Start in unsere 64. Tippspiel-Saison, und zum Auftakt ist das direkt eine Knüller-Woche mit mehreren überragenden Paarungen!
Am Abend machen Carmona und Ramirez den Auftakt. Beide haben schon gezeigt, dass sie was können, es für ganz oben aber nicht reicht. Der Spanier Carmona hat Heimvorteil und ist der physisch stärkere Mann und auch Favorit.
Bei Erdenebat vs. Breedy darf man sich wohl auf einen zuschauerfreundlichen Fight einstellen. Beide agieren offensiv mit guter Workrate, aber auch überschaubarer Power. Hinter Breedy stehen aber Fragezeichen, da er seit Ende 2021 dreieinhalb Jahre inaktiv war und seitdem dreimal gegen unbeschriebene Leute im Ring stand. Kann sein, dass er mittlerweile deutlich abgebaut hat. Sollte Erdenebat also deutlich gewinnen.
In Japan gibt es morgen Mittag eine Top-Veranstaltung: Bei Tanaka vs. Sasaki sollte man genau hinschauen, denn passieren kann da wohl jederzeit alles. Tanaka gilt als großes Prospect, und wird teilweise als japanischer Tyson bezeichnet. Naja... er ist recht kompakt und schlägt gefährliche Haken und geht druckvoll nach vorne. Seine Defensive ist aber löchrig. Sasaki ist deutlich größer, ansonsten ist auch er ein harter Puncher mit defensiven Schwächen. Er hat deutlich mehr Erfahrung, ist jedoch auch schon zweimal KO gegangen. Die Frage ist vor allem, ob Tanaka den Step-up bewältigen kann, ob er ein Kinn hat und wer als erster klar durchkommt. Völlig offen.
Shimomachi vs. Abe ist auch ein 50/50-Ding, dafür wird es hier womöglich taktischer und über die Runden gehen. Beide Southpaws überzeugten zuletzt nicht ganz; Shimomachi ist vier Jahre jünger und deutlich größer. Vielleicht ist Abe der variablere und rundere Boxer, während Shimomachi konstanter arbeitet und mehr Power entwickeln kann. Möglicherweise wird das ein kontrovers diskutierter und enger Fight.
Takuma Inoue und Kazuto Ioka ist ebenfalls ein heiß erwartetes Duell. Ioka steigt auf und möchste in der nächsten Division Weltmeister werden. Die Tendenz zuletzt und das Alter von 37 Jahren sprechen nicht unbedingt für ihn, zumal Takuma Inoue zuletzt gegen den hoch eingeschätzten Nasukawa vielleicht eine Karrierebestleistung zeigte. Mit 30 ist er wohl in seiner Prime und daher zu favorisieren, auch wenn man Ioka nicht unterschätzen sollte.
Dann einer der momentan besten möglichen Kämpfe überhaupt, Naoya Inoue gegen Junto Nakatani. Nach den letzten Eindrücken kann man zu dem Schluss kommen, dass Inoue´s Peak leicht überschritten ist, und Nakatani der Aufstieg ins Superbantamgewicht trotz toller Parameter doch etwas schwer gefallen ist und er seinen letzten Kampf gegen Hernandez Reyes auch hätte verlieren können.
Dennoch: Die Klasse der Beiden ist unbestritten. Inoue gilt P4P seit 7-8 Jahren als Top-3-Mann. Power in beiden Händen, extremer Handspeed und klasse Beinarbeit. Zuletzt zeigte er zuweilen Nachlässigkeiten in der Defensive, ging gegen die Southpaws Nery und Cardenas zu Boden. In seinen letzten beiden Kämpfen boxte er dann kontrollierter, schaffte aber nicht die Kämpfe vorzeitig zu beenden.
Nakatani ist genau auch ein solcher Southpaw. Starker Jab, schnelle Hände mit Power. Dazu ist er deutlich größer, und möchte jetzt auch schon in der vierten Gewichtsklasse Weltmeister werden. Vielleicht ist er nicht ganz so variabel und hat gerade im Infight Probleme, aber er ist jetzt sicher in seiner Prime und hat mittlerweile auch genug Erfahrung auf großer Bühne, auch wenn Inoue momentan die größeren Namen im Rekord hat. Das ist hier der wohl größte japanische Boxkampf aller Zeiten und man darf große Sachen dieser beiden Ausnahmeakteure erwarten.
In England gibt es zwei Kämpfe der zweiten Reihe. Fawaz ist ein Spätstarter, mit 38 hat er jetzt die beste Zeit seiner Karriere. Zuletzt konnte er als Underdog mehrfach die Oberhand behalten, diesmal ist er gegen Ryan Kelly Favorit. Der hat Heimvorteil, konnte aber zuletzt zu selten erfolgreich die Kämpfe beenden. Talent hat er, aber Fawaz wird wohl viel Druck machen und Kelly wird da wahrscheinlich Probleme mit der Intensität bekommen.
Walker vs. Eggington kann man sich als Zuschauer sicher geben. Beide sind keine Edeltechniker, aber kommen aus der Nähe des Veranstaltungsortes, dementsprechend wird die Stimmung top sein. Walker konnte zuletzt dreimal einen Kampf durch späte KO-Siege noch drehen. Eggington stand schon in einigen Schlachten, gibt genauso gerne wie er sich auch eine fängt. Eggington wird hier viel größer sein, aber vermutlich wird es die meiste Zeit zu Schlagabtäuschen kommen.
Der hoch interessante Kampf Conway vs. Jeffers ist aufgrund einer Verletzung von Conway off.
In Las Vegas kommt es auch zu einem großen Event: Chavez und Sanchez sind ungeschlagene Prospects und wollen das auch bleiben. Chavez könnte der technisch bessere und slickere Mann sein, aber Sanchez wird vermutlich eher der Aggressor sein. Gutes Matchmaking.
Lucero möchte seine sieben Kämpfe andauernde KO-Serie fortführen. Gegen den unbeschriebenen Flores ist er klar unter Zugzwang. Beide sind für die Gewichtsklasse ziemlich klein, es ist wohl ein Action-Fight wahrscheinlich.
Bei Resendiz vs. Munguia ist es ein Kampf Momentum vs. Legacy. Resendiz war eher ein besserer lokaler Kämpfer, bevor er Jarrett Hurd schlug. Der Kampf gegen Elijah Garcia war dann ein Rückschlag, zuletzt gegen Plant gewann er dann wieder. Die Frage ist, was Siege gegen Hurd und Plant wert waren, die vielleicht nicht mehr in ihrer Prime waren. Munguia war bereits mit 21 Weltmeister im Halbmittelgewicht, verteidigte seinen WBO-Gürtel fünfmal und ging dann ins Mittelgewicht hoch, wo er gut mitschwamm und ungeschlagen blieb, aber nicht die ganz starken Gegner vor den Fäusten hatte. Im Supermittelgewicht schaffte er dann den Gewinn des WBC-Silbertitels, und dann kam es zum Showdown mit Canelo Alvarez. Erste Niederlage, aber kein Problem. Sieg gegen Bazinyan, dann die Schock-Niederlage gegen Surace. Im Rematch gewonnen, aber nicht überzeugt. Sogar positiv getestet, aber irgendwie da rausgekommen. Tatsächlich sollte Munguia der bessere Boxer sein und er ist auch größer, aber Resendiz wird sicher mit etwas Rückenwind kommen und hat nichts zu verlieren.
Ramirez vs. Benavidez ist dann wieder ein absoluter Top-Kampf. Ramirez ist nach wie vor ein starker Southpaw-Boxer, der im Cruisergewicht gut angekommen ist, auch wenn er nicht voll austrainiert wirkt. Er ist nicht mehr so schnell wie früher, macht aber nach wie vor viel richtig im Ring und schlägt konstant. Benavidez ist von der Größe sicher ein guter CW, aber ein erster Kampf in der neuen Gewichtsklasse, wo immerhin mehr als 10kg zwischen LHW und CW liegen, ist gerade gegen einen starken Gegner ein Risiko. Benavidez und sein Team haben wohl großes Vertrauen, und Benavidez scheint speedmäßig deutlich besser aufgestellt, aber ob er das ins CW übertragen kann? Vielleicht kann Ramirez über 12 Runden auch die Physis ausspielen und Benavidez erdrücken, wenn dieser müde wird und sich nicht dauerhaft entziehen kann oder will. Toller Fight!
Hier die Tippübersicht:
Allen viel Spaß, Glück und Erfolg!