Natürlich hat Beier seine Schwächen und seine bisherige Zeit beim BVB ist wohl mit "durchwachsen und bemüht" noch eher positiv bewertet. Aber der hat immerhin schon nachgewiesen, dass der Erwachsenenfussball und Bundesliga spielen kann. Bei Campbell gibt es überhaupt keine Anhaltspunkte dafür.
Aber wie kommst du darauf?
Beier hat doch bislang nur zeigen können, daß er schnell rennen und damit einem Umschaltfussball Team helfen kann. Dass er in einem Ballbesitzteam in engen Räumen nicht tauglich ist, hat er ja inzwischen schon oft nachweisen können. Aber da zeigt der Trainer sich geduldig.
Campbell hat zumindest letzte Saison immerhin ein paar Minuten als Einwechselspieler bekommen. In diesen Minuten fiel in gegenüber den Ausgewechselten Spielern leistungsmäßig nicht ab bzw der teilweise eine merkliche Stärkung des Teams. Ich würde das nicht als "keine Anhaltspunkte dafür, dass er Erwachsenenfussball oder Bundesliga spielen kann" sehen.
Filipo Mane hatte bis zu seiner roten Karte auch ganz ordentlich gespielt, wenn meine Erinnerung da nicht trügt. Danach hat er nie wieder eine Chance bekommen. (um hier mal einen Defensivspieler genannt zu haben).
Zuletzt hatte der BVB auch andere Trainer, die ebenfalls wenig auf junge Spieler gesetzt haben. Das ist nicht Kovac-exclusiv. Ich denke, das ist eine Folge der äußeren Umstände.
Zum einen der hohe Erwartungsdruck von außen, dass das Team bald wieder als Bayernjäger gelten werden kann. Das wird dann auch die Erwartung der Verinsführung sein. Das heißt, der Trainer muss Ergebnisse höher priorisieren, als die Entwicklung der Mannschaft.
Zum anderen die geänderte Vereinsphilosophie mit Fokus auf Reife, Mentalität, Einsatzwillen und Kampfgeist. Da passen junge Dribbler einfach schlechter ins Konzept, sie zum Beispiel einer, der zwar am Ball nicht so viel kann, aber immer viel rennt und bissig ist.
Deswegen sehen wir jetzt auch schon seit drei Trainern das gleiche Bild. Ein Indiz dafür ist zum Beispiel auch die konträre Philosophie zwischen Terzic erster Amtszeit ("Man kann ein Fußballspiel auf zwei Arten gewinnen. Entweder man kassiert ein Tor weniger als der Gegner. Ich bin aber mehr dafür, ein Tor mehr als der Gegner zu schießen") und seiner zweiten Amtszeit ("Weniger sexy, mehr Erfolg").
Mit Kovac hat man dann einen Trainer geholt, der perfekt in diese Linie passt. Nur dass Kovac zudem ja auch noch bekannt dafür ist, mit gewissen Spielern auf persönlicher Ebene seine Probleme zu haben.
Und so erklärt sich dann wohl auch die Ungleichbehandlung von Spielern.