Ich möchte noch etwas erwähnen. Ich glaube, das, was Nils Ole mit diesen beiden Transfers herausragend gemacht hat, ist, dass er ein Stück weit wieder das bedient, was Borussia Dortmund in den Jahren unter Jürgen Klopp und vor allem unter Michael Zorc stark gemacht hat: junge, entwicklungsfähige Spieler zu holen. Und eben nicht die gestandenen, arrivierten Spieler zu verpflichten.
Ich wäre zum Beispiel ein maximaler Kritiker davon, wenn man wieder anfangen würde, Spieler vom FC Bayern zu holen und damit gleichzeitig einen Konkurrenten finanziell zu stärken. Stattdessen hat man jetzt wieder Spieler, die vielleicht aus etwas unscheinbareren Märkten kommen, aber eine hohe Qualität mitbringen.
Und bei Karetsas hast du das direkt bei seinem ersten Ballkontakt im Stadion gesehen: Das ist etwas Besonderes. Der Junge kann spielen. Er ist natürlich auch nicht völlig unbekannt. Man kennt ihn schon, seitdem er 15 oder 16 Jahre alt ist. Aber dann musst du eben das richtige Timing finden, um so einen Transfer auch tatsächlich zu machen.
Und genau das ist es doch, was die Jungs im Stadion sehen wollen. Das ist auch das, was ich sehen will, wenn Borussia Dortmund spielt: dass wir wieder solche Jungs auf dem Platz haben, die richtig etwas anzünden können.
Und genau das hat Karetzas mit seinem ersten Ballkontakt im Supercup gemacht. Ab diesem Moment kommt das Ganze in eine Dynamik, in die Emotion, in die Power – und daraus kann eine Geschichte entstehen.
Genau das brauchte Borussia Dortmund. Und das freut mich total als alten Borussen.