Ich habe Antwort 2 angeklickt: "Gut, so wie ich erhofft hatte."
Wobei das ein zu positives Fazit wäre. Eigentlich ist meine Meinung so:
"Im Rahmen dessen, was realistisch zu erwarten war."
Der Begriff "erhofft" trifft auf mich nicht zu, so deutsch-nationalistisch schaue ich nicht auf den Sport allgemein.
Es hätten zwar durchaus ein paar deutsche Medaillen mehr sein können (Pech, Nerven, Leistungsvermögen nicht abgerufen etc. ), aber "zum Ausgleich" gab es halt auch ein paar Überraschungsmedaillen in Gold, Silber oder Bronze. Mit Philipp Raimund, Weidle-Winkelmann/Aicher, Gimmler/Rydzek musste man nicht unbedingt kalkulieren. Im Eiskanal absolut dominant.
In Deutschland sind die Erwartungen oft viel zu hoch. Und auch wenn die Medien das teilweise selbst kritisch hinterfragen, haben sie einen großen Anteil an diesen überzogenen Ansprüchen.
Ein paar gute Chancen haben Sportler selbst weggeschmissen, aber passiert nunmal.
Im Biathlon war man doch eigentlich in jedem Rennen eher ein Außenseiter gegen x-mal Frankreich, x-mal Norwegen, die besten aus Schweden, Finnland, Italien, sowie ein paar ähnlich starke Einzelsportler.
Haben immerhin eine Bronzemedaille gewonnen, weitere Überraschungsmedaillen leider nur knapp verpasst.
Das spiegelt aber in etwa das Leistungsniveau ab. Das ist in anderen Ländern vielleicht einfach höher.
Woran das liegt? Den Beitrag von LeZ habe ich geliked.
Vergiss mal den rückwärtsfahrenden 8er-Bob nicht.
Vielleicht ist es auch nicht lebensnotwendig, ganz viele Goldmedaillen zu ergattern. Wäre schön, wenn man den sportlichen Gedanken mehr in die komplette Breite der Kinder bringen und alle am Sport beteiligen könnte. Und wer dann besonders viel Spaß und Talent zum Wettkampf hat, darf dann Leistungssportler werden, oder auch nicht. Aber dann mit einer vernünftigen Gehaltskomponente für die langfristige Lebensplanung.
Wenn man Top-Ergebnisse und Wunderdinge in quasi jeder Sportart erwartet: von Dominanz im Fußball......... zum gesamten Rest bis vielleicht sowas wie Sumo-Ringen ...... dann müssen eben auch die entsprechenden Ressourcen vorhanden sein. Von Infrastruktur, der Talentförderung und ein finanzieller Ausgleich bis Anreiz für den Verzicht, der für die Sportler*innen einher geht.
Gesellschaftliche Veränderungen kommen erschwerend hinzu.
Es bringt doch nix, wenn in diesem Land an Schulen die "Bundesjugendspiele" verboten werden, weil irgendjemand festlegt, sportlicher Wettkampf sei nicht gut für die Entwicklung unserer Kinder.
Sportlicher Wettkampf soll stattfinden können und aus diesem Grund auch Spaß machen.
Man bekommt keine konkurrenzfähigen Sportler*innen in jeden erdenklichen Sport, wenn schon im Kindesalter nicht für Bewegung gesorgt wird oder bspw. beim Fußball unter der Devise: Ergebnis ist egal.
Wozu? Das ist doch der kindliche Anreiz für einen Vereinssport. Zu gewinnen.
Wenn die Mitspieler*innen gut sind, dann kann man immer noch gönnen.
"Jetzt darf auch mal der Jan-Torben einen Elfmeter schießen".
So jemanden hatten wir auch in unserem Jugendfußball-Team. Technisch ganz gut, aber übergewichtig und Luft für höchstens 10 Minuten.
Den wechselte unser Trainer gerne zum Elferschießen ein und da trug er mit seinem platzierten Bumms zum Sieg bei.
Das erhöhte die soziale Kinderakzeptanz weit mehr, als wenn die Verantwortung gänzlich ungeeigneten Kandidaten übertragen wird, weil das Ergebnis halt nicht wichtig ist.

Auf ihn war aber Verlass und war in das Team darum voll integriert und akzeptiert.