Der Wetter-Thread


Berührend finde ich wiedermal, wie sehr die Bevölkerung in der Krise zusammensteht und sich hilft. Was das zb aus Sachsen direkt "rübergemacht" hat als Danke für Grimma oder Dresden vor ein paar Jahren. Die verhasste Bundeswehr mit dem großen Gerät, ohne das gar nichts mehr gehen würde. Die Spendenbereitschaft. Großartig.


Zu der politischen Instrumentalisierung der Katastrophe via Hetzmedium Nr. 1 Twitter und der hier im Forum durch die üblichen Kandidaten verbreiteten Beiträge hingegen schweigt man lieber aus Selbstschutz.

1. "Die verhasste Bundeswehr" - soso. Bei wem denn? Ich kenne niemanden. Der Großteil der Bevölkerung dürfte kein Problem mit der Bundeswehr und den Soldaten selbst haben, sondern eher damit, dass a) große Teile des Materials veraltet und kaputt sind und b) gegen rechte Umtriebe nicht deutlicher vorgegangen wird.

2. Aha, wieder "die üblichen Kandidaten" - du darfst das gerne mal ausführen. Aber bitte mit Argumenten, nicht mit derartigem Geschwurbel.

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Das ist generell auch so lächerlich. Jahre- bzw. jahrzehntelang wird gewarnt und gemahnt, dass die Entwicklung immer öfter und immer heftiger zu solchen Ereignissen führen wird, die ganze Zeit wird es abgeschmettert, weil die Wirtschaft immer vorgeht bzw. man angeblich machtlos ist, weil die eh machen, was sie wollen - und wenn dann letztlich das passiert, wovor gewarnt wurde... dann wird denen, die vorher schon gewarnt haben und daran jetzt erinnern, "Instrumentalisierung" vorgeworfen? :kopfpatsch:

Ich bin kein Grünen-Wähler, aber wenn ich dann höre und lese (bevorzugt natürlich wieder von Rechts bzw. Rechtsaußen, man ist sich einfach für nichts zu schade..), dass die Grünen nun mit ihrer Kritik "die Katastrophe nutzen" würden, dann frage ich mich echt, wie hohl man sein muss, so einen Schwachsinn abzusondern.

Die Partei, die seit Jahrzehnten Umweltschutz als Kernthema besetzt, darf also nach einer Katastrophe nicht darauf hinweisen, dass man das alles womöglich hätte verhindern können und dass es sich wiederholen wird, wenn man nichts ändert? Und die Parteien, die seit Jahrzehnten auf die Umwelt geschissen haben, Hauptsache die Wirtschaft brummte und man selbst hatte nette Pöstchen im Anschluss ans Mandat in Aussicht, die sagen jetzt, man solle "die Krise nicht missbrauchen"? :crazy:

Ein Laschet stellt sich ernsthaft hin und sagt "also bitte, wegen einem Ereignis ändern sie doch nicht die Politik!". Stimmt, da braucht die kleine Aachener Printe noch mindestens 5-6 Ereignisse, ist halt nicht so schnell im Oberstübchen. :clowns::clowns:

Das ist an Dreistigkeit alles kaum noch zu überbieten. Aber scheinbar gibt es genug Leute, die sich all diesen Quatsch weiter unterschieben lassen..sonst sähen die Umfragen anders aus.. :wallbash:
 
Was auch zwingend nachzuarbeiten gilt, ist die Warnlage. Da sind heftige Vorwürfe im Raum. Teilweise wurden Behörden 3-4 Tage im Voraus konkret gewarnt. Umgesetzt und durchgestellt wurde sehr wenig.

Habe selber zufällig Mittwochabend erst WDR-TV gesehen und danach SWR-Radio gehört. Es gab bis Beginn der Nacht keine Hinweise, dass eine 500-Jahresflut mit mehreren Metern durch viele Orte rast und es gilt, alles zu mobilisieren, um Leben zu retten.

 
Zu dem Punkt volle Zustimmung. Das habe ich am Wochenende von Betroffenen auch mehrfach gehört, dass sich alle fragen, wie es sein kann, dass da nicht frühzeitig gewarnt und folglich dann geräumt wurde.. :wallbash:
 
Zu dem Punkt volle Zustimmung. Das habe ich am Wochenende von Betroffenen auch mehrfach gehört, dass sich alle fragen, wie es sein kann, dass da nicht frühzeitig gewarnt und folglich dann geräumt wurde.. :wallbash:

Ist das so? Ich bin aktuell wirklich deutlich unter-informiert in Bezug auf das Tagesgeschehen für meine Verhältnisse, aber ich wusste, dass da was angerollt kommt. Hätte es nur 1-2 Tage später erwartet.
 
Unter "die Bevölkerung warnen" verstehe ich etwas anderes als "internet-affine und regelmäßig die Wetterlage verfolgende Menschen konnten das schon wissen". Ich persönlich habe am Mittwoch, als es anfing zu schütten, erst mitbekommen, dass Unwetterlage ist. Weil ich niemand bin, der an normalen Bürotagen groß aufs Wetter achtet.

Und vor allem geht es darum, ob man es Hannelore, 82 Jahre, in ihrem Eifeldörfchen sitzend, früh genug mitgeteilt hat. :skepsis:
 
Entschuldigung, aber wenn das mit dem Frühwarnsystem so stimmt, ist das ein epochales Versagen der Regierung.
Meine Mutter hat mir noch eine flapsige SMS geschickt, als die Katastrophe schon in Gang war, da Sie aus Berlin gar nicht mitbekommen hat, wie schlimm es ist. Das ist ihr erst 2 Tage später klar geworden.
Warum zum Teufel geht denn jeden Samstag punkt 12 der Probealarm der Sirenen an?? Zum Spaß?

Man muss sich klar machen, dass man hier Menschenleben hätte retten können ... mit einer einfachen Warnung.
Diese Regierung muss abgewählt werden ... in Krisenzeiten hat man gnadenlos versagt.
 
Unter "die Bevölkerung warnen" verstehe ich etwas anderes als "internet-affine und regelmäßig die Wetterlage verfolgende Menschen konnten das schon wissen". Ich persönlich habe am Mittwoch, als es anfing zu schütten, erst mitbekommen, dass Unwetterlage ist. Weil ich niemand bin, der an normalen Bürotagen groß aufs Wetter achtet.

Und vor allem geht es darum, ob man es Hannelore, 82 Jahre, in ihrem Eifeldörfchen sitzend, früh genug mitgeteilt hat. :skepsis:

Hm.. ne das waren TV Wetterberichte Anfang letzter Woche mit Warnungen für Südwest und West. Keine Ahnung, was sonst über den Äther ging :D
 
Entschuldigung, aber wenn das mit dem Frühwarnsystem so stimmt, ist das ein epochales Versagen der Regierung.
Meine Mutter hat mir noch eine flapsige SMS geschickt, als die Katastrophe schon in Gang war, da Sie aus Berlin gar nicht mitbekommen hat, wie schlimm es ist. Das ist ihr erst 2 Tage später klar geworden.
Warum zum Teufel geht denn jeden Samstag punkt 12 der Probealarm der Sirenen an?? Zum Spaß?

Man muss sich klar machen, dass man hier Menschenleben hätte retten können ... mit einer einfachen Warnung.
Diese Regierung muss abgewählt werden ... in Krisenzeiten hat man gnadenlos versagt.
ist das nicht eher eine regionale Geschichte?
Oder wird das wirklich vom Bund gesteuert?
 
Berechtigter Einwand. Ehrliche Antwort. Keine Ahnung. Daher erstmal abwarten.
aus dem Artikel, der weiter oben steht, geht das auch irgendwie nicht so klar hervor.
Klar, das ist von vielen die Rede die u.a. Seehofer kritisieren, aber ich würde inuitiv eigentlich eher denken dass sowas doch vor allem von den innenministerien der bundesländer gesteuert werden müsste.

Was ich auch gelesen hatte war dass der WDR ziemlich versagt hat und eigentlich auch als Warnsystem fungieren sollte, aber viel zu spät den Fokus darauf legte.

Wäre da etwas vorsichtig mit Kritik an der Bundesregierung, die ist sicherlich dafür zuständig dass Strukturen da sind die in Kraft treten aber die konkrete Umsetzung sehe ich dann eher auf Länder oder vlt sogar auf Landkreisebene.

Aber vlt weiß ja hier jemand genau wie die Kompetenzen verteilt sind.
 
Zuletzt bearbeitet:
1. "Die verhasste Bundeswehr" - soso. Bei wem denn? Ich kenne niemanden. Der Großteil der Bevölkerung dürfte kein Problem mit der Bundeswehr und den Soldaten selbst haben, sondern eher damit, dass a) große Teile des Materials veraltet und kaputt sind und b) gegen rechte Umtriebe nicht deutlicher vorgegangen wird.

2. Aha, wieder "die üblichen Kandidaten" - du darfst das gerne mal ausführen. Aber bitte mit Argumenten, nicht mit derartigem Geschwurbel.

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Das ist generell auch so lächerlich. Jahre- bzw. jahrzehntelang wird gewarnt und gemahnt, dass die Entwicklung immer öfter und immer heftiger zu solchen Ereignissen führen wird, die ganze Zeit wird es abgeschmettert, weil die Wirtschaft immer vorgeht bzw. man angeblich machtlos ist, weil die eh machen, was sie wollen - und wenn dann letztlich das passiert, wovor gewarnt wurde... dann wird denen, die vorher schon gewarnt haben und daran jetzt erinnern, "Instrumentalisierung" vorgeworfen? :kopfpatsch:

Ich bin kein Grünen-Wähler, aber wenn ich dann höre und lese (bevorzugt natürlich wieder von Rechts bzw. Rechtsaußen, man ist sich einfach für nichts zu schade..), dass die Grünen nun mit ihrer Kritik "die Katastrophe nutzen" würden, dann frage ich mich echt, wie hohl man sein muss, so einen Schwachsinn abzusondern.

Die Partei, die seit Jahrzehnten Umweltschutz als Kernthema besetzt, darf also nach einer Katastrophe nicht darauf hinweisen, dass man das alles womöglich hätte verhindern können und dass es sich wiederholen wird, wenn man nichts ändert? Und die Parteien, die seit Jahrzehnten auf die Umwelt geschissen haben, Hauptsache die Wirtschaft brummte und man selbst hatte nette Pöstchen im Anschluss ans Mandat in Aussicht, die sagen jetzt, man solle "die Krise nicht missbrauchen"? :crazy:

Ein Laschet stellt sich ernsthaft hin und sagt "also bitte, wegen einem Ereignis ändern sie doch nicht die Politik!". Stimmt, da braucht die kleine Aachener Printe noch mindestens 5-6 Ereignisse, ist halt nicht so schnell im Oberstübchen. :clowns::clowns:

Das ist an Dreistigkeit alles kaum noch zu überbieten. Aber scheinbar gibt es genug Leute, die sich all diesen Quatsch weiter unterschieben lassen..sonst sähen die Umfragen anders aus.. :wallbash:

Ich persönlich habe eher den Eindruck, dass der Großteil der CDU Wähler "trotz" Laschet CDU wählt und nicht "aufgrund" von Laschet. Ich habe zudem die Vermutung, dass auch die Corona Krise entscheidenden Einfluss darauf hat, denn viele Menschen wollen die Normalität zurück und haben Angst davor, dass sich bspw. durch eine grüne Kanzlerin nach Corona so viel ändert, dass Sie weiterhin keine "Normalität" zurückbekommen.

Wenn man sich mal auf der Zunge zergehen lässt, dass die einzige richtige Wahlkampfstrategie von Team Laschet darauf abzielte Baerbock zu diskreditieren und irgendwas zu finden, damit man bloß von den wahren Problemen unserer Zeit ablenken kann ist das an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Dann noch in der Versenkung verschwinden und so wenig Angriffsfläche wie möglich bis zur BTW zu bieten, das ist die Strategie unseres zukünftigen Kanzlers, kannst dir nicht ausdenken sowas.
 
Ich fürchte, auch hier hat das Präventionsparadoxon zugeschlagen. Wird schon nicht so schlimm werden. Bisschen Hochwasser, werden die Keller bisschen feucht. Nach Corona sind alle besonders anfällig und nervös. Wenn wir jetzt 3 Tage alles evakuieren und dann kommt nichts...
 
Ich frage mal vorsichtshalber - den entscheidenden Punkt hast du verstanden? :p:D

Nein. Offensichtlich nicht. Ich weiß halt nur, dass es Dienstag Warnmeldungen der höchsten Stufe gab.

@Ignorant0815
Von höherer Ebene haben CDU und SPD imho gar keinen Wahlkampf auf Kosten von Baerbocks Buch oder Lebenslauf gemacht. Das kam, wenn überhaupt, von Hinterbänklern, aber insbesondere von der Presse und natürlich dem Twitter-Mob. Ich vermute auch aus gutem Grund. Erstens haben Laschet und Scholz genug eigene Leichen im Keller und die möglicherweise interessanten Fragen rund um ein verlängertes, nicht genutztes Stipendium durch eine den Grünen sehr nahe Stiftung wurden ebenfalls nicht genutzt. Sehr wahrscheinlich, weil bei den SPD- und CDU-nahen Stiftungen ebenfalls auf Kosten des Steuerzahlers der Nachwuchs querfinanziert wird, damit man ihn nicht aus der Parteikasse zahlen muss. Glashaus, Steine und so.

Das nur kurz zum Off Topic.
 

11.15: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sieht nach der Hochwasserkatastrophe vor allem im Westen Deutschlands das Problem weniger in Schwächen des staatlichen Warnsystems als im Umgang mit den Warnungen durch örtliche Behörden und Bevölkerung. »Die Warninfrastruktur ist nicht unser Problem gewesen, sondern die Frage, wie sensibel reagieren Behörden, aber auch die Bevölkerung«, sagte BBK-Präsident Armin Schuster im Deutschlandfunk.
Dies hänge auch damit zusammen, dass es Katastrophenlagen dieses Ausmaßes bislang nicht gegeben habe, sagte Schuster weiter. Die gesamte Warninfrastruktur selbst dagegen habe »vollständig funktioniert«. Dies gelte für die Alarmketten und auch die Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes seien »ziemlich gut« gewesen. Zwischen Mittwoch und Samstag seien rund 150 Warnmeldungen abgesetzt worden.
Diese Warnungen hätten auch vielen Menschen das Leben gerettet und dazu beigetragen, das Schadensausmaß zu verringern, so Schuster, wonach viele Betroffene nicht rechtzeitig gewarnt worden seien. Als effektiv hätten sich dabei auch Warnungen per Lautsprecherwagen erwiesen.
Schuster will Sirenen zurück
Sirenen spielten bei der Warnung vor Katastrophen eine wichtige Rolle. Es brauche einen Warnmittelmix aus verschiedenen Methoden, rein digitale Warnungen seien nicht der richtige Weg, sagte Schuster. »Und deswegen wollen wir auch die gute alte Sirene zurückhaben.«
Mit einem Förderprogramm in Höhe von 90 Millionen Euro sollen gemeinsam mit den Bundesländern »an den richtigen Stellen« wieder Sirenen installiert werden. »Die 90 Millionen werden dafür aber nicht reichen. Wir werden mehr Geld brauchen«, sagte Schuster. Schnell werde es nicht gehen. »Das ist ein Projekt für mehrere Jahre.«
Zur Kritik, die Warnung der Bevölkerung habe nicht gut funktioniert, sagte Schuster zudem: Derzeit sei man in der Phase »retten, bergen, Obdach bieten et cetera. Ich habe meinen Mitarbeitern sogar quasi untersagt, Manöverkritik zu machen. Wir helfen jetzt.«

Das gibt dann eher Seehofer recht, der ja sinngemäß meinte, die Kritik am Bund bzw. ihm und dem Innenministerium gehe am tatsächlichen Geschehen vorbei.
 
Berührend finde ich wiedermal, wie sehr die Bevölkerung in der Krise zusammensteht und sich hilft. Was das zb aus Sachsen direkt "rübergemacht" hat als Danke für Grimma oder Dresden vor ein paar Jahren. Die verhasste Bundeswehr mit dem großen Gerät, ohne das gar nichts mehr gehen würde. Die Spendenbereitschaft. Großartig.

Kann dem als indirekt Betroffene (Elternhaus) nur zustimmen. Die Hilfsbereitschaft ist enorm, unglaublich einfach. Sei es Freunde/Familie, die sofort zum Helfen kamen. Dann zogen hier wirklich sehr viele Leute (vor allem 16-40 Jahre etwa, weil kräftig) durch die Straßen um beim Schleppen zu helfen, egal bei wem, egal ob Bekannte oder Fremde. Es kamen Privatleute, die Suppe für alle kochten, später Restaurants, die Essen verteilen. Einer unserer Helfer war im Supermarkt bei sich (20km entfernt) um Essen für unsere Helfer zu besorgen. Der bekam direkt mal den Einkauf geschenkt und so viel Wasser dazu, um es hier zu verteilen. Die Lagerhallen für Sachspenden sind voll, Wohnungen und Schlafzimmer werden angeboten, Duschmöglichkeiten und und und.
Das ist bei all dem sch***, den so eine Katastrophe mit sich bringt, einfach nur toll
 
Jau, kann ich so bestätigen. Das mit der Solidargemeinschaft funktioniert ganz hervorragend, alleine schon das Herumgereiche der ganzen Gerätschaften. Ach, wir haben ein Aggregat mehr als wir brauchen? Wird erstmal in den Nachbarort gekarrt. (y)
 
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