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Reisen - Ab in den Urlaub


Dieses Jahr klappt es endlich: im Dezember geht es nach Tallinn und nach ein paar Tagen mit der Fähre rüber nach Helsinki. :beten:

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Dieses Jahr klappt es endlich: im Dezember geht es nach Tallinn und nach ein paar Tagen mit der Fähre rüber nach Helsinki. :beten:
Tallinn im Dezember ist traumhaft. Helsinki auch, aber Tallinn noch mehr. Schöne Weihnachtsstimmung ohne zu viele Menschen.
Wenn du Tipps brauchst, melde dich gerne. War bisher 3 mal in Tallinn und diese Woche zum 6. mal in Helsinki
 
HamburgBuam und die Harzer Wandernadel: Tag 1 - Echte Berge!

Ich war eine Woche im Harz, um den Stempelstellen der Harzer Wandernadel nachzujagen. Im gesamten Harz sind 222 Stempelboxen verstreut, bei denen man sich einen Nachweis in den Pass Stempeln kann, dass man vor Ort war. Also eine Art Sammelspiel im echten Leben.

Daher fuhr ich mit dem Deutschlandticket nach Seesen. Eine nette kleine Stadt, welche sich am westlichen Rand des Mittelgebirges befindet. Vom Bahnhof aus stiefelte ich los. Der Rucksack wog 9 Kilo, was in erster Linie an meiner Campingausrüstung lag. Es war Neun Uhr Morgens, aber die Sonne brannte bereits vom Himmel. Also hielt ich im Steinway-Park kurz inne und entledigte mich meiner dünnen Jacke. Besagter Park war übrigens echt schön. benannt war er nach irgendeinem Tastenquäler, der in die USA ausgewandert war und dort anfing. Klimperkästen für Pianisten zu bauen. Interessanter schien mir der Park selbst, welcher sehr hübsch und auch naturnah gestaltet war.

Direkt hinter dem Park hörte die Stadt auf und der erste Anstieg wartete auf mich. Ab in den Wald und auf den Berg! Ich schnaufte nicht schlecht, während ich mich die zunächst moderate, dann immer härtere Steigung empor mühte. Da können die kleinen Hügel bei uns im Norden einpacken. Doch die Luft war frisch, die Natur wunderschön.

Nach einer Dreiviertelstunde Stunde hatte ich schließlich den Gipfel und somit auch die Tränkebachhütte erreicht. Hier wartete auch der erste Stempelkasten auf mich. Da ich aber noch keinen Wanderpass hatte (Die Touri-Info hatte an einem Sonntagmorgen eiskalt geschlossen gehabt) musste ich mir die Zulassungsnummer an der Innenseite der Box notieren. Anschließend füllte ich meine Wasserflasche an der nahen Quelle auf und machte mich daran, den Luchsfelsen aufzuspüren. Laut meiner Wanderkarte lauerte dort allerdings keine Raubkatze, sondern lediglich der nächste Stempel.

Ich erreichte den Luchsfelsen nach kurzem Marsch auf breiten Schotterwegen. Die ersten Waldschäden kamen des Weges und winkten mir mit ihren Borkenkäferbefallenen Ästen zu. Neben den Stümpfen der verschiedenen Fichten fanden sich immer wieder Setzlinge, welche von der Aufforstung erzählten. Der Wald stirbt zwar, aber man bemüht sich bereits, dies zu korrigieren. Der Harz war ursprünglich voller Mischwälder und soll nun zu seinen Wurzeln zurück. Die gepflanzten Bäume sollen zudem besser mit dem Klimawandel zurechtkommen. Es kann sich nur noch im Jahrzehnte handeln.

Aber zurück zum Luchsfelsen. Dieser wurde aufgestellt, um an den letzten Luchs im Harz zu erinnern, den man im 19. Jahrhundert nach 14 Tägiger Jagd an dieser Stelle abgemurkst hatte. Inzwischen sind die Kollegen ja wieder ausgewildert worden und die Population wächst. Ich notierte mir die nächste Nummer und aß erst einmal etwas. Dann stieg ich zur Bundesstraße ab, überquerte diese und näherte mich über eine unbenutzte Nebenstraße Lautenthal. Kurz vor dem Ort lotste mich ein Schild auf einen schmalen, naturbelassenen Stieg, welcher sich wunderschön zur Stadt hinab schlängelte. Zuweilen musste ich über einen Baum kraxeln, kämpfte mich aber tapfer bis zur Stadt durch. Dort fand ich dann erst einmal ein Absperrband, welches die Bewohner des Ortes warnte, dass der Weg, den ich soeben gegangen war, lebensgefährlich wäre. Hm, wo war eigentlich die Warnung am anderen Ende gewesen?

Seltsamerweise noch lebendig durchquerte ich den Ort, hielt diplomatischen Smalltalk mit einem geschwätzigen Rentner und stieg auf der anderen Seite des Kaffs wieder auf einen Berg. Zunächst führte der Weg über eine Wiese, von der aus ich einen Panoramablick ins Tal hatte. Dann ging es steil den Berg hinauf. Mir blieb beinahe die Luft weg, als die Steigung zweistellig wurde. Welcher Depp hatte den Rucksack nochmal so schwer bepackt?

Zum Glück wurde der Weg nun wieder ebener. Entlang der Bergflanke marschierte ich zur Hütte "Schöne Aussicht". Der Stempel war kaputt, aber was solls. heute war das noch nicht mein Problem. Ich verweilte einige Minuten und überlegte, ob ich noch einen Umweg für einen vierten Stempel einbauen sollte. Allerdings wurde ich zunehmend müde und entschied, dass ich lieber mein Tagesziel Wolfshagen ansteuern sollte.

Die letzten Kilometer zogen sich ein wenig. Tatsache ist, dass ich aus dem letzten Loch pfiff, als ich nach ca. 20 Kilometern endlich den Campingplatz erreichte, auf dem ich meine Nacht verbringen wollte. Ich checkte ein und wurde von der Rezeptionistin darauf hingewiesen, dass ich einen Sonnenbrand im Nacken hätte. Sieh mal einer an, die Maisonne war wohl doch etwas heftiger, als erwartet. Ungeachtet dessen machte ich mich daran, mein Zelt aufzubauen. Seit 10 Jahren hatte ich selbiges nicht getan. Es wurde also spannend. Zu meiner eigenen Überraschung haute der Aufbau aber hin und nach 20 Minuten stand mein Heim für die Nacht. Ein Wunder an kleinem Packmaß. Gut, dafür war es winzig. Sitzen konnte man darin nicht und ich musste rückwärts reinkriechen, da auch umdrehen etwas knifflig gewesen wäre. Zusammen mit meinem Rucksack war die Fischreuse zum Schlafen bereits gut ausgelastet. Zum Glück bin ich nur 1,70 Meter.

Ich beschloss den Abend mit einem Cordon Bleu im Campingplatz Restaurant. Das Fleisch war lecker und reichlich. Nur der angekündigte Salat enttäuschte, bestand dieser doch nur aus einem einzelnen Salatblatt. Bisschen mager.

Zufrieden mit dem Tag kroch ich ins Zelt und schickte ein Dankesgebet an @Angliru der mir vor Jahren, als ich auf dem Weserberglandweg scheiterte, geraten hatte, die Füße mit weißem Hansaplast vor Blasen zu schützen. Das funktionierte wirklich. Ganz im Gegensatz zu meiner Nachtruhe. Um Gewicht zu sparen hatte ich nämlich die Luftmatratze aussortiert und wälzte mich nun auf dem brettharten Boden hin und her...

Statistik des Tages

Gelaufene Kilometer: Ca. 20
Stempel: 3
Sonnenbrand: 1
Bei jedem Reisebericht von @HamburgBuam bedauere ich, dass die Forensoftware für Ausnahmefälle keine Doppellike-Funktion zur Verfügung stellt. 👍
 
Ich war am Wochenende auch im Harz und man man man ist das frustrierend. Alles, wo mehr als 2 Nadelbäume nebeneinander stehen, ist tot. Und das ist nicht übertrieben. Die Laubwälder sind fit, aber weite teile sehen aus wie da unten, das dauert Jahrzehnte, bis das wieder normal aussieht. Touri-mäßig natürlich trotzdem alles voll (inklusive mir natürlich), muss dieses aktive Weggucken sein, was den Ort noch attraktiv macht. Sollte jeder Klimawandel-Leugner einmal zum Urlaub machen hingeschickt werden.

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HamburgBuam und die Harzer Wandernadel: Tag 2 - Hagel und Maschinen

Als ich nach einer sehr unruhigen Nacht endlich aufstehen konnte, fühlte ich mich wie gerädert. Eventuell hätte ich die Luftmatratze doch mitnehmen sollen. Mit schmerzenden Gliedern schleppte ich mich zur morgendlichen Dusche, ehe ich zum Zelt zurückkehrte. Ein neugieriger Wohnwagen-Besitzer stand daneben und rieb sich den Kopf. "Passt du überhaupt rinn in dat Ding?"
Das war eine gute Frage. Beim Umdrehen war ich zuweilen an die Zeltwände gestoßen.

Nachdem ich meine Sachen zusammengepackt hatte, wagte ich mich in den Ort hinab. Wolfshagen war ein hübsches Dorf. Beim örtlichen Bäcker gönnte ich mir ein Frühstück samt heißer Schokolade, ehe ich mich zur Touristen-Information begab. Dort holte ich mir den Stempelpass und eine vernünftige Wanderkarte. Im tiefen Wald sollte man sich nämlich eher nicht auf Google-Maps verlassen. Beim Verlassen des Gebäudes wurde ich noch von einem älteren Herren angesprochen. Er hatte beim Aufbau der Stempelkästen geholfen und war ebenso nett wie redselig. Er berichtete, dass er inzwischen einen Soldaten aus dem amerikanischen Bürgerkrieg verkörperte. Also auf der Bühne, nicht im Wald.

Ehe ich noch zwischen die Fronten geriet, stiefelte ich wieder los. Erst einmal zurück zum Campingplatz, denn da ging der Weg nach Süden los. Ansonsten ging es stets bergauf. Auch, als ich die Stadt verließ und in Richtung Hahnenklee marschierte. Der Berg war nicht ohne und wartete mit steilen Passagen auf. Schnaufend hielt ich zuweilen inne und tröstete mich mit einem Blick ins Tal.

Irgendwann hatte ich den nächsten Stempelpunkt erreicht. Er nannte sich Altarklippen und bot einen fantastischen Panoramablick. Ein Schild informierte mich, dass dies die schönste Stempelstelle 2022 gewesen war. Es fiel mir nicht schwer, dies zu Glauben. Wirklich ein Highlight. Was, der Ausblick? Sorry, aber ich war zu faul, um ein Foto zu machen.

Ohne mich lange aufzuhalten, eilte ich weiter. Denn für den Nachmittag war ein Gewitter angesagt. Als Hamburger ist man so etwas zwar gewöhnt, aber pitschnass im Wald muss trotzdem nicht sein. So eilte ich über den schönen Keilerstieg weiter. Dieser schmale Pfad schlängelte sich über Stock und Stein bis vor die Tore des Ortes.

Bis in die 1960er hatten die Frauen aus Wolfshagen diesen 10 Kilometer weiten Weg täglich auf sich genommen, um im Kurort Hahnenklee zu arbeiten. Erst später hatte man eine Busverbindung eingerichtet. Bei dem Gedanken an 4 Stunden Fußmarsch, Haushalt und harte Arbeit wurde mir ganz flau im Magen. Also machte ich mich auf, um ein Restaurant aufzutun. Zunächst noch unschlüssig, wurde ich bald vom Regen auf die richtige Spur gebracht. Mit einem Mal begann es nämlich so höllisch zu gießen, dass ich kurzerhand in die nächstbeste Tür flüchtete und dann einfach dort blieb.

Die Riesencurrywurst war das günstigste auf der Karte und schmeckte auch hervorragend. Zartes Fleisch, knackige Pommes. Nur die Ananas in der Soße störte mich zuweilen. Ich hasse diese faulige Süße. Zum Glück waren es eher wenige Stückchen. Unterdessen fing es an zu hageln und die Terrasse des Restaurants wurde überflutet. Flüchtlinge von draußen enterten den Innenbereich. Denn nicht einmal die Sonnenschirme boten Schutz.

Ich aß langsam und wartete ab, bis ich das Gefühl hatte, dass ich die 500 Meter zum anvisierten Hotel (Keinen Bock mehr auf Camping) halbwegs trocken bewältigen konnte. Dann spurtete ich los und erreichte die Lobby tatsächlich trockenen Fußes. Ich hatte bereits Online reserviert und musste es nun mit einem wahren Endgegner aufnehmen: Dem Check-In Automat. Eine ältere Dame stand ebenfalls ratlos vor dem Gerät. Es wollte einfach nicht die Zimmerkarten rausrücken. Dabei hatten wir unsere Ausweise gescannt, bezahlt und alle Daten eingegeben. Aber keine Chance, das Gerät blieb stur. Erst ein Anruf beim Besitzer schuf Abhilfe. Der schickte die Karten per Knopfdruck raus. Angeblich würde das sonst immer funktionieren. Meiner Ansicht nach war die Maschine einfach nur unausgereift.

Das Zimmer war mit 42 Euro recht einfach, hatte aber alles, was man braucht. Und noch etwas: Man konnte den kleinen Swimmingpool im Keller benutzen. Also zog ich meine Badehose an (Ja, ich hatte keine Luftmatratze, dafür aber eine Badehose) und wollte mich ins Nass stürzen. Doch Moment. Ein Gerät, welches aussah wie eine Mischung aus Ameisenbär und Staubsaugerroboter rollte durchs Becken. Ob das Teil Stromschläge verteilen konnte? Ich fragte lieber die Rezeptionistin, die nun auch eingetroffen war. Diese holte das Gerät dann auch sofort raus. Es war für die Reinigung vorgesehen.

Dann war ich alleine. Keine Zeugen, keine Kameras. Es war 8 Jahre her, seit ich das letzte Mal geschwommen war, denn solche Becken laufen einem im Alltag selten über den Weg. Aber was solls. Was konnte schon passieren, außer dass ich absoff? Zum Glück verlernt man Schwimmen wohl nicht. Elegant wie ein Walross an Land schwamm ich hin und her. Klappte wunderbar. Wenn ich mal ins Meer falle, würde ich es wohl an Land schaffen. Zumindest, wenn die Küste sehr nah ist, denn meine Kondition merkte an, dass Schwimmen auch anstrengend ist.


Ich schlief früh ein und ziemlich lange. Schließlich hatte ich was nachzuholen. Und ich musste Kraft Tanken. Denn ab sofort würde ich die Campingausrüstung einfach nur so mit mir herumschleppen. Es geht doch nichts über ordentliche Planung.

Bilanz des Tages

Gelaufene Kilometer: Ca. 13
Stempel: 1
Störrische Automaten: 1
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin ab Sonntag ein paar Tage in Wien. Hauptgrund ist die Staatsoper "Die Hochzeit des Figaro". Meine Dame will noch 2 Tage durch Wien schlendern. Gibt's gute Tipps... @mystic oder @Max Power? Danke
 
Der Wiener Friedhof ist sehr interessant. Viele Promis sind dort begraben (Falco, Udo Jürgens,...). Wir waren letztes Jahr ohne Führung dort, konnten aber ein paar Führungen am Rande verfolgen, war doch sehr interessant. Sehr empfehlenswert, aber würde mir eine Führung dazu buchen.

Ansonsten abends durch den Prater schlendern, danach noch schön was essen, ne Runde im Riesenrad. Gerade zu der Jahreszeit auch ein Muss.

1 Tag Schönbrunn zuerst im Zoo und danach zum Schloss auch sehr empfehlenswert.

Irgendwo natürlich noch ein Wiener Schnitzel mitnehmen, gibt viele gute Restaurants dort.

Sollte für 2 Tage ausreichen 😀😀. Wien fand ich aber echt eine sehr tolle Stadt. Waren letztes Jahr 4 Tage dort und haben bei Weitem nicht alles geschafft.
 
Ich bin ab Sonntag ein paar Tage in Wien. Hauptgrund ist die Staatsoper "Die Hochzeit des Figaro". Meine Dame will noch 2 Tage durch Wien schlendern. Gibt's gute Tipps... @mystic oder @Max Power? Danke

Kommt natürlich darauf an, was ihr bevorzugt. Beispielsweise von Votivkirche aus starten, dann Rathausplatz+Park, Natur- und Kunsthistorische Museen, dann Richtung Innenstadt über die Hofburg Richtung Stephansdom. Danach Wiener Schnitzel bei Figlmüller in der Wollzeile, dann weiter Richtung Schwedenplatz (vielleicht bei der Ankeruhr vorbei) für ein Eis. Vielleicht anschließend noch Hundertwasserhaus. Südlich der Staatsoper wäre Karlskirche und Belvedere interessant, dazu ein Abstecher zum Naschmarkt.
Andere Geschichte wäre Prater inkl. Fahrgeschäften&Riesenrad&Schweizer Haus (Stelze), dann entlang Praterallee (da ist das Happelstadion)? Donauinsel wäre eine Idee, aber da wäre ein Fahrrad besser als "schlendern". Zum Kahlenberg kommt man mit dem Bus (da ist das normale Wiener Ticket gültig), Aussicht über die gesamte Stadt bis hinüber zur Rax-Schneeberggruppe (ich bevorzuge dafür eher Bisamberg, aber der ist schwerer erreichbar, dafür aber weniger Menschen).
Rundfahrt auf der Donau mit der MS Wien? Dauert von Schwedenplatz aus ca. 3h; Essen würde ich aber auf dem Schiff eher nicht. Auf Schienen mit der Wiener Ring Tram?
Bzgl. Essen würde ich eher Plachutta zur Oper (Tafelspitz > Schnitzel) als den Wurststand nehmen.
Ansonsten gäbe es Vienna City Card, Ticket für ganz Wien, dazu ein paar Vergünstigungen, und letztendlich eine Übersicht darüber, was man machen kann.

In Wien lebt es sich auch deshalb gut, weil man relativ schnell in der Natur ist. Wenn man will, kann man halt spontan mal eine Bergwanderung machen oder die Wiener Wanderwege oder Donauinsel nutzen.
 
Ich bin ab Sonntag ein paar Tage in Wien. Hauptgrund ist die Staatsoper "Die Hochzeit des Figaro". Meine Dame will noch 2 Tage durch Wien schlendern. Gibt's gute Tipps... @mystic oder @Max Power? Danke
Da ja schon die Klassiker genannt wurden geb ich auch gern noch ein paar Anregungen ab: Je nachdem wie sehr euch das "klassische" Touri-Programm interessiert, oder doch auch eher etwas andere Spots? Ansonsten empfehle ich auch am Nachmittag in die Straßenbahn D ("D-Wagen") einzusteigen und bis zur Endstation Beethovengang zu fahren, dort sind lauter schöne Heurigen-Lokale in den Weinbergen (Wien gehört zu den größten Weinproduzenten auf städtischem Gebiet weltweit) und man wandelt auch auf den Spuren des alten vorstädtischen Wiens, u.a. ist auch Beethovens langjähriger Wohnort dort zu entdecken und bei einem Spritzer (Weißwein + Mineralwasser) oder einem 1/8 Wein sitzt es sich sehr sehr fein in den Weinbergen ;-)

Kulinarisch gibt's natürlich von klassischer Wiener Küche überall im Zentrum bis zu bisschen kosmopolitischeren Dingen alles, der 2. Bezirk ist beispielsweise heute noch sehr divers und jüdisch geprägt, hab dort einige Jahre gelebt und die Lokale liebe ich! Solltet ihr den Prater mit Abendessen verbinden wollen, empfehle ich das Neni am Prater - Lokal ist in den oberen Stockwerken eines Hochhauses und mit Reservierung sitzt man auf der Terrasse und hat den Sonnenuntergang über Wien samt Prater-Hochschaubahnen direkt im Blick... und israelisch-levantinische Küche ist sowieso großartig! und danach kann man eben noch schön durch den Prater flanieren.

Am Naschmarkt kann man sich kulinarisch ebenfalls durch alle tastes durchkosten und einfach herumschlendern, macht auch viel Spaß :)
 
Ansonsten empfehle ich auch am Nachmittag in die Straßenbahn D ("D-Wagen") einzusteigen und bis zur Endstation Beethovengang zu fahren, dort sind lauter schöne Heurigen-Lokale in den Weinbergen (Wien gehört zu den größten Weinproduzenten auf städtischem Gebiet weltweit) und man wandelt auch auf den Spuren des alten vorstädtischen Wiens, u.a. ist auch Beethovens langjähriger Wohnort dort zu entdecken und bei einem Spritzer (Weißwein + Mineralwasser) oder einem 1/8 Wein sitzt es sich sehr sehr fein in den Weinbergen ;-)
:)

Könnte man theoretisch mit dem Bus 38A zum Kahlenberg verbinden (D und 38A kreuzen sich an der Grinzinger Straße). Oder zu Fuß hoch über Kahlenbergstr. ... für die nicht ganz so ausgelasteten Zeitgenossen. Oder vom Schottentor mit der 38 nach Grinzing direkt; dort Himmelstraße/Cobenzlgasse gibt es auch ein paar Heurige; von da aus dann nach unten Richtung Beethovengang ...
 
HamburgBuam und die Harzer Wandernadel - Tag 3: Schietwetter

Der Morgen des dritten Tages wartete mit etwas auf, das mir als Hamburger vertraut vorkam. Es war neblig und nieselte. Da hätte ich auch gleich daheim bleiben können. Aber was solls. Ich packte meine Siebensachen und suchte erst einmal den örtlichen Bäcker zwecks Frühstück auf. Dann nahm ich Kurs auf den "Liebesbankweg". Dort stehen allerlei romantische Bänke am Wegesrand und laden zum Verweilen ein. Zumindest an trockenen Tagen. Nasse Hintern scheinen mir zumindest nicht besonders sinnlich.

Während ich durch den Wald stapfte, wurde der Regen stärker. Dann wieder schwächer. Und dann wieder stärker. Wichtig war aber, dass es durchweg tröpfelte. Und wer nun denkt, dass ich lediglich keine Luftmatratze dabei hatte, der irrt. Natürlich hatte ich auch keine Regenkleidung im Gepäck. So kam es, dass ich nach und nach fies durchnässt wurde.

Nachdem ich mir am Liebesbankweg meinen ersten Stempel des Tages abgeholt hatte, nahm ich Kurs auf die Schalke. Nein, nicht Gelsenkirchen. Unter Schalke versteht man im Harz einen 700 Meter hohen Berg. Unterwegs traf ich einige Waldarbeiter, aber keinen anderen Wanderer. Könnte am Wetter gelegen haben. Zumindest war mir fast ein bisschen einsam zumute, als ich oben ankam und einen weiteren Stempel auf den Pass drückte.

Auf Schalke waren die Aussichten wie üblich: Trüb und neblig. Die Weitsicht reichte nicht einmal bis zum Berghang, geschweige denn darüber hinaus. So musterte ich die Nebelsuppe, ehe ich mich dazu entschied, den Aussichtsturm zu ignorieren. Da hätte ich wohl nur noch mehr Nebel gesehen. Aber immerhin: Absteigen war, untypisch für Schalke, nicht möglich. Der Weg ins Tal war nämlich wegen Forstarbeiten gesperrt. Blöd, da auch dort ein Stempel gewartet hätte. Tja, was solls. Ich machte mich stattdessen über den Kamm auf, um Schulenberg anzusteuern.

Als ich durch den Wald ins Tal hinunter ging, bemerkte ich auf einmal eine Bewegung vor mir im Gras. Erschrocken blieb ich stehen, kaum fassend, was ich sah: Ein Feuersalamander. Normalerweise sind die Nachtaktiv. Aber das Schietwetter hatte ihn offenbar herausgelockt. Eventuell wollte er mir aber auch nur Salamander-Schuhe andrehen.

Bild vom Salamander

Und noch etwas seltenes kam des Weges: Ein Wanderer. Ich war also nicht der einzige, der sich durchweichen ließ. Der Kollege kam aus Berlin und wir unterhielten uns ein wenig. Danach verschwand er wieder im Nebel.

Vor Schulenberg holte ich mir einen Stempel und verlief ich mich erst einmal, ehe ich dann doch das Dorf entdeckte. Eigentlich wollte ich noch nach Altenau weiter, hatte aber keine rechte Lust mehr. Auch meine Füße waren inzwischen nass. Mangels günstiger Übernachtungsmöglichkeiten lief ich aber dann doch weiter, umrundete eine Talsperre und erklomm einen ungeheuer steilen Berg. An einer Stelle mussten das locker 20-30 Prozent gewesen sein. Mehrmals musste ich anhalten, um nach Luft zu schnappen.

Meine Moral sank zunehmend. Der Regen nahm wieder zu und ich sehnte mich nach einer warmen Dusche. Vorerst musste ich aber erstmal durch ein trostloses Trümmerfeld aus Totholz und Baumstümpfen absteigen. Dann hatte ich den Ortsrand von Altenau erreicht und konnte mich auf die Suche nach einer Pension machen. Da ich keine fand, fragte ich einfach in der Touristen-Info nach. Dort vermittelte man mir ein Zimmer, sodass ich entspannt beim örtlichen Griechen einkehren konnte. Die Bewertungen bei Google waren mies, aber das schreckte mich nicht ab. Ich war der einzige Gast und die Gyros waren essbar. So schlimm war es wirklich nicht.

Dann erreichte ich die Unterkunft, wo der etwas ältere Vermieter erst einmal eine halbe Stunde versuchte, den Fernseher, der mich nicht wirklich interessierte, zum Laufen zu bringen. Irgendwann kam ihm dann die Idee, das man ein Skat-Kabel verwenden könnte. Dann trollte er sich und ich konnte endlich unter die Dusche. Die hatte ich mir dann aber auch verdient.

Bilanz des Tages:

Gelaufene Kilometer: 18,5
Stempel: 3
Feuersalamander: 1
 
Früher beim Marschieren haben wir unter dem eigentlichen Socken immer einen getragenen gehabt. Hatte so keine Blasen am Fuß.
Na gut, da wird jeder Fuß anders reagieren und man liest da verschiedene Tipps, um das Blasenproblem einzudämmen.

Zwei Socken an einem Fuß hatte ich auch mal probiert und war nicht so schlecht, wurde allerdings bei mir unangenehm, wenn es bei langen Strecken richtig warm wurde... manche schwören u.a. auch auf ganz dünne Nylonsocken unter dem richtigen Paar (hab ich aber nie probiert). Irgendwann hab ich das dann mit dem Tape entdeckt und tape damit vorsorglich immer die Fersen ab. Sobald ich merke, dass es irgendwo anfängt zu drücken, sofort Schuhe und Socke aus und Tape drauf. Hilft jedenfalls bei mir sehr gut. Und schön, das @HamburgBuam inzwischen auch davon profitieren kann ;)
 
HamburgBuam und die Harzer Wandernadel - Tag 4: Dieser Weg wird kein leichter sein

Nach einem reichhaltigen Frühstück verließ ich die Pension in Altenau und marschierte zum südlichen Ende des Ortes. Bereits ab der Tür führte der Weg bergauf. Raus aus dem Ort, rauf auf den Berg. Immer nur bergauf. Die Steigung war auszuhalten, durch die Länge aber dann doch spürbar. Die erste Stunde führte der Weg fast nur nach oben. Kurz hinter dem Ort begann dann auch der Nationalpark. Man sah es daran, dass noch wesentlich mehr Totholz am Wegesrand stand. Gesunder Wald sieht anders aus.

Nach kurzer Zeit erreichte ich den Wanderparkplatz Stieglitzecke. Er war das einzige Zeichen der Zivilisation, denn abgesehen von der Bundesstraße war hier nichts als Wald. An dieser Stelle wollte ich einen kleinen Umweg machen, um den Stempel vom "Alten Wehr" abzustauben. Dafür hatte ich die Wahl: Den weiten Weg über 4 Kilometer (Mit Rückweg wären das satte 8 Kilometer) oder den kurzen von 1,5, insgesamt also 3 Kilometern. Klar, dass ich den direkten Pfad wählte. Das Schild warnte zwar vor einem steilen Abstieg, aber was solls?

Zunächst verlief der Weg noch relativ harmlos, wenn auch wurzelig. Es handelte sich um einen schmalen Stieg, teilweise kaum erkennbar. Da war Konzentration angesagt. Ich erreichte den Sösestein, eine hübsche Felsformation. Danach schlängelte sich der Weg weiter bergab. Er wurde immer steiler und schwieriger, ehe er weiter unten durch ein Geröllfeld führte. Ich war froh um mein festes Schuhwerk, hatte dies doch fast schon alpinen Charakter. Dass sich der Weg inzwischen mit durchschnittlich 12 Prozent Steigung in die Tiefe stürzte, half auch nicht.

Sösestein
Na, wer sieht den Weg?

Nach über einer halben Stunde hatte ich die 1,5 Kilometer bewältigt und kam schnaufend an der Stempelbox an. Eigentlich hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden, den Rückweg über den weiten, harmlosen Weg zu bestreiten. Dummerweise hatten die Waldarbeiter aber etwas dagegen, denn die hatten den Weg kurzerhand abgesperrt. Also noch einmal der schwere Pfad. Steil bergauf, womit auch noch die Kondition ins Spiel kam.

40 Minuten später erreichte ich den Wanderparkplatz. Ich war abgekämpft, verschwitzt und komplett bedient. Zwischendurch hatte ich den Weg verloren und war in einem Sumpf gelandet. Dementsprechend hatte ich mich nie so sehr über den Anblick einer lauten Bundesstraße gefreut, wie in diesem Moment.

Nach kurzer Verschnaufspause samt Wechsel des T-Shirts (Es war recht kühl und ich wollte mir keine Erkältung einfangen) betrat ich den breiten Forstweg, welcher nach Sankt Andreasberg führte. Dieser war im Winter wohl eine Loipe und entsprechend breit. Es war eigentlich ein ziemlich langweiliger Weg, aber als Kontrast zum vorherigen Erlebnis nahm ich ihn dankend an. Allerdings wurde mir etwas einsam zumute. Andere Menschen waren hier nämlich nicht unterwegs. In den folgenden drei Stunden begegnete ich gerade mal einem Pärchen.

Nach einer ewigen Zeit auf dem breiten Weg schlängelte sich der Pfad schließlich idyllisch talwärts. Ich musste über den einen oder anderen Baum klettern, der sich auf dem Weg sonnte, schaffte es aber unbeschadet bis ins Tal. Dort nahm ich gleich den nächsten Anstieg, denn ein Berg lag noch zwischen mir und meinem nächsten Ziel: Den Dreibrodesteinen. Der Weg dorthin war erneut steinig, aber meine Füße fühlten eh nichts mehr. Ich war sogar so in Form, dass ich noch einen weiteren Umweg zu einer Waldgaststätte machte, wo ein dritter Stempel wartete. Dann schleppte ich mich ins Dorf, schickte zwei orientierungslose Niederländische Radfahrer in die Irre (Ich war zu müde, um auf die Karte zu sehen) und kam schließlich todmüde in Sankt Andreasberg an.

Ich ließ mir erneut ein Zimmer vermitteln und fiel in einer Pizzeria ein, um mir eine Meeresfrüchte-Pizza zu Gemüte zu führen. Dann schleppte ich mich zum Hotel (Warum musste das bitteschön auf einem Berg liegen?) und zog in ein wunderschönes Zimmer mit Balkon und Badewanne. Genau das, was ich nach diesem Tag brauchte. Ein schönes warmes Bad für meine armen, von Steinen durchgekneteten Füße.

Bilanz des Tages:

Gelaufene Kilometer: 25
Stempel: 3
Sümpfe: 1
 
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