Olympia-Aus: Quo Vadis Nordische Kombination?


Wird die Nordische Kombination das Olympische-Aus langfristig überleben?


  • Umfrageteilnehmer
    21
Baud kann man so als mittelguten Noko Starter bezeichnen
Baud war mal ein sehr guter NoKo-Springer und hat mal sogar mit Riiber auf Augenhöhe um den Sieg im Massenstart in Ruka 2022 gekämpft (lustigerweise war damals Ryota Yamamoto auch knapp dritter). In den nächsten Jahren ging es leider bergab. Potential hat er aber durchaus. Natürlich ist es jetzt aber umso schwieriger.

Ich denke nicht, dass die USA als kommender Ausrichter Interesse haben, dass Freestyle oder Snowboard bewerbe gestrichen werden
Ich weiss nicht, welche rausfliegen, aber es ist schwierig sich vorzustellen, dass alle, die 2030 dabei sind, auch 2034 dabei sein werden.
 
Die Ausrichter sind im Dialog mit dem IOC und dürfen auch Wünsche und Vorschläge mit einbringen. Frankreich wollte unbedingt das Skibergsteigen behalten und auch das Freeride haben.
dann wäre halt die einzige Chance gewesen, wenn 2034 ein Kombi-Land an der Reihe wäre...muss man auf Demong und Co. hoffen, aber das dürfte schwierig werden
 
dann wäre halt die einzige Chance gewesen, wenn 2034 ein Kombi-Land an der Reihe wäre...muss man auf Demong und Co. hoffen, aber das dürfte schwierig werden

Ja, und daher ist es doppelt schade, dass Japan, als es die 2034er Spiele haben wollte, Bach wutentbrannt die Gesprächsrunde verlassen hat. Japan hätte die Kombi auf jeden Fall behalten wollen.
 
Was mich irgendwo irriert ist, das man ja versuchen sollte eine optimale Nutzung der Skisprung Anlagen zu garantieren. Beispielsweise bei den letzten Olympischen Spielen wurde in Italien die Sprunganlage für 41 Mio modernisiert, wenn ich mir diese Situation für künftige Spiele anschaue, frage ich mich, besonders in Ländern wo Skispringen keine große Tradition hat, wer Lust hat eine neue Anlage zu bauen wenn dort "nur" Skispringen stattfindet. In anderen Sportarten gibt ähnlich wenige Länder die eine Medallien Chance haben, Rodeln, Bob und weitere. In Courchevel sind 43. Mio veranschlagt.Auch in Salt Lake City müssen die Anlagen modernisiert werden. Aus Effizienz Gründen hätte man die Frauen Wettbwerbe aufnehmen sollen. Wir reden hier von einer Investitionsintensiven Sportstätte, das ist nicht Tauziehen.
 
Ein weiterer Podcast mit Johannes Rydzek zum Thema Olympia-Aus.
Eigentlich nichts neues gesagt, kann man so nebenbei sich anhören.

 
Der Skisprungtrainer aus Kandersteg, Martin Lüthi (auch oder besser bekannt unter seinem Künstlernamen Heinrich Gartentor), hat 21. Fragen an IOC gestellt:

Der Pressesprecher vom IOC, Christian Klaue, hat im selben Medium eine Antwort auf den kritischen Brief von Gartentor publiziert:


Natürlich erfahren wir nichts neues, aber gerne blendet Herr Klaue aus, dass die Kombination im Vergleich zu anderen Disziplinen sehr schlechte Tageszeiten (alle Wettbewerbe während dem Tag in Europa an Werktagen) hatte.

Recht hat er, dass es in Verantwortung der einzelnen Sportverbände liegt, die jeweilige Disziplin zu fördern und zu entwickeln. Er blendet jedoch gerne aus, dass ein olympischer Status für eine Randsportart überhaupt eine absolute Grundlage ist, um entsprechende Fördermittel zu erhalten. Das alles ist natürlich denen bewusst, sie wollen das aber nicht öffentlich zugeben.

Und schon wieder wiederholt er dieses lächerliche Argument, dass nur 5 Nationen in den letzten 12 Jahren eine Medaille geholt hatten. Das könnten sich die Kritiker wirklich sparen.
 
Das sind natürlich irgendwo zwei "Henne-Ei" Probleme, die jeweils ineinandergreifen:

1. Wäre die Noko die beliebteste Sportart, hätten sie bestimmt andere Startzeiten gehabt....
2. Natürlich stimmt das bzgl der Förderung. Aber dass ist auch wieder die Crux: Wenn Verbände die Förderung nur nach olympisch/nicht olympisch ausrichten, dann ist das nicht das Problem des IOC. (auch wenn es in sich logisch ist)
 
Ein weiterer Artikel zum aktuellen Thema, diesmal, oder schon wieder mit Aussagen von Rydzek.

Es war zwar bisher nirgendwo offiziell kommuniziert (oder eben auch nicht kommuniziert), aber so, wie es aussieht, ist die Aufnahme der NoKo in das WM-Programm nur für 2027 und 2029 gesichert. Für 2031 in Oberstdorf gibt es da anscheinend noch keine verbindliche Zusage.

Als Athletensprecher war der Oberstdorfer selbst bei der Bewerbung der Nordischen Ski-WM 2031 dabei und konnte bereits kurz mit dem Liechtensteiner sprechen. Konkrete Zusagen gebe es zwar noch nicht, sagt Rydzek. Aus dem Deutschen Skiverband, der bereits intensiver mit dem neuen FIS-Präsidenten im Austausch steht, habe er jedoch "positive Signale" erhalten, dass die NoKo-Wettbewerbe im Allgäu auch durchgeführt werden - bislang sind für die Kombinierer nur die nächsten beiden WMs gesichert.

Desweiteren relativiert Rydzek die Wichtigkeit von Olympia bezüglich der Motivation von jungen Sportlern.
Welche Auswirkungen das Olympia-Aus langfristig auf den Nachwuchs und die Attraktivität der Sportart haben wird, ist unklar. "Vielleicht ist der Traum von Olympia bei Kindern gar nicht so das Thema. Ich habe viele Erfolge gefeiert - und ich muss sagen: Es muss nicht Olympia sein", so Rydzek, der sieben Mal Weltmeister wurde.

Ich sage dazu nur: Es ist für ihn einfach, solche Aussagen zu machen, wenn er selbst 5(!) Mal bei Olympischen Spielen dabei war und dabei noch mehrere Medaillen gewinnen konnte.

 
Das ist eine eher unglückliche Aussage. Ich denke mal, dass gerade in Sportarten, in denen man ohnhin nicht viel finanziell holen kann, olympische Spiele tatsächlich das größte sind, was man miterleben kann.
 
Das ist eine eher unglückliche Aussage. Ich denke mal, dass gerade in Sportarten, in denen man ohnhin nicht viel finanziell holen kann, olympische Spiele tatsächlich das größte sind, was man miterleben kann.

Das ist das eine. Das andere ist, dass in GER die Förderung weiterhin fließen wird, die Spitzensportler werden aus Steuergeldern bezahlt und müssen sich keine Sorgen machen, aber woanders das eben nicht der Fall ist. Wenn die Förderung, die die bei Olympia vertretenen Sportarten erhalten, wegfällt oder auch nur gekürzt wird, wird das schnell eine prekäre Situation für die Athleten und der Nachwuchs wird auch nicht kommen.

Mir scheint, dass man in GER und AUT (letztens das Interview mit Lamparter) noch nicht erkennt, dass man eine internationale Sichtweise auf die Problematik entwickeln muss.
 
Mir scheint, dass man in GER und AUT (letztens das Interview mit Lamparter) noch nicht erkennt, dass man eine internationale Sichtweise auf die Problematik entwickeln muss.
Genau. Bisherige "ermutigende" Kommentare, wenn es um Aufrechterhaltung der Unterstützung geht, hat man nur aus Deutschland und Österreich gehört. In Frankreich herrscht eher Resignation, aus Japan hat man auch schon Sorgen mitbekommen, in anderen Ländern findet das ganze Thema kaum Aufmerksamkeit. Selbst in Norwegen und Finnland scheint es eine Funkstille zu sein, ich konnte auf jeden Fall nicht viel finden.

Ein krasses Beispiel ist Slowenien, dort scheint es absolut niemanden anzugehen. Habe letztens (an sich ein mega interessantes) Interview mit Peter Slatnar gelesen: keine einzige Frage im Bezug auf NoKo, obwohl ja ein drohendes Verschwinden oder zumindest wesentliches Schrumpfen dieser Sportart ja auch einen Einfluss auf das Business mit der Randsportartware Sprungski haben wird.
 
Genau. Bisherige "ermutigende" Kommentare, wenn es um Aufrechterhaltung der Unterstützung geht, hat man nur aus Deutschland und Österreich gehört. In Frankreich herrscht eher Resignation, aus Japan hat man auch schon Sorgen mitbekommen, in anderen Ländern findet das ganze Thema kaum Aufmerksamkeit. Selbst in Norwegen und Finnland scheint es eine Funkstille zu sein, ich konnte auf jeden Fall nicht viel finden.

Ein krasses Beispiel ist Slowenien, dort scheint es absolut niemanden anzugehen. Habe letztens (an sich ein mega interessantes) Interview mit Peter Slatnar gelesen: keine einzige Frage im Bezug auf NoKo, obwohl ja ein drohendes Verschwinden oder zumindest wesentliches Schrumpfen dieser Sportart ja auch einen Einfluss auf das Business mit der Randsportartware Sprungski haben wird.
Nur mal geraten: Vermutlich weil die Sportart trotz der erfolgreichen Sportler dort nicht wirklich im Gespräch ist.
 
Auch aus Deutschland gab es doch schon sehr sorgenvolle Aussagen bezüglich der zukünftigen Förderung. Da ging es zwar vor allem um die Sportstätten, also um die Finanzierung des laufenden Betriebs der Sprungschanzen. Da hieß es, dass man da bislang Fördergelder für Skispringen und Nordische Kombination bekam, weil beides olympische Sportarten waren, und dass da deswegen ein Teil wegzufallen droht.

Und in die Aussagen von Johannes Rydzek würde ich auch nicht zu viel Negatives hineininterpretieren. Man kann sie auch so lesen, dass er den Nachwuchs trotz der fehlenden Olympiaperspektive darauf hinweist, dass immer noch erstrebenswerte Erfolge in der Nordischen Kombination möglich sind.
 
Desweiteren relativiert Rydzek die Wichtigkeit von Olympia bezüglich der Motivation von jungen Sportlern.


Ich sage dazu nur: Es ist für ihn einfach, solche Aussagen zu machen, wenn er selbst 5(!) Mal bei Olympischen Spielen dabei war und dabei noch mehrere Medaillen gewinnen konnte.

Ich verstehe den Kommentar eher so, dass NICHT NUR Olympia zählt. Dass es eben (noch) eine WM und einen Weltcup gibt. Oder ein anderes Event, wenn die Ideen Es einmal war. Das große verbindende Fest der Sportler, die Begegnung mit Sportler aus anderen Disziplinen- das gibt es so längst nicht mehr. Verstreute Wettkampforte und die Sportler reisen knapp vor ihren Wettkämpfen an und sofort danach wieder ab, weil im Dorf die Betten für andere Sportler gebraucht werden. Oder man schläft nicht im Olympischen Dorf, sondern die Verbände buchen eigene Unterkünfte. Das hat mittlerweile den Charakter von x beliebigen Weltcups.

Letzten Endes fragt sich ein junger Mensch irgendwan eins: Kann ich von meiner Sporart leben? Und dazu braucht es nicht notwendigerweise Olympia. Sind die Einnahmen im Alltag hoch genug kann er davon leben.
 
Da ging es zwar vor allem um die Sportstätten, also um die Finanzierung des laufenden Betriebs der Sprungschanzen. Da hieß es, dass man da bislang Fördergelder für Skispringen und Nordische Kombination bekam, weil beides olympische Sportarten waren, und dass da deswegen ein Teil wegzufallen droht.
Hatte ich schonmal was zu geschrieben: Sicherlich schade um den Stützpunkt und für die Athleten vor Ort, aber es wird der Sportart keinen Abbruch tun.
Wenn Nationen wie Frankreich aber sagen wir streichen die Kader und bezahlen euch nicht mehr die Wettkämpfe, ist das für die Sportart ein dramatischer Schlag. Denn dann sind irgendwann nur noch Sportler aus Deutschland, Österreich und Norwegen am Start, die zwar vielleicht einen Stützpunkt verloren haben, aber immer noch komfortabel vom Verband unterstützt werden. Daher kann man @Hakuba schon recht geben, die Deutschen und Österreicher haben bei dem ganzen vielleicht ein wenig die rosarote Brille auf und sie bekommen vielleicht gar nicht mit, wie viel mehr andere Länder betroffen sind.
 
Ich verstehe den Kommentar eher so, dass NICHT NUR Olympia zählt. Dass es eben (noch) eine WM und einen Weltcup gibt. Oder ein anderes Event, wenn die Ideen Es einmal war. Das große verbindende Fest der Sportler, die Begegnung mit Sportler aus anderen Disziplinen- das gibt es so längst nicht mehr. Verstreute Wettkampforte und die Sportler reisen knapp vor ihren Wettkämpfen an und sofort danach wieder ab, weil im Dorf die Betten für andere Sportler gebraucht werden. Oder man schläft nicht im Olympischen Dorf, sondern die Verbände buchen eigene Unterkünfte. Das hat mittlerweile den Charakter von x beliebigen Weltcups.

Letzten Endes fragt sich ein junger Mensch irgendwan eins: Kann ich von meiner Sporart leben? Und dazu braucht es nicht notwendigerweise Olympia. Sind die Einnahmen im Alltag hoch genug kann er davon leben.
Olympische Spiele sind DAS Sportevent, gerade für die nordischen Wintersportarten. Das Zuschauer- und Medieninteresse - gerade weltweit - ist um ein vielfaches höher als bei einem Weltcup oder einer WM. Zudem hängt von den Spielen fast das komplette Etat ab. Wer nicht Teil der Spiele ist, verliert viele Förder- und Sponsorengelder.
Das kann kein Seefeld Triple ausgleichen, keine geplante Showserie in den USA und auch keine WM in Falun oder Oberstdorf.
 
Sie WAREN einmal DAS Sportevent. Ich glaube, die Bedeutung Olympischer Spiele nimmt generell ab. Sowohl für die Sportler als auch für den Zuschauer. Für Winterspiele gilt das noch mehr als für Sommerspiele.
 
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