Itaumas Fintieren mit dem Jab wirkt durch den exzessiven Einsatz vorhersehbar. Hat das gegen gut antizipierende Boxer überhaupt noch einen Effekt oder muss er hier auf andere Mittel setzen, um seine Schläge anbringen zu können?
Das wirkt nur so, denn man kann eigentlich nie exzessiv genug mit dem sog. Jab "arbeiten", es sei denn: er ist z.B. nicht variabel genug, es ist immer die gleiche Finte oder sie hat wenig Wirkung.
Fintieren hat ua. den Sinn, dass man den Gegner stört, unter Druck setzt, ihn analysiert, zu einer Reaktion verleitet und er nie genau weiß, was die Finte in der Aktion genau ist oder bezweckt.
Vom dem her ist das Ziel erfüllt, wenn der Gegner die Finte "sieht" und darauf antwortet, weil man selbst ja eben eine Antwort provozieren will, um darauf seinerseits zu reagieren.
Außerdem besteht das Fintieren mit dem Jab ab einem Elite-Level aus zig verschiedenen Bausteinen (Beinarbeit, Bewegungen, Richtung, Tempo, Krafteinsatz usw.) und zig Variationen. Und gerade, wenn man viel und variabel mit der Führhand arbeitet, macht es das äußerst schwer für den Gegner überhaupt gut antizipieren zu können.
Klar, natürlich gibt es dabei Risiken und genauso zig Möglichkeiten, wie man eine Jab/finte neutralisiert, bekämpft etc. und wenn man z.B. merkt, dass der Gegner anfängt den Jab "vorherzusehen" oder das Jabduell "kontrolliert", versucht man umgekehrt passende Gegenmittel einzustreuen wie vielleicht der Cross, Schlag zum Körper, Distanzwechsel, Paraden und und und, um so wiederum die Hoheit bei der Führhand zu gewinnen, was bedeutet, dass viele "Jabs" unter den o.g. Voraussetzungem trotz allem immer effektiv bleiben bzw. einen Effekt haben, weil man da als Boxer ständig ebf. versucht den Gegner zu "stressen", lesen oder ein, zwei Aktionen voraus weiter zu denken/planen.