Es gibt bei der Anlauflänge eben zwei Herangehensweisen: Entweder man richtet sich von Beginn an nach den Besten, um mit möglichst wenigen Anlaufveränderungen durch den Wettkampf zu kommen. Dann muss man aber in Kauf nehmen, dass es nicht all zu viele richtig weite Flüge geben wird. Oder man man wählt den Anlauf zu Beginn länger, um viele weite Flüge zu zeigen. Dann muss man aber in Kauf nehmen, dass es während eines Durchgangs zu Anlaufveränderungen kommt. Ich persönlich mag lieber Variante 1.
Heute war es so, dass Domen Prevc im Probedurchgang aus Luke 24 mit 8,0 Windpunkten auf 238,5 m gesegelt ist und den Sprung kaum stehen konnte. Die Jury hat den ersten Durchgang dann dennoch aus Luke 26 gestartet, obwohl die Bedingungen sich zu Beginn des ersten Durchgangs nicht groß geändert hatten. Erst im Laufe des ersten Durchgangs ist der Rückenwind dann etwas stärker geworden. Gerade bei Domen Prevc hatte er am Ende aber wieder nachgelassen; er hatte dann 10,2 Pluspunkte.
Es sieht eben auch immer blöd aus, wenn man den Anlauf am Top-Mann ausrichtet und der dann seinen Sprung verhunzt, wie es im ersten Durchgang bei Domen Prevc ja der Fall war. Und insgesamt war das Niveau an der Spitze heute nicht besonders hoch; nur wenige Springer haben richtig gute Leistungen gezeigt. Ren Nikaido hätte dem Springen definitiv gutgetan - dem wünsche ich an dieser Stelle, dass er aus dem Krisengebiet bald wegkommt und wieder mitspringen kann.