Momentan können sich die Gegner halt mit zehn Mann hinten reinstellen, vorne auf Konter und Standards hoffen – und dann wird das für Bayern, besonders auswärts, zu einem riesigen Problem. Egal, wie spielstark (oder eben -schwach) die gegnerische Mannschaft ist. Es fehlt bei Bayern in der aktuellen Phase an vielem, was letztes Jahr noch wunderbar geklappt hat: Ideen, Tempo, Präzision, Bissigkeit, Dynamik und auch an der Form der einzelnen Spieler. Karl zum Beispiel wäre mit den Leistungen, die er bislang in dieser Saison zeigt, nie in die erste Mannschaft gerutscht. Das ist nicht schlimm, in dem Alter gehören Schwankungen dazu, aber er ist leider nicht der einzige. Die Form bei einigen Jungs ist nicht die, die man von ihnen gewohnt ist. Das zeigt sich ja nicht nur heute, sondern auch schon gegen Schalke, Elversberg und Augsburg. Irgendwie ist das alles aber auch typisch für eine Nach-WM-Saison, finde ich. Da braucht es ja oft länger, wieder in den Tritt zu kommen. Die Vorbereitung war mit den vielen Nationalspielern sicher nicht ganz optimal, besonders nach so einem langen Turnier und einer noch längeren Gesamtsaison mit Klub-WM davor. Trotzdem: Kompany hat jetzt erstmals ein paar größere Rätsel zu lösen.