Sehe ich schon anders.
Klar, da geb' ich Dir recht. Das US-Heavyweight Boxen ist quasi tot. Und es kommt auch nichts nach. Torrez Jr. ist da der Einäugige unter den Blinden.
Die UK haben aber in den letzten Jahren einige, auch sehr globale bekannte Schwergewicht herausgebracht (AJ & Fury). Das sind richtige Stars.
Der gewaltige Maywather/Pacquiao Hype vor 10-15-20 Jahren war auch kein Nebenprodukt der US Schwergewichtsflaute. Die beiden waren so bekannt, weil sie einerseits einen anderen Superstar besiegt haben (de la Hoya) und auch einfach zu den besten Boxer aller Zeiten gehören und dabei sich noch in der gleichen Gewichtsklasse umzirkelt haben...
UK ist UK, das interessiert in den USA kaum jemanden. Nicht zuletzt deshalb finden da ja auch kaum noch große Schwergewichtskämpfe statt, obwohl die USA weiterhin vom Potential mit Abstand der größte Markt für Kampfsport sind. Selbst ein Lennox Lewis hatte in den USA große Akzeptanzprobleme, weil er halt den falschen Pass hatte.
Canelo sehe ich jetzt auch gar nicht als Nischenboxer. Der war der Superstar der US-Boxszene und hat auch für mächtig Hype gesorgt. Der von Dir erwähnte Hopkins hätte ihm vom Starlevel her nie das Wasser reichen können. Jetzt, wo sich Caenlos Karriere langsam dem Ende neigt, gibt es schon ein wenig ein Vakuum. Ryan wird die konstante Qualität auf dem höchstem Level fehlen. Tank hatte die letzten Jahre das Making eines US-Stars, hat aber die richtigen Kämpfe nicht gemacht und ist jetzt sowieso mal weg vom Fenster.
Frag mal einen ohne mexikanische Wurzeln aus Hillbilly County im Irgendwasbelt nach Canelo. Mike Tyson hingegen dürfte da fast jeder kennen. Canelo bedient in den USA eine - zugegebenermaßen - wachsende Nische, aber der ist weit davon entfernt einen Bekanntheitsgrad zu haben wie ihn damals Roy Jones Jr., Tyson, Holyfield und Co. hatten. Dazu spricht er auch noch eher schlecht englisch. Kein Vergleich. Die Amis waren immer schon - auch vor Trump - extrem patriotisch, gerade im Boxsport, wo es die Amis ja lange Zeit unter sich ausgemacht haben. Als Nicht-US-Amerikaner hat man vermarktungstechnisch schon einen gewaltigen Nachteil und nicht zufällig ist das Interesse deutlich abgeebbt, als die US-Boxstars (gerade in den höheren Gewichtsklassen) immer weniger wurden. Man kann dann bestenfalls bestimmte Communities bedienen.