Quo vadis, Sozialdemokratie? - Der SPD-Thread

desl

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Wann gab es denn in D das letzte Mal einen Quereinsteiger, der eine Spitzenposition in der Politik eingenommen hat, außer als Grüßaugust im Schloss Bellevue?
Das kommt schon noch. Wie schon an anderer Stelle erwähnt ... seine Partei wurde in meinem Wahllokal bei der Europawahl zweitstärkste Kraft:

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SunMagic

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Bleibt die Frage nach der Definition nach jungen Emporkömmlingen. Für mich können diese auch in den 30er sein und somit schon paar Jahre Arbeitswelt auf dem Buckel.
Ich weiß nicht wie alt Gutenberg damals war, aber der war doch auch jung, frisch und neu mit dennoch reichlich Erfahrung. Solche Kategorien wünsche ich mir für die neuen Generationen an Politker.
Guttenbergs Erfahrungen bestanden vor allem aus der Verwaltung des Familienunternehmens, Aufsichtsratsposten und Übertreibungen anderer Stationen. Wenn das ausreicht, kann man schlecht auf der anderen Seite jemand, der noch im Studium ist kritisieren.

Und Sebastian Kurz als Studienabbrecher ist dann wohl auch für alle, die Kühnert kritisieren ein No-Go nehme ich an.
 

LeZ

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Die SPD muss vor allem mal wesentlich klarer und stärker im Präsentieren von tatsächlichen Ideen werden, und auf solche Fake News sofort und lautstark genug mit ausreichender Reichweite reagieren. Die wurde ja vom Enteignungsfake völlig überfahren ohne zu reagieren.
 

SunMagic

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Die SPD muss vor allem mal wesentlich klarer und stärker im Präsentieren von tatsächlichen Ideen werden, und auf solche Fake News sofort und lautstark genug mit ausreichender Reichweite reagieren. Die wurde ja vom Enteignungsfake völlig überfahren ohne zu reagieren.
Es ist doch eher so, dass die Klarstellungen nicht mehr wirklich wahrgenommen oder ignoriert werden. Siehe auch den Veggie-Day "Skandal" bei den Grünen.
 

NcsHawk

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Was haltet ihr von Lafontaines Idee, die Linke und SPD zu fusionieren?
Für einen solchen Zusammenschluss muss noch viel passieren.
Die SPD muss viel Spitzenpersonal (und Agenda Poltiker) abstoßen und wahrscheinlich noch einige Punkte in der Wählergunst verlieren.
Die Linke müsste sich nach ganz Links abgrenzen.

In einigen Jahren könnte das aber für beide Parteien der richtige Weg sein um ein stärkeres linkes Gewicht in der Politik bilden zu können.
 

LeZ

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Super, ein DDR-Revival mit der SED, und einer Alibi-"SPD" um davon abzulenken dass es die alte SED ist. Braucht man unbedingt. Vor allem die Außenpolitik der "Friedenspartei" mit "Rettet die Maduros dieser Welt!", Verbrüderungen auf Kuba und Eiertänzen einmal rund um die Krim wird sicher lustig. Wenn's wenigstens "menschlicher Sozialismus" wäre, das wäre sinnvoll umgesetzt nicht mal verkehrt. Was kommen wird ist aber Apparatschik-Stalinismus inklusive härtester Geschichtsklitterung und Anbiederung an alte Kadergefährten, und eine unverantwortliche Parolen-Politik die bei unpassenden Realitäten wie in Syrien ganz schnell in die andere Richtung schaut. Also die aktuelle SPD nur in ganz, ganz schrecklich.
 

Tony Jaa

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Was haltet ihr von Lafontaines Idee, die Linke und SPD zu fusionieren?
Es ist eine sehr gute Idee, um das Ego vom Narzissten Oskar zu befriedigen.

Das ist eine Branding-Geschichte. Auf der einen Seite haben wir eine Partei, die wenn sie nicht existieren würde, übermorgen gegründet werden könnte, ohne dass es einen Unterschied machen würde. Ich stelle die Legitimation der Linken im Bundestag nicht in Frage, aber sie hat weder Reputation, Geschichte oder sonstwas.
Auf der anderen Seite haben wir die stolzeste, älteste und für die Geschichte Deutschland prägendste Volkspartei. Die Partei, die den Nationalsozialisten die Stirn geboten hat. Die Partei, die große Bundeskanzler gestellt hat.
Die Ostpolitik Brandts ist die größte politische Errungenschaft in der Geschichte der BRD. Weit höher einzustufen als die Wiedervereinigung, die mehr oder weniger unvermeidbar war. Das hätte zu dem Zeit auch kein anderer Kanzler als Brandt, die größte deutsche Persönlichkeit, geschafft.
Helmut Schmidt, der wahrscheinlich fähigste deutsche Kanzler, hat die BRD durch ihre größte innenpolitische Kriese geführt. Ich würde keinem anderen Politiker Deutschlands diese Leistung zutrauen.
Bei Gerhard Schröder muss ich sagen, dass ich immer noch nicht verstehen kann, wie man aus der Rückblende seine Leistungen so verkennen kann. Die wichtigste Frage, die sich einem Bundeskanzler stellen kann, ist die Wahl zwischen Krieg und Frieden. Mit einer konservativ-liberalen Regierung wären wir in den Irak-Krieg marschiert. Wenn man sich anschaut, welche Konsequenzen damit einhergingen, hätte dies das Land vollkommen verändert. Dagegen wäre die Flüchtlingsdebatte Kindergeburtstag. Liegt aber sicherlich daran, dass für die meisten Krieg nur ein abstraktes Konstrukt ist, und man sich niemals mit der kontrafaktischen Situation beschäftigt.

Wie gesagt, die SPD ist die größte und bedeutendste Partei Deutschlands. Wenn man ihr die Geschichte nimmt, was hat sie dann?
Eine Fusion zwischen SPD und der Linken wäre wie ein Zusammenschluss zwischen Mercedes Benz und Dacia.
 

Aldous Orwell

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Wie gesagt, die SPD ist die größte und bedeutendste Partei Deutschlands. Wenn man ihr die Geschichte nimmt, was hat sie dann?
Eine Fusion zwischen SPD und der Linken wäre wie ein Zusammenschluss zwischen Mercedes Benz und Dacia.
Eher wie HSV und St. Pauli. Die SPD ist schon lange kein Daimler mehr.

Die alten Verdienste helfen der SPD heute nicht mehr, sie brauchen einen Kurs- und Personalwechsel. Die UK-Labour-Party könnte hier als Vorbild dienen. Die haben innerhalb kürzester Zeit mit einem linken Programm hunderttausende neue Mitglieder gewonnen. Ich sehe auch bei der Linkspartei kein großes Potential. Das Programm ist stark, aber das bekommen sie nicht kommuniziert. Dazu sterben in Ostdeutschland die Stammwähler weg und im Westen sind die Vorurteile immer noch zu stark und die Grünen beliebter. Eine Fusion wäre nur wünschenswert, wenn die SPD die Seeheimer zur CDU schickt und wieder auf ihre Kernkompetenz setzt ("for the many, not the few").
 
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liberalmente

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Ich sehe auch bei der Linkspartei kein großes Potential. Das Programm ist stark, aber das bekommen sie nicht kommuniziert.
Was echt am Personal liegen muss, denn es ist ja nicht nur Corbyn, sondern auch Sanders, Warren und AOC, die das in den USA sehr gut kommunizieren und Wähler begeistern. Das kann nicht nur an der englischen Sprache liegen. ;)
 

LeZ

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Bitte nicht die "linken" Ideen von AOC mit denen der SED Linkspartei in einen Topf werfen, danke! "Die Linken" haben mit liberalen US-Demokraten so wenig zu tun wie ein Elefant mit einer Maus, obwohl die Spezies' gar nicht so weit auseinanderliegen.
 

Aldous Orwell

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Die Ablehnung des Putsches ist absolut berechtigt. Natürlich muss man dennoch Maduro kritisch betrachten. Die Gruppe war aber auch nicht repräsentativ für die komplette Partei.

Wo unterscheiden sich Gysi, Lafontaine und Brandt in ihrer Ostpolitik?

Rechtsnachfolge ist eine Formalität, mit dem heutigen Programm hat das nichts zu tun. Ein typisch hysterischer Springer-Artikel.
 

LeZ

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Frau Cortez lehnt also einen Einmarsch von US-Truppen in Venezuela ab, das bedeutet natürlich dass sie voll auf der Seite dieses armen, unverstandenen, guten Sozialisten ist.

Ich würde eher sagen, Frau Cortez auf der Position der Linkspartei zu verorten sagt eigentlich alles. Oder mit anderen Worten, netter Versuch. Wenn jetzt Brandt noch auf der Position der Linkspartei entdeckt wird, kann man seine Rotationsenergie nutzen um die Energiewende sofort nachhaltig umzusetzen, man braucht nicht mal mehr Windkraft.
 

Tony Jaa

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Trump ist eine Katastrophe, aber in dieser Hinsicht geht die Kritik doch völlig ins Leere. Mit dem typischen Republikaner wie Jeb oder Möchtegern-tough guy Marco Rubio wäre Amerika längst wieder im Krieg. Das ist die eine Sache, in der Trump konsequent und besonnen ist, deswegen waren diese Solidarisierungsaktionen von AOC und Co auch eher peinlich als sonstwas.
 

SunMagic

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Trump ist eine Katastrophe, aber in dieser Hinsicht geht die Kritik doch völlig ins Leere. Mit dem typischen Republikaner wie Jeb oder Möchtegern-tough guy Marco Rubio wäre Amerika längst wieder im Krieg. Das ist die eine Sache, in der Trump konsequent und besonnen ist, deswegen waren diese Solidarisierungsaktionen von AOC und Co auch eher peinlich als sonstwas.
Von welchen Solidierungsaktionen redest du?