Wenn Vincent Kriechmayr am Samstag seine erste Medaille im Zeichen der fünf Ringe ins Visier nimmt, kann Heinrich nicht live dabei sein. Er befindet sich auf einer – wenn man so will – Friedensmission in der Ukraine.
Auch eine Tante, die 2018 bei den Winterspielen in Pyeongchang vor Ort war, Stefan Kraushofer (ehemaliger Skischulleiter in Sandl) und Gabi aus dem Pinzgau bringen ihr Know-how und Herzblut ein, um einen wertvollen Beitrag zu leisten, den vom Krieg gebeutelten Kindern "ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und sie vom tristen Alltag abzulenken".
Heinrich Kriechmayrs Idee, mit einem Kinderskikurs in Königsfeld (Ust-Tschorna) Licht in ein düsteres Tal zu bringen, wurde 2023 in die Tat umgesetzt – nicht als Eintagsfliege, sondern wiederkehrend mit regem Zulauf.
Für Freitag haben sich 60 Waisenkinder aus Luhansk und Charkiw angekündigt, auch der ORF wird sich breitenwirksam einblenden. Ukraine-Korrespondent Christian Wehrschütz entsendet eine Crew für Aufnahmen und Interviews.
Angesichts des großen Interesses stößt die Hilfscrew langsam an ihre Grenzen, Improvisation ist gefragt. "Leider haben wir zu wenige Spenden (Kinderskibekleidung, Handschuhe, Skisocken etc.), um alle Kinder passend auszustatten. Doch das Team vor Ort gibt alles, um alle Kinder glücklich im Schnee zu sehen", schreibt Jacoba. Niemand soll in dieser schweren Zeit zurückgelassen oder abgewiesen werden.
"Die Grundstimmung ist so traurig, viele sind traumatisiert. Der Sport hätte die Kraft, die Kinder auf andere Gedanken zu bringen", erklärte Heinrich Kriechmayr nach seiner ersten Ukraine-Reise. Die aktuelle wird nicht die letzte bleiben.