Finalspezialist Humbert gegen Newcomer Medjedovic, der in 2025 bisher einen sehr guten Eindruck gemacht hat. Die Entscheidung, nicht nach Australien zu reisen und stattdessen ein Hallenchallenger zu spielen und zu gewinnen, hat sich für den Serben ausgezahlt. Das ist ein Matchup, bei dem viel passieren kann, weil beide Waffen haben, aber auch mal einiges verballern können, wobei Humbert da mittlerweile eine bessere Konstanz reinbekommen hat, weswegen er auch an die Top-10 anklopfen will. Ich würde Humbert mit dem Heimvorteil leicht favorisieren.
Humbert hat insgesamt eine ungewöhnliche Karriere. 2019 spielte er sich in die Top 50, ein Jahr später in die Top 30. Und 2022 war er plötzlich die 157 der Welt und man wusste nicht wirklich wieso. Vor allem in der 1. Saisonhälfte 2022 spielte er viel, aber verlor auch viel. Dann ging es zurück auf die Challengerebene und über diese erspielte er sich zurück in die Top 100. 2023 gewann er dann in den Masterswochen zwei hochwertige Challenger in Cagliari und Bordeaux (jeweils 175 Punkte). So war er dann wieder in den Top 50, auch wenn er auf der ATP Tour noch kaum was gerissen hatte. Die beiden Challenger waren aber auch gefühlte 250er Turniere.
In der 2. Saisonhälfte 2023 ging es auch auf ATP Ebene nach vorne, er besiegte de Minaur (Atlanta), Norrie (Davis Cup), Rublev (Peking), Tsitsipas (Shanghai) und und und. Durch den Titel in Metz Ende des Jahres war er plötzlich wieder weit vorne, dabei hatte er bis Wimbledon nur eine 9-13 Bilanz (darunter 2 Siege beim DC, sprich ohne Punkte).
Ende 2023 war er erstmals in den Top 20 und dort hält er sich seitdem konstant. In den letzten 15 Monaten hat er 4 seiner bisher 7 Titel geholt, darunter 2 weitere Finals.
Er muss sich jetzt nur noch bei den großen Turnieren steigern, mit dem VF in Shanghai 2023, dem VF in Monte Carlo 2024 und dem Finale in Bercy 2024 hat er jetzt auch wieder spätere Runden erreicht, davor hatte er nur ein VF in Bercy 2020. Aber dafür ist er bei den GS nie ins VF gekommen und hat bisher nur 3 AFs erreicht, 2019 in Wimbledon (FAA besiegt, Aus gegen Djokovic), Wimbledon 2024 (Aus gegen Alcaraz in 4) und AO 2025 (Aus gegen Zverev in 4).
Man sieht hier auch, dass er immer noch eine negative Bilanz hat bei den großen Turnieren, ohne GS/1000er ist er bei genau 60 % Siegquote
Match Record | YTD W/L | YTD Index | Career W/L | Career index | Titles |
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Overall | 9 – 2 | 0.818 | 152 – 127 | 0.545 | 7 |
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Grand Slams | 3 – 1 | 0.750 | 20 – 25 | 0.444 | 0 |
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ATP Masters 1000 | 0 – 0 | 0.000 | 30 – 34 | 0.469 | 0 |
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Humbert zeigt aber auch, dass eine Entwicklung nicht immer nur in eine Richtung geht, 2022 hätte ihn viele nicht mehr die Top 30 zugetraut, nachdem der Absturz nicht aufgrund von langen Pausen war