1. Liebe Sportforen.de-User,

    nachdem das Sport1-Forum inzwischen seine Pforten geschlossen hat, möchten wir hier eine langjährige Tradition von dort weiterführen, die User aller Unterforen zusammenbrachte und ein großes Event darstellte - der Musik GrandPrix.

    Der Ablauf ist ähnlich wie beim allseits beliebten Eurovision Song Contest: Ihr reicht einen Titel eurer Wahl ein und dann wird unter allen Teilnehmern der Sieger gewählt. Alle Informationen zu diesem Event findet ihr im Musikforum. Den Thread zum 1. Sportforen Musik-GrandPrix findet ihr dort ganz oben.

    Bei Fragen schaut im Thread nach oder wendet euch an den "Veranstalter" JimmyDream.

    Viele Grüße und viel Spaß bei der Teilnahme!
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Russland/China Thread... ein langer Weg zur Demokratie?!

Dieses Thema im Forum "Non-Sports" wurde erstellt von victory, 13. August 2008.

  1. Benny

    Benny Team-Kapitän

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    Naja, die Homos sind halt für viele abnormale Kranke, die die Leute infizieren wollen und deshalb in ihren Rechten eingeschränkt werden. Das ist krude, asozial und dumm, aber es folgt halt einer, wenn auch geisteskranken, Logik.

    Prügelnde Familienväter hingegen kann man eigentlich nicht öffentlich gutieren, selbst wenn man selber einer ist.
     
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  2. xEr

    xEr MVP

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    Goutieren nicht, aber verharmlosen. Ich finde die Logik jetzt nicht "abwegiger" als die gegen Homosexuelle.

    Ist halt beides bescheuert..
     
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  3. bender

    bender MVP

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    Ich glaube nicht dass Putins Plan, die westlichen Demokratien zu schwächen, darin besteht ein paar tschetschenische Pseudo-Exilanten Kadyrow-Fahnen schwenken zu lassen. Die Sendung geht irgendwie am Thema vorbei.
     
  4. Tuco

    Tuco MVP

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    Der Schwerpunkt lag am Anfang etwas stark darauf, ja. Insofern fand ich die zweite Hälfte auch interessanter.

    Es zeigt zumindest, dass Berichte etwa bezüglich Versuchen der Beeinflussung von Wahlen im Ausland wohl nicht nur Verschwörungstheorien sind, wie ja teilweise behauptet wird.
     
  5. Le Freaque

    Le Freaque Moderator

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    Das glaubt aber doch, bis auf Cut-man natürlich, auch niemand, oder?
     
  6. ricard

    ricard All-Star

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    http://www.stern.de/politik/deutsch...-doku-offenbar-manipuliert-wurde-6687386.html

    Unser Staatsfernsehen hat sich schon einmal blamiert und wieder in ihrem ZDDDFFF...
     
  7. Tuco

    Tuco MVP

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  8. liberalmente

    liberalmente Moderator

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    @xEr

    Dieser Post trifft es schon sehr gut. Ich denke ich habe deutlich gemacht, dass ich gar nicht weiter davon entfernt sein könnte, diese Ansicht zu teilen, aber sie hat eben zu einem gewissen Grad eine historisch-kulturelle-religiöse Tradition. Das gilt übrigens auch für die Prügelstrafe bei der Erziehung von Kindern. Die war ja "selbst" bei uns noch bis Ende der 1970er Jahre erlaubt. Deswegen kann ich eine Ultra-Konservative Sicht bei diesen Themen "verstehen", so sehr ich sie auch ablehne (!!).

    Wie man sich aber als Abgeordneter hinstellen kann und prügelnde Ehemänner zu Ordnungswidrigkeiten erklären will, das übersteigt meine Fähigkeiten des Verständnisses. Ich meine, völlig klar, auch bei uns werden Frauen verprügelt. Das wird zum Glück insgesamt betrachtet weniger und wenn es passiert, steigt die gesellschaftliche Ächtung, aber dass es das gibt und dass Männer unter der Hand miteinander reden und die "ausgerutschte Hand" relativieren, ist schon klar. Aber eben unter der Hand, nicht in offenen gesellschaftlichen und legislativen Diskussionen.
     
  9. big D

    big D MVP

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    liu xiaobo ist tot. Der chinesische friedensnobelpreisträger durfte das land nicht mehr für eine Behandlung verlassen.

    Man sollte imo auch wieder kritischer mit china sein. Bei aller berechtigten Kritik an trump und co ist china einfach immer noch 10 mal schlimmer.

    Natürlich sollen wir keinen konflikt mit china anfangen, aber hin und wieder eine kleine spitze oder kränkung des chinesischen egos durch die europäischen Politiker ist schon angebracht wenn es um kritik der Zustände geht.

    Da fühlen sich Chinesen ja sehr leicht angegriffen wenn man interne dinge kommentiert und da sollte man auch konsequent weiter in der wunde bohren. Mehr machen kann man eh nicht, aber das muss man schon tun, auch wenn es arrogant und von oben herab wirkt.

    Ich denke irgendwann wird es auch in china den umsturz geben und die leute nicht nur wirtschaftliche Freiheit fordern.
     
  10. sabatai

    sabatai Guest

  11. big D

    big D MVP

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    Wobei man auch nicht wirklich mit tibetischen Protesten rechnen konnte, so viele Tibeter gibt es ja in Deutschland nicht. Das zeigt aber natürlich auch mal wieder das China bei aller wirtschaftlichen Entwicklung immer noch meilenweit davon entfernt ist eine Demokratie zu sein. Man kann natürlich argumentieren das beim Fußball keine politik gemacht werden soll, aber das die Chinesen da so dünnhäutig reagieren zeigt schon wie weit es mit der freien Meinungsäußerung in China ist.
     
  12. sabatai

    sabatai Guest

    Ich bin ehrlich gesagt auch überrascht von der chinesischen Reaktion auf diesen recht harmlosen Protest. Es war doch abzusehen, dass es Aktionen in diese Richtung geben wird. Den Gegnern dieses Projekts hat man jetzt natürlich eine Steilvorlage geliefert. Weitere Provokationen sind vorprogrammiert.
     
  13. Young Kaelin

    Young Kaelin former NUSBTS-Champion & CAAO-Champion

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    Naja, ich finds etwas seltsam, dass man angesichts des zugegegebenermassen harmlosen Protestes dieses hier und seine Auswirkungen auf politische Demonstrationen im Stadion offenbar schon vergessen hat:

    [​IMG][​IMG]

    Von mir aus könnten sie friedlich!!! ihre Fahnen und Parolen schwenken. Ich persönlich hätte nix dagegen.

    Dass der Fussballverband aber kein Interesse an diesbezüglichen Provokationen und folgenden Konflikten haben kann müsste eigentlich auch klar sein, sonst werden politische Konflikte dann wirklich in den Stadien ausgetragen und das braucht doch irgendwie auch keiner.
     
  14. big D

    big D MVP

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    Wobei man mit dem argument dann auch die Proteste von den football und Basketball spielern in den USA während der Hymne verbieten könnte. Oder aktionen gegen rassismus.

    Klar umgekehrt würde man natürlich keine rechten parolen hören wollen, es ist also nicht so einfach.

    Man will natürlich keinen Klassenkampf im stadion haben, aber festzulegen was zulässig ist und was nicht ist schon nicht leicht.
     
  15. Young Kaelin

    Young Kaelin former NUSBTS-Champion & CAAO-Champion

    Registriert seit:
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    mein Bild ist immer mal wieder verschwunden, vielleicht hälts jetzt:

    [​IMG]

    ich seh einen gravierenden Unterschied zwischen Rassismus und internationalen und nationalen Problemen und Konflikten. Gegen Rassimus macht ja immer mal wieder der Fussball selber Aktionen.

    Ist die tibetische Aktion verständlich? grundsätzlich schon, ebenso wie die Schweizer stop it chirac Aktion und andere.

    In unseren Breitengraden schätz ich die Lage so ein, dass die Sympathie da beim Tibet liegt und damals wohl auch beim Protest gegen Chiracs Atomversuche. der Dalai Lama schadet der tibetanischen Sache auch nix.

    Trotzdem: Tibet / China ist ein Problem, das man nicht über den Sport lösen sollte.

    Ich hatte da mal mit meiner chinesischen Freundin eine Diskussion über Tibet/China. Mir rauchte am Ende der Kopf, weil sie viel historisches wusste und das Pferd von einer völlig anderen Seite her aufzäumte. Jedenfalls geh ich davon aus, dass dies, was sie mir da mitteilte, die offizielle chinesische Haltung ist, die für mich definitiv eine andere war, als ichs mir in unseren Breitengraden zu hören gewohnt bin. Was da jetzt wirklich stimmt? Ich merkte jedenfalls definitiv, dass ich absoluter Laie bin und im Grunde sehr wenig weiss.

    Hat das jemals wirklich was gefruchtet, wenn sich die Politik in den Sport eingemischt hat? Hat ein Olympia-Boykott was gebracht?
    Naja, der Boykott von Russland 1980 ist rückblickend sowas von lächerlich. ich geh auch davon aus, dass heutzutage kaum mehr jemand weiss, wieso 1980 boykottiert wurde, das mag bei den Olympischen Spielen 1956 noch etwas anders sein. Der Grund für den Boykott 1980 ist aus heutiger Sicht nicht ohne Ironie.

    Die Positionen Russland/China seh ich grundsätzlich völlig unterschiedlich. China hat die Zügel wirtschaftlich passabel in der Hand. Wenn die den USA wirtschaftlich den Stecker ziehen wollen, behaupte ich, können die das. Deshalb seh ich da für China betreffend Demokratie wagen nicht den gleichen Leidensdruck, wie das bei Russland MITTELFRISTIG der Fall sein KÖNNTE. Bei Russland sieht das insbesondere wirtschaftlich anders aus. Die strampeln noch n wenig, aber wirtschaftlich sind die einfach auszurechnen. Ich sehe jedenfalls die Chancen auf einen Umsturz in Russland grundsätzlich deutlich höher als in China, insbesondere wenn sich das russische Volk infolge Jahre der ungesäuerten Brote ihre Oligarchien nicht mehr toleriert.

    Kurzfristig gibts wohl weder bei Russland noch bei China grossartige demokratische Veränderungen.
     
  16. sabatai

    sabatai Guest

    Der Dalai Lama schadet den Tibetern sehr wohl. Es ist quasi ausgeschlossen, dass Tibet jemals ein autonomer Staat wird. Die Lobbyarbeit des Dalai Lama führt lediglich dazu, dass sich die Lage vor Ort nicht entspannt.

    Was man "in unseren Breitengraden zu hören" bekommt, ist oftmals ausgemachter Blödsinn. Die deutsche Berichterstattung in Bezug auf China ist grundsätzlich sehr negativ, oder besser gesagt, manipulativ. Wenn man Google bemüht, findet man aber auch ein paar objektive Artikel im Netz auf deutscher Sprache. Die Tibetfrage ist auf jeden Fall ein sehr komplexes Thema, das verschiedene Sichtweisen zulässt und keineswegs einfach zu beantworten ist. Ich kenne zwei Professoren der Tibetologie, die zwei unterschiedliche Meinungen vertreten. Am Ende des Tages spielt auch einfach die persönliche Gewichtung der Faktoren (z.B. Recht auf Selbstbestimmung vs. historische Faktenlage) eine entscheidende Rolle.
     
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  17. big D

    big D MVP

    Registriert seit:
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    13.812
    In der tibet frage kann man natürlich 2 Meinungen haben, das Problem ist doch eher das china immer noch eine völlig gleichgeschaltete informationspolitik hat und andere Meinungen mundtot macht (in noch viel extremerem Maße als Russland).

    Das unterscheidet sie natürlich nicht von vielen anderen Demokratien, aber dennoch zeigt es wo china steht.

    Die chinesen die ich kenne sind da allerdings auch eher unkritisch, Politik sehen sie als sache von denen da oben (die wissen schon was sie tun), der fokus der leute liegt da sehr stark auf materiellen dingen. Wo die chinesen westen wollen ist im Konsum, die sind noch 10 mal Konsum und Markengeiler als die Amis und Europäer. Solange die chinesische Regierung diesen konsum für die Ober und Größer werdende Mittelschicht sichert werden die leute die Unfreiheit akzeptieren.

    Konflikte wird es erst geben wenn die Zunahme der Mittelschicht langsamer wird und die Unterschicht die Durchlässigkeit nicht mehr als gegeben sieht und die Hoffnung verliert, dann wird es neid geben.

    Die chinesen machen das clever. Sie wissen das es noch keine Revolution wegen abstrakten dingen wie Freiheit gibt.diese dinge können zusätzliche ideologische triebkraft haben, aber Auslöser ist eigentlich immer materielle Ungleichheit (selbst bei der französischen Revolution ging es ja am
    Anfang um brotpreise, erst in 2. Linie wird dann das ganze System hinterfragt).

    Solange genug den Aufstieg schaffen ist es auch egal das es noch 700 mio arme chinesen gibt, die Hoffnung reicht aus.
     
  18. Flöpper

    Flöpper Non-Sports Moderator

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    1.527
    Hat sich deine Meinung geändert? :)

    Es geht aber tatsächlich nicht um die Frage wie man nun zu Tibet steht. Es geht darum, dass es Sache der Vereins ist, ob man solche Äußerungen im Stadion zulässt. Und hier finde ich es schon gut, wenn der Verein nicht einschreitet. Schließlich sind die Äußerungen so unproblematisch von der Meinungsfreiheit gedeckt und legitim. Wie sonst sollen Leute mit Verbindungen zu Tibet in Deutschland Aufmerksamkeit für ihr Anliegen erzeugen?
    Es ist auch keine Einmischung des Sports in die Politik. Es ist vielmehr die politische Meinungsäußerung im Kontext von sportlichen Veranstaltungen. Das kann uns in Zeiten in denen es auch zahlreiche poltisierte Ultra-Gruppen gibt doch nicht wirklich erschrecken. Dass der Sportplatz kein diplomatisch geschützter Raum ist, dürfte vorher jedem klar gewesen sein.

    Wenn die chinesischen Funktionäre mit Meinungspluralismus nicht klar kommen, dann müssen sie die Spiele hier nicht veranstalten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. November 2017
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  19. sabatai

    sabatai Guest

    Demokratie bedeutet aber nicht automatisch soziale Gerechtigkeit. Da es in China kein Mehrparteiensystem gibt, kann der Staat die wirtschaftliche Entwicklung nachhaltiger planen und muss dabei keine Rücksicht auf kurzsichtige Wahlversprechen nehmen. Ich denke diese Planungssicherheit ist die Triebfeder des chinesischen Wirtschaftswunders. Das würden westlichen Medien aber niemals so kommunizieren, da das politische System in der Volksrepublik China ja grundsätzlich "böse" ist.
     
  20. RightyRight

    RightyRight Auswerter

    Registriert seit:
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    Wessen ungesäuertes Brot?!o_O Das ist wieder so eine typisch westliche Scheuklappensicht... Also erstens hat sich die russische Wirtschaft stabilisiert und wächst gar wieder an. Zweitens, wenn Du schon vom ungesäuerten Brot der Oligarchen redest, genau das gab es in den 90er Jahren... Extreme Armut, Arbeitslosigkeit, Kriminalität und Korruption, Mord und Todschlag (auf offener Strasse)... Und DAS haben die Menschen bis heute nicht vergessen! Was aber der eigentliche Punkt ist, wenn man denkt, dass der Russe aufgrund ausländischer Sanktionen auf die Barrikaden geht, dann ist man entweder ungebildet oder naiv. Eher wird Putin zum Zaren ausgerufen, als dass das Volk in stürzen wird. Er hatte rückgängige Umfragewerte als wieder sowas wie eine Mittelschicht entstand und es dieser immer besser ging. Reichtum und Wohlstand wären in Russland der Weg zu einem Ende Putins gewesen. Nicht westliche Sanktionen im Kampf gegen faschistische Ukrainer und Rückgewinnung von historisch russischem Gebiet - so die mehrheitliche Auffassung (on top noch die ganze Doping Geschichte). Dass die Politiker ihre Sanktionen als Erfolg verkaufen, ist imo noch verständlich bzw logisch. Aber hier zumindest sollte keiner dem Irrglauben verfallen, dass diese auch nur einen Pfifferling wert sind. Vor allem wenn selbst einzelne EU Staaten immer wieder weiter Deals mit den Russen einfädeln und gar Deutschland beispielsweise noch fest hinter Nordstream 2 steht. In Zeiten von Flüchtlingskrisen, Brexit, Erdogan, Trump und co, zerbricht eher die EU bzw. ganz sicher ihre einheitliche Position gegenüber den Russland Sanktionen, bevor der Russe sich gegen Putin stellt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. November 2017

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