Puh, da hat Geiger heute echt am Schluss ein bisschen Glück gehabt. Nach ihm hatten es ein paar Springer ja doch etwas schwerer, so ist er noch etwas weiter vor gekommen und hat sein Punktepolster behalten können. Aber ich fürchte, wenn er sich nicht schnell wieder fängt, dann sind die anderen im Nu vorbei in den nächsten Wochen.
Und ja, man muss es nicht unbedingt richtig finden, dass die Haltung mit der Weite verbunden ist. Mir wäre es auch lieber, wenn da wenigstens die Windpunkte mit beachtet werden würden. Allerdings ist ein Telemark bei Hillsize auch schwerer als am K-Punkt. Das sollte schon auch eine Rolle spielen....aber wenn ich mich bei Stoch oder Kraft aufrege, dass sie bei kurzen Sprüngen gute Noten bekommen liegt das eher daran, dass alle anderen die eben nicht bekommen wenn sie nicht weit aber dennoch sauber springen. Ist dann einfach ungerecht.
Das stimmt. Solange das implizit in den Regeln steht, sind die Sprungrichter eben die falschen Adressaten für die Kritik. Laut Artikel 431.2.1 der IWO soll der Springer unter anderem
- durch einen effektiven Absprung die Flugbahn anheben und
- nach Passieren der Absprungkante möglichst schnell die optimale Flughaltung einnehmen
Quelle:
https://assets.fis-ski.com/image/upload/v1572940117/fis-prod/assets/IWO_Skispringen_2019_clean.pdf
Ein Springer, der beides nicht tut, wird in der Regel nicht so weit fliegen wie einer, der es tut. Die geringere Weite sollte dann nicht direkt die Ursache für die niedrigeren Noten sein, sondern beides hat eine gemeinsame Ursache. Ich weiß aber nicht, wie schwer es für die Punktrichter ist, das so genau zu sehen. All die Kriterien, die da unter Artikel 431.2 stehen, in wenigen Sekunden zu berücksichtigen, stelle ich mir schon sehr schwer vor, so dass ich schon verstehen kann, wenn sich ein Sprungrichter sagt: Hm, der Sprung war nicht so weit, also war wohl die Flughaltung nicht optimal => Abzug!
Nur funktioniert das eben seit ein paar Jahren nicht mehr so leicht. Das Problem ist eben, dass die FIS - das wurde ja durchaus schon öfter angemerkt - diese Regeln nicht überarbeitet hat, als die Gateregel eingeführt wurde. Und wenn ein Springer drei Luken tiefer anfährt und von dort aus einen technisch genau so sauberen Sprung zeigt, springt er natürlich trotzdem nicht so weit. Dann sollte sich das eigentlich nicht auf die Noten auswirken.
Ich hätte durchaus auch nichts dagegen, wenn man da die Regeln etwas anpassen würde.
Vielleicht seid ihr mittlerweile auch schon etwas verwöhnt, was die Ergebnisse von Geiger betrifft.

Er war ja nun nicht wirklich schlecht. Nur einmal nicht ganz vorn dabei.
Ds... und das aus dem Mund eines Norge-Fans...
