Avatar: Fire and Ash
Wieder über 3 Stunden Laufzeit spendiert James Cameron seinem dritten Große-Blaue-Aliens-Film.
Zunächst wirkt es so, als wolle Cameron mehrere parallele Geschichten in einen Film drücken, welche auch in zwei Filme gepasst hätten. Wie gehen die Sullys mit Trauer um, was haben die Menschen diesmal vor, welche anderen Na'vi gibt es so?
Doch je länger der Film geht, desto mehr kehrt sich dies um. Irgendwann wirkt es so, als sei der Film dann doch langatmig. Das liegt aber weniger daran wieviel oder wie wenig Action dargeboten wird, sondern schlicht und ergreifend daran, dass man das Gefühl bekommt das alles schonmal gesehen zu haben.
Die Menschen wollen wieder irgendwas schürfen (diesmal wohl irgendein Seekuh-Wal-Glibber ... ohne nähere Erläuterung), die Na'vi ziehen wieder in den Kampf und gewinnen auch wieder, auch wenn ihre Aussichten eher schlecht waren. Es gibt wieder mal das Sully vs Quaritch-Duell. Eywa wird um Hilfe gebeten und greift auch in gewisser Form ein. Und so weiter.
Man hat stellenweise das Gefühl "es kommt einfach nichts neues" ... selbst wenn hier und da "neue" Elemente oder Details auftauchen ... wie z.B. der inflationäre Gebrauch des Wortes "Bro" durch die Na'vi-Teenager und dass einer von ihnen einen Broccoli Cut hat.
Zeitgenössische Dinge (oder Anspielungen) in Asterix-Comics zu packen hat diesen manchmal ein gewisses Salz in der Suppe ergeben. In einer fernen Welt in der Zukunft passt das aber so gut wie im Shrek 5 Trailer.
Antagonistin Varang ist da am ehesten mal jemand/etwas die/das etwas heraussteht. Und auch wenn nicht gerade klar ist, wie sie ihre Macht (z.B. bei einer Verbindung mit anderen Na'vi) ausübt und auch wenn das Asche-Volk den Omaticaya sehr ähnelt (aber mit mehr ... Asche) - so dass sich Neytiri sehr leicht verkleiden kann - so ist es doch etwas enttäuschend wie plötzlich sie von der Bildfläche verschwindet.
Andererseits ... es war auch nie völlig klar, was Varangs Motivation bei dem Überfall auf die Windhändler war.
Aber jey, kleinere Ungereimtheiten können bei einem Sci-Fi-Action-Film schonmal vorkommen ... wie z.B. dass Neytiri nicht totzukriegen wirkt, während Ronal vergleichsweise "leicht" stirbt (und trotz ihrer kulturellen Bedeutung von den Na'vi im Film nicht groß betrauert wird). Naja ... was solls.
Am Ende bleibt ein netter Film, dessen visuelle Effekte einmal mehr beeindruckend sind. Aber wie schon der zweite Teil regt auch der dritte einen nicht gerade an, ihn irgendwann nochmal zu schauen.
Naja, dennoch mal schauen wie's weiter geht. Jake Sully sammelt weiterhin Kinder, ohne dabei ein allzu guter Vater zu sein. Treu zur Seite steht ihm seine Frau Neytiri, eine verkappte Rassistin, welche sich insgesamt für die Andersartigkeit ihrer eigenen Familie schämt.
6,5 von 10 Punkten (inkl. Bonus für die Effekte)