von Maker war übrigens im vergangenen Jahr eines der schwächsten der Division I.
2-25-Bilanz, wenn ich mich recht entsinne.

Der gestern erwähnte Sundevils-Spielmacher Remy Martin spielte AAU-Basketball nebst Marvn Bagley, musste sich auf dem College jede Minute hart verdienen und könnte nun Poty werden. Zu jedem Spiel trägt er ein Wristband mit Philippinen-Flagge. Er ist nämlich ein in den USA geborener Philipino-Amerikaner und mit seinen 22 Jahren allseits bekannt im bettelarmen, von politischen Wirrungen unterworfenen, aber enorm basketballverrückten Inselstaat und nimmt die Rolle des sportlichen Hoffnungsträgers gerne an. Und das übrigens, obwohl er nie dort war! Sundevils-Merch läuft jedenfalls dort gut. Martin sagte mal völlig korrekt: "Sie lieben den Sport abgöttisch, obwohl sie nicht gut darin sind." Vor der letzten Basketball-WM bremste da sogar der im Ausland schwer umstrittene Präsident Duterte die überbordenden Erwartungen der Bevölkerung, als man kurz davor stand "NBA-Mikrowelle" Jordan Clarkson einzubürgern, und meinte: "Wir sind noch nicht so weit Weltmeister zu werden." :LOL: Das Team wurde Letzter ohne Sieg, 5 Niederlagen und -30 im Schnitt. Der Coach musste seinen Hut nehmen, sein Nachfolger führte das Nationalteam später im Jahr zum Südost-Asien-Titel gegen Basketball-Mächte Myanmar, Kambodscha und Co. Bei der nächsten WM 2023 werden Spiele auch auf der Insel stattfinden. Ihr seht, der Staat liebt den Sport wirklich. Quasi wie Litauen im asiatischen Pazifik.

Wenn das mal nicht gesammeltes unnützes Wissen war. Ich entschuldige mich :LOL:
 

theser

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----- "ON PAUSE" ----​

Ein Ausdruck, an dem man sich wohl gewöhnen wird müssen. Covid-Fälle bei Utah, Tennessee#12, Oregon#20, Ole Miss womit diese Teams "on pause" sind. Bei Oregon fällt damit - wie bpsw auch bei Duke (hier ist aber der Gegner Schuld) - der Season Opener aus. 6 Head Coaches aus den Major Programs hat's übrigens schon erwischt. Man sieht also, Ungewissheit ist ein steter Begleiter.

Nichtsdestotrotz sollen in exakt 27,5h die ersten Spiele starten. Die "Naismith Hall of Fame" hat bspw nämlich zum sogenannten "Bubbleville"-Turnier eingeladen bei dem ursprünglich 40 Div1-Teams (m/w) innerhalb von 11 Tagen 45 Spiele austragen. Superspreading Event oder sichere Bubble? Wir werden sehen.

An anderer Stelle soll morgen um 22Uhr deutscher Zeit auch Franz Wagners Michigan zum lockeren Aufgalopp gegen die Noname-Truppe von Bowling Green antreten. Einige der Amateur-Scouts, denen ich auf Twitter folge halten enorm viel von Wagner und reihen seit Tagen vielversprechende Stats auf. Angemerkt: Zwei dieser "Amateur-Scouts" sind nun bei NBA-Teams beschäftigt. In diesem Sinne die besten Prospects der kommenden Saison:


Ansonsten gibt's wieder bisschen Drama. Auburn - die Ex-Uni von Isaac Okoro oder Charles Barkley - hatte mit 5-Sterne-Talent Sharife Cooper wieder einen feinen Prospect rekrutiert. Allerdings durfte der aufgrund von "Unregelmäßigkeiten" seit Wochen nicht zum Team. Hat es der eh schon einst hart bestrafte Headcoach Bruce Pearl wieder nicht sein lassen können und erneut besonders schamlos getrickst? Während andere Stimmen behaupten Pearl blieb sauber und er nicht um seinen Job bangen müsse, sondiert Talent Cooper andere Möglichkeiten: Europa, Australien, dagegen eher unwahrscheinlich G League Ignite...

Das estnische durchaus große Talent Kerr Kriisa (15ppg bei Zalgiris) darf wegen lahmer Bürohengste der NCAA noch nicht für Arizona (Josh Green zu Dallas, Nico Mannion Warriors, Zeke Nnaji Nuggets und nun 6 neue international freshmen) ran. Man soll die nötigen Akten noch nicht bearbeitet haben... Dafür spielt er jetzt eben noch die EM-Quali-Bubble Ende November im Nationalteam. Der DBB ist da ja in einer anderen Gruppe im Einsatz.
 

theser

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In einer halben Stunde beginnt CBB? Nope, der Auftakt wurde abgesagt. 17 Uhr sollen die ersten bedeutungslosen Spiele starten. Wir werden sehen...




Dazu passen gleich 2 Fun Facts.
1.) Die Ivy League sagte vor ner Woche ihre Basketball-Saison ab. Also kein Yale (welches in der obigen Tabelle solange voran lag...
2.) Vier brandneue Programme nahmen ihr Booster-Geld in die Hand um in der Division I aufzurücken: Tarleton State (gecoacht von einem gefeuerten Kentucky-Coach), Bellarmine (Div II-Powerhouse, könnte sogar etwas Erfolg haben), UC San Diego sowie Dixie State (ein ehemaliges JuCo).
 

theser

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“A night of basketball, I think that’s what we all needed.", meinte Coach-Legende Tom Izzo. TTU-Kollege Beard: “Obviously lot to clean up, but a good start.” Damit lassen sich die meisten der über 100 Auftaktspiele ganz gut zusammenfassen, da eingerostete Favoriten zumeist obsiegten. Es ließen sich mal wieder Dutzende an witzigen Stories filtrieren, mal sehen wie weit ich bzw eure Aufmerksamkeitsspanne komme/kommt :LOL:

Cade Cunningham - der designierte Franchise Player debütierte beim Sieg seiner Oklahoma State stark mit 21/10/3/5TO. Dazu 2/5 Dreier und einige feine Midranger. Hat er das Werfen gelernt?
Evan "The Better Wiseman" Mobely überzeugte ebenso beim Overtime-Sieg der USC mit 21/10/3B/5TO.
Kentucky stürmte mit 4 Freshmen (plus 7-Footer Oliver Sarr, franz. Grad Tranfser) in der S5 auf's Feld und überraschte mit Teamchemistry. Wenn die stets blutjungen Wildcats schon im November liefern, weiß man zu was Coach Calipari sie im März bringen kann... Ihr wichtigster Prospect BJ Boston mit 15/7/ 0-4 Dreier in einem nicht ganz überzeugenden Spiel, aber es war klar, dass der potenziell beste Scorer der Klasse noch etwas grün ist. Krasse Defensiv-Highlights gab's auch von Freshman-Sprungwunder Isaiah Jackson. Ich glaube die Wildcats machen dieses Jahr wieder mal richtig, richtig Spaß.

-Virginia#4 (immer noch amtierender College-Champ) scheint seine NBA-Abgänge kompensieren zu können. Der kleine uns letztes Jahr so begeisternde Kihei Clark + Transfer Sam Hauser harmonieren sofort. Bei einem +45 Blowout setzte man ganze 17 Spieler ein!
-Heftig auch die 122-60 von Illinois#8 um Junior Ayo Dosunmu mit 28P, als Freshman Adam Miller ebenso viele Ps drauflegte.
-Iowa#5 mit Luka Garza (26/10), Arizona State#18 mit Remy Martin (26P) brachten ihre Poty-Kanidaten gut in die Saison
-Arkansas Razorbacks mit 142P und +80. Sie können also auch ohne Mason Jones (Houston Rockets) was. Ähnlich San Diego State, das ohne Malachi Flynn (Raptors) überraschend das hocheingeschätzte PAC12-Team UCLA#22 besiegte.
-Ganz eigenartig Ohio State, wo der Frontcourt jahrelang von Kaleb Wesson beackert wurde. Nun fehlt der im Draft übergangene College-Star den Buckeyes. Aktuell kämpft er um einen Spot im Warriors-Team.
-Georgia State und Georgia Tech duellierten sich über 4 OTs, am Ende gewann der Außenseiter GSU sogar vs den ACC-Rivalen (Duke, UNC, etc) erstmals seit den 1970ern. Die Panthers können wir uns also schon mal notieren...

Zeit für Highlights


Zum Abschluss: "Se Tschörmäns!"

Es hätte eigtl die Show von Franz Wagner werden sollen! Im teaminternen Scrimmage dominierte er mit 26P raus, auch beim Saison-Auftakt war er Michigans bester Mann, seiner Defense konnte auch der Senior-betonte Gegner nicht standhalten. Tja und dann musste er sich mit einem angeschlagenen Knöchel abmühen, nachdem er einem Ball nachjagte. Wolverins-Leader Isaiah Livers harmonierte immerhin ewig gut mit Transfer-Neuzugang Mike Smith. Michigan scheint die Abgänge der Legenden Zavier Simpson (Lakers) und Jon Teske (Magic) zu verkraften. Wagner letztendlich mit 9/6/2/ 4-10FGs und der Hoffnung schnell fit zu werden.

Ein harter Kampf in der eigenen Liga besteht wohl Sam Griesel (9/5, 29min als Starter) mit NDSU bevor. Beim deutlichen L gegen Favorit Nevada gelangen nur 48 Punkte, während Conference-Rivale South Dakota State das große West Virginia um 1st-Round-Kandidat Oscar Tshiebwe an den Rand einer Niederlage brachte.

Einen richtig schönen Achtungserfolg gab es für Finn Fleutes Montana State, welches die renommierten UNLV Rebels in deren Halle wegfegte. Fleute mit 1P in 8min half zwar nicht maßgebend mit, aber nicht alle Tage kann ein Big Sky-Program eines aus der ganz guten MWC (San Diego State, Utah State,...) erlegen.
Center-Riese Max Brackmann scorte seine ersten beiden College-Punkte, Lars Thiemann (10min, 2P) stand in der S5 seiner Cal, Isaiah Ihnen (6P) von Minnesota kam als wichtigster Mann von der Bank für 22min, als das Team einen guten Eindruck machte. Stretch-Big Collin Welp (11P) feuerte nur 4-16FGs als es für sein UC Irvine wie erwartet nur wenig zu holen gab gegen Pepperdine aus der WCC (Gonzaga, BYU,...). Astrein dagegen das Saint-Louis-Debüt von Martin Linßen (graduate transfer) mit 11P (7/8 FTs) in 19Min als Starting Center.

Beste Botschaft von Jonathan Baehre: Obwohl im Training das Knie angeschwollen sein soll, konnte er nach ewiger Zeit für Clemson auflaufen. Die nutzten den tiefen Kader auch aus, Baehre (17min, 2/1/2) half bei der 53-42-Abnutzungsschlacht gegen Mississippi State aus der SEC. Die Tigers sind in der ACC sowas wie ein freies Radikal. Man rätselt was sie reißen werden.

Edit: Das Debüt von Tristan Da Silva vergaß ich. Auf die ersten Zähler muss er aber noch warten. Seine Colorado "Buffs" setzten ihn 12 min ein, übrigens als einer der ersten von der Bank eingewechselt. Sein Freshman-Year ist sicher ein Lernjahr.
 
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Max Power

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Dieses Kentucky-Team ist ja Irrsinn. Morehead war jetzt kein Maßstab, aber wenn sich diese ganzen Freshmen schnell zurecht finden, dürfte das eine spaßige Truppe sein. Terrence Clarke auch mit 12/4/4 und 3 Steals beim Debüt, wird ja auch als möglicher Top 10-Pick gehandelt. Auf der Bank übrigens noch Obi Toppins Bruder, der von Rhode Island transferiert ist.
 

WallIn

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Das Debüt meines fave. Players Jalen Green wird ja noch etwas dauern in der G-League.
Cunningham sieht schon sehr reif aus, wobei von der Speed und Athletik kommt er mMn nicht an seinen Vergleich Ben Simmons ran.
 

theser

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Dieses Kentucky-Team ist ja Irrsinn. Morehead war jetzt kein Maßstab, aber wenn sich diese ganzen Freshmen schnell zurecht finden, dürfte das eine spaßige Truppe sein. Terrence Clarke auch mit 12/4/4 und 3 Steals beim Debüt, wird ja auch als möglicher Top 10-Pick gehandelt. Auf der Bank übrigens noch Obi Toppins Bruder, der von Rhode Island transferiert ist.
Absolut. Ihr Recruiting verlief neidisch machend gut. Mit BJ Boston (SG) und Terrence Clark (SF) zwei 5-Sterner, wo sich im Laufe der Saison durchaus noch entscheiden kann, wer der eigtl Superstar ist.
Mit Isaiah Jackson (F-C) und Devin Askew (PG) sowie Lance Ware (PF) und Cam'Ron Fletcher (SF) weitere ganze vier 4-Star-Recruits.

Als Sahnehäubchen wurden für Teamerfolg so extrem wichtige "Vets" geholt: Die Präsenz von Senior Oliver Sarr, der aus Wake Forrest kam ist von entscheidender Bedeutung. Die Gremien ließen sich Monate Zeit über seine Zulassung zu beraten, kurz vor Saisonstart kam das "Ja". Zweiter wichtiger Transfer (nach Redshirt) ist Davion Mintz. Ein Senior-PG, der aus Creighton kommt, wo man derart ausgefuchste Systeme laufen lässt, dass selbst zahlreiche NBA-Teams Spielzüge kopiert haben.
Dann war Jacob Toppin bestimmt der Typ, der am Draft Day auf Obis iPad live zugeschalten war :LOL: Mich wunderte bisher nur, dass er kein Redshirt-Jahr bekam...

Das Debüt meines fave. Players Jalen Green wird ja noch etwas dauern in der G-League.
Cunningham sieht schon sehr reif aus, wobei von der Speed und Athletik kommt er mMn nicht an seinen Vergleich Ben Simmons ran.
Die Saison der G League ist ja leider abgesagt. Bis auf zehn Showcase-Matches des Ignite Teams vs G-League-Auswahl soll es ja nichts geben,oder? Erste nichtöffentliche Scrimmages hat Ignite allerdings gewonnen.
Simmons weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr wie er auf dem College war.
 

theser

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Neben UK-Rasselbande gibt's weitere Contender. Die Wildcats von Villanova sind ziemlich gegensätzlich, denn während Lexington ein Durchlauferhitzer für One'n'Doner bleibt, zielt man in Pennsylvania auf hart arbeitende, strebsame, weniger flashige Jungs ab, die gerne ein 2.Jahr bleiben. Man zelebriert ein Halfcourt-System und fraglos komplexe Defense-Schemes. Ihr Output sind keine Franchise-Player oder Athletikwunder, aber für die NBA zumeist sehr gut gerüstete Jungs wie Mikal Bridges, Brunson, Lowry, Paschall, DiVincenzo - wie ihr seht: Alle erst etwas übersehen, aber allesamt starke Defender. Saddiq Bey von den Mavericks sollte sich da nahtlos anfügen.

In diesem Sinne ein Zitat einer Coach-Legende: "Best Thing about a freshman? He becomes a sophomore!" Novas James Robinson-Earl enttäuschte im Freshman-Year ein bisschen, um nun massiv abzuliefern. Mit 24/9-Schnitt startet der PF in die Saison und führte das Programm zum beeindruckenden Sieg über die ASU#18 um Remy Martin(nur 5P). Selbigen ärgerte man mit wechselnden Defendern. Nova hat sich seine #3-Ranking verdient.

Die Spielwoche um Thanksgiving wird "Feast Week" genannt. Da fädeln auch zu Covid-Zeiten einige Coaches hochklassige Duelle ein. Allen voran die nationale #1 Gonzaga stellt sich Kansas#6, Iowa#5, SEC-Größe Auburn, leider fiel das Duell vs Baylor#2 aus (Coach hat Covid)
(Zur Erinnerung: Wir befinden uns noch in einer Art Testspiel-Phase. Die wichtigen Conference-Spiele und Turniere kommen erst ab Dezember, obschon die aktuellen Spiele ins wöchentliche Ranking einfallen, welches auch darüber entscheidet, ob man zum March Madness-Turnier eingeladen wird).

Gonzaga holte vs Kansas ein 102-90. Die Zags kamen um zu zocken und der eigtl trotzdem ziemlich gute Gegner hatte defensiv Probleme. KU ließ seit Ewigkeiten nicht mehr +100-Punkte oder +60 in der Paint zu. Humoristisch zusammengefasst:

Die guten Nachrichten reißen nicht ab: Poty-kandidat Corey Kispert (23p), SO Drew Timme (25p); der superinteressante Florida-Transfer Andrew Nembhard bekam kurz vor dem Spiel die Zulassung und scorte 11P von der Bank. Über allem schwebte aber Top5-Kandidat/Freshman Jalen Suggs, er begann seine vermutlich nur kurze College-Karriere spektakulär mit einem Alley. In der ersten Hälfte noch mit etwas Foul Trouble scorte der Floor-General und geborene Leader 17 seiner 24P. Alles, was dieser junge Mann anfasst, wird zu Gold.

Die Zags sind also das Team, welches es zu schlagen gilt. KU-Coach Bill Self traut der Uni aus Spokane einen 38-0-Lauf zu wie Kentuckys Kampagne von 14/15 zu. Die legendäre Truppe um Aaron Harrison, Karl-Anthony Towns, Devin Booker, Willy Cauley-Stein, Tyler Ullis und Trey Lyles wurde erst im Final Four von den Wisconsin Badgers gestoppt.

___________
Wie abnorm masochistisch muss man sein um sich als das in der PreSeason auf den letzten Platz (356) getippte Team und schon letztjähriger Rote-Laternen-Halter einer Superwinz-Conference (wir reden von den Chicago State Cougars) einem Top-Programm wie Illinois#8 um Poty-Kandidaten Ayo Dosumnu zu stellen? Antwort: Man wurde als Notnagel zum Mini-Turnier eingeladen, da ein anderes Programm absprang. 55-11 Rebounds, 97-38-Endergebnis.

Einen Fund wollte ich teilen: einer spielte gestern mit Maske! Wollt ihr wissen für welche Uni er spielt?
Söhne ehemaliger NBA-Stars gibt's auch wieder. Bspw Jabri Abdur-Rahim/Virginia, Jayden Hardaway/ Memphis, DJ Rodman/WSU.
Shareef O'Neal, Sohn von Shaq, ist ein eher schlaksiger 2,08m langer Forward, der als 4-Sterne-Prospect bei den UCLA Bruins anheuerte, das erste Jahr wegen einer Herz-OP verpasste. Mittlerweile transferierte der bald 21-jährige zur LSU, für die er letzte Nacht sein Debüt von der Bank gab (1 Dreier).

Howard Bison - das einstige Dauerloser-Program des "Black Colleges" gewann in Makur Maker einen 5-Sterner. Manche sehen ihn als Top5-Pick, viele als todsicheren Bust, der garnicht erst in die NBA gehört. Gegen das äußerst solide arbeitende Midmajor-Program Belmont gab es beim 78-95 nix zu holen. Maker mit 11/8/5TO in 29Min soll ein paar gute Aktionen gehabt haben, Bilder gibt's keine. Daher ein Link zu seinem "Undefeated"-Artikel und ein Higjlight aus dem letzten Jahr...

Letztes Jahr überraschte uns Dayton und Obi Toppin aus einer eher kleinen Conference. Diesjährige Überraschung könnte Western Kentucky aus der "CUSA" sein. Charles Bassey (Junior-Center aus Nigeria) war eigtl schon im 20er-Draft als 1st-Rounder angedacht. Doch leider erlitt er anfangs der letzten Saison eine wahrlich ekelhafte Horrorverletzung. Jetzt ist der 20-jährige wieder zurück und führte seine Hilltoppers zu einem Prestige-Sieg gegen Memphis - dabei Bassey mit 21/14 und 7B! Schon morgen wartet mit West Virginia um Oscar Tshiebwe die noch heftigere Prüfung. Die Ganzfeldpresse der Mountaineers ist berühmt-berüchtigt.

Bei unseren deutschen Spielern gab's auch zwei schöne Nachrichten. Lars Thiemann holte für die "Cal"ein Career High mit 9P, leider nur gegen einen unterklassigen Gegner. Noch viel besser daher Jonathan Baehre für Clemson. Nach der Defensivschlacht gestern gewann man nun gegen die guten Purdue Boilermakers 81-70. Erstmals seit 73/74 starteten die Tigers mit zwei Siegen vs "Major Opponents", hieß es. Während das Programm also in der ACC ein Wörtchen mitreden wird, holte Baehre 11P/ 4-7FGs in 23min von der Bank, 9p in der 2.HZ und war schon so der difference maker. Diese Leistung ist angesichts seiner Verletzungshistorie kaum hoch genug einzuschätzen. Go Baehre!
 

theser

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Ladies and gentleman, hier die Schlussphase zwischen Virginia #4 und den San Francisco Dons:

Wir haben hiermit die erste große Überraschung der Saison. Die "Los Locos" gibt's seit 1910 und gewannen überhaupt erst zum 5.Mal vs ein Top4-Team, vermutlich als die NBA-Legende Bill Russell dort noch studierte. Wir dürfen damit festhalten, dass die oft so als "Gonzaga und sonst nix" belächelte WCC dieses Jahr gut drauf ist.

Gonzaga #1 weiter in beeindruckender Frühform (+23 vs Auburn). Oldschool-Big Drew Timme (28/10) schließt alle Lücken, die der nach Europa abgewanderte Filip Petrusev hinterließ (Timme von FR- auf SO-Year +17ppg!). Smart, zahlreiche Frontcourt-Skills, erinnert sehr an Jakob Pöltl.

Jalen Suggs (12/6a) ist schon ein klasse PG. Er treibt seine Jungs an, belohnt sie, wenn sie den Break mitlaufen, liest das Spiel. Seine "Draft stocks" sind zweifelsfrei gestiegen. Außerdem gestiegen: Covid-Gefahr. Der 600.Sieg von Coach Mark Few wollte ja ausgiebig in der Kabine gefeiert werden, doch mischte sich mittendrin ein Spieler, der gestern mit einem Covid-positiven Kontakt hatte. Die "GU" löschte die Feierszene schnell wieder von ihren Portalen. Noch ist es zu früh darüber zu urteilen, aber weder die "Zags" noch die NCAA haben klare Leitlinien im Umgang mit der Pandemie.

Die Fachwelt rätselt immer noch, ob Senior-Center Luka Garza ein 1st-Rounder ist. Letzte Nacht lieferte er 36P in einer Halbzeit, gesamt dann 41/9 in 29min. 3/3 Dreier, 3 Blocks. Das gesamte Paket möchte man meinen, aber die Athletik soll einfach niemals NBA-Level erreichen, sagt man. Nichtsdestotrotz sollten seine Hawkeyes die Big Ten rocken, was ziemlich historisch wäre.

West Virginia#15 (um die echt krass kräftigen Oscar Tschiebwe und Derek Culver) wurde von den kleinen Hilltoppers um Charles Bassey an den Rande einer Niederlage gebracht. Leider musste der wegen muskulärer Probleme ständig ausgewechselt werden, um auf nem Hometrainer zu radeln (15/8 in 19min). Charles Bassey ist dennoch ein Lottery Kandidat. Warum mag ich ihn so gerne?
Der Schlaks wurde von einem Jugendtrainer angesprochen als er in Nigeria (in zu kleinen Sandalen) gebratenes Hühnchen am Straßenrand verkaufte. 2 Jahre später wurde er als bester Spieler des Afrika Camps (von Toronto-GM Masai Ujiri gegründet) ausgezeichnet. Er zog nach Kentucky, ging zur Prep School, wurde zum 5-Star-Recruit.... und entschied sich warum auch immer für das Winz-Programm von Western Kentucky! Der Coach damals: "Warum soll er nicht bei uns spielen? Bei uns bekommt der Spielzeit." :LOL: Nach einer guten FR-Kampagne (14/10/2.4b-Schnitt) blieb er noch ein Jahr, brach sich aber früh das Schienbein und kam erst jetzt zurück. Was kann er defensiv:


Ein paar kleinere Funde:
- Scotty Pippen Jr (Ja, er ist der Sohn von Mr.Reibeisenstimme) kam aus einem schwachen FR-Year für Vanderbilt. Gestern wirbelte der 1,85m-kleine (in Schuhen) Combo Guard zu 25P und 14/14FT. Darf er gern wiederholen
- Wisconsin #7 kam wohl gut ins Spiel:
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- Tristan Da Silva wurde beim Sieg seiner Colorado Buffaloes nicht eingesetzt, Collin Welp (10/4 4-5 FG) kassierte die erwartete Niederlage vs San Diego State. Fun Fact: Bei Welps Anteaters findet man Jeron Artest. Vater von Ron Artest, Metta World-Peace oder wie er jetzt offiziell heißt: Metta Sandiford-Artest (ist der Name seiner Frau, ganz modern also der Mann)
 

theser

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Die Bärchen sind wieder los! Die nationale #2 Baylor musste ein paar Knallerspiele absagen, jettete aber gestern von Waco/Texas nach Vegas ohne zuvor den Gegner zu kennen.... Letztendlich wurde Louisiana aus dem "Sun Belt" mit +40 abgeschlachtet. Leader Jared Butler (17P) und Macio Teague (21P) sind in Form.

#3 Villanovas Coach Jay Wright suchte in "Bubbleville" auf die schnelle nach nem Gegner. Die Hokies von V-Tech ließen sich überreden. Erst gab's ne hässliche Defensivschlacht bevor die Wildcats in der 2.HZ davonzogen, einbrachen, sich mit einem uralten Trick in die OT retteten, dann aber doch die erste Niederlage kassierten. Lustig: Die Hokies haben niemanden über 2,05m und dominierten trotzdem Bretter + Zone. :crazy: Das schmeckte dem überraschten Coach Wright alles nicht so, aber er sah als guten Test an worin sich Nova noch verbessern muss. Als Trost darf ich anführen, dass V-Tech schon immer gerne Favoriten ein Bein legte. Der aus seinem besten Spiel kommende James Jeremiah Robinson-Earl: nur 14P.

Michigan State #13 (2-0) verlor Defensiv-Anker Xavier Tillmann (Grizzlies) und PG-Legende Cassius Winston (Wizards) an die NBA. Doch die Spartans zeigen bisher ordentliche Defense und super Ballverteilung:
Leader: Junior-Forward Aaron Henry zog vom Draft zurück. SO-Guard Rocket Watts kam grade aus dem Izzo-Doghouse, in dem schon mal jeder Spartan gesteckt wurde, der nicht 200% Einsatz zeigte. Marquette-Transfer Joey Hauser (JR, C) und nicht zuletzt der bald 24-jährige Joshua Langford, der zwei Jahre lang verletzt war und seit 2016 auf dem Campus "rumlungert". Sie alle halfen beim 26-0-Run während des Sieges über Notre Dame mit.

Noch etwas Top-Freshmen-Watch:
Duke griff erstmals ein (schwacher Gegner). Top10-Kandidat PF Jalen Johnson debütierte heftig mit 19/19/5/4B + 7TO. Er zeigte alles was er kann (Transition, Playmaker, Rimprotecter, Offense-Zentrum), bewies aber nicht, dass bekannte Löcher gestopft wurden (Halfcourt-Offense und Defense)
Makur Makers Howard ging gestern gegen ein Div II-Team unter... später verkündeten die Bison, dass Maker auf unbestimmte Zeit ausfällt. (nagende Hüftverletzung). Schade.

Ein Blick auf ein paar deutsche Spieler:
- Martin Linssen
vertritt bei St. Louis gerade den Start-Center und macht seine Sache wirklich richtig gut! Zwar "nur" 5/2, aber seine Defense war stark und so besiegte SLU die LSU ;) ! Viele Experten denken die Bilikens aus der A10 werden das beste Non-Power-Conference-Team des Landes.
- u2m-PF Sam Griesel mit ordentlichen 9/12 beim -22L vs BigTen-Nebraska.
- Isaiah Ihnen für Minnesota diesmal schwach.
- In Teilen Kaliforniens gibt es für zwei Wochen ein Kontaktsport-Verbot! Dies wird auch Auswirkungen auf den Uni-Sport haben, bspw auch Oscar Da Silvas Stanford. Saisonstart war für den 12.12. angedacht.

Zum Abschluss noch eine kleine Feel-Good-Story... macht's gut, bis die Tage!
 
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Max Power

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Kentucky verliert gegen Richmond :eek: die Wildcats dabei katastrophal von der Dreierlinie (0/10). Brandon Boston mit 20/10, aber er wartet nach zwei Spielen weiter auf seinen ersten erfolgreichen Dreier (0/7). Clarke mit 15/6, Jackson von der Bank mit 14 Rebounds ... aber 2/8 aus dem Feld.

Marcus Bagley, der kleine Bruder von Marvin, scheint sich bei Arizona State unterdessen auch einzuspielen. In den ersten beiden Spielen kam er im Schnitt auf 13 Punkte und 5.5 Rebounds, warf dabei aber nur 5/18 aus dem Feld ... heute führte er die Sun Devils mit 21 Punkten (6/9 FG, 4/6 3PT) zum Sieg über Houston Baptist.
 

theser

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Kentucky verliert gegen Richmond :eek: die Wildcats dabei katastrophal von der Dreierlinie (0/10). Brandon Boston mit 20/10, aber er wartet nach zwei Spielen weiter auf seinen ersten erfolgreichen Dreier (0/7). Clarke mit 15/6, Jackson von der Bank mit 14 Rebounds ... aber 2/8 aus dem Feld.

Marcus Bagley, der kleine Bruder von Marvin, scheint sich bei Arizona State unterdessen auch einzuspielen. In den ersten beiden Spielen kam er im Schnitt auf 13 Punkte und 5.5 Rebounds, warf dabei aber nur 5/18 aus dem Feld ... heute führte er die Sun Devils mit 21 Punkten (6/9 FG, 4/6 3PT) zum Sieg über Houston Baptist.
Ja, da war ich auch geschockt wegen UK :LOL: Nix mit 38-0-Lauf. Die müssen auch wohl richtig, richtig grottig gewesen sein und werden im Ranking erstmal aus den Top10 purzeln. Wobei ich aber anmerken muss, dass sich die Freshman-Truppen aus Lexington meist erst im Laufe der Saison entwickeln.
Die Spinnen aus Richmond bekamen übrigens schon vor der Saison 40 Stimmpunkte im Ranking (quasi #32), also hatten schon etwas Ansehen, obwohl sie "nur" aus der A10 kommen. Die haben eigtl nur Upperclassmen, 6 Seniors, in der Rotation. Die Erfahrung ist schon was Wert. Überhaupt ist die Conference dieses Jahr überraschend gut. Saint Louis (mit Graduate Transfer Martin Linssen) spielt phänomenal trotz zweier Ausfälle. Der lange verletzte Gibson Jimerson (so ein Shooter-Whitey mit 60% Dreierquote) gibt den Bilikens echt viel. Dazu noch das gefährliche Rhode Island, das größere Überraschungen bisher nur knapp verpasste... mit ihrem 1,75cm-Senior Fatts Russell. Die A10-Teilnehmer werden schon was zeigen müssen damit sie am Ende alle ne Einladung (at large bid) für das Turnier bekommen.

Zu den Sun Devils. Cool, bei Bagley wollte ich eh mal seinen Verwandschaftsgrad checken. Die ASU macht viel Spaß. Remy Martin und Bagley kennen wir ja schon. Aber das größte Talent ist wohl FR Josh Christopher. Ein 6'5-Guard mit vielen Utensilien, die ein NBA-Spieler braucht. Er hat neben Gonzagas Jalen Suggs seine Draft Stocks am drastischsten verbessert!

Hach, eigtl wollte ich eigtl heute ne Pause machen :D Egal. Bezüglich berühmte Verwandte: Bei Rutgers (3-0) spielt der Sohn von Ron Harper, selber Name nur mit Junior... und er ist auch Junior. Nicht so schlaksig wie sein Vater, sondern ein ziemlicher Brocken. Explodiert grad zu 21/8/3-Schnitt. Die Scarlet Knights wären letztes Jahr sicher ins Tournament eingezogen - erstmals seit '91 - wurden dann aber von dieser vermaledeiten Pandemie ausgebremst. Jetzt könnten sie die B1G (Big Ten) noch mehr aufmischen.

Auch die Michigan Wolverines müssen sich da warm anziehen. Sie gewannen zwar (Franz Wagner 6/13/3 in 32m), aber dies überraschend knapp nach OT gegen ein Noname-Team:
Mein lieber Scholli, Coach Howard stritt mit Isaiah Livers mächtig in der Auszeit! Die Zukunft ist sicher rosig, Coach Howard machte das Programm aus Ann Arbor wieder attraktiv für echte Top Prospects, wenn man das Recruiting für 21/22 sieht. Das war nämlich zuletzt ganz und gar nicht der Fall. Aber mit dem aktuellen Team läuft's eben nicht ganz rund. Ganz rund läuft auch Wagners Wurf (0 Dreier bisher) noch nicht, aber viele Experten kommen dennoch ins Sabbern, wie leichtfüßig sich der mittlerweile 2,07m lange Berliner bewegt und dabei noch extraordinäre Defense spielt -> FirstRound-Pick.
 
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theser

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Noch warten wir auf die Debüts der Tennessee-Jungs Keon Johnson und Jaden Springer oder auf FSUs Scottie Barnes. Aber mit Ziaire Williams von Stanford debütierte letzte Nacht ein weiteres Supertalent. All der Hype scheint gerechtfertigt. Elegant, geschmeidig, leichtfüßig, Range, gute Team Defense. "Effortless" war das meist verwendete Wort der Scouts.

Der 6'8-Forward ist der größte Prospect, der jemals das Cardinal-Rot überstreifte. Üblicherweise tun sich zukünftige Starspieler nicht den akademischen Stress in Stanford an, denn dort gibt's zumeist keine Ausflüchte und Sonderbehandlungen. Nun, eigentlich hätte man von Williams mehr Rohheit und weniger Durchsetzungsvermögen erwartet. In Big Boards lag er bisher auf 5-8, er könnte aber bald deutlich steigen.

Beim souveränen Sieg über das SEC-Team Alabama (quasi #31 der Nation) half ihm ein erfahrenes, eloquentes Team. So startete auch Oscar Da Silva in seine Senior-Kampagne mit starken 13/7/3/3B.

In der nächsten Runde des "Maui Invitational" (dieses Jahr allerdings nicht auf Hawaii, sondern in den Bergen North Carolinas) wartet das Quasi-Heimteam UNC#14. Die himmelblauen Tar Heels um Top Prospect-Guard Caleb Love und FR-Überraschung RJ Davis (6'0-Winzling) gewannen letztendlich sehr souverän vs UNLV. Mit den starken Bigs Armando Bacot (SO-Center) und Garrison Brooks (SR-PF) wird Da Silva defensiv viel zu tun haben.

Auch das von Coach-Legende Rick Pitino betreute Programm von IONA - liegt in New Rochelle, am Rande NYs - startete in die Saison. Zwar gab's ne fette -22L vs das heftig favorisierte Seton Hall, aber unser Berliner Freshman-Forward Dwyane Koroma debütierte mit satten 23min von der Bank. 5/2/2, vieles richtig gemacht, erfreulich. Seinen Dreier traf er sogar zur 45-44-Führung, als dann aber Sandro Mamulakeshvili (der SR-Center aus Georgien ist zweifelsfrei einer der drei besten NCAA-Euros) Ernst machte, war der Aufstand vorbei.

Die anderen Deutschen spielten zusammen keine 20 Minuten und scorten 1P. Isaiah Ihnen, Lars Thiemann und Max Brackmann. Vor allem bei ersten beiden etwas besorgniserregend.

Schon vor dem Spieltag wurde ja das neue Ranking bekannt gemacht. Natürlich führt weiterhin Gonzaga (Suggs, Timme, Kispert, Ayayi) vor Baylor (Butler,Teague).
Villanova fiel von 3 auf 12, Kentucky von 10 auf 20. Richmond und Virginia Tech sind nun gerankt an #19 bzw #16.


Franz Wagners Michigan wegen zweier eher unrühmlichen Siege rausgefallen, aber quasi/virtuell/inoffiziell auf #26. Saint Louis mit Martin Linssen auf #28, Oscar Da Silvas Stanford auf #35, aber sollten letzteres kommende Nacht UNC bezwingen, startet der Hype erst richtig.
 

Whizkidd

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@theser danke für deine Infos ;)
Ich versuche heuer wieder mehr College Games zu verfolgen. Weiß jemand von Euchob ich DAZN auch College Games vom Basketball sehen kann? Weil College-Football wird ja auch dort gezeigt. Oder wo schaust du zb: @theser ?

Ich bin ja besonders gespannt auf Kentucky - da hat mich die Niederlage sehr gewundert, Cade Cunningham und Scottie Barnes sowie James Bouknight.

Danke
Whizzy
 

theser

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Ich glaub nur DAZN bietet ne kleine Auswahl, die einigen bestimmt aber reicht. Kommende Nacht der Kracher Michigan State #8 vs Duke#6, oder bald Illinois #5 vs Baylor #2. Viel mehr als ein paar Spiele/Woche werden's vermutlich erstmal nicht.
Einige kleinere Conferences streamen kostenlos auf ihren Seiten. Die PAC12 streamt sogar einige Spiele, die nicht im nationalen TV laufen, auf YouTube.

Ich nutze einen VPN, um bei US-Portalen (AT&T) zu streamen. Ansonsten kann man immer mal bei Reddit nach NCAA Basketball Streams suchen. Dort sollte eigtl jedes Spiel auffindbar sein.

@theser
Ich bin ja besonders gespannt auf Kentucky - da hat mich die Niederlage sehr gewundert, Cade Cunningham und Scottie Barnes sowie James Bouknight.
James Bouknight ist wirklich ein guter Spieler, dessen Name im Thread bisher fehlte. Ich nahm mir vor ihn zu erwähnen, wenn die UConn aufgedreht hat. Aber jetzt passt's auch. Der 6'5-Guard geht ja ins zweite Jahr bei den Huskies. Die Uni ist jetzt endlich wieder ein richtiges Basketball-College und zurück in seiner wahren Heimat der Big East Conference. Aus fehlgeleiteten Motiven wechselte man einige Jahre die Conference, als man im Football Fuß fassen wollte.

Erstklassige Facilities, leidenschaftliche und riesige Fan-Community sowie ein vermutlich fantastischer Coach in Dan Hurley (Bruder von ASUs Bobby Hurley, auch so ne College-Spieler-Legende, der in NBA aber nicht gut war). Jetzt strahlt wieder alles, doch die letzten Jahre waren ein demütigender Niedergang. Heftig vor allem, da man mit 4 nationalen Titeln aus den letzten 21 Jahren das erfolgreichste Programm dieser Zeit ist! Mit dem überehrgeizigen Football-Plänen übernahm man sich gewaltig, finanziell wie auch fachlich. Dass Ex-Coach Kevin Ollie (dem man nach gerichtlicher Schlammschlacht noch heute Millionen-Beträge überweisen dürfte) auch nur mehr wenig Sinnvolles vollbrachte, passte da gut rein.

Bouknight ist nun jedenfalls der Star des Programms, welches in den nächsten Jahren wieder zu alter Stärke finden sollte. Schon im FR-Year war der "Ritter" viel besser als es seine Zahlen (13ppg) vermuten lassen. Mit Slams, Athletik, Defense, als Distributor und überraschend guter Rebounder fiel er auf.
Nachdem er vor der Freshman-Kampagne nach Minirempler Fahrerflucht begangen hatte, wurde er kurz suspendiert und hatte nen etwas "rocky start". Aber später während der AAC-Games scorte er knapp 20ppg, wenn ich mich recht erinnere. Vor der Saison übrigens "nur" in die 2.BigEast-PreSeason-Auswahl gewählt zählt er nun zu den stärksten Risern der frühen Saison (19/6-Schnitt). Um aber im kommenden Draft in den lottery picks anzukommen, sollte er unbedingt noch den Wurf stabilisieren, wobei seine starken Freiwurfraten von 80%+ da einiges versprechen. Seine Huskies haben noch zu arbeiten, Bouknight selbst könnte am Ende der Saison dann durchaus als All-American (also beste 5 der NCAA) dastehen.
 
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theser

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Drei große Spiele: "Maui Invitational"-Halbfinale UNC vs Stanford, sowie die "Champions Classics" UK vs KU und MSU vs Duke:

UNC-Coach-Legende Roy Williams hatte gegen seinen ehemaligen Lehrling Jerod Haase am Ende die besseren Plays. 8 Punkte Führung zur Hälfte reichte dem Cardinal nicht trotz 24 Ballverlusten des Gegners. Der historische Stand damit 13-0 für sie. Oscar Da Silva brachte sich, wie leider oft gegen starke Bigs, schnell selbst in Foul Trouble. Er kam auf 13P, scorte Stanfords einzigen Dreier in 2.HZ, blieb aber bei einem mickrigen Rebound in 22min. Rebound-Battle 23-42. Freshman Ziaire Williams (10P) konnte sich nicht ganz entfalten, lieferte aber ein solides Allround-Game.

FunFact: Wisst ihr, dass Stanford-Coach Haase seinem jetzigen FR Williams einen 25-seitigen Brief schrieb? Sein darin enthaltenes Versprechen einlöste und 364 weitere folgen ließ? So bekam Stanford seinen "best Prospect ever".

Die Tar Heels #14 (3-0) mit ihren mannhaften Bigs Bacot und Brooks sowie den nervenstarken Guards Leaky Black und Caleb Love (Top10-Prospect, unterirdische 1.HZ, gute zweite) scheinen damit wieder ne ordentliche Kampagne am Laufen zu haben. Letztes Jahr gab's die erste "loosing season" unter Coach Williams.

UConn oder Villanova... alles tolle Programme, die wir hier zuletzt hervorhoben. Sie sind auf ihre Art angesehen, aber wie man so schön im Jargon sagt: "They have a different shade of blue". Echte "Bluebloods" also adlige Blaublüter sind dann doch nur die alten, legendären Programme Duke, Kansas, Kentucky, UNC, UCLA und die Hoosiers aus Indiana. Sechs große Häuser sind die "Original Bluebloods", daran wird sich nichts ändern. Man kann aber gerne diskutieren über Michigan State, Louisville (das reichste aller Programme), Nova, Syracuse und Georgetown, die aktuell oder einst bessere Programme haben/hatten.

So gesehen ist das zweijährliche Champions Classic mit UK, KU, MSU und Duke ein wahres Schmankerl. Kentucky#20 vs Kansas#7 wollte dies dann aber so gar nicht sein. Die obigen Highlights verfremden das grausige Spiel. (KU 29%FG, UK 36%). Bei der Wildkatzen-Rasselbande muss wohl doch die geringe Team-Chemie benannt werden: 7 Freshmen und letztendlich auch die 3 Transfer-Vets von kleineren Programmen sind eben allesamt Kentucky-Rookies. In der festen Rotation steht kein einziger Wildcat, der letztes Jahr das Trikot trug. Geben wir der Truppe einfach noch etwas Zeit. Allen voran BJ Boston (12P, 4-13FG, 0-4 Dreier), der trotz eines schwachen Spiels fantastische Ansätze hat. Historisch führt Kentucky nun übrigens 23-11.

Michigan State#8 vs Duke#6 : Damn, die Blue Devils sind grüner als die MSU! Nur weil die Spartans am Ende allerlei Leichtsinn anstellten, gab's kein zweistelliges L. Bei Dukes Auftakt mit 6 Freshmen wirkte Forward Jalen Johnson noch wie die Reinkarnation Grant Hills! Gestern (11/4) wirkte er überfordert und machte keinen Stich gegen die Elite-Defense um Aaron Henry. Übrigens bildeten er sowie die beiden Scoring Guards Joshua Langford und Rocket Watts (20P, starke 2way-Leistung) eine krasse Defense-Achse. Allerdings klaffte ein Loch auf Eins, so musste Combo-Forward Henry die meiste Ballverteilung übernehmen. Ob dies langfristig gut geht? Nö.

Sonst so:
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- Rocket Watts war schon im Doghouse bei MSU, nun packte Virginias Coach Bennett nach einem zuletzt peinlichen L Kihei Clark auf die Bank und ließ nen Freshman ran (der machte nur 2P, Bennett: "War ne persönliche Entscheidung"). Clark war ein Key Contributer beim 19er Titelgewinn und sollte diese "Erziehungsmaßnahme" bestimmt bald überwunden haben.
- Villanovas (#12) Coach Wright geißelte sich nach dem L vs V-Tech, seine Starter zu lang eingesetzt zu haben. Also testete er ausgiebig: 50P von der Bank, Jeremiah Robinson-Earl (den Namen zu schreiben geht mir echt auf den Sack, einigen wir uns auf JRE? ) scorte nur 2P in 36min. So tickt Nova eben, selbst der Leader sollte an diesem Tag Roleplayer-Aufgaben übernehmen.
- In Louisville (4-0) kommt nun endlich der lange angeschlagene, langgewachsene Allrounder-PG David Johnson (Sophomore) in Form mit 18/7/5/1/2-Schnitt in den letzten 2 Spielen. Er harmoniert gut mit Freshman-Center Dre Davis, zerlegte gemeinsam Western Kentucky (Charles Bassey (13/15/5B) problemlos und so sollte das Programm alsbald im Ranking auftauchen.
- Das Mobley-Brüdergespann von USC holt sich beeindruckenden Sieg vs BYU. Evan Mobley (17/11) brillierte, es wurden mitunter Vergleiche zu Karl-Anthony Towns College-Tagen gezogen.
 
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