Olympia 2016 - Alle Jahre, wieder - Deutsche Sportler verkacken...


Roberts

Moderator Boxen
Teammitglied
Beiträge
8.443
Punkte
113
Sport ist eine ganz einfache Geschichte, Menschen rennen, springen, hüpfen, schwimmen, werfen, schießen etc. und am Ende eines Wettkampfs erklären die deutschen Sportler und Funktionäre wortreich, warum auch diesmal wieder nach Kräften versagt wurde.

Die Deutsche Verlierermentalität - Unfug oder Tatsache?
Haben es deutsche Sportler einfach mental nicht drauf oder warum wird so häufig verkackt?
Wird in anderen Nationen besser gedopt?

Was sind die Gründe oder ist es nur eine einseitige, unzutreffende Behauptung - Die Diskussion ist eröffnet.
 

Murphy

Bankspieler
Beiträge
7.036
Punkte
113
Standort
Bremen
Die These ist natürlich sehr provokant und bewegt sich zwingend in dem Zusammenhang zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung, zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

Fakt ist, dass die Deutschen insbesondere dort erfolgreich sind, wo sie technische Vorteile, z.B. in Form von Infrastruktur genießen, was insbesondere bei den Olympischen Winterspielen deutlich wird. Bestes Beispiel dafür ist die Dominanz im Rennrodeln, verfügt Deutschland doch über 4 Kunsteisbahnen (Winterberg, Königssee, Oberhof, Altenberg). In im Unterhalt teuren Sportarten wie Pferdesport sind die Deutschen auch erfolgsverwöhnt.

Überall dort, wo man mit vergleichsweise einfachen Mitteln (von Doping mal abgesehen) zu sichtbaren Erfolgen kommen kann, z.B. im Schwimmen oder den Laufwettbewerben der Leichtathletik ist die Konkurrenz ungleich größer. Darüber hinaus verspricht die Sportkarriere für viele Starter aus anderen Nationen im Erfolgsfall auch Prosperität und Anerkennung. In Deutschland ist doch alles sehr Fußball-fokussiert, so dass Talente oftmals erst auf dem Zweit- oder Drittweg in ihre jetzige Sportart gelangen. Manche Sportarten haben in Deutschland einfach keine Tradition oder segeln unter dem Radar.

Profisport unter Amateurbedingungen ist vielfach eine Herzensangelegenheit und weniger eine Chance auf die Verbesserung von Lebensumständen. Es ist somit radikal gesagt mehr ein teures Hobby als mit Ehrgeiz und Gier versehende Flucht nach vorn, in ein "neues" Leben.

Ein weiterer Aspekt ist natürlich auch, dass mittlerweile die gut ausgebildeten deutschen Trainer vom Markt profitieren und ihr Heil nicht zwingend in Deutschland suchen. Das Niveau gleicht sich somit auch an. Geheimnisse gibt es in den Trainingswissenschaften doch kaum noch, zumal Doping hin oder her ein Großteil der Leistungssteuerung durch Mediziner unterstützt wird.

Abschließend würde ich schon konstatieren, dass Deutschland zwar eine Sportnation ist, aber die Leistungsbereitschaft wie in vielen Bereichen der Gesellschaft stark von monetären Zügen geprägt ist. Leistungsdruck kommt nur aus der intrinsischen Motivation, so dass die Folge des "Versagens" keine wesentlichen essentiellen Auswirkungen hat, außer für das eigene Ego.
 

Jungleking

Bankspieler
Beiträge
1.014
Punkte
113
Standort
KS
Das ist doch mal wieder ein Indiz für die Wahrnehmung von Sportlern in Deutschland... Da findet man oft Neid und Missgunst anstelle von Wertschätzung und Bewunderung.

Nur mal ein paar Namen, nicht zwangsläufig auf Olympia bezogen, die im Ausland eine unverhältnismäßig größere Wertschätzung genießen als hier in D

Boris Becker, Lothar Matthäus, Timo Boll, Jürgen Klinsmann (als Spieler), Dirk

Verkacken ist natürlich bewusst provokativ, aber ich denke die generell negative Einstellung gegenüber Sportlern spielt da schon eine Rolle in der Wahrnehmung.
 

Hans A. Jan

zu gut für die 3. Liga
Beiträge
17.474
Punkte
113
Okay, provokativ. Die Bundesrepublik Deutschland ist sportlich wieder da angekommen, wo sie vor der Wiedervereinigung gestanden hat.
 
  • Like
Wertungen: Ken

Big d

Bankspieler
Beiträge
17.441
Punkte
113
Die These ist natürlich sehr provokant und bewegt sich zwingend in dem Zusammenhang zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung, zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

Fakt ist, dass die Deutschen insbesondere dort erfolgreich sind, wo sie technische Vorteile, z.B. in Form von Infrastruktur genießen, was insbesondere bei den Olympischen Winterspielen deutlich wird. Bestes Beispiel dafür ist die Dominanz im Rennrodeln, verfügt Deutschland doch über 4 Kunsteisbahnen (Winterberg, Königssee, Oberhof, Altenberg). In im Unterhalt teuren Sportarten wie Pferdesport sind die Deutschen auch erfolgsverwöhnt.

Überall dort, wo man mit vergleichsweise einfachen Mitteln (von Doping mal abgesehen) zu sichtbaren Erfolgen kommen kann, z.B. im Schwimmen oder den Laufwettbewerben der Leichtathletik ist die Konkurrenz ungleich größer. Darüber hinaus verspricht die Sportkarriere für viele Starter aus anderen Nationen im Erfolgsfall auch Prosperität und Anerkennung. In Deutschland ist doch alles sehr Fußball-fokussiert, so dass Talente oftmals erst auf dem Zweit- oder Drittweg in ihre jetzige Sportart gelangen. Manche Sportarten haben in Deutschland einfach keine Tradition oder segeln unter dem Radar.

Profisport unter Amateurbedingungen ist vielfach eine Herzensangelegenheit und weniger eine Chance auf die Verbesserung von Lebensumständen. Es ist somit radikal gesagt mehr ein teures Hobby als mit Ehrgeiz und Gier versehende Flucht nach vorn, in ein "neues" Leben.

Ein weiterer Aspekt ist natürlich auch, dass mittlerweile die gut ausgebildeten deutschen Trainer vom Markt profitieren und ihr Heil nicht zwingend in Deutschland suchen. Das Niveau gleicht sich somit auch an. Geheimnisse gibt es in den Trainingswissenschaften doch kaum noch, zumal Doping hin oder her ein Großteil der Leistungssteuerung durch Mediziner unterstützt wird.

Abschließend würde ich schon konstatieren, dass Deutschland zwar eine Sportnation ist, aber die Leistungsbereitschaft wie in vielen Bereichen der Gesellschaft stark von monetären Zügen geprägt ist. Leistungsdruck kommt nur aus der intrinsischen Motivation, so dass die Folge des "Versagens" keine wesentlichen essentiellen Auswirkungen hat, außer für das eigene Ego.
Die Leute in diesen Randsportarten sind auch fast immer Akademiker aus gutem hause, die viel eigenes Geld in ihren Sport gesteckt haben. wirklich leben kann man bei uns eigentlich nur von Fußball und Tennis (vielleicht noch Handball), deshalb wird es für diese engagierten Amateure (bzw. halbprofis wenn bei der Bundeswehr) schwer gegen die Profis bzw. collegesportler aus den USA zu bestehen, die im Gegensatz zu den bei uns studierenden (die ja teilweise nicht mal ein pflichtparaktikum verschieben können) ihren Studienplan voll auf den Sport zugeschnitten haben.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
  • Like
Wertungen: Ken

desl

Moderator Boxen & Motorsport
Teammitglied
Beiträge
20.323
Punkte
113
Oh Gott ... Deutschland ist so schlecht ... schaut euch den Medaillenspiegel an ... soooo schleeeecht ... wir sind sooooo am Ende.

Die Medien überschlagen sich mal wieder in Kompetenz, wenn es darum geht, wie man am besten über den Medaillenspiegel Rückschlüsse zieht.

Wo gab's bisher Entscheidungen? Judo? Straßenradrennen? Schießen? Schwimmen? Leichtgewichtige Gewichtheber?
Ich kann mich nicht erinnern, dass es da mal so was wie eine "deutsche Medaillen-Garantie" gab ... erstrecht nicht bei den Schwimmern, die bei manchen Spielen nur außerhalb des überdachten Beckens Medaillen geholt haben.


Am Ende kommt dann der große Aufreger, weil es eine Mannschaft mit mehreren Spielern (Hockey oder Fußball oder so) am Ende nur schafft EINE EINZIGE Medaille zu holen, während bei anderen Nationen womöglich ein Sportler in ein Schwimmbecken hüpft und 4 Goldmedaillen erschwimmt.
Klar ... das sind deutlich mehr Medaillen bei deutlich weniger beteiligten Personen ... das zeigt dann natürlich, dass in anderen Ländern viel besser gearbeitet wird und so weiter...


Ein Problem ist auch immer irgendwo die Mentalität, dass viele sich nicht für starke Leistungen von Sportlern anderer Nationen freuen können bzw. diesen Beifall klatschen mögen, sondern lieber auf das schwächere Abschneiden der Landsmänner zeigen. Eigentlich sollen die Spiele ja auch irgendwo immer ein Sport-"Fest" sein ... aber bei all den Problemen in Brasilien und mit den ständigen Doping-Gedanken im Hintergrund sind das in Rio wohl mit die "ernstesten" Spiele der jüngeren Geschichte.
 

RightyRight

Bankspieler
Beiträge
6.081
Punkte
113
Verstehe aber auch nicht was man von den Ergebnissen her noch erwartet? Wie hier schon irgendwo angesprochen, war man bei den letzten Sommerspielen immer auf 5. oder 6, dazu noch ein stärkeres Bild bei den Winterspielen (Turin konnte man sogar "gewinnen"). Direkte Nachbarn/Konkurrenten im Sommer Frankreich, Italien, Südkorea und auch GBR. Im Winter dann die wirklichen "Big Player" mit den Amis, Russland, Kanada oder auch Norwegen. Für eine Nation mit 80 Mio Einwohnern ist das schon verdammt stark. Winter und Sommer zusammengfasst dürfte Deutschland wohl direkt hinter USA, China und Russland stehen und das bei wie gesagt der deutlich geringeren Einwohnerzahl. Darauf runtergebrochen ist man wahrscheinlich die stärkste Sportnation überhaupt... Ich glaube London hat eindrucksvoll gezeigt, dass man erst einmal die Füsse still halten sollte. Die Mediallen werden kommen.
 

RoyalChallenger

Nachwuchsspieler
Beiträge
982
Punkte
93
Welche deutschen Sportler haben denn bisher verkackt? Die Vielseitigkeitsreiter, aber bei denen kann man nun wirklich nicht von "mal wieder" reden. Dann meinetwegen noch Boll. Aber der Rest war doch absolut im Rahmen des erwartbaren. Wenn man natürlich überall Ergebnisse wie im Damen-Rodeln erwartet, dann haben natürlich alle verkackt :crazy:
 

theIrish

Nachwuchsspieler
Beiträge
5.910
Punkte
3
Die Leute in diesen Randsportarten sind auch fast immer Akademiker aus gutem hause, die viel eigenes Geld in ihren Sport gesteckt haben. wirklich leben kann man bei uns eigentlich nur von Fußball und Tennis (vielleicht noch Handball), deshalb wird es für diese engagierten Amateure (bzw. halbprofis wenn bei der Bundeswehr) schwer gegen die Profis bzw. collegesportler aus den USA zu bestehen, die im Gegensatz zu den bei uns studierenden (die ja teilweise nicht mal ein pflichtparaktikum verschieben können) ihren Studienplan voll auf den Sport zugeschnitten haben.
Nur profitieren ja von dem College system in den USA ja nicht nur die amerikaner die University of California die dieses Jahr fast alle National Title im Rudern geholt hat (und traditionell in Sportarten die mit Wasser zu tun haben recht stark ist) hatten in ihren zwei Frauen 8ern zum Beispiel 2 deutsche, eine Australierin, 1 Kanadierin, und eine Norwegerin und das sind jetzt nur die beiden 8er die Titel geholt haben.

Auch das mit dem Fußball ist so naja....die besten mögen in Deutschland Fußball Spielen aber in den USA spielen sie Football...und Basketball die USA könnten wahrscheinlich 3 Basketball Teams nach Rio schicken und die würden Gold, Silber und Bronze holen.


Verstehe aber auch nicht was man von den Ergebnissen her noch erwartet? Wie hier schon irgendwo angesprochen, war man bei den letzten Sommerspielen immer auf 5. oder 6, dazu noch ein stärkeres Bild bei den Winterspielen (Turin konnte man sogar "gewinnen"). Direkte Nachbarn/Konkurrenten im Sommer Frankreich, Italien, Südkorea und auch GBR. Im Winter dann die wirklichen "Big Player" mit den Amis, Russland, Kanada oder auch Norwegen. Für eine Nation mit 80 Mio Einwohnern ist das schon verdammt stark. Winter und Sommer zusammengfasst dürfte Deutschland wohl direkt hinter USA, China und Russland stehen und das bei wie gesagt der deutlich geringeren Einwohnerzahl. Darauf runtergebrochen ist man wahrscheinlich die stärkste Sportnation überhaupt... Ich glaube London hat eindrucksvoll gezeigt, dass man erst einmal die Füsse still halten sollte. Die Mediallen werden kommen.
Es wurde gesagt...Deutschland hat nur 80 Millionen Einwohner es ist ein Wunder das Deutschland überhaupt so erfolgreich ist wo die Konkurenz doch viel mehr menschliches Rohmaterial zur Verfügung hat. Man fragt sich ja wieso Norwegen dann im Wintersport immer so weit vorne dabei ist...wo die Ja nur 4 Millionen Einwohner haben...

Man muss das in der Verhältnissmäßigkeit sehen und ich konzentriere mich hier mal auf die Sommer Spiele da die Winterspiele eh ein Sonderfall sind (es gibt vielleicht 6-7 Länder auf der ganzen Welt die alle Vorraussetzungen haben um im Wintersport Erfolgreich zu sein...)

Deutschland hat die 3. meisten Sportler an diese Olympischen Spiele geschickt mit 425 Die USA mit über 500 und Brasilien mit 465 sind hier 1. und 2. ist ja ganz klar das Deutschland da weniger schickt hat man ja viel weniger Einwohner als Brasilien und die USA...ganz klar Deutschland ist underdog Deutschland ist also nicht der Versager sondern ist eigentlich besser als die USA und Brasilien denn man hat ja viel weniger Einwohner...dumm nur das Australien mit seinen 24 Millionen Einwohnern 421 Athleten zu den Olympischen Spielen schickt.

Die frage ist also wie Erfolgreich ist Deutschland im Verhältnis dazu das man die 3. meisten Athleten dorthin schickt.
Obwohl das schon auch für Deutschland spricht das man so viele Athleten da hinschickt ich meine der Wtiz schelchthin ist für mich hier Sttereich die schicken 71 Leute da hin...im vergleich zu Schweden (152), Belgien (108) und der Schweiz (104) ist das einfach nur lächerlich länder die die Hälfte an Einwohnern haben wie fucking New Zealand schickt 199 Athleten zu den Olympischen Spielen Norwegen 62. 71 Leute....müssen die andern die Grenze bewachen oder was? Und dann kommen die Leute noch an und sagen Östereich ist eine Wintersport Nation...wo? Im Medaillien Spiegel der letzten Winterspiele sind sies jedenfalls nicht.

Also zusammen gefasst es ist nicht nur die haben viel mehr Einwohner als Deutschland...
Da lässt Australien Deutschland ganz schön doof aussehen wenn man bedenkt das Australien etwas mehr als 1/4 der Einwohner hat und Australien noch in 3 Sportarten Top 3 ist die in Deutschland nichtmal professionel betrieben werden...da geht dann auch die die besten Spielen in Deutschland halt Fußball gleich nochmal flöten.

Es sind auch nicht nur rein die Strukturen...obwohl ich persönliche ja der Überzeugung bin das die USA da das beste Nachwuchs System der Welt haben aber die anderen Westlichen Länder fallen nicht so weit ab...

Persönlich glaube ich ja das sowohl wir Amis als auch unsere Kumpels von Down Under und unsere Nachbarn im Norden im durchschnitt einfach physich und mental tougher sind als der durchschnittliche Mitteleuropäer. Das ist teilweise ne Frage von Mentalität, Teilweise ne Frage des Klimas (wir haben nunnal die härteren winter, die heißeren sommer...in manchen gegendend er USA und in Austalien kann dich jedes vierte Tier das dort lebt töten)...es ist auch ne frage von Strukturen wir haben nicht dieses Sozialsystem, wir haben keinen Kostenlosen Zugang zu Bildung. Ich glaube auch das bei uns diese tough guy und jock mentalität deutlich ausgeprägter ist. Und bei vielen sachen ist das ein Nachteil aber beim Sport ist das ein Vorteil.

Aber das sind nur meine 2 Cent
 

Big d

Bankspieler
Beiträge
17.441
Punkte
113
Ich denke der Anreiz kostenlose Bildung zu bekommen ist schon viel wert, bei uns gibt es diesen anreiz einfach nicht, da studieren sowieso kostenfrei ist.

Bei uns ist es oft so, dass Sportler bis U18 ganz vorne dabei sind, aber im übergang zum Uni oder Berufsleben kommt das die Stagnation. Die Konzentration wird dann auf etwas anderes gelegt.

in den USA ist Sport dagegen für viele die einzige Chance sich eine top Bildung leisten zu können, daher sind die Athleten im übergang zum college umso motivierter.
 

Wurzelsepp

Bankspieler
Beiträge
4.209
Punkte
113
Standort
Hier
Die Grösse der Teams hängt doch auch sehr stark davon ab, bei wie vielen Mannschaftssportarten man dabei ist: Fussball "bringt" viele Teilnehmer, aber maximal 2 Medaillen (H/D), gleich im Hockey oder Rugby. Gleich viele Athleten im Schwimmen bringen halt vielleicht 10 oder noch mehr Medaillen.
Darum sehe ich die Anzahl Athleten nicht wirklich als "grosses" Kriterium an, da sind die Unterschiede zwischen den Sportarten einfach zu gross.
 

RightyRight

Bankspieler
Beiträge
6.081
Punkte
113
@theIrish

Muss man imo schon etwas differenzierter sehen. Nehmen wir Dein Beispiel der toughen Austrailier, wo holen denn diese die meisten Medaillen? Richtig, wie hier schon angesprochen wurde im Schwimmen. 2012 waren es von den insg 35 Medaillen allein 10 (dahinter 6 und 5 beim Radsport und Rudern) (Deutschland nur eine einzige). 2008 in Peking waren es von insg 46 20 (Deutschland nur 3)! Es spielt eben schon eine entscheidende Rolle wie populär gewisse Sportarten in einem Land sind und Schwimmen ist es in Deutschland de facto nicht. Dazu stellt Deutschland allein für die Mannschaftssportarten 82 Sportler, bei nur 5 zu vergebenen Medaillen. Beispielsweise in der Leichtathletik erringen Deutsche und Australier bei ähnlich grosser Teamzahl ähnliche Ergebnisse (2012 8 für D und 3 für AUS/ 2008 1 x D und 4 x AUS). Da sehe ich jetzt auch nicht wo sie besonders tougher sein sollen.

Nehmen wir mal die USA (die btw auch in meinen Augen das beste System haben), China und Russland weg (die wohl einerseits krasser dopen und andererseits sich immernoch mehr als alle anderen durch den Sport definieren), bleiben in den Top 10 jeder Olympiade mit GBR, Italien, Japan oder auch Südkorea direkte Nachbarn und/oder andere hochentwickelte Nationen mit ähnlichen Voraussetzungen. Imo sind das die Nationen mit denen wir konkurrieren und die wir zusätzlich mit der Winterolympiade relativ klar in den Schatten stellen (trotz ähnlicher Voraussetzungen). Australien bildet da eigentlich die einzige Ausnahme, nimm da aber Schwimmen, Rudern/Kanu weg und die landen nicht einmal mehr in den Top 20. Dazu haben wir hier bedingt durch die moderne Infrastruktur ein relativ hohes sportliches Niveau, wirkliche Superstars a la Phelps, Bolt oder eben damals Thorpe in der Leichtathletik oder auch im Schwimmen, sucht man aber vergebens. Wodurch den meisten Sportarten weiter das Zugpferd fehlt und somit vor und nach Olympia niemanden interessieren... Ansonsten sehe ich nicht wie Deutschland noch besser mit China, USA oder Russland konkurieren will und somit imo eigentlich relativ gut ihr vorhandenes Potential ausschöpft.
 

LeZ

Bankspieler
Beiträge
16.984
Punkte
113
Das ist absolut eine Frage des Einzelnen. Manche "verkacken", und da spielt sicher auch die geänderte Mentalität in Deutschland eine Rolle. Andere, wie z.B. die aktuelle Handballergeneration, verkacken überhaupt nicht, sondern befinden sich in einem Hoch. Boll ist körperlich auf dem absteigenden Ast, Petko auch, Kerber hat diesmal nicht verkackt sondern marschiert Richtung Gold, und so weiter. Die Frage ist, ob man es möchte dass "der Deutsche" wieder ein mentaler Wehrmachtssoldat ist der mutig für den Endsieg kämpft, oder lieber der aktuelle Basketballer der nicht mal die Eier hat zum Rebound zu gehen wenn da ein böser Gegner steht der einem weh tun könnte. Es gibt aber eben auch die Hartings die immer noch nervlich stark sind.
 

theIrish

Nachwuchsspieler
Beiträge
5.910
Punkte
3
@theIrish

Muss man imo schon etwas differenzierter sehen. Nehmen wir Dein Beispiel der toughen Austrailier, wo holen denn diese die meisten Medaillen? Richtig, wie hier schon angesprochen wurde im Schwimmen. 2012 waren es von den insg 35 Medaillen allein 10 (dahinter 6 und 5 beim Radsport und Rudern) (Deutschland nur eine einzige). 2008 in Peking waren es von insg 46 20 (Deutschland nur 3)! Es spielt eben schon eine entscheidende Rolle wie populär gewisse Sportarten in einem Land sind und Schwimmen ist es in Deutschland de facto nicht. Dazu stellt Deutschland allein für die Mannschaftssportarten 82 Sportler, bei nur 5 zu vergebenen Medaillen. Beispielsweise in der Leichtathletik erringen Deutsche und Australier bei ähnlich grosser Teamzahl ähnliche Ergebnisse (2012 8 für D und 3 für AUS/ 2008 1 x D und 4 x AUS). Da sehe ich jetzt auch nicht wo sie besonders tougher sein sollen.

Nehmen wir mal die USA (die btw auch in meinen Augen das beste System haben), China und Russland weg (die wohl einerseits krasser dopen und andererseits sich immernoch mehr als alle anderen durch den Sport definieren), bleiben in den Top 10 jeder Olympiade mit GBR, Italien, Japan oder auch Südkorea direkte Nachbarn und/oder andere hochentwickelte Nationen mit ähnlichen Voraussetzungen. Imo sind das die Nationen mit denen wir konkurrieren und die wir zusätzlich mit der Winterolympiade relativ klar in den Schatten stellen (trotz ähnlicher Voraussetzungen). Australien bildet da eigentlich die einzige Ausnahme, nimm da aber Schwimmen, Rudern/Kanu weg und die landen nicht einmal mehr in den Top 20. Dazu haben wir hier bedingt durch die moderne Infrastruktur ein relativ hohes sportliches Niveau, wirkliche Superstars a la Phelps, Bolt oder eben damals Thorpe in der Leichtathletik oder auch im Schwimmen, sucht man aber vergebens. Wodurch den meisten Sportarten weiter das Zugpferd fehlt und somit vor und nach Olympia niemanden interessieren... Ansonsten sehe ich nicht wie Deutschland noch besser mit China, USA oder Russland konkurieren will und somit imo eigentlich relativ gut ihr vorhandenes Potential ausschöpft.
Ich mag mich täuschen aber so weit ich weiß galt Deutschland sogar mal als Schwimm Nation...davon ist natürlich nichts mehr übrig aber man fragt sich ja doch wieso.

Und natürlich muss man immer differenzieren aber naja es wurde hier ja das Argument gemacht der Fußball der Fußball...Deutschland ist in Teamsportarten ja auch nur in Fußball und Handball wirklich gut...Australien hat ein viertel der Einwohner und gehört wohl in Rugby Union, Rugby League und Cricket zu den Top 3 Teams der Welt...das wird ja aber nur in nder Hand voll Länder gespielt! Ja so wie Handball...wenn sich zwei der Handball Nationen vor 26 bzw 23 Jahren nicht gezehnteilt hätten würde Handball heute wahrscheinlich in 6 Ländern gespielt.
Aussie Rules Football spielen die auch noch das ist wie Football keiner sonst spielt es und keiner sonst kann es...

Ansonsten ist es ja schon so das Deutschland von Jahr zu Jahr schlechter abschneidet ob die Erwartungshaltung jetzt realistisch ist oder nicht sei mal ein anderes Thema.
 

MadFerIt

Apeman
Beiträge
15.416
Punkte
113
Persönlich glaube ich ja das sowohl wir Amis als auch unsere Kumpels von Down Under und unsere Nachbarn im Norden im durchschnitt einfach physich und mental tougher sind als der durchschnittliche Mitteleuropäer. Das ist teilweise ne Frage von Mentalität, Teilweise ne Frage des Klimas (wir haben nunnal die härteren winter, die heißeren sommer...in manchen gegendend er USA und in Austalien kann dich jedes vierte Tier das dort lebt töten)...es ist auch ne frage von Strukturen wir haben nicht dieses Sozialsystem, wir haben keinen Kostenlosen Zugang zu Bildung. Ich glaube auch das bei uns diese tough guy und jock mentalität deutlich ausgeprägter ist. Und bei vielen sachen ist das ein Nachteil aber beim Sport ist das ein Vorteil.
genau. und die kenianer rennen alle so gut, weil sie in ihrer kindheit immer vor den löwen weg rennen mussten...
 

Hans A. Jan

zu gut für die 3. Liga
Beiträge
17.474
Punkte
113
Gold und Silber, ich hoffe jetzt werden alle ein wenig ruhiger. Gleich noch Slalom.
 

Analyst

Nachwuchsspieler
Beiträge
1.250
Punkte
0
Ich schätze mal, dass die Hälfte des deutschen Olympiakaders von der Hand in den Mund lebt. Schwimmen z. B. ist doch für fast alle deutsche Athleten der absolute Draufzahlsport. Einige Dutzend Stunden in der Woche trainieren und wenn man die lächerlichen Einkünfte, die sich meist allein auf die Sporthilfe beschränken, gegenrechnet, dann kommt man gerade so auf einen Stundenlohn, der mit Glück über den Mindestlohnsatz liegt.

Wenn du dann 30 bist, darfst du dir einen neuen Job suchen.

Wie hieß noch mal der Schwimmer, der vor zwei, drei Jahren kurz nach einem Riesenerfolg seine Karriere beendete?

Der arbeitet jetzt als Eisverkäufer und hat in Interviews ganz klar gesagt: "Ich höre mit Schwimmen auf, weil ich was verdienen muß!"
 
Oben