Oliver Pocher (30), Star der Premiere von „Urmel – voll in Fahrt“ im Cinemaxx (Nikolaistraße). Handykameras zucken, Autogrammblöcke wedeln, aber Olli, der den Schusch im Film spricht, hat keinen Bock. Alles, was es gibt, ist eine 60-Sekunden-Altmännerwitz-Show.
Spruch 1: „Urmel is typisch Italiener, große Klappe, kleiner Schwanz.“ Spruch 2: „Nach Hannover kommt keine Sau, selbst der Kalkofe nicht, weil seine Freundin Geburtstag hat und es da was zu essen gibt.“ Dann beugt sich Pocher zu Mehmet (8) herunter: „Na, heute keine Koranschule?“ Abgang Pocher.
Im Cinemaxx brodelts. 1000 Kinder. Gleich kommt Urmel – vorher aber nochmal Pocher. Die Kids dürfen Fragen stellen.
Hassan (6) traut sich, will wissen, wie es ist, bei so einem Film mitzumachen. Pocher: „Was machst du eigentlich hier? Der Film hat doch gar keinen türkischen Untertitel?“ Pocher lacht – sonst lacht keiner. Ratlose Kinderaugen. Schimpfende Eltern. Olli: „Ihr seht jetzt SAW, das Kettensägenmassaker, hahaha.“
Dann endlich: 84 Minuten quietschbunte Bilder von Urmel und seinen Freunden - Pocher ist da längst auf dem Weg nach Hause.