Hat das "Engagement" von Jake Paul eigentlich wirklich, zählbare, positive Auswirkungen für den Boxsport?
Zwar nur subjektiv: er sorgt für mehr Sichtbarkeit des Frauenboxens und zieht junges Publikum an. Zumindest mein Eindruck, dass es seitdem auch etwas mehr Mädchen/Frauen in den Vereinen gibt, die Interesse am Boxtraining haben ua. wegen Taylor, Serrano. Dafür muss man wohl in Kauf nehmen, dass ebf. Leute wie Tyson, Davis ne Menge Kohle bekommen (haben).Hat das "Engagement" von Jake Paul eigentlich wirklich, zählbare, positive Auswirkungen für den Boxsport?
Das ist ein Unterpunkt, der die Vermarktung der Nummer betrifft. Der Hauptpunkt ist auf einfache Art sehr viel Geld scheffeln. Paul ist wie sein Bruder eine reine Mediennummer. Es kommt eben nicht auf den Sport an sondern auf den Schein. Nicht das Boxen ist wichtig sondern die Show. Letztlich ist das die Übertragung des Wrestling-Konzepts auf den Boxsport. Auch im Wrestling wird mit relativ einfachen Mitteln Begeisterung erzeugt, obwohl die Nummer komplett durchgescriptet ist und die nachrangige sportliche Leistung in den mal mehr oder minder athletischen Akrobatikteilen liegt.Man kann vom Matchup halten was man will, aber Paul und Davis erreichen genau das was sie mit dieser Idee geplant haben: das Leute darüber reden.
Im ersten Teil deines Beitrags gebe ich dir absolut recht. Mir gefällt dein Vergleich zum Wrestling, wo gescriptete Show-Kämpfe veranstaltet werden, bei denen der Gewinner vorher schon feststeht. Dass so etwas jetzt auch im Boxen Einzug hält und vom zahlenden Publikum auch noch sehr gut honoriert wird, halte ich für sehr bedenklich und extrem schädlich für den Boxsport.Das ist ein Unterpunkt, der die Vermarktung der Nummer betrifft. Der Hauptpunkt ist auf einfache Art sehr viel Geld scheffeln. Paul ist wie sein Bruder eine reine Mediennummer. Es kommt eben nicht auf den Sport an sondern auf den Schein. Nicht das Boxen ist wichtig sondern die Show. Letztlich ist das die Übertragung des Wrestling-Konzepts auf den Boxsport. Auch im Wrestling wird mit relativ einfachen Mitteln Begeisterung erzeugt, obwohl die Nummer komplett durchgescriptet ist und die nachrangige sportliche Leistung in den mal mehr oder minder athletischen Akrobatikteilen liegt.
Als Fan des traditionellen Boxsports, den es im Profibereich sowieso schon vor Erscheinungen wie Paul immer weniger gab, wird man sich vielleicht schwarz ärgern über den gescripteten Quark - andererseits, wie viel besser ist es, wenn Top-Leuten Gegner in den Ring gestellt werden, die von vorne herein substanziell unterlegen sind und für das Verlieren eingekauft wurden? Wie viel besser ist es, wenn überalterte (Never-)hasbeens in den Ring gewankt kommen, um nach sportlich fragwürdigen Leistungen irgendeinen Dünnpfiff von WM-Kämpfen in die Mikros lallen? Heißt es hier nicht,nach Farbe und Geruch zu unterscheiden?
Es mag noch ein (geringer) qualitativer Unterschied sein, die Richtung ist die Gleiche. Im Bereich des Boxeraufbaus bis zu einem gewissen Grad ist das legitim, ab einem höheren Niveau dann nicht mehr, bei WM-Kämpfen schon mal gar nicht und dann ähnlich zu bewerten.Dass Top-Leute aus den verschiedensten Gründen "Fallobst" boxen, ist aber nochmal eine andere Nummer. Hat es im Profiboxen schon immer gegeben und die echten Boxfans können das auch so einschätzen.
AbsolutAber die Entwicklung, die wir jetzt sehen mit Social Media Boxern, ist aus meiner Sicht für jeden Boxsportfan ein Schlag ins Gesicht. Ich werde mir solche Kämpfe niemals anschauen, selbst wenn sie im Free TV gesendet würden.