Ich weiß, dass wir hier einige Gläubige verschiedener Religionen bei uns haben und das Thema wollte ich eigentlich schon mal vor einiger ganzen Weile starten, aber jetzt ist es mir durchs Aufkommen des anderen Threads wieder ins Gedächtnis gerückt.
Die Frage steht eigentlich schon im Titel, die ich an euch habe, nämlich:
"Wie haltet ihr euren Glauben am Leben" bzw. "Wieso glaubt ihr (noch)"
Gerne können natürlich Ungläubige etc. ihre Sichtweise preisgeben, aber es wäre schön, wenn das alles halbwegs auf ordentlichem Diskussionsniveau passiert. Für mich, der sich als aufgeklärter Mensch versteht, ist es schwierig so richtig nachzuvollziehen, weshalb man in der heutigen Zeit an den großen Weltreligionen festhalten kann, obgleich man weiß, dass z.B. über Abschnitte in den Heiligen Büchern oder wichtige Glaubensgrundsätze von Menschenhand abgestimmt wurde (Konzil von Nicäa). Zudem natürlich die teilweise blutige Geschichte der Weltreligionen und den Lebensstil, der von hohen Kirchenfürsten geführt wurde. Ich versuche mal noch einige Gedankengänge, die ich habe, Stichpunktartig wiederzugeben, um über diese womöglich diskutieren zu können.
Geburtsort und Familie: Für mich ein viel zu vernachlässigter Punkt, wenn es um den persönlichen Glauben geht. Der allergrößte Anteil an Menschen ist allein aufgrund der Herkunft und Familie religiös und deshalb ist man das dann auch. Es findet kein Gedankenprozess von alleine statt, sondern man wird reingeboren. Wenn meine Mutter nicht im katholischen Polen geboren wäre, sondern in Mekka, dann wäre sie jetzt nicht die ultrareligiöse Christin, sondern die ultrareligiöse Muslima.
Erhabenheit der aktuellen Weltreligionen gegenüber kleineren Religionen:Was unterscheidet Sekten von Religion tatsächlich? Vor allem die Größe. Würde heute jemand theoretisch (ohne dass es das Christentum geben würde) an einen Jesus glauben, der über Wasser läuft etc. und damit umherstolzieren, dann würde man ihn nicht als religiösen Menschen wahrnehmen, sondern als Sektenführer. Nur durch die Größe sind Glaubensgemeinschaften dann anerkannt. Wenn man dann noch sieht, dass bei Entscheidungsgremien "über Sekten", auch kirchliche Mitarbeiter beteiligt sind, finde ich es völlig absurd. Und zu guter letzt, darf natürlich mein Lieblingszitat nicht fehlen:"Die Religion eines Zeitalters ist die literarische Unterhaltung des nächsten"
Tod: Ich glaube, die Angst vor dem Tod oder dem Ungewissen spielt eine enorme Rolle für den doch noch immer verbreiteten Glauben, denn (fast) alle große Religionen bieten eine Antwort auf diese Frage, die im Kern gemeinsam hat, dass es auf irgendeine Weise weiter gehen wird. Und das ist natürlich ein Ansporn, um sich nicht aktiv gegen die eigene Religion stellen, denn was wäre bloß, wenn man für sich zur Einsicht kommt, dass man eigentlich nicht glaubt, aber am Ende doch ein Gott da ist und einem den Eintritt in den Himmel verwährt?
Humanismus>Religion: Die Aufklärung wurde nicht mit, sondern vor allem gegen die Kirche erreicht und vielerorts auf der Welt fungiert Religion als Aufrechterhaltung des (antiquierten) Status quo.
Gutmütiger Gott = Weshalb Glauben? Falls Gott tatsächlich jähzornig ist, dann würde ich mir die Frage stellen, ob ich wirklich mein Leben nach einem solch jähzornigen Gott ausrichten sollte.
Wenn er jedoch gutmütig ist, dann müsste ich mir doch eigentlich sicher sein, dass er mich in sein Gottesreich aufnehmen würde, wenn ich ein gutes Leben voller guter Taten führe und nicht wenn ich ihn ständig anbete und damit meine Pflicht der Huldigung tue.
Extrembeispiel nach christlichem Glauben: Person A kümmert sich um Bedürftige, ist immer nett zu allen und führt ein ruhiges Leben, glaubt aber nicht an Gott und geht nicht in die Kirche.
Person B ein Mafiaboss, der sich vor allem um Geschäfte kümmert, dem es Leid tut, dass er Menschen zu schaden kommt (aber er kann halt nicht anders) und der halt seine Sünden beichtet und regelmäßig zur Kirche geht. Nach katholischem Glauben würde nun Person A nicht, aber stattdessen Person B in den Himmel gekommen. Denn der hat zwar gesündigt, aber war dafür bei der Beichte und in der Kirche.
Bitte versucht daraus kein Christentum vs Islam Diskussion zu machen, es geht um persönlichen Glauben.
Die Frage steht eigentlich schon im Titel, die ich an euch habe, nämlich:
"Wie haltet ihr euren Glauben am Leben" bzw. "Wieso glaubt ihr (noch)"
Gerne können natürlich Ungläubige etc. ihre Sichtweise preisgeben, aber es wäre schön, wenn das alles halbwegs auf ordentlichem Diskussionsniveau passiert. Für mich, der sich als aufgeklärter Mensch versteht, ist es schwierig so richtig nachzuvollziehen, weshalb man in der heutigen Zeit an den großen Weltreligionen festhalten kann, obgleich man weiß, dass z.B. über Abschnitte in den Heiligen Büchern oder wichtige Glaubensgrundsätze von Menschenhand abgestimmt wurde (Konzil von Nicäa). Zudem natürlich die teilweise blutige Geschichte der Weltreligionen und den Lebensstil, der von hohen Kirchenfürsten geführt wurde. Ich versuche mal noch einige Gedankengänge, die ich habe, Stichpunktartig wiederzugeben, um über diese womöglich diskutieren zu können.
Geburtsort und Familie: Für mich ein viel zu vernachlässigter Punkt, wenn es um den persönlichen Glauben geht. Der allergrößte Anteil an Menschen ist allein aufgrund der Herkunft und Familie religiös und deshalb ist man das dann auch. Es findet kein Gedankenprozess von alleine statt, sondern man wird reingeboren. Wenn meine Mutter nicht im katholischen Polen geboren wäre, sondern in Mekka, dann wäre sie jetzt nicht die ultrareligiöse Christin, sondern die ultrareligiöse Muslima.
Erhabenheit der aktuellen Weltreligionen gegenüber kleineren Religionen:Was unterscheidet Sekten von Religion tatsächlich? Vor allem die Größe. Würde heute jemand theoretisch (ohne dass es das Christentum geben würde) an einen Jesus glauben, der über Wasser läuft etc. und damit umherstolzieren, dann würde man ihn nicht als religiösen Menschen wahrnehmen, sondern als Sektenführer. Nur durch die Größe sind Glaubensgemeinschaften dann anerkannt. Wenn man dann noch sieht, dass bei Entscheidungsgremien "über Sekten", auch kirchliche Mitarbeiter beteiligt sind, finde ich es völlig absurd. Und zu guter letzt, darf natürlich mein Lieblingszitat nicht fehlen:"Die Religion eines Zeitalters ist die literarische Unterhaltung des nächsten"
Tod: Ich glaube, die Angst vor dem Tod oder dem Ungewissen spielt eine enorme Rolle für den doch noch immer verbreiteten Glauben, denn (fast) alle große Religionen bieten eine Antwort auf diese Frage, die im Kern gemeinsam hat, dass es auf irgendeine Weise weiter gehen wird. Und das ist natürlich ein Ansporn, um sich nicht aktiv gegen die eigene Religion stellen, denn was wäre bloß, wenn man für sich zur Einsicht kommt, dass man eigentlich nicht glaubt, aber am Ende doch ein Gott da ist und einem den Eintritt in den Himmel verwährt?
Humanismus>Religion: Die Aufklärung wurde nicht mit, sondern vor allem gegen die Kirche erreicht und vielerorts auf der Welt fungiert Religion als Aufrechterhaltung des (antiquierten) Status quo.
Gutmütiger Gott = Weshalb Glauben? Falls Gott tatsächlich jähzornig ist, dann würde ich mir die Frage stellen, ob ich wirklich mein Leben nach einem solch jähzornigen Gott ausrichten sollte.
Wenn er jedoch gutmütig ist, dann müsste ich mir doch eigentlich sicher sein, dass er mich in sein Gottesreich aufnehmen würde, wenn ich ein gutes Leben voller guter Taten führe und nicht wenn ich ihn ständig anbete und damit meine Pflicht der Huldigung tue.
Extrembeispiel nach christlichem Glauben: Person A kümmert sich um Bedürftige, ist immer nett zu allen und führt ein ruhiges Leben, glaubt aber nicht an Gott und geht nicht in die Kirche.
Person B ein Mafiaboss, der sich vor allem um Geschäfte kümmert, dem es Leid tut, dass er Menschen zu schaden kommt (aber er kann halt nicht anders) und der halt seine Sünden beichtet und regelmäßig zur Kirche geht. Nach katholischem Glauben würde nun Person A nicht, aber stattdessen Person B in den Himmel gekommen. Denn der hat zwar gesündigt, aber war dafür bei der Beichte und in der Kirche.
Bitte versucht daraus kein Christentum vs Islam Diskussion zu machen, es geht um persönlichen Glauben.