@ J-Rich 23
Beasley und Oden sind zwei deutlich unterschiedliche Paar Schuhe. Der eine, Oden, hat mit Foulproblemen zu kämpfen, wodurch seine Spielminuten limitiert sind, der andere, Beasley, hat mehr damit zu kämpfen, dass er seine Spielweise aus Highschool/College nicht in der Form umsetzen kann.
Es ist mir schon klar, dass dieser Vergleich hinkt. Die Positionen, körperlichen Voraussetzungen und Spielweisen beider sind unterschiedlich, die Gründe, warum ihre Einsatzzeiten begrenzt sind, aber recht ähnlich. Zum einen fehlt ihnen noch die Bindung ins Offensivkonzept ihrer Teams, zum anderen haben BEIDE mit der Foulbelastung zu kämpfen. Das war mitentscheidend, warum Beasley seinen Platz in der Starting-5 räumen musste. Er kassierte oft in den Anfangsminuten bereits 2 Fouls. Ihn von der Bank zu bringen, hat noch einen Vorteil: Er bekommt mehr Touches (steht seltener mit Wade gemeinsam auf dem Court; oft kommt er, wenn Wade pausiert). Das wird sicher keine Dauerlösung sein. Im Moment hilft es ihm aber, weil er so seinen Rhythmus findet. Nebenher ist die Starting-5 seit dem Wechsel ausbalancierter. Haslem kann wieder auf der 4 spielen, Anthony hat sich mit seiner Defense/seinen Qualitäten als Shotblocker als solide Centeroption etabliert.
Ich möchte nicht darauf herumreiten, aber ich hatte vorher angemerkt, welche Probleme sich für Beasley ergeben werden und wurde dafür teilweise heftig angegriffen. Aber mittlerweile kann sich ja wohl kaum noch einer davor verschliessen, dass die Probleme eben da sind. Das ist kein Vorwurf an Beasley selbst, sondern viel mehr an diejenigen, die sofort 20/10 von ihm erwartet haben. Dass er aktuell gar hinter meinen Erwartungen zurückbleibt (Zwischending aus Rookie Carmelo Anthony und Sophomore Dirk Nowitzki) sei mal nicht weiter dramatisiert, denn ich gehe davon aus, dass er sich ebenso wie Durant in der letzten Saison dem anpassen wird und am Ende der Saison dann deutlich besser spielt.
Ich verschließe mich nicht davor. Du hast Recht. Ich habe einen etwas besseren Einstand von ihm erwartet. Von 20/10 im ersten Jahr war nun nicht die Rede. Ca. 2-3 Rebounds mehr als derzeit - ansonsten passt es. Man muss das schon von zwei Seiten betrachten. In Miami ist er nicht mit dem Freifahrtsschein ausgestattet worden, wie er ihn bei anderen Franchises bekommen hätte. Bei den Heat dreht sich alles um Wade. Beasley war es gewohnt, der Go-to Guy seines Teams zu sein. Er muss in die neue Rolle erst mal hineinwachsen. Seine Werte sind für mich sekundär. Wichtiger finde ich, dass er sein Spiel anpasst. Am College hat er viel mit Finesse agiert. Er war nicht gezwungen, seinen Körper richtig einzusetzen (Ausboxen beim Rebound, hart zum Brett zu gehen usw). Das ist der Unterschied zu einem Elton Brand, den bei Duke schon das stark machte, was ein Inside Player in der NBA benötigt: Robustheit und Durchsetzungsvermögen. Beasley muss sich beides noch aneignen. Ich seh's positiv, dass er sich in ein Defensivkonzept einzufügen hat und Haslem + Zo diejenigen sind, die ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Question: What players help you the most?
Beasley: "Zo helps me alot, well to much. I ask Zo something and he just goes off, about everything, he talks way to much. Haslem is my vet (every rookie has a vet as a mentor). Haslem, helps me out with alot of things.
Edith: Was ich mal noch ergänzen möchte: Wir waren uns damals über seine Position in der NBA uneins. Du hattest ihn als SF gesehen (Vergleich C. Anthony), für mich deutete einiges darauf hin, dass er PF spielen wird. Schau dir an, wie ihn Spoelstra einsetzt: ausschließlich als PF. Kommt er für J. Anthony, rückt Haslem auf die 5, kommt er für Haslem, übernimmt er dessen Position 1:1, geht Marion auf die Bank, wird dieser durch Diawara oder Cook ersetzt. Ich hatte das nicht anders erwartet, v.a, weil ich ihn als Post Defender gesehen habe. In der Offense ist er schon eher ein Tweener, aber auch dort mit der Tendenz zum PF. Er ist einfach kein Flügelspieler. Was ich von ihm regelmäßig sehe, erinnert mich mehr an D. West oder Jamison als an C. Anthony.