Rodeln, Skeleton, Bob bei den Olympischen Winterspielen 2026 🇮🇹


Biathlon-Fan

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Ganz direkt: Dann geht man halt mit Rodeln/Bob/Skeleton an einen Ort, wo schon so eine Anlage steht. War ja auch schon für 2026 kurzzeitig in Diskussion, ob man nach Igls oder St. Moritz oder sogar nach Lake Placid damit geht. Italien wollte das nicht, jetzt hat man halt in Cortina eine Bahn, die vermutlich nicht allzu oft gebraucht wird.

Warum nicht 20xx statt vor Ort eine Bobbahn bauen, einfach wieder nach Cortina oder Altenberg oder Sigulda gehen? Da stehen Bahnen, und am Schluss ist das Konzept der "kompakten Spiele" letztmals 1994 durchgeführt worden. Da spielt es dann keine Rolle, ob der Eiskanal 300km oder 3000km entfernt ist.
Das wollen die Sportler ja nicht. Es gab reichlich Gegenwind als es Pläne gab die Eiswettbewerbe z.B. nach Innsbruck oder Deutschland auszulagern.
 

Ken

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Das sich Sportler kompakte Spiele, kurze Wege und ein großes, komfortables olympisches Dorf wünschen ist nachvollziehbar aber im Zweifel nicht mehr zeitgemäß und finanziell zu verantworten.
Das Abschaffen von den Eiskanalsportarten fände ich ähnlich wie die NoKo eine sportliche Katastrophe - dann lieber auslagern.
Das Aufnehmen von Hallenwintersportarten der Sommerspiele, wie Handball oder Volleyball, ist zumindest eine Überlegung wert. Auch deren Sportler werden das nicht gut finden.
 

Marti

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Gut das dürfte sich aber wahrscheinlich auch ändern wenn die Alternative lautet, dass es für die dann einfach kein Olympia mehr gibt.
Wohl war.
Inwieweit sich das Modulkonzept beim Bau von Bahnen umsetzen lässt ist sicher eine Überprüfung wert.
Ansonsten ist sicher nicht von der Hand zu weisen, dass der Bau und Unterhalt von klassischen Kunsteisbahnen eher wenig klimaeffizient und nachhaltig ist.
 

Speakeasy

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Inwieweit sich das Modulkonzept beim Bau von Bahnen umsetzen lässt ist sicher eine Überprüfung wert.

In Bludenz gibt es schon einen Modulbau-Eiskanal. Er ist 700m lang und hat 6 Mio. gekostet.

 

Big d

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Gut das dürfte sich aber wahrscheinlich auch ändern wenn die Alternative lautet, dass es für die dann einfach kein Olympia mehr gibt.
Das problem am auslagern ist halt das dann auch keine Trainingsmöglichkeit besteht.

Das gleiche gilt natürlich auch wenn die Bahn verfällt, aber die italienischen Sportler haben halt die Hoffnung das hier langfristig eine neue trainingsstrecke entsteht.

Auslagern kann man natürlich machen, aber das würde den Vorsprung von Deutschland mit seinen 4 (?) Bahnen noch mehr erhöhen weil dann noch mehr Länder ganz ohne Bahn teilnehmen würden.

Das finanzielle ich ja ein problem, aber auch die ungleichen material und trainingsbedingungen.

Ein erster weg wären vielleicht das man einheitsmaterial für alle macht. Dann gäbe es natürlich immer noch Vorteile beim Training für Deutschland und Co, aber wenigstens keinen materialvorsprung mehr.
 

Speakeasy

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Naja, vor dem Bau von Anlagen diese Frage zu bedenken, ist eines. Sie sind aber jetzt da. Es ist sicher nicht zielführend, wenn man vorhandene Anlagen zukünftig brachliegen lässt.

Das tun sie aber leider - aus verschiedenen Gründen.

Und Weltcups in Asien sind halt für Springer und das europäische TV-Publikum wenig attraktiv.

Letztendlich betrifft es ja auch diverse geschaffene Anlagen in den neuen und hippen Sportarten beim Snowboard und im Ski-Freestyle.

Deshalb habe ich ja allgemein von Schanzen gesprochen. Eine Skicross-Strecke aufzubauen ist sicher auch extrem aufwändig.

Was ist das Problem an der Nordischen Kombination? Schanzen sind vorhanden und so lange der Langlauf nicht in Frage gestellt ist, halte ich die Gedankenspiele des IOC für seltsam.

Da sind wir uns sowieso einig. Aber bezüglich der Schanzen kommt wieder obiges ins Spiel.

Nichts gegen Darts, ich spiele es selber gerne. Aber bei olympischen Winterspielen? Sorry… so langsam wird’s abstrus.

Nur weil man es in Innenräumen spielt? Oder als Sportart generell?
 

Masmiseim

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Nuja wenn die Winterspiele irgendwann aus Volleyball, Darts und Hallenhalma bestehen und der Eiskanal und Skispringen weg ist, kann man sich die Spiele auch sparen...
 

Finn-Lady

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Das tun sie aber leider - aus verschiedenen Gründen.
Ich bestreite nicht, dass es sie nicht gibt. Nur: der Bericht ist halt nur so semi faktengetreu. Ich ahne, dass das am Sonntag eingeworfene Halbwissen auf diesem Artikel basiert.
Ja, das Drumherum um den Bau der Schanzen von Zhangjiakou finde ich vollkommen idiotisch. Die Aussage, dass dort keine Weltcups mehr stattfinden, ist allerdings im Januar widerlegt worden, da die Damen dort ihren Weltcup hatten.
Viele Schanzen werden für kleinere Wettbewerbe genutzt, was allerdings an einem COC, einem FIS-Cup, egal auf welchem Kontinent schlecht sein soll, erschließt sich mir nicht. Auch die Lehrgänge zum Training sind für Athlet*innen wichtig.
Dass die Schanzen von Sarajevo im Krieg zerstört wurden, ist in diesem Kontext halt nicht wirklich hilfreich. Das hat nichts mit einem Millionengrab zu tun, das sportlich geschaffen wurde.
Im „Kampf“ darum, Argumente zu finden, warum allein die Schanzen das Problem darstellen sollen, braucht es dann doch andere Argumente…

Und Weltcups in Asien sind halt für Springer und das europäische TV-Publikum wenig attraktiv.
Skispringen und andere Sportarten sind global. Und es ist gut, dass es die Kobayashis, die Nikaidôs, aber auch die Colbys und Frantz‘ gibt. Es wird von so viel Vielfalt gesprochen, wenn es aber um eigene Befindlichkeiten geht, neigt der europäische „Sportfan“ dann dazu, seine Bequemlichkeiten in den Vordergrund zu stellen. Werde ich nie verstehen 🤷‍♀️
Die Springer lieben im übrigen die Weltcups in Asien. Es liegt an der FIS Veranstaltungen in China und Japan oder auch Nordamerika mehr zu Bündeln und in den Kalender aufzunehmen (meint auch dafür, unterschiedliche Schanzen zu nutzen - im Moment stehen stets die gleichen Schanzen im Kalender). Man mutet es den Nicht-europäischen Athlet*innen zu, monatelang von zu Hause weg zu sein. Ich weiß nicht, warum das also für andere nicht gelten soll.
Wir Fans, denen der Bobbes gepudert werden soll (Achtung Augenzwinkern) zählen da sicherlich nicht dazu 😄

Nur weil man es in Innenräumen spielt? Oder als Sportart generell?
Für mich erschließt sich einfach die Idee nicht. Ich bezeichne Darts nicht als Kneipensportart, beileibe nicht.

Im Moment habe ich eher das Gefühl, dass jeder nur Sportarten canceln möchte, auf die er verzichten kann. Und die Sportarten einbringen möchte, die er auch unterm Jahr schaut.
Dass man sich Gedanken machen muss, wie es weitergeht, steht ja außer Frage. Aber dann sollte es faktenbasiert und realistisch bleiben. Und für mich gehören traditionelle Sportarten halt weiterhin zum olympischen Programm. Selbst wenn es dafür sein muss (und es wird so kommen), dass man im Sinne der Nachhaltigkeit die Spiele entzerren muss.
 

Hakuba

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Warum können die Schlittensportler nicht einfach einen Berg hinunterfahren, auf einer Piste, die ohnehin vorhanden ist, wie z. B. einen alpinen Slalomhang oder eine Snowboard-Slalom- oder Snowboard-Cross-Strecke?
Dann braucht man vielleicht auch keine Sportgeräte dafür, die 15.000 Euro kosten.
 

Kestrel7017

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Warum können die Schlittensportler nicht einfach einen Berg hinunterfahren, auf einer Piste, die ohnehin vorhanden ist, wie z. B. einen alpinen Slalomhang oder eine Snowboard-Slalom- oder Snowboard-Cross-Strecke?
Das wäre mehr oder weniger Alpin/Naturbahnrodeln, schöne Sportart, die ich für deutlich sinnvoller halten würde als die ganzen Vorschläge, aber halt auch etwas ganz anderes
 

Tajiri

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Das mit der Auslagerung ist doch eh schon gelebte Praxis. 2028 werden Kanuslalom und Softball beispielsweise in Oklahoma City ausgetragen, das ist ca. 2000 Kilometer von LA entfernt.

Das es für die Athleten nicht optimal ist, ist klar. Aber denke jeder Eiskanalsportler würde eine Auslagerung einer Olympia Streichung vorziehen.

Mittlerweile doch alles bereits gelebte Praxis und im Sinne der Nachhaltigkeit auch sinnvoll.
 
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Biathlon-Fan

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Das tun sie aber leider - aus verschiedenen Gründen.
Da sucht man meiner Meinung nach schon ein wenig das Haar in der Suppe. Wenn ich beispielsweise an die alte Schanze in Cortina oder an die Anlagen in Calgary denke: Die Spiele dort liegen inzwischen rund 50 Jahre zurück, und die Schanzen entsprechen längst nicht mehr den heutigen Anforderungen. Die Großschanze in Calgary hatte damals eine Hillsize von 122 Metern – das ist für eine moderne Großschanze deutlich zu klein. Um diese Anlagen wieder auf ein zeitgemäßes Niveau zu bringen, wären ohnehin umfangreiche Umbaumaßnahmen oder ein Abriss notwendig, wenn man ihnen eine Zukunft geben möchte.

Was die Anlage in Courchevel betrifft: Diese stand nie ungenutzt herum. Courchevel ist seit Jahrzehnten das zentrale Trainingszentrum für das französische Skispringen, und nahezu jährlich fanden dort Sommer-Grand-Prix- oder Continental-Cup-Wettbewerbe statt. Dass die Schanzen nun für die Spiele 2030 renoviert werden, hängt auch damit zusammen, dass Olympia finanzielle Möglichkeiten schafft, die sonst kaum realisierbar wären. Die letzte größere Modernisierung war zudem bereits im Jahr 2011.

Und auch bei den Sportanlagen in Asien ist die Situation für mich weniger dramatisch, als sie häufig dargestellt wird. Wenn man etwa an Sotschi denkt: Der Eiskanal war nach den Spielen regelmäßig im Weltcup vertreten, ebenso die alpinen Pisten in Rosa Chutor. Auch die Skisprungschanzen und das Biathlonstadion wurden weiterhin für nationale Wettbewerbe genutzt. Dass diese Anlagen in den letzten Jahren nicht mehr im Weltcupkalender auftauchten, liegt bekanntlich am Krieg.

Ähnliches gilt für Pyeongchang. Die Schanzen und das Biathlonstadion wurden bereits 2007, also lange vor den Spielen 2018, errichtet und werden weiterhin genutzt. 2024 fanden dort auf zahlreichen Anlagen der Spiele von 2018 die Olympischen Jugendspiele statt. Auch im Rodeln werden in Pyeongchang weiterhin Weltcuprennen ausgetragen.

Die Springer lieben im übrigen die Weltcups in Asien. Es liegt an der FIS Veranstaltungen in China und Japan oder auch Nordamerika mehr zu Bündeln und in den Kalender aufzunehmen (meint auch dafür, unterschiedliche Schanzen zu nutzen - im Moment stehen stets die gleichen Schanzen im Kalender)
Die FIS kann die Austragungsorte schließlich nicht dazu zwingen, Weltcups auszurichten. Am Ende ist es in erster Linie eine Kostenfrage. Solange die Veranstalter weiterhin Reise- und Unterbringungskosten übernehmen müssen, überlegt sich jeder Ort zweimal, ob sich ein Weltcup wirtschaftlich überhaupt lohnt. Wenn dann aufgrund unattraktiver Fernsehzeiten bei Weltcups in den USA oder Asien zusätzlich TV-Sender auf eine Liveübertragung verzichten und keine Rechte erwerben, fehlt den Organisatoren vor Ort eine weitere wichtige Einnahmequelle.

Der hohe Aufwand betrifft jedoch nicht nur die Ausrichter, sondern auch die Verbände. Weltcups außerhalb Europas bedeuten einen enormen logistischen und finanziellen Mehraufwand. Für zwei Wettbewerbe nach Lake Placid oder Sapporo zu fliegen, ist schlicht nicht vergleichbar mit einer Wochenendreise nach Willingen.
Im Skispringen ist deshalb die aktuelle Frauen-Tournee mit den Stationen Peking–Zhangjiakou–Sapporo, mit wenigen wettkampffreien Tagen, derzeit die wohl einzige wirklich attraktive und sinnvolle Lösung für Weltcups außerhalb Europas.
 

Speakeasy

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@Finn-Lady und @Biathlon-Fan

Vielen Dank für eure aufschlussreichen und ausführlichen Antworten.
Und es ist toll, wenn die Schanzen für kleinere Bewerbe oder fürs Training genutzt werden. Aber wenn keine größeren Wettkämpfe stattfinden, rechnet sich wahrscheinlich so ein Bau nicht - auch hier gibt es Unterhaltskosten. Sicher, es gibt auch Einnahmen durch Touristen, die Geld dafür bezahlen, um die Anlangen zu besichtigen. Ob sich das Ganze allerdings rechnet, muss jeder Betreiber selbst wissen.
Ich will ganz sicher nicht, dass Skispringen & Co stirbt, aber rein objektiv gesehen ist es eben ein Sport, den nur eine gewisse Elite ausüben kann.

Die Großschanze in Calgary hatte damals eine Hillsize von 122 Metern – das ist für eine moderne Großschanze deutlich zu klein.

Auch etwas, was ich mich immer frage: warum müssen Schanzen alle ca. die gleich Größe und Geometrie haben?
Das muss es doch auch für die Springer "langweilig" machen und fördert ja in gewisser Weise Seriensieger.
Natürlich sollen die Schanzen so sicher wie möglich sein, aber auch wenn der Luftstand auf einer kleineren Schanze im Verhältnis etwas höher ist, macht es sie nicht automatisch unsicher.
 
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