Wie zufriedenstellend ist die Olympia-Bilanz des deutschen Teams?


Wie zufrieden seid ihr mit der deutschen Olympiabilanz?

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Biathlon-Fan

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Ist ja gerne das Argument der Skandinavier... "Wir gehen halt auch jedes Wochenende mit unseren Kiddies an die frische Luft" um es mal unterkomplex zu formulieren...
Ich bin ja letzte Woche in Oslo gewesen und das war schon schön zu sehen, wie viele Schulklassen da auf Skiern oder mit Schlitten unterwegs waren. Die ganze Tram war voll mit Schulkindern. Vor zwei Jahren war ich auch im Sommer in Bergen, da haben die im Sportunterricht Bergläufe gemacht und waren draußen aufm Platz.
Meine Schulzeit ist noch nicht so lange her, da war es schon echt selten, dass mal draußen richtiger Sport gemacht werden. Da wurde drinnen lieber jongliert oder Federball gespielt, wenn der Unterricht nicht ganz ausgefallen ist.
Ist vielleicht auch irgendwo ein Anfang.
 

Hakuba

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Ist vielleicht auch irgendwo ein Anfang.

Da liegt auch m. E. der Hase im Pfeffer. Kindern Freude an Bewegung und zu gebenund ihnen Möglichkeiten der angeleiteten sportlichen Betätigung zu schaffen.
Es fängt damit an, dass nicht einmal mehr alle Kinder schwimmen lernen, weil die Hallen fehlen.

Ein Land, das pro Jahr ca. 7 Mio Euro ins FES steckt, damit dort mit Kostenpunkt mehrere 100k bis 1 Mio Euro neue Bobs entwickelt werden und dem das Betreiben von vier Eiskanälen pro Jahr 10 Mio Euro wert sind, sollte vielleicht einmal überlegen, ob man Steuergelder anders verteilen sollte.

Eislaufbahnen z. B. dürften sehr viel billiger zu betreiben sein, die kann man auch der Allgemeinheit zu Verfügung stellen und so Eintrittsgelder einnehmen.
Steckt das Geld in den Kinder- und Jugendsport!
 

Tuco

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Ich wundere mich ein wenig darüber, dass noch kein Unionspolitiker die mäßige Bilanz kritisiert und kommentiert hat, die deutschen Sportler seien in erster Linie zu faul und müssten mehr trainieren - aber wahrscheinlich kommt das noch und/oder ich habe es verpasst.
 

Masmiseim

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Ist ein schwieriges Thema. Aber der Staat kann nicht immer dann zu Hilfe gerufen werden, wenn es gerade passend erscheint.
Um am Beispiel der Eishalle zu bleiben: Die Kosten sind überaus hoch. In Freiburg zb soll die Eisarena saniert werden. 39 Mio Euro wurden prognostiziert. Was immer noch günstiger wäre als ein Neubau.
Dann noch was zu den Kosten: In einem Artikel über die Eislaufhalle in Bad Nauheim habe ich gelesen, dass die jährlichen Kosten ca 900.000 Euro betragen, von denen ca 250.000 Euro durch Eintrittsgelder finanziert werden.
Ganz so einfach ist es dann leider nicht.
Und ich bleibe dabei: Die Entbehrungen, die man in Kauf nehmen muss um Spitzensportler zu sein, sind in vielen Bereichen eher kein Anreiz. Und es ist ja auch Fakt, dass viele Spitzensportler familiär ins Business gekommen sind.
 

Loslikki

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Es gibt sicherlich bis Sonntag weitere Medaillen, aber daß wir eigentlich durch den Eiskanal noch relativ in der M.-Wertung gut davonkommen, ist für mich doch sehr enttäuschend. ---Aber so sieht man, in welchen Disziplinen mehr investiert (es geht aber nicht ums Geld-insgesamt!) werden muß. Bessere Talentförderungen stimme ich zu. Andere Verbesserungsmöglichkeiten sollten die Verantwortlichen der einzelnen Disziplinen selbst und schnell finden.
Vor 4 Jahren waren wir immerhin die zweitbeste Nation . Die mitteleuropäischen Nationen haben 2026 mächtig aufgeholt, wie z.B. Italien !! (sicherlich als Gastgeberland, aber trotzdem).
 
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torben74

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Ich bin ja letzte Woche in Oslo gewesen und das war schon schön zu sehen, wie viele Schulklassen da auf Skiern oder mit Schlitten unterwegs waren. Die ganze Tram war voll mit Schulkindern. Vor zwei Jahren war ich auch im Sommer in Bergen, da haben die im Sportunterricht Bergläufe gemacht und waren draußen aufm Platz.
Meine Schulzeit ist noch nicht so lange her, da war es schon echt selten, dass mal draußen richtiger Sport gemacht werden. Da wurde drinnen lieber jongliert oder Federball gespielt, wenn der Unterricht nicht ganz ausgefallen ist.
Ist vielleicht auch irgendwo ein Anfang.
Sehr gutes Beispiel von dir.
Im Endeffekt ist es so einfach.
Aber da drehen wir uns halt seit Jahren oder besser nun schon seit Jahrzehnten im Kreis in unserem Land.
Da können wir jetzt wieder die nächste Grundsatzdiskussion anfangen.
Aber es bringt ja nix Leute.
Es bringt doch nix, wenn in diesem Laand an Schulen die "Bundesjugendspiele" verboten werden, weil irgendjemand festlegt, sportlicher Wettkampf sei nicht gut für die Entwicklung unserer Kinder.
Es bringt nix, wenn in diesen Tagen mehr über die Deppen und Pfeiffen aus dem Dschungel Camp berichtet wird als z.Bsp. über eine Julia Taupitz, die sich ihren Erfolg hart erarbeiten muss.
Es bringt doch nix, wenn scheinbar bei jedem zweiten 14jährigen heute der größte Berufswunsch Influencer ist und irgendso ein Vollhorst aus der Szene noch jammert, das 8 Stunden Arbeit am Tag ja nix für seine Work-Life Balance ist.
 

LeZ

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Im Eiskanal gibt es inzwischen aber auch jeden Quatsch von Skeleton Mixed Staffel bis zu Monobob😉 gab’s früher auch nicht
Vergiss mal den rückwärtsfahrenden 8er-Bob nicht.

Vielleicht ist es auch nicht lebensnotwendig, ganz viele Goldmedaillen zu ergattern. Wäre schön, wenn man den sportlichen Gedanken mehr in die komplette Breite der Kinder bringen und alle am Sport beteiligen könnte. Und wer dann besonders viel Spaß und Talent zum Wettkampf hat, darf dann Leistungssportler werden, oder auch nicht. Aber dann mit einer vernünftigen Gehaltskomponente für die langfristige Lebensplanung.
 

theGegen

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Ich habe Antwort 2 angeklickt: "Gut, so wie ich erhofft hatte."

Wobei das ein zu positives Fazit wäre. Eigentlich ist meine Meinung so:

"Im Rahmen dessen, was realistisch zu erwarten war."

Der Begriff "erhofft" trifft auf mich nicht zu, so deutsch-nationalistisch schaue ich nicht auf den Sport allgemein.

Es hätten zwar durchaus ein paar deutsche Medaillen mehr sein können (Pech, Nerven, Leistungsvermögen nicht abgerufen etc. ), aber "zum Ausgleich" gab es halt auch ein paar Überraschungsmedaillen in Gold, Silber oder Bronze. Mit Philipp Raimund, Weidle-Winkelmann/Aicher, Gimmler/Rydzek musste man nicht unbedingt kalkulieren. Im Eiskanal absolut dominant.

In Deutschland sind die Erwartungen oft viel zu hoch. Und auch wenn die Medien das teilweise selbst kritisch hinterfragen, haben sie einen großen Anteil an diesen überzogenen Ansprüchen.

Ein paar gute Chancen haben Sportler selbst weggeschmissen, aber passiert nunmal.

Im Biathlon war man doch eigentlich in jedem Rennen eher ein Außenseiter gegen x-mal Frankreich, x-mal Norwegen, die besten aus Schweden, Finnland, Italien, sowie ein paar ähnlich starke Einzelsportler.
Haben immerhin eine Bronzemedaille gewonnen, weitere Überraschungsmedaillen leider nur knapp verpasst.

Das spiegelt aber in etwa das Leistungsniveau ab. Das ist in anderen Ländern vielleicht einfach höher.

Woran das liegt? Den Beitrag von LeZ habe ich geliked.

Vergiss mal den rückwärtsfahrenden 8er-Bob nicht.

Vielleicht ist es auch nicht lebensnotwendig, ganz viele Goldmedaillen zu ergattern. Wäre schön, wenn man den sportlichen Gedanken mehr in die komplette Breite der Kinder bringen und alle am Sport beteiligen könnte. Und wer dann besonders viel Spaß und Talent zum Wettkampf hat, darf dann Leistungssportler werden, oder auch nicht. Aber dann mit einer vernünftigen Gehaltskomponente für die langfristige Lebensplanung.

Wenn man Top-Ergebnisse und Wunderdinge in quasi jeder Sportart erwartet: von Dominanz im Fußball......... zum gesamten Rest bis vielleicht sowas wie Sumo-Ringen ...... dann müssen eben auch die entsprechenden Ressourcen vorhanden sein. Von Infrastruktur, der Talentförderung und ein finanzieller Ausgleich bis Anreiz für den Verzicht, der für die Sportler*innen einher geht.

Gesellschaftliche Veränderungen kommen erschwerend hinzu.

Es bringt doch nix, wenn in diesem Land an Schulen die "Bundesjugendspiele" verboten werden, weil irgendjemand festlegt, sportlicher Wettkampf sei nicht gut für die Entwicklung unserer Kinder.

Sportlicher Wettkampf soll stattfinden können und aus diesem Grund auch Spaß machen.

Man bekommt keine konkurrenzfähigen Sportler*innen in jeden erdenklichen Sport, wenn schon im Kindesalter nicht für Bewegung gesorgt wird oder bspw. beim Fußball unter der Devise: Ergebnis ist egal.

Wozu? Das ist doch der kindliche Anreiz für einen Vereinssport. Zu gewinnen.

Wenn die Mitspieler*innen gut sind, dann kann man immer noch gönnen.
"Jetzt darf auch mal der Jan-Torben einen Elfmeter schießen".

So jemanden hatten wir auch in unserem Jugendfußball-Team. Technisch ganz gut, aber übergewichtig und Luft für höchstens 10 Minuten.
Den wechselte unser Trainer gerne zum Elferschießen ein und da trug er mit seinem platzierten Bumms zum Sieg bei.

Das erhöhte die soziale Kinderakzeptanz weit mehr, als wenn die Verantwortung gänzlich ungeeigneten Kandidaten übertragen wird, weil das Ergebnis halt nicht wichtig ist. :rolleyes:
Auf ihn war aber Verlass und war in das Team darum voll integriert und akzeptiert.
 
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LeZ

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Ich mache auch einen Unterschied zwischen Wettkampf aus Spaß am Gewinnen / "gut sein", und einen per Druck, Anschreien und dreckigen Fiesheiten. Spaß haben hat keine negativen Auswirkungen, insbesondere wenn man bei Verlieren keinen Druck ausübt. Konkurrenz, stark sein und Siegen hatte in Affen-Urzeiten bei Heranwachsenden mal den Zweck, das andere Geschlecht für sich zu begeistern, sowie den Alpha herauszufordern ob der noch stark genug ist. Das ist also erbbiologisch einfach vorhanden. Bei letzterem muss man aufpassen, weil das ebenso musterspezifisch zu Gewalt führt, wenn die Blut riechen. Das passiert auch Menschen. Beim Biathlon ist die Gefahr allerdings eher gering, im Vergleich mit Kontakt-/Ballsportarten.
 
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