Gerade festgestellt dass ich in Deutschland nie ein eigenes Auto besessen habe
Vom Wehrdienstentlassungsgeld eine Sfera 50 geholt und in Münster ist ein Fahrrad eh praktischer als ein Auto

Also Rad & Roller und dann auch noch jahrelang das Semesterticket für den Winter bzw. die Zugfahrten nach Dortmund oder Enschede :cool3: Falls doch mal ein Auto nötig war halt eben die Knutschkugeln von Muttern ausgeliehen (erst ein beschissener Fiat Punto und danach ein neuer Twingo II).
Dann sind meine Großeltern altersbedingt ausm Pott nach Münster gezogen und wurden zufälligerweise quasi meine Nachbarn. Opa hatte das Fahren aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben, aber wollte das Auto einfach nicht verkaufen. Da ich auch immer diverse Wege für sie erledigt habe (Getränkekisten etc) lagen Schlüssel&Papiere dann quasi zwei Jahre bei mir rum. War ein grüner Vectra B mit Sportfahrwerk etc, der lag sogar richtig nett auf der Straße. War damals schon 11-12 Jahre alt mit so 70000km, aber war im Innenraum natürlich als Rentnerkarre wie geleckt ohne einen Hauch von Benutzungsspuren. Irgendwann später ging der an meinen kleinen Bruder und er hat es natürlich innerhalb kürzester Zeit geschafft den Innenraum zu versiffen, die alte Pottsau.
Umzug nach Brasilien, Auto mußte her und das große Elend fing an. Auto und Brasilien ist so eine Sache. Durch Höchststeuersätze liegen die Autopreise hier mindestens ein Drittel höher als in Deutschland, inkl. weniger Ausstattung. Versicherungskosten sind im Vergleich aufgrund der vielen Unfälle/Diebstähle etc auch eine ganz andere Hausnummer (so ungefähr als ob du für deinen 40k Mittelklassewagen in D 4000-5000 Euro Versicherung hinblättern müßtest). Dann hast du hier noch die Vorschrift dass alle Motoren Flexmotoren sein müssen, die auch mit Alkohol gefahren werden können. Dank dieser Tatsache und dem ollen E27 Sprit hier ballern sich selbst Kleinwagen 12-13l rein

Also insgesamt eine sauteure Angelegenheit. Mercedes GLA, X1, Volvo VC40 etc fallen hier übrigens unter Luxusautos und kosten soviel wie eine kleine Eigentumswohnung.
Wollte eigentlich einen kompakten SUV haben (Hunde), aber die Auswahl in den Segment war damals einfach nur Mist (einige Marken sind in Brasilien auch gar nicht vertreten und der SUV-Trend ging hier erst Jahre später los). Gebrauchtwagen halten aufgrund der hohen Inflation ihre Preise ziemlich stark, also gibt da da auch keine Schnapper und es macht tatsächlich Sinn Neuwagen zu kaufen. Also erstmal einen VW Fox 2. Gen (110 PS und Automatik) gekauft um dann nach 5-6 Jahren auf einen SUV umzusteigen, wenn das Angebot endlich mal besser ist. Automatik war natürlich Pflicht, Millionenstadt + hügelig + ewige Rushhour und manuelles Schalten nervt dich nach einer Zeit einfach nur noch ab.
War dann kurz zuvor einen Honda HRV zu kaufen (richtig starkes Raumangebot), aber CVT-Getriebe sind der größte Murks. Dann fast den neuen Peugeot 3008, der hat mir richtig gut gefallen, kostet hier aber auch Richtung Eigentumswohnung. Da passten dann einfach nicht die enormen Kosten zu den gefahrenen Kilometern. Dazu hast du bei den Autos in diesen Preisklassen auch prinzipiell ein höheres Risiko an den Ampeln etc. Also weiter warten und auf neue Modelle hoffen
Ansprüche:
- kein 0815 Design
- kein Plastik-Cockpit
- elektronische Handbremse (Hügel und Stau)
- digitales Cockpit
- Größe grob um die 4.40m mit einem 4xxl Kofferraum
Also flog weiter quasi jedes neues Modell in dem Segment raus. Kreta (Plastik + Handbremse), Kicks (Design + Handbremse), T-Cross (Plaaastik), Ecosport (Ford blargh), Chevrolet/Opel (alle hässlich). Ja, pingelig.
Dann hat mich Peugeot erhört und mit dem 2008 quasi eine kleine Kopie vom 3008 rausgehauen. Der erfüllt alle Checkboxen, kommt aber natürlich hier erst in einigen Monaten auf den Markt. Aber der wird gekauft. Peugeot hat in den letzten 10 Jahren einen echten Sprung gemacht bzgl. Qualität etc. Nix mehr mit den alten Schrottwagen von früher.
E-Wagen sind hier in Brasilien eh ohne wirkliche Zukunft aufgrund der Infrastrukturen und Entfernungen.