Dinge, die keinen eigenen Thread verdienen - Olympia-Edition 2026 🇮🇹


player333

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Luel

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Heraskewytsch möchte seinen Helm im Wettbewerb dennoch tragen, so wie in den Trainings. Ich bin gespannt, wie da die Reaktion des IOC aussieht.

Der Ukrainer Wladislaw Heraskewytsch ist im Streit um seinen Helm durch den Weltverband vom olympischen Skeleton-Wettbewerb ausgeschlossen worden. Der Helm zeigt Bilder von Sportkollegen, die im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine getötet wurden. Das Internationale Olympischen Komitee hatte den Kopfschutz bei Wettkämpfen verboten. Mehr in Kürze hier bei der ZEIT

Man erwartet nichts und wird trotzdem enttäuscht. Fällt einem wirklich schwer bei sowas dabei zubleiben. "Sportfunktionäre erzsatzlos streichen" oder gibts da einen guten Slogan?
 

Speakeasy

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Man erwartet nichts und wird trotzdem enttäuscht. Fällt einem wirklich schwer bei sowas dabei zubleiben. "Sportfunktionäre erzsatzlos streichen" oder gibts da einen guten Slogan?

Es war aber zu erwarten - auch wenn es für mich unverständlich bleibt.
Die Argumentation ist sicher, dass das ein Präzedenzfall für andere politisch motivierte Aktionen wäre, hätten sie den ukrainischen Athleten nicht ausgeschlossen.
 

gentleman

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Es war aber zu erwarten - auch wenn es für mich unverständlich bleibt.
Die Argumentation ist sicher, dass das ein Präzedenzfall für andere politisch motivierte Aktionen wäre, hätten sie den ukrainischen Athleten nicht ausgeschlossen.
Es steht so im Reglement, wenn sie da konsequent bleiben ist das okay.
Auch wenn es so im Reglement steht finde ich das in dem Fall schon recht zweifelhaft und fragwürdig. Es geht ja tatsächlich um die Erinnerung an getötete Kolleginnen und Kollegen, nicht primär um politischen Protest.
 

Biathlon-Fan

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Es gab einen ähnlichen Fall in Sotschi 2014. Dort hatten die norwegischen Langlaufdamen nach dem Skiathlon im Zielbereich geschlossen geweint, weil kurz vorher der Bruder von Astrid Jacobsen gestorben war. Die Damen haben daraufhin allesamt eine Abmahnung bekommen, Trauer habe bei Olympischen Spielen nichts zu suchen.
 

Vorticity

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Sehe ich mit gemischten Gefühlen. Auf der einen Seite ist es sicher konsequent, dass der IOC auf ihren Regeln beharrt, gilt halt für alle gleich. Geben sie das frei, wird woanders dann auch angefangen. So wird dem Chaos vorher schon entgangen.
Auf der anderen Seite ist es aber auch wieder dieses verkrampfte (Steinzeit-)Verhalten des IOC. Hier wird in eine Erinnerung an verstorbene Freunde ein politisches Statement reininterpretiert. Niemand hätte da was gesagt und am Ende ist es auch einfach verschließen vor der Realität. Die Zeiten sind nun mal so wie sie sind und diese gespielte Heiterkeit während zwei Wochen Sport ist halt mehr Schein als Sein. Das IOC gibt immer wieder ein komisches verkrampftes Bild ab, siehe die NoKo Debatte bei den Frauen.
 

ALPtraum

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Die Regel 50.2 der Olympischen Charta im Wortlaut

„Keine Art von Demonstration oder politischer, religiöser oder rassistischer
Propaganda ist an olympischen Stätten, Austragungsorten oder in anderen Bereichen erlaubt.“

Das IOC beruft sich auf diese Regel - der Sportler hat gerade im Interview zu Recht gesagt, dass er gegen diese Regel nicht verstoßen hat. Ihm ging und geht es darum, an die verstorbenen Athleten zu erinnern, die Teil der olympischen Familie waren.
Die Ukraine hatte den Helm bereits vor langer Zeit beim IOC angekündigt und wollte ihn genehmigen lassen - das IOC hatte also massig Zeit und mit etwas Fingerspitzengefühl hätten sie den Helm einfach durchgewunken - dann wäre nie so ein Fass aufgemacht worden.
Andere Sportler zeigen auch Bilder von verstorbenen Familienmitgliedern, halten Schilder mit "Stop war" etc.
Genau genommen dürfte dann auch Forfang bei Skispringen seinen "Papa"-Handschuh nicht zeigen.
 

Speakeasy

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Es gab einen ähnlichen Fall in Sotschi 2014. Dort hatten die norwegischen Langlaufdamen nach dem Skiathlon im Zielbereich geschlossen geweint, weil kurz vorher der Bruder von Astrid Jacobsen gestorben war. Die Damen haben daraufhin allesamt eine Abmahnung bekommen, Trauer habe bei Olympischen Spielen nichts zu suchen.


Hier die Geschichte von damals. Das ist doch Bullshit vom IOC: es war doch keine "Demonstration oder politische, religiöse oder rassische Propaganda"
 

ALPtraum

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Es gab einen ähnlichen Fall in Sotschi 2014. Dort hatten die norwegischen Langlaufdamen nach dem Skiathlon im Zielbereich geschlossen geweint, weil kurz vorher der Bruder von Astrid Jacobsen gestorben war. Die Damen haben daraufhin allesamt eine Abmahnung bekommen, Trauer habe bei Olympischen Spielen nichts zu suchen.
Das ist ja wohl eine Farce! Aber Freudentränen sind erlaubt? Lächerlich!!
 

thedoctor46

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Die anderen Beispiele haben soweit ich das verstanden hab, alle vorher nicht offiziell angefragt sondern einfach gemacht.

Zeigt sich mal wieder "lieber hinterher um "Entschuldigung" bitten als vorher um Erlaubnis zu fragen". :rolleyes:

Coventry im Interview in Tränen aufgelöst, kann man jetzt auch von halten was man will. Sie sollte als Präsidentin schon die Macht haben, sich gegen den Rest durchzusetzen, wenn es sie so sehr mitnimmt.
 

Hakuba

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Das Zeigen von Bildnissen verstorbener Freunde/Mitstreiter ist weder eine Demonstration, noch irgendeine "Propaganda". Wenn es in diese Fall hier ein Statement außerhalb der Trauer gibt, dann eines gegen den Krieg. Wer im IOC hat etwas dagegen?

Hier ist noch einer, der es einfach gemacht hat: Der Judoka Inoue Kôsei hielt auf dem Siegerpodest in Sydney 2000 ein Bild seiner im Jahr zuvor verstorbenen Mutter hoch. Sorgte für Erstaunen, wurde aber, soweit ich weiß, nicht irgendwie geahndet.

Inoue.png
(Foto: Kawata, Mainichi Shimbun)
 

ALPtraum

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Was auch komplett unsinnig ist: Das IOC hätte Heraskewytsch gestattet, einen Trauerflor zu tragen - den Helm aber nicht...Seine Reaktion darauf war: So viele Trauerflors gibt es in ganz Italien nicht....
 

Finn-Lady

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Ich habe auch Tränen in den Augen... aus Enttäuschung darüber, dass es so gekommen ist. Wenn es einen Verlierer gibt, ist es die Menschlichkeit. Das Gerede von der großen olympischen Familie ist von vorne bis hinten substanzlos. Schade... (aber ok, nichts anderes erwartet 🤷)...
 

Nebukadnezar

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Unterm Strich nutzt dem Ukrainer diese Disqualifizierung für sein Ansinnen mehr, als wenn sie ihn hätten fahren lassen, denn somit ist er in aller Munde und das über einige Zeit.
 

LeZ

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Es steht so im Reglement, wenn sie da konsequent bleiben ist das okay.
Es steht so eben nicht im Reglement, da steht was von "Propaganda" (laut WDR 2 eben). Es wurden schon mehrfach Athleten zugelassen, die verstorbene Verwandte, Freunde oder - Präzedenzfall (!) - die Bilder ermordeter israelischer Sportler von 1972 auf der Kleidung trugen. Da hat also jemand entschieden, dass das Zeigen ermordeter israelischer Sportler persönliche Trauer ist, das Zeigen ermordeter ukrainischer Kindersportler "Propaganda".

Die entsprechenden Personen sind derartig korrupt, dass einem die Worte wieder mal ausgehen. Ich würde mir wünschen, dass andere Sportler hier mal ein Zeichen setzen, als Gruppe die man nicht pauschal alle ausschließen können wird.
 
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