Alles richtig, aber trotzdem ist die öffentlich Ablehnung Katars heuchlerisch, wenn man bedenkt, dass die Empörung bei dem weit schlimmeren Regime Saudi Arabiens eher geringer ausfällt. Saudi Arabien wird natürlich auch oft kritisiert, aber der emotionale Aufruhr ist bei Katar eher höher.
Die Ablehnung Katars ist völlig richtig, aber verglichen damit müsste es gegen die Saudis eigentlich Massendemonstrationen geben.
Ich denke bei katar kommt halt dazu das sie so ein "retorten staat" sind. Menschenrechte spielten natürlich eine rolle bei den Protesten, aber eben auch das katar nur 3 Mio Einwohner hat von denen 90% arbeitsmigranten sind die keinerlei Bürgerrechte haben.
Sprich am Ende gab es halt in katar kaum wirklich Fußballinteressierte, es gab nur eine kleine herrscherkaste und viele billige Arbeitssklaven.
Saudi Arabien hat ebenfalls massive Menschenrechtsprobleme, aber eben auch eine echte (35 mio) Fußballinterressierte Bevölkerung.
Sprich bei katar kamen 2 dinge zusammen:
1. Die Menschenrechtslage
2. Das gefühl das ein reicher zwergstaat ohne fans die das zu schätzen wissen Unrechtmäßig von der fifa eine wm geschenkt bekommen hat
Diese beiden dinge wurden imo oft vermischt, sprich weil man klimatisierte wüsten Stadien ohne fans kacke fand hat man sich umso mehr auf die (real existierenden) Probleme gestürzt.
Dazu kommt sicher auch ein gewisser gewöhnungseffekt eingetreten weil nacheinander viele großereignisse in autokratien stattgefunden haben (katar 22, Winterspiele 22 in china), bald saudi Arabien, selbst jetzt die usa.
Die leute finden das nicht gut, aber gerade an die fifa sind die Erwartungen halt auch rock bottom. Das ist ja absurd, auch andere Organisationen wie die katholische Kirche haben stark gelitten, aber im Fußball kannst du ne Umfrage in der Kurve machen und 95% sagen das ist ein korrupter Haufen. Solche Werte bei den eigenen leuten sind ja historisch fast einzigartig und führen dazu das es immer schwerer wird Empörung zu generieren weil die fans eh null erwartungen an fairness, Transparenz und korruptionsfreiheit haben.