So mal mein kleines Saisonfazit.
Norwegische Männer: Zur Distanzmannschaft muss man nicht viel sagen, die erwartete pure Dominanz. Groß was daran ändern wird sich ohne russische Männer auch nicht mittelfristig, da genug Talente nachgespült werden. Individuell war die Saison dann doch aber unterschiedlich: Johannes ist natürlich über jeden Zweifel erhaben, 6 von 6 bei der WM sagt alles. Nächstes Jahr wird er wenn alles normal läuft die 100 Weltcupsiege gleich in den ersten Wochen klar machen und bei Olympia auf den gleichen Ausgang wie bei der WM hoffen. Dahinter war es bei den Norwergern ein Hauen und Stechen. Durchbrüche gab es zum Beispiel für Ree, auch wenn er sicher an seinem Sprint arbeiten muss oder er wird im Idealfall der neue Krueger. Womit wir bei den vielleicht nicht ganz so happy Männern der Norges wären. Krueger ist da sicher zu nennen und für Golberg ist das Karriereende jetzt vielleicht auch ganz passend.
Das Sprint Team wird hinter Klaebo eher unzufrieden sein, wenngleich Valnes recht regelmäßig zeigt, dass er im Klassischen die Nummer 2 ist.
Norwegische Frauen: Ja dummerweise gab es diese Heim WM, ansonsten wäre sicher Zufriedenheit dagewesen. Therese Top Saison nach dem Comeback, bis eben auf die WM, wobei es natürlich auch arg knapp war für sie persönlich an Gold vorbei. Mal sehen, aktuell schließt sie es nicht mehr aus, doch Olympia noch mitzunehmen. Heidi Weng solide das ganze Jahr über. Astrid Slind wieder ein sehr gutes Jahr, leider mit einer direkten WM Vorbereitung die durch Krankheit im Arsch war. Breakout Läuferin sicherlich Nora Sannes, die eine Top Saison abgeliefert hat gerade auf schweren Kursen. Bei den Frauen dahinter hat nicht unbedingt eine Entwicklung stattgefunden, vieles auch krankheitsbedingt. Dennoch hat jemand wie Fossesholm weiter großes Potential.
Noch zu Kristine Skistad, ja natürlich war das Jahr irgendwie Quark für ihre eigene Wahrnehmung. Magen OP eine Woche vor Saisonbeginn ist eben doch nicht einfach so wegzustecken. Ich hoffe sie weiß das dann doch für sich gut einzuschätzen mit der Zeit. Ansonsten mag ich sie einfach gern mit ihrer gewöhnungsbedürftigen Attitude

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Deutsche Männer: Dürftig, dürftig. Bei Moch frage ich mich, ob das jetzt sein generelles Potential auch für die kommenden Jahre ist, wenn er auf Podestplätze aus ist in den kommenden Jahren, muss er einfach seine Finisher Qualitäten verbessern. Ansonsten werden regelmäßige Top 10 Plätze seine generelle Range werden, was jetzt auch nicht schlecht ist. Die arrivierten Jungs dahinter, ne das war größtenteil nichts. Spannend wird sicher für die nächste Zeit die weitere Entwicklung von Stölben und Keck sein. Gerade Keck hat bei der U23 WM gezeigt, dass er sowohl Sprint als auch Ausdauerpotential hat.
Deutsche Frauen: Also Hennig hatte sicher Pech mit ihrer längeren Erkrankung, zum Ende der Saison hat sie ihr Potential im Klassischen durchaus wieder gezeigt. Für die kommenden Jahre wird es sicher auch wieder darum gehen für sie, das auch im Skating wieder auszubauen. Zu Vici Carl, nach Schlickis Worten von vor der Saison musste man ja fast Wunderdinge erwarten. Ihre Saison war auch wieder gut denke ich, wenn auch keine super Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Dennoch zeigt sie, dass wenn alles Optimal läuft, Siege absolut möglich sein können. Sie ist halt schon einstückweit auf einfachere Strecken angewiesen, gerade im Klassischen. Skating läuft gut bei ihr.
Dahinter hat Hofmann ihr Potential gezeigt, wird spannend zu sehen sein, wie eine Entwicklung für sie aussehen kann. Laura Gimmler war oft sehr nah drann im Klassik Sprint, also grundsätzlich schon ne gute Saison von ihr. Nun zu Coletta, also bis Lahti dachte ich, im Grunde wie letztes Jahr, ganz okay, aber dann kam Lahti
Schwedische Männer: Also Anger hatte schon eine BreakOut Season, er macht taktisch im Sprint mitunter Fehler, aber das Potential ist offensichtlich. Vor allem hat er diese Saison eine größere Ausdauerkapazität in den Distanzrennen gezeigt, dass wird ihm Hoffnung geben. Poromaa hat gerade zum Ende der Saison nochmal sein Potential zeigen kännen, was definitif auch das eines künftig regelmäßigen Podestkandidaten sein kann. Halvarsson und Burman puh, dass war nüscht. Wird auch nicht einfacher für die Beiden. Distanz mäßig hat sich auch sonst niemand wirklich hervorgetan. Spannend wird zu sehen sein, ob Supertalent Myhlback sich nächste Saison wieder nur auf die Ski Classics konzentrieren wird, oder ob er auch wieder im normalen Langlaufzirkus am Start ist. Für die Sprints gilt es sicher in Zukunft auf Anton Grahn zu achten.
Schwedische Frauen: Jonna ist eine Königin, not more and not less. Niemand bekommt im Skating, Technik und Kraft besser miteinander verbunden. Ebba ist zum besten Zeitpunkt einfach in Topform gekommen, Respekt. Frida Karlssons Saison war wieder etwas merkwürdig. Im Klassischen am Anfang der Saison absolut dominant, dann wieder massive Verletzungsprobleme und schließlich eine dürftig beginnende WM, die sie dann im 50er doch krönen konnte. Dahinter lief es jeweils mal so, mal so. Svahn konnte zumindest mal andeuten, dass wieder was gehen kann, bevor erneut ein Rückschlag kam. Dennoch gilt es mit ihr zu rechnen.
Weitere Läufer:innen: Vermeulen und Stadlober wieder mit einer guten bis sehr guten Saison. Mika direkt wie eh und je, ein guter Typ einfach auch. Moser konnte die gute Sprintform vom Anfang der Saison leider nicht ganz halten.
Diggins wieder im üblichen krassen "Maschine die gleich hochgeht" Modus unterwegs. Man muss einfach Respekt vor ihr haben, auch wenn es nach dem Fersensporn bei der Tour nicht mehr ganz so lief.
Die US Männer wieder kollektiv ganz gut, laufen den Frauen da ein bissel den Rang ab.
Ivo im klassischen wieder Top und leider wieder zum ungünstigsten Zeitpunkt krank geworden.
Die finnischen Frauen sicher eher mit einer dürftigen Saison und leider auch nicht jünger werdend. Aus Joensuu werde ich nicht schlau, dennoch hat sie die Sprintkugel gewonnen, was defintiv ein Erfolg ist, egal ob sie die quasi geschenkt bekommen hat.
Lapalus gut bis solide, Desloges und Chappaz zeigen ihr Potential. Chanavat und die älteren französischen Sprinter sicherlich eher unzufrieden.
Noch zu den Schweizer:innen, Fähndrich wieder Top, auch Weber und Kaelin gut. Bei den Männern haben Grond und Riebli ihr bekanntes Sprint Potential gezeigt.
Pellegrino immer noch stark, wenn auch so langsam in den Sprints doch mehr am kämpfen.
Honorable Mention an die Tschech:innen, da könnte generell wieder mehr gehen in der Zukunft. Und natürlich auch an Naoto Baba.
Ich entschuldige mich bei allen nicht Erwähnten.