Es ist ja im Grunde eine legitime Sichtweise zu sagen, die Punkte geben Kovac Recht. Die lassen sich auch schlecht wegdiskutieren. Persönlich mag ich das als alleiniges Argument nicht, zumindest nicht bei einem Team wie dem BVB. Ich halte Kovac als Trainer für einen guten Verwalter, der durchaus etwas aus den gegebenen Mitteln macht. Ein Entwickler ist er nicht, weder auf Spielerebene, noch taktisch. Es ist nicht so, dass er gar keine Talente einsetzt, Phonsie hat bei Bayern unter ihm schon das Vertrauen bekommen, aber "im Zweifelsfall das Talent" ist nicht seine Maxime. Ich sehe es aber wie
@le freaque mal gesagt hat, in Sachen Professionalität/Disziplin können Talente von ihm durchaus profitieren.
Das ist aber glaube ich genau das Dilemma, das der BVB hat. Kovac liefert bessere, konstantere Resultate als seine Vorgänger (ja, mit Terzic war man im CL-Finale). Das alles mit ziemlich uninspiriertem Fußball und Sicherheitsdenken. Die Frage ist, reicht das auf Dauer? Wenn man natürlich einen fortschrittlicheren Trainer holt und die Resultate passen nicht, wird es schwierig, dann kommt schnell ein "Kovac war Euch ja nicht gut genug".
Ich traue mir tatsächlich keine Prognose zu, wie lange er noch beim BVB ist. Ich finde nicht, dass Book und Kovac eine Traumkonstellation sind, erkenne aber schon die Arbeit von Kovac an (ich mag ihn ehrlich gesagt auch). Ich hätte erwartet, dass er sich irgendwann mit dem Team überwirft, aber da scheint er dazugelernt zu haben. Er räumt ja heute auch Fehler ein, die er z.B. bei Bayern mit Müller gemacht hat, sowas finde ich immer einen guten Charakterzug. Wenn ich tippen müsste, würde ich sagen, man trennt sich im Sommer 2027 einvernehmlich, damit Book "seinen" ersten Trainer holen kann. Kovac hätte dann mit fast zweieinhalb Jahren eine wirklich ordentliche Zeit beim BVB hingelegt.