Bzgl. der Ecke: Vermutlich will man verhindern, dass ein Tor aus einer halbwegs offensichtlich falschen Ecke heraus entsteht. Bei einem Abstoß ist die Gefahr zumindest geringer.
Bzgl. der gelben Karten: Es wäre im Fall von Embolo ja "nur" die erste Gelbe für den Argentinier gewesen. Hätte ein Platzverweis wegen der Schwalbe gedroht, wäre das nach den neuen Regeln überprüft worden. Alles mit ernsten Folgen (brutales Foul, rot, gelb-rot*, Torerzielung, Elfer) kann man ja (*nun) prüfen. Scheinbar kommt die falsche Auslegung aufgrund des positiven Ergebnisses aus den beiden WM-Szenen auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung.
Generell sind das ja kommunikativ unterschiedliche Ebenen:
1. Klar für alle kommunizierte verpflichtende Regeländerungen oder Regel-Optionen. Das mit den Eckbällen, die Möglichkeiten, Verzögerungen zu ahnden, Verhalten nach Behandlungen usw.
2. Anpassungen, die nicht für alle Außenstehenden vorab kommuniziert werden. Die Novelle beim "Impeding" als Beispiel. Es gab da entsprechende Hinweise, wie das bei der WM ausgelegt werden solle. Ergänzend: mit Blick auf die zugrundeliegende Regel und die Auslegung bei der WM bleibt ggf. ein Graubereich und die Umsetzung wird im Alltag sicher interessant.
3. Kreative Neuschöpfungen: Mikstaken Identity oder auch das Aufhaben einer Rot-Sperre. Hier wurde im ersteren Beispiel 2x entgegen der Regel eingegriffen, ohne Kommentar, ohne vorherige Schulung, toleriert von der FIFA.
Wäre 2. und 3. nicht bestehend, hätte man das Problem mit der Transparenz zumindest nicht. Hierbei muss man aber auch verstehen, dass die FIFA eben ein besonderes Verhältnis zur Transparenz besitzt. Dennoch: auch innerhalb der UEFA (und den nationalen Verbänden) gab es eben immer wieder mal Anpassungen, die man unter Punkt 2 einordnen darf, bzgl. des Foulspiels oder des Handspiels hat man die Parameter oft erst für die Öffentlichkeit argumentativ nachgereicht, nachdem die Strafen erstmalig bestanden.