Mhm, das verkürzte Twitter-Statement dazu ist dann doch ein bisschen Unfair, da es nicht wiedergibt was im Artikel selbst steht. Hockey Canada hat kein verstecktes Budget um Schweigegeld bei sexuellem Missbrauch zu bezahlen. Man hat einen Investmentfond der auch teilweise dafür verwendet wird um generell außergerichtliche Einigungen zu bezahlen, und darunter fallen auch Fälle von Missbrauch. Das ist eine Reserve für Dinge die nicht von der Versicherung gedeckt werden. Das ist nicht ganz so widerwärtig wie ein Budget nur um sexuellen Missbrauch zu verheimlichen.
Das ganze Vorgehen ist aber echt unfassbar. Nicht nur das direkte Verhalten an sich, sondern auch die Versuche das eigene Verhalten schönzureden. Wie einer bei hfboards so schön aufgeführt hat:
Aus dem Bericht von Hockey Canada an Sports Canada, vom Juni 2018:
1. "Hockey Canada reported the incident to London police."
2. "Hockey Canada has contracted outside counsel."
3. "Hockey Canada has asked counsel to involve a third-party company."
Here is the actual sworn testimony as to the order of events as they occurred that day:
1. "I believe that was at two o'clock. He (Sr. VP of Risk Management and Insurance) then had the discussion with the law firm."
2. "We reported this to our insurers."
3. "I believe that at six o'clock eastern—my times are Mountain Time—so I guess at four o'clock Mountain Time, the London Police Service would have been advised."
Die erste Liste gibt also eine Reihenfolge vor die nicht den Tatsachen entspricht. Sie sagt auch nicht zwingend das die Liste in zeitlicher Reihenfolge gemeint sei, aber es wirkt halt so, und das dürfte Absicht sein. Das man sich zunächst mit Anwälten bespricht wäre auch noch irgendwie zu verstehen, aber das man erst Gespräche mit der Versicherung führt, und dann - Stunden später - die Polizei informiert, ist auch völlig verquert.
Und dann ist da noch das hier, ebenfalls vom Bericht der eine Woche nach dem Geschehen versendet wurde:
“On June 19, Hockey Canada held a golf and gala for their national junior men's hockey team. Alleged sexual assault happened after the golf portion of the event. Involves member of the national junior team. Hockey Canada reported the incident to London police. Hockey Canada has contracted outside counsel. Hockey Canada has asked counsel to involve a third-party company. The victim has attended a rape crisis centre. Hockey Canada has offered counselling to the victim.”
Der Teil wurde später von Hockey Canada nicht mehr erwähnt. Es war also schon von Anfang an klar.
Diese Vorfälle sind kein generelles Eishockey Problem, es ist ja leider überall recht weit verbreitet. Aber das ganze System ist schon wenig hilfreich. Die Art der Führung, "Scherze" auf Kosten der Rookies, all da Gehabe möglichst tough zu wirken. Dazu dann Führungskräfte die oft noch aus einer Zeit stammen in der das alles doch völlig "normal" war. "Boys will be boys" und all so ein Schwachsinn der abartiges Verhalten schönreden soll. Und leider auch eine nicht zu kleine Menge an Fans die es genauso sehen.
Noch zu Steve Dangle:
ich schau mir von ihm ja allerhöchstens mal ein kurzes dang-it oder hat-pick video an, von daher fehlt mir da vielleicht was, aber so ganz kann ich die Kritik an ihm nicht verstehen. Ja, er hat seine Rants in denen er (absichtlich) rumschreit, aber die find ich eigentlich nicht sonderlich störend. Und wenn es mal zu ernsteren Themen kommt, oder es um die Regeln geht, scheint er eigentlich immer sehr sachlich. Er hat wohl aucht mitgeholfen ähnliche Podcasts für alle kanadischen Teams mit aufzubauen. Das gewisse kanadische Medien allen bis zum erbrechen die Maple Leafs vorsetzen wollen ist ja nicht seine Schuld.