Formel 1 Saison 2026 - Cockpits, Strecken, Regeln, Technik, Gerüchte, Rennen


desl

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Williams hat heute einen Shakedown in Silverstone absolviert und ein einzelnes Bild davon veröffentlicht. Allzu viel zu sehen gibt es also nicht.

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desl

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Hier ein besserer Blick auf die Seitenkästen

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Die Render, die Williams veröffentlich hat, um die Lackierung für die Saison zu zeigen, sehen fast schon ulkig aus.
Die Seitenkästen sind sehr einfach gestaltet (entsprechen nicht dem tatsächlichen Auto) und es gibt weder Zug- noch Schubstreben bei der Aufhängung.

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karmakaze

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Kann man das Verdichtungsverhältnis anhand anderer (meß-/bestimmbarer) Parameter berechnen?
Im kalten Zustand kann man alles mögliche machen, inklusive Auseinandernehmen etc., um alles präzise zu messen. Die FIA hat diese Daten jedoch bereits, denn jeder Hersteller muss ja genaue Angaben dazu abgeben. Die Frage ist, wie macht man das bei Betriebstemperatur. Und darauf gibt es meines Wissens nach momentan keine belastbare Antwort außer den von mir skizzierten.
 

karmakaze

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Kann täuschen, aber die Seitenkästen und Lufteinlässe schauen schon klobig groß aus.
Kann schon sein, wobei kein Mercedes-Team wirklich kleine Sidepods zu haben scheint. Das kann einerseits daran liegen, dass Mercedes bei den Kühlspezifikationen bestimmte Angaben macht und da vielleicht etwas weniger extreme Dinge erlaubt und andererseits dies auch damit zusammenhängen könnte, dass die Kühlkomponenten sich bei Mercedes-Motoren nicht so einfach "woanders", also z.B. unter die obere Motorenabdeckung, verschieben lassen. Aber, ich würde da nicht so massiv viel drauf geben, wie groß die wirklich sind. McLaren hatte mit dem MCL39 auch keine winzigen Sidepods und war dennoch teilweise dominant. Mir scheint es fast sogar so zu sein, dass sich Williams da sehr vom MCL39 inspirieren lassen hat.
 

indo_smoke

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Jap, zumal alle Teams ständig mit dem Hinweis kommen...zum Saisonstart werden sich die Autos optisch anders präsentieren als beim ersten Test.
Die Philosophie zuerst die Zuverlässigkeit, dann die performance scheint sich mittlerweile auch durchgesetzt zu haben. Dann lasst das Aufrüsten beginnen, ich bin echt gespannt.
 

desl

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Als Betrachter muss man sich ja ohnehin wieder mehr oder weniger umgewöhnen.

Über viele Jahre kam einem als Fan schnell der Gedanke "kompakte Seitenkästen = gut" oder "viel Platz im Heck = gut"

Als der Williams FW33 damals im dunklen Blau bei den 2011-Testfahrten auftauchte, sah er fast so aus, als hätte man im Heck irgendwas vergessen. Williams hatte damals kräftig über das Getriebegehäuse gegrübelt und wie man Teile der Aufhängung unterbringt. Rund um den Diffusor gab es viel Luft zu sehen. Der Bolide fuhr aber nur hinterher, was auch daran lag dass man als Cosworth-Kunde mehr oder weniger nur zuguckte, wie andere Teams mit den Motormappings herum spielten und den Diffusor mit Auspuff-Abgasen fütterten.

2012 zeigte der Sauber C31 ähnlich viel Platz im Heck und eine der besten Saisons des Teams außerhalb der BMW-Zeit. Im Jahr darauf überraschte man mit recht schmalen Seitenkästen, doch das Konzept ging nicht wirklich auf. Spätestens 2014 dann kam das Team nach Abgang von Perez unter finanziellen Druck, zumal die Ferrari-Hybrid-Antriebe ordentlich kosteten. Die mexikanischen Sponsoren zahlten für Gutierrez' Engagement nicht mehr so viel wie früher. Der Bolide war stark übergewichtig und chancenlos. In der Folge hielt man sich mit Paydrivern über Wasser ... je nach dem wer die größte Mitgift brachte, wurde ins Cockpit gesetzt, auch wenn man dafür gegebenenfalls einen anderen Fahrer aus seinem Vertrag rauskaufen musste.

Während der Sauber 2015 einfach nurnoch hinterher fuhr, brachte McLaren 2015 (mit dem von Sauber herüber gekommenem Matt Morris) einen schlanken Boliden ... der dann regelmäßig unter einem zu heißen Honda-Motor litt.


Trotzdem, viele Jahre lang wurden die Lufteinlässe bei den Top-Teams (insbesondere Red Bull) immer kleiner und die Seitenkästen schmaler.

Und mit den Ground Effect Boliden gabs dann völlig unterschiedliche Herangehensweisen. Mercedes mit den Zero Pods. Ferrari und Aston Martin mit vergleichsweise klobig wirkenden Seitenkästen. Red Bull und Alpine irgendwo dazwischen.
"Bathtubs" und "Water Slides" wurden zu Begriffen, die durch Boliden von Ferrari und Alpine geprägt wurden.
Während die meisten Jahre zuvor eine eng anliegende Motorabdeckung und schlankes Fahrzeug zumindest optisch einen schnellen Eindruck machte, so war es doch nun - quasi auch dank des Scheiterns der Mercedes-"Zero-Pods" - so, dass dieser Eindruck täuschen konnte.

Die Venturi-Tunnel veränderten das ganze aerodynamische Konzept, es ging weniger um Anstellung und Strömung auf das Diffusor-Dach als früher. Der Beam Wing war zurück und man spielte vermehrt mit der Motorabluft und wie man die Strömung auf der Oberseite der Seitenkästen lenkte, statt primär auszuklügeln wie man mit komplizierten Barge-Board-Gebilden die Strömung auf der Oberseite des Unterbodens möglichst präzise steuert.

Aber wenn man dann in den letzten Jahren mal einen Boliden ohne Motorabdeckung sah, dann sah man doch, dass unter der Haube weiterhin alles zu eng wie möglich zusammen geschoben wird. Gerade beim Ferrari war dann doch viel Luft in den Seitenkästen und "unter der Haube".



Fazit:
Ich hab nicht das was man Ahnung nennen könnte, wenn es darum geht wie der "ideale Seitenkasten" der aktuellen Fahrzeuggeneration nun aussehen sollte.
Man tendiert weiterhin gerne dazu sich beeindrucken zu lassen, wenn die Lufteinlässe recht klein ausfallen (da kommt wenig an den Red Bull von letzter Saison heran). Aber mit den neuen Antrieben geht man da gewiss erstmal auf Nummer sicher, bevor man sich vielleicht im Laufe der Saison heran tastet, wieviel Kühlung die Aggregate benötigen.

Und so sagt das Aussehen der Boliden gerade jetzt - während der ersten Testfahrten - noch wenig darüber aus, ob man in irgendeiner Weise Rückschlüsse auf die mögliche Performance schließen könnte. Vielleicht gibt es auch weiterhin kleinere "Badewannen" und "Wasserrutschen" oder eine Rückkehr der "Zero-Pods".
 

indo_smoke

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Na ich hab doch auch keine Ahnung von fast gar nix :belehr:. Möglicherweise hätte Mercedes an den zero pods festhalten sollen,
angeblich waren die Daten aus Simulationen absolut überzeugend. Man konnte es aber nicht auf die Rennstrecke übertragen
und hat das System schnell durch einen konventionellen Ansatz ersetzt. Imo ein Fehler, aber was weiß ich schon.
Allerdings wäre ich null überrascht, wenn wir zum Saisonstart bei wenigstens einem Team ein ähnliches Konzept sehen würden.
Ich freu mich auf die Saison und auf die Analysen von Menschen, die F1 Technologie Menschen wie mir verständlich erklären werden.
 

Moriarty

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Diesbezüglich habe ich nichts gelesen. Ich hatte gelesen, dass Mercedes und RBPT (RedBulls Motor) über das 16:1-Verdichtungsverhältnis gehen können, weil sie die in diesem Punkt unklar geschriebenen technischen Direktiven anders auslegen (id est, die Verdichtung muss nur bei Raumtemperatur 16:1 betragen, keiner hat gesagt, dass sie bei Arbeitstemperatur des Motors 16:1 betragen muss). In diesem Rahmen wurde meines Wissens Ferrari als Beschuldigender genannt und irgend ein Typ von Cadillac muss mal gesagt haben, dass man vollstes Vertrauen in Ferrari hat, ihnen einen reglementkonformen Motor gegeben zu haben. Natürlich denkt man nach dem Sensor-Gate bei der SF vor einigen Jahren schnell an Ferrari, aber sonst wäre mir nichts bekannt.

Edit: Was bei Ferrari lief, war, dass Shell, ihrem Hersteller für synthetisches Benzin, nachgesagt wird, da sehr gute Fortschritte erzielt zu haben, sodass vielleicht ihr Motor mehr Effizienz hat. Aber das wäre ja keine Trickserei.

Vielleicht noch eine Einordnung zum Verdichtungsverhältnis: Selber Schuld, FIA! Da denkt ihr euch kleinste Legality Boxes aus und dann schreibt ihr gleichzeitig so nen Stuss auf, den selbst ein Maschinenbaustudent im 2. Semester durchschauen würde? Klar, wird das jetzt vermutlich nachreglementiert. Mich wundert aber mehr, dass Ferrari, Honda und Audi sich da wie Musterschüler verhalten. Aber gut, vielleicht haben sie sich gesagt, das ist so obvious, das wird eh geschlossen und da verschwenden wir keine Zeit mit.

Ich bin auch erstaunt. Man sieht ja wieder viele kreative Lösungen, dass nicht mehr auf die Idee von Mercedes gekommen sind. Angeblich wackelt jetzt aber auch Red Bull bezüglich der Restriktionen. Es hieß ja stets man musste dort davon, aber hat es trotzdem nicht umgesetzt. Schwer vorstellbar, aber scheinbar ist vielleicht doch etwas dran.

Bei Haas scheint man trotz dessen wohl auch von der Ferrari Power Unit begeistert zu sein. Angeblich wurden in Barcelona die 350 km/h geknackt und es lief sehr zuverlässig.

Ich liebe solche Saisonen mit viel Innovationen. Ferrari spaltet gefühlt gemäß der Leistungseinschätzungen die meisten Gemüter. Von Geheimfavorit bis nur Mittelfeld ist da alles vorhanden.

Ich geb dir übrigens recht @karmakaze , nur weil die Mercedes Power Unit Teams nicht die schlanksten sind, heißt das noch lange nichts. Es gibt so viele interessante Entwicklungen, die noch nichts heißen. McLaren entdeckt wieder „Rake“ bzw. die Anstellung. Manche meinen Newey hat zwar extreme Ideen, aber das „Mäuseloch“ von Mercedes/Ferrari zum Heck hin verschlafen. Oder vielleicht liegen auch Williams/Cadillac und Alpine mit Pullrod (vorne) richtig. Letztere haben auch beim Heckflügel ne wahre Innovation. Es bleibt jedenfalls spannend.
 

Moriarty

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Na ich hab doch auch keine Ahnung von fast gar nix :belehr:. Möglicherweise hätte Mercedes an den zero pods festhalten sollen,
angeblich waren die Daten aus Simulationen absolut überzeugend. Man konnte es aber nicht auf die Rennstrecke übertragen
und hat das System schnell durch einen konventionellen Ansatz ersetzt. Imo ein Fehler, aber was weiß ich schon.
Allerdings wäre ich null überrascht, wenn wir zum Saisonstart bei wenigstens einem Team ein ähnliches Konzept sehen würden.
Ich freu mich auf die Saison und auf die Analysen von Menschen, die F1 Technologie Menschen wie mir verständlich erklären werden.

Es gibt da zumindest ne interessante Statistik. Am erfolgreichsten (erstmals) war Mercedes mit den Zero-Pods.
 

Moriarty

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Wobei ich es für gewagt halte, dass Analysten, wie beispielsweise Gary Anderson jetzt schon davor warnen, dass Ferrari möglicherweise zu konservativ designed hat und Newey gleichzeitig loben. Auch der war schon zu radikal und hat sich verzettelt bzw. funktionierte es letztendlich nicht.
 
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