Die Regionalliga Südwest besteht nicht aus einem sondern aus 7(!) Landesverbänden. Man hat sich anno dazumal auf die Mega-Regionalliga eingelassen, damit NRW und Bayern ihre Einzelligen haben können und wurde dafür mit dem zweiten Aufstiegsplatz entlohnt.
Den hat man dann sogar noch bei der Reform 2017 abgetreten um ein weiteres entgegenkommen zu zeigen, weil die Nordost-Clubs konstant zu blöd sind sich gegen Wald- und Wiesenclubs aus dem Norden oder Bayern durchsetzen. Die ganze Diskussion gäbe es nämlich nicht wenn die, wie sie vermutlich 2017 kalkuliert haben regelmäßig ihre Hausaufgaben machen würden.
Meister sollen aufsteigen? Gerne aber, und das hab ich schonmal gesagt, verrückte Rückfrage: Warum spielt der Vizemeister der Regionalliga Bayern dann dieses Jahr dritte Liga?
Hätte man das System nach der letzten Saison eingeführt wären aus dem Südwesten Vereine wie Eintracht Trier (haben sich endlich mal wieder überhaupt in der RL etabliert), Kickers Offenbach oder Astoria Walldorf (mittlerweile immerhin auch 12 Jahre am Stück in der RL West) abgestiegen und würden sich dort mit Regionalliga-Traditionsklubs wie dem SSV Reutlingen, TSG Balingen, TuS Koblenz, Wormatia Worms, FK Pirmasens, dazu noch dem Werksclub Schott Mainz und der Zweitvertretung von Neubundesligist Elversberg ein Hauen und Stechen liefern um einen (am Ende vermutlich sogar einen weniger) Aufstiegsplatz zu ergattern. Und zwei Drittel aller Aufsteiger in der RL Südwest gehen in den letzten Jahren postwendend wieder runter, weil der Niveausprung immens ist. Derweil rollt, für mich als Außenstehenden, abseits vom SV Wilhelmshaven ein Strohball durch die Oberliga Niedersachsen. Wenn ich quasi per Freilos bis in der Regionalliga lande tue ich mir natürlich einfach nur mit dem Finger nach oben zu zeigen...
Mir sind die meisten der Punkte bekannt. Mir ist bekannt, dass die Struktur der Oberligen und weiter runter bei einer Umsetzung problematisch werden kann. Mir ist auch bekannt, dass der Südwesten in seiner Struktur bei der Umsetzung des Kompassmodells am meisten "leiden" würde. Mir ging es vor allem darum, das "Argument" abzuwerten, wie die 3. Liga derzeit aussieht und dass das ein Beleg dafür sei, dass der Norden/Nordosten/Bayern nicht konkurrenzfähig seien und nur auf ihr Wohl aus sind. Es ist definitiv nicht von der Hand zu weisen, dass die derzeitige Aufstiegsregelung in den Regionalligen ein wesentlicher Mitgrund dafür ist, wie die Liga-Landkarte heute ausschaut und wer das völlig ignoriert, hat meines Erachtens kein Interesse an einer vernünftigen Diskussion zu dem Thema.
"Landesverbände" war ein missverständliches Wording von mir, "Regionalliga-Staffeln" wäre besser gewesen. Ich weiß, dass der Südwesten aus 7 Landesverbänden besteht (NRW besteht ja bspw. auch aus drei), wobei man da auch sagen muss, dass hier eigentlich eines der Kernprobleme beginnt, denn gerade in Baden-Württemberg gibt es schon wirklich ein paar Landesverbände zu viel, Südwest und Südbaden sind als eigener Verband schon recht absurd, da muss man sich ja nur mal anschauen, wer da Jahr für Jahr relativ leicht zum DFB-Pokal-Ticket kommt.
Der Südwesten hat 2017 den zweiten Platz abgetreten, um dem Nordosten entgegenzukommen? Das meinst du ernst? Wollen wir nochmal auf die damaligen Relegationen schauen? Der Südwesten hat es trotz zweier potentieller Aufstiegsplätze zwischen 2015 und 2018 geschafft, keinen einzigen Aufsteiger in die 3. Liga zu stellen. Alle acht (!!!) Relegationsspiele wurden verloren. Saarbrücken scheiterte an Würzburg und 1860, Offenbach an Magdeburg, Elversberg an Zwickau und Unterhaching und Mannheim hat gleich den Vogel abgeschossen mit Lotte, Meppen und Uerdingen. 2013 und 2014 haben es immerhin Großaspach (gegen Wolfsburg II), Elversberg (gegen 1860 München II

) und Mainz II (als Dritter! gegen die TSG Neustrelitz) geschafft, Hessen Kassel ist als Meister aber auch an Holstein Kiel gescheitert. Der Südwesten war in der Gesamtbetrachtung in den zwischen 2013 und 2018 existierenden Relegationsspielen die schwächste Staffel und müsste sich dadurch noch sehr gut daran erinnern, wie unfassbar bescheuert und unfair diese Regelung war - denn die Mannschaften hatten bestimmt nicht immer einfach deutlich weniger Qualität, sondern es wird auch viel Zufall dabei gewesen sein. Ich weiß es aus eigener Erfahrung durch das Spiel zwischen Meppen und Mannheim noch sehr gut. Die beste Bilanz in der damaligen Zeit hatte übrigens ausgerechnet der Nordosten - nur Neustrelitz verlor wie angesprochen, ansonsten konnten sich Leipzig (Lotte), Magdeburg (Offenbach), Zwickau (Elversberg), Jena (Viktoria Köln) und Cottbus (Flensburg) durchsetzen. Also es muss mir hier jetzt niemand erzählen, dass der Nordosten einfach nicht gut genug ist oder ständig an irgendwelche Wald- und Wiesenklubs gescheitert ist.
Jep, Offenbach und Co wären runtergegangen. Das wäre bitter, sehr bitter. Aber wir müssen jetzt auch nicht Astoria Walldorf und Co zu tollen Regionalliga-Mannschaften hochjazzen, um die es schade wäre - oder soll ich jetzt damit argumentieren, dass die SV Drochtersen/Assel, der SSV Jeddeloh und (viele Jahre) der BSV Rehden auch Dauergäste in der RL Nord waren? Reutlingen hat dank ihrer tollen Fanszene in der Oberliga in der Theorie nichts zu suchen, in der Praxis spielt der Klub dort allerdings seit 15 (!) Jahren, muss Jahr für Jahr eher aufpassen, nicht in die Verbandsliga runterzugehen und war noch nie besser als Platz 7. Ich verstehe aber dennoch nicht ganz, warum die Mannschaften alle nur um (maximal) einen Aufstiegsplatz spielen würden? Bei vier Regionalligen á 20 Mannschaften und dann vier Absteigern, gäbe es mal immer noch wahrscheinlich mindestens drei Aufsteiger aus dem, was derzeit den Südwesten darstellt mit den drei Oberligen RLP/S, Hessen und BaWü. Die Oberliga Hessen hat im Übrigen in den letzten Jahren auch regelmäßig gezeigt, dass sie leistungstechnisch im Vergleich zu RLP/S und BaWü deutlich abfällt (sieht man auch regelmäßig in der Relegation). Die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saarland ist von dem, was dort unterwegs ist, tatsächlich eine der "krassesten" Deutschlands, weil es Worms, Koblenz, Trier und Pirmasens nicht hinkriegen, sich in der RL zu etablieren und sich quasi Jahr für Jahr die Klinke in die Hand geben.
Wenn du noch die Oberliga Niedersachsen dagegen stellst - wer soll denn da gerade in Baden-Württemberg den Außenstehenden vom Sofa holen, abseits von Reutlingen? Beide Länder decken eine riesige Fläche ab, sind durchaus vergleichbar. Die TSG Backnang oder der SV Oberachern? Balingen und Bahlingen, weil sie jetzt einige Jahre RL spielten? Dann kann ich auch mit Lohne, Hildesheim und Egestorf-Langreder (Gott bewahre) argumentieren. Immerhin weiß ich jetzt, dass Reutlingen quasi mit 12 Punkten aus 4 Spielen gestartet ist, vielleicht geht ja mal was dieses Jahr.
In Hessen ist Gießen quasi tot, Baunatal kriegt auch nix gebacken und auf den ersten fünf Plätzen finden sich der Hünfelder SV, der SV Unter-Flockenbach und Turabdin Babylon. Spitze!