karmakaze
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Frankenstein: Sehe ich nicht so. Das Bodywork ist um ein Heavy-Hybrid-System herum optimiert und an sich technisch schlüssig und überlegt. Wie z.B. 2014, 2017, 2022 ist mit einem neuen Reglement aber eine gewisse Dominanz entstanden, die es für viele langweiliger macht. Was kann aber die technische Seite dafür? Die Formel 1 neigt schon immer zu Dominanzen. Mit dem Whitewashing oder Greenwashing magst du Recht haben, aber liegt das nicht mehr am Sprit? Eine Systemeffizienz von über 50%, wo reine Motoren ohne Energiesystem gerade mal 40% schaffen, ist für mich kein Washing, sondern echtes Technologievorbild, aber da mag ich einseitig sein. Am Ende einer jeden Reglmentphase hatte man aber in der Regel durchaus spannende Rennen, zumindest bei den letzten 2 (2021, 2025). Wir sollten da auch mal etwas Geduld mit der Formel 1 haben.Ich meinte, dass man Frankensteinfahrzeuge geschaffen hat, bei denen man einerseits technisch Avantgarde sein möchte, andererseits auch Öko-Whitewashing betreiben. Wobei die Emissionen von 20-22 F1-Fahrzeugen über das Jahr im weltweiten Vergleich eher schwierig in der Statistik nachzuweisen sind, ohne Rasterelektronenmikroskop.
Entweder müsste man, wenn man Innovation belohnen möchte, die elektrische Unterstützung weitgehend freigeben und nur mit sehr abstrakten Fairnessregeln begrenzen. Dann bekommt man natürlich extrem unterschiedliche Konzepte, bei denen die Rennen dann quasi nur noch Formsache sind, wenn nicht zufällig 2 Teams annähernd gleichwertige Leistung generieren.
Oder man verzichtet in einem letztendlich unsinnigen Rennsport auf den Anschein von Öko, und hat einerseits eine Top-Rennserie nur mit Elektro (gleiches Prinzip, Do-what-is-possible) und eine nur mit Verbrenner. Letzteres ist dann "nur" eine Tradition und ein Klassiker, aber mit weitgehend stabiler Technologie. Klingen dann vielleicht auch nicht mehr wie ein Staubsauger und sind fahrbar(er). Sprich, back to maximal supereffiziente KERS-/"Elektro-Turbo"-Systeme zum Beschleunigen ohne extreme Beeinflussung der Fahrstrategie pro Runde ("wie lade ich diese sch... Batterie???").
Das Problem bei den Varianten nur Motor ohne ERS oder noch mehr oder vollständig elektrische Power ist, dass man die andere Seite, Aero eben mitdenken muss. Reine Verbrenner würden bei den aktuellen Aero-Regeln sehr langweilige Rennen produzieren, weil kaum jemand mit ein bisschen Windschatten und ein paar verstellten Flügeln überholen kann. Man müsste dann die Aero massiv zurückschrauben und vielleicht reine Unterboden-DF- oder reine griplimitierte Fahrzeuge (ala 1950er) bauen, mit den entsprechenden Nachteilen (unberechenbar oder völlig altbackener Look). Zudem ist reiner Verbrenner echt keine Technologie mit sehr viel Entwicklungspotential mehr. Da fehlt die Differenzierungsfähigkeit und du hättest vermutlich schon am Anfang sehr ähnliche Leistungsdaten bei allen Herstellern. Kurzum, die Rennen wären super schön anzuhören, aber überholtechnisch schwierig.
Andererseits würde eine Full-Elektro-Formel 1 weggehen von Unterböden und anderen Extremen. Einfache, planvolle, aber effiziente Aero würde völlig ausreichen, Überholmanöver finden sowieso durchs Knöpfchendrücken oder durch schiere Überlegenheit in der Systemleistung statt. Grundlegend würde sich wenig ändern und das wäre sehr nah dran an Formel E.
Ich finde deinen Gedanken aber in einer anderen Sache bemerkenswert, der vielleicht ein bisschen versteckt ist. Die Formel 1 hat in der Tat ein Konsistenzproblem. Von Reglement zu Reglement wird ständig die Richtung gewechselt. Mal Unterboden-DF, mal viel Flügel-DF; mal super schmale Boliden, mal super breite… Es fehlt nur noch, dass man sich jetzt für reine Verbrenner entscheidet, um dann die Konsequenzen für Spannung und Image zu erleben. Von daher muss das wohl auch noch kommen.