Hat der Sinner Dopingfall euren Tenniskonsum verändert?


Wie hat der Dopingfall euer Interesse am Tennis beeinflusst?

  • Ich schaue kein Tennis mehr

    Stimmen: 2 10,5%
  • Ich schaue deutlich weniger Tennis

    Stimmen: 2 10,5%
  • Ich schaue geringfügig weniger Tennis

    Stimmen: 0 0,0%
  • Hat mich nicht beeinflusst in meinem Interesse

    Stimmen: 15 78,9%
  • Ich schaue jetzt mehr Tennis als vor dem Dopingfall

    Stimmen: 0 0,0%

  • Umfrageteilnehmer
    19

Francois

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Hallo, ich schreibe das jetzt mal da ich seit Veröffentlichung der endgültigen Sanktionen der Wada auch bei mir selbst abgewartet habe ob sich da noch etwas ändert in meiner Einstellung , aber ist seitdem unverändert. Ich schaue kein Pro Tennis mehr. Habe komplett das Interesse verloren. Ist kein Thread um mich über andere moralisch zu erheben sondern schlicht abzufragen ob das bei euch auch der Fall ist.

Bei mir Faktoren warum ich nun raus bin.

1) Die Nr.1 der Welt hat gedopt und wenn wir ehrlich sind keinerlei Konsequenzen zu tragen bekommen. Das zerstört mir jede Glaubwürdigkeit der Rangliste und Wertigkeit der Grand Slams etc. Turniere
2) Die Heuchelei von ITIA und ATP/WTA im Umgang mit Dopingsündern je nach Bekanntheit und Connections (sofortiger Top Anwalt einschalten)
3) Die Doping fördernde Politik der ITIA seit das von der WADA übernommen wurde z.B. indem man sofort die Position Sinners unterstützt hat noch vor einer abschließenden Untersuchung der Wada oder ITIA. (und einstellen der Veröffentlichung der Jahrestests..etc)
4) die katastrophale Nachwirkung in den Breitensport Tennis und nat. auch nieder gerankten Pro Sport. Die sind nicht dumm. 14jährige sprechen nun hier darüber und das nicht ablehnend. Wenn die restlichen Top10 nicht doof sind steigen sie ein denn der Effekt ist relevant.
5) die sofortige Rückendeckung entgegen Fakten und Plausibilität der meißten Sportmedien und plötzliche Umkehrung der Beweislast als es um die Nr.1 geht. Einen Weg den selbst ATP und ITIA gegangen sind um Sinner zu decken.


Mit dem letzten Punkt ist der Dopingkampf im Tennis damit auch erledigt in seiner Wirksamkeit oder auch nur Zielsetzung. Den Sinner Weg kann nun jeder gehen und wenn dann wieder mit zweierlei Maß. Die ITIA als Ablösung der Wada als Kontrollorgan hat ebenso wie die Wada auf ganzer Linie nicht nur versagt sondern ist aktiv an Doping Rechtfertigung und Unterdrückung von Strafen beteiligt.

Mich erinnert es fatal an die "Anti" Dopingpolitik in NFL , welche im Grunde eher eine begleitende Dopingpolitik ist um positive Tests zu minimieren.

Mein Interesse ist damit schlicht weg. Vielleicht kommts irgendwann wieder sieht gerade nicht so aus. Die Wirksamkeit und insb. Menge die Sinner wirklich genommen hat sind für mich durch Vergleichsstudien von Testosalben eindeutig bewiesen bzw das seine >Version eine Räubergeschichte für fans und finanziell orientierte Opportunisten ist. Selbst wenn man dies nicht so sieht wurde das nachgewiesene Doping nicht wirklich bestraft. Wenn ihr das alles nicht so seht sei es euch belassen: Werde jetzt in dem Thread keine Diskussion über Echtheit und Wertigkeit seines Dopings führen. Das haben wir zur Genüge getan.

Wie ist es bei euch?
 

zick

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Ich antworte, auch, wenn ich mir es hätte vielleicht sparen können.
Lt. WADA war das nicht einmal Mircodoping, sondern eher eine Verunreinigung. Was man davon glauben soll, bleibt einem selbst überlassen. Für den, der glaubt, dass Sinner bewusst gedopt hat, für den ist die Strafe natürlich zu niedrig.
Zumindest hatten andere Spieler die Chance ihn in der WRL zu überholen. Zverev hatte die Chance in der Zeit, in der Sinner gesperrt ist, 5750 Punkte zu holen, Alcaraz 5500 Punkte. Das war für beide eine riesige Chance, an Sinner in der WRL vorbeizuziehen.
Für Doping sollte glasklare eindeutig ermittelbare Strafen erteilt werden, wie z. B. bei der Geschwindkeitsüberschreitung im Strassenverkehr oder bei Rot über die Ampel, wie Grenzwert, Höhe der Überschreitung des Grenzwertes, vielleicht noch von Substanz zu Substanz unterscheiden, Wiederholungsfall. Für Athleten sollte quasi auch so eine Art Punktekonto geführt werden, wie für den Normalbürger in Flensburg. So müsste man quasi innerhalb von 5 Minuten die Strafe festlegen können, wenn jemand erwischt wird.
Ich gucke weiterhin mit der gleichen Intensität.
Im Fussball dürfen auch manche Vereine immer noch teure Spieler verpflichten und sie gut bezahlen, trotz katastrophaler Finanzkennzahlen. Da fallen mir z. B. Vereine aus der 2. Liga ein, die dieses Jahr nicht wieder aufsteigen werden. Das ist quasi auch gefülltes Doping. Trotzdem gucke ich immer noch Fussball.
 

Tuco

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Hat mich nicht beeinflusst. Der Grund ist simpel: Ich bin beim Thema Doping ohnehin recht zynisch bzw. vermute ich, dass die "Dunkelziffer" recht hoch ist und etliche Sportler, die noch nie erwischt worden sind, dopen - aber nicht nur im Tennis, sondern in allen Sportarten, wo viel Geld verdient werden kann. Nur Sinner selbst ist mir deutlich unsymphischer geworden, aber ich war auch davor schon kein Fan.

Eine Frage an den Threadersteller: Ich gehe davon aus, du bist weiterhin großer Fußballfan? Glaubst du wirklich, dass im Fußball konsequenter getestet und die "Sünder" härter belangt werden als im Tennis? Wenn ja, ist das einfach nur eine persönliche Einschätzung, oder kannst du das belegen?
 

Marius

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Hat mich nicht beeinflusst. Der Grund ist simpel: Ich bin beim Thema Doping ohnehin recht zynisch bzw. vermute ich, dass die "Dunkelziffer" recht hoch ist und etliche Sportler, die noch nie erwischt worden sind, dopen - aber nicht nur im Tennis, sondern in allen Sportarten, wo viel Geld verdient werden kann.
So ähnlich geht es mir auch. Ich war vorher schon nicht blauäugig und glaube, dass Doping im Tennis deutlich mehr verbreitet ist als man denkt. Vermutlich werden auch einige andere Spieler Methoden anwenden, die entweder verboten oder zumindest grenzwertig sind. Der Fall Sinner (teilweise auch Swiatek) hat bei mir vielleicht dazu geführt, dass es wieder mehr ins Bewusstsein gerückt ist oder dass man subtil die ein oder andere Leistung eines Spielers mehr hinterfragt, was schade ist, aber ich möchte mir dadurch die Freude am Tennis Schauen nicht kaputt machen, denn ich mag den Sport einfach zu sehr. Mir bereitet dann eher der Gedanke Unbehagen, dass diejenigen Spieler, die sagen wir, im "grünen Bereich" arbeiten, durch andere, die dopen, um größere Erfolge gebracht werden. Wie hoch die Dunkelziffer ist, keine Ahnung.

Zum Fall Sinner (und auch Swiatek) maße ich mir keine Meinung an, weil ich von solchen Dingen einfach viel zu wenig Ahnung habe. Die Geschichte von Sinner kann stimmen, aber auch nicht. Das kann man nicht sagen und hier dreht sich die Diskussion dann immer wieder im Kreis. Problematisch fand ich die Handhabung des Falls nach den positiven Tests. Er wird positiv getestet, seiner Erklärung wird stattgegeben, die Öffentlichkeit bekommt erst einige Monate später überhaupt etwas mit, die WADA erhebt Einspruch, dann geht alles normal weiter und er wird, nachdem er 2 GS gewonnen hat, schließlich für 3 Monate nach einem "Agreement" gesperrt. Es kann ja wirklich sein, dass es sich so zugetragen hat, wie er sagt, aber selbst dann müsste die Sperre ein bisschen härter ausfallen, weil er ist letztendlich auch für sein Team verantwortlich und was in seinen Körper gelangt oder?
 
Zuletzt bearbeitet:

Fathi8

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Zum Fall Sinner (und auch Swiatek) maße ich mir keine Meinung an, weil ich von solchen Dingen einfach viel zu wenig Ahnung habe. Die Geschichte von Sinner kann stimmen, aber auch nicht. Das kann man nicht sagen und hier dreht sich die Diskussion dann immer wieder im Kreis. Problematisch fand ich die Handhabung des Falls nach den positiven Tests. Er wird positiv getestet, seiner Erklärung wird stattgegeben, die Öffentlichkeit bekommt erst einige Monate später überhaupt etwas mit, die WADA erhebt Einspruch, dann geht alles normal weiter und er wird, nachdem er 2 GS gewonnen hat, schließlich für 3 Monate nach einem "Agreement" gesperrt. Es kann ja wirklich sein, dass es sich so zugetragen hat, wie er sagt, aber selbst dann müsste die Sperre ein bisschen härter ausfallen, weil er ist letztendlich auch für sein Team verantwortlich und was in seinen Körper gelangt oder?
Das kann ich insgesamt nur unterstreichen. Bei mir ist der Konsum etwas zurückgegangen, aber das tut es immer nach den Australian Open. Februar/März bin ich deutlich mehr im eigenen Sport unterwegs und Nachteule kann ich auch zu selten sein um da Tennis zu schauen. Deswegen gehen die US Turniere da auch öfter an mir vorbei.

Ich starte dann in der Regel in die europäische Sandplatzsaison, weil ich Nachmittags doch hier und da eine Lücke finde um Mal was zu sehen. Aber ganz so viel wie die meisten hier im Forum schau ich sicher nicht. Da sind meine Kinder aktuell im richtigen Alter um noch viel mit Ihnen zu erleben. Also geh ich mit ihnen in die Halle. Die Arbeit mit meinen und anderen Kids bereichert mich sowieso mehr als jeder Profisport. Auch wenn mich der vom Interesse her nie so ganz loslässt. Nur, da bleibt es dann oft beim Highlights schauen oder aber nur die Ergebnislisten wälzen.
 

Hans Meyer

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Und wie 100x erwähnt darf man nicht den Fehler machen und denken, dass Sinner zwangsläufig nur knapp über dem Grenzwert war und das zwingend entlastend ist

Er wurde 2x erwischt. Man weiß auch nicht wie sehr er im Maximum über dem Grenzwert war
 

Francois

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Eine Frage an den Threadersteller: Ich gehe davon aus, du bist weiterhin großer Fußballfan? Glaubst du wirklich, dass im Fußball konsequenter getestet und die "Sünder" härter belangt werden als im Tennis? Wenn ja, ist das einfach nur eine persönliche Einschätzung, oder kannst du das belegen?

Ich verfolge Fußball noch, aber gebe da auch kein Geld mehr aus. Ab und zu noch Spiel auf Amazon oder woanders. Tatsächlich vor allem im Forum miteifern. ;) Im deutschen Fußball würde ich meine Hand ins Feuer legen das es kein systematisches Doping auf Vereinsebene gibt. Würde ich in Spanien leben hätte ich da wohl auch ein Problem mit seit Fuentes und den Erkenntnissen bzw wie damit umgegangen wird in Spanien. Empfehle da die hervorragend recherchierten Artikel von Stephane Mandard insb. zur Verwicklung des spanischen Staates in Unterdrückung der Dopingfolgen für große Fußballvereine .Ist im Grunde eine Staatsaffäre in Spanien.

Mir gehts wie gesagt auch nicht um ein moralisches Urteil sondern das in einem Individualsport wo ich den Kampf um die Krone verfolgen will das für mich seinen Reiz verloren hat durch diese Ungleichbehandlung. Ist halt so. Auf lokaler Ebene werde ich im Sommer wieder Jugendtennisturniere besuchen und mitfiebern. Ein toller Sport.

Im Fußball könnte aber definitiv auch intensiver getestet werden.
 
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