Dominic Thiem


Welches Ranking kann Thiem nach der Verletzungspause noch erreichen?


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Hans Meyer

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Karriereende Thiem Teil 2:

2016 wurde er dann zum Topspieler, was waren die Highlights?
In Brisbane verlor er das 1. Duell gegen Federer im Halbfinale, bei den Australian Open verlor in Runde 3 gegen Angstgegner Goffin, die Reise nach Lateinamerika war dann ein voller Erfolg, Titel in Buenos Aires Halbfinale in Rio und der Titel in Acapulco auf HC gegen Tomic.
In Buenos Aires gab es Thiems ersten Sieg über Nadal, mit 7-4 gewann er den Entscheidungssatz. in Acapulco gab es den 1. Hardcourttitel.
In Nizza konnte er seinen Titel gegen Zverev mit 6-4, 3-6, 6-0 verteidigen. in Roland Garros erreichte er sein 1. Halbfinale, er besiegte Zverev in Runde 3 und Angstgegner Goffin in 4 knappen Sätzen im Achtelfinale. im HF war gegen Djokovic Schluss, aber Thiem war Top 10 Spieler und blieb es dann für 5 Jahre
In Stuttgart besiegte er Federer im Halbfinale nach Matchballabwehr und holte seinen 1. Rasentitel, danach kam wieder nicht mehr so viel im Jahr, am ehesten muss man seine Aufgabe im USO AF gegen del Potro erwähnen.
Bei den ATP Finals gewann er zwar gegen Monfils, aber durch die Niederlagen gegen Thiem und Djokovic mit 7-6(10), 0-6, 2-6 war direkt Schluss.
Highlights 2017:
Australian Open Achtelfinalaus gegen Goffin
Rio Titel gegen Carreno Busta
Indian Wells Viertelfinalaus gegen Wawrinka
Barcelona Finalniederlage gegen Nadal
Madrid Finalniederlage gegen Nadal
Rom Halbfinalniederlage gegen Djokovic
Das war auch die Geschichte von Thiem, 11x bezwang er Djokovic oder Nadal, nur 2016 bei der kleinsten Turnierkategorie holte er auch am Ende den Titel. 2017 besiegte er in Rom endlich Topform-Nadal auf Sand, nur um gegen Krisen-Djokovic abgeschossen zu werden. Das 1-6, 0-6 war schon peinlich.
In Roland Garros revanchierte Thiem sich gegen Djokovic, dennoch war wieder Schluss gegen Nadal im Halbfinale.
Viel gab es bi Thiem nach den French Open nicht mehr, einzig die dramatische Niederlage gegen del Potro mit 6-1, 6-2, 1-6, 6-7(1), 4-6 würde ich erwähnen, del Potro hing in den Seilen und Thiem hatte Matchbälle.
 
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Hans Meyer

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Karriereende Thiem Teil 3

Highlights 2018:
Australian Open dramatische AF-Niederlage gegen Sandgren
Buenos Aires Titel über Bedene
Madrid Finalniederlage gegen Zverev, nach einem Sieg über Nada, bis dato war Nadal unbesiegt auf Sand 2018l
Lyon Titel
French Open Final-Niederlage gegen Nadal, diesmal besiegte er Zverev im Viertelfinale
Danach gab es zumindest paar gute Auftritte, der Titel in St. Petersburg und das Halbfinal in Bercy als er gegen Peak-Khachanov verlor.
Bei den US Open verlor er nach einem 6-0 im 1. Satz gegen Nadal, in seinem vielleicht besten Match des Jahres
Bei den ATP Finals war wieder in der Gruppenphase Schluss.
 

Hans Meyer

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Karriereende Thiem Teil 4

Highlights 2019:
Indian Wells Titel über Raonic und Federer, im HF und Finale war er fast schon der Verlierer
Barcelona Titel über Medvedev
Madrid Halbfinalaus gegen Djokovic, er nutzte seine Chancen nicht
In Paris gab e eine spektakuläre Schlacht gegen Djokovic, dort gewann Thiem nach 2 Tagen mit 6-2 3-6 7-5 5-7 7-5
Gegen Nadal war nach 2 starken Sätzen wieder nichts zu machen im Finale
In Wimbledon war wieder in R1 Schluss, gegen Rublev (No. 78) in Hamburg gab es auch eine Enttäuschung. Aber dann gab es endlich den Heimtitel, mit 7-6, 6-1 holte er den Titel in Kitzbühel
Bei den US Open gab es in R1 gegen Fabbiano ein Debakel. Dann folgte mit Siegen über Murray, Khachanov und Tsitsipas der Peking Titel.
Dann krönte er das Jahr mit dem Wientitel. Er gewann also beide Heimturniere in nur einem Jahr.
Bei den ATP Finals besiegte er direkt Federer und dann noch Djokovic, verlor dann im unwichtigen Match gegen Berrettini, besiegte Zverev im Halbfinale, aber konnte einmal mehr ein Turnier nicht krönen, nachdem er im Entscheidungstiebreak gegen Tsitsipas verlor.
 
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Hans Meyer

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Karriereende Thiem Teil 5

Highlights 2020:
Australian Open Finalniederlage gegen Djokovic
Thiem spielte ein fantastisches Turnier, besiegte Nadal nach drei gewonnenen Tiebreaks, dann noch Zverev in 2 gewonnenen Tiebreak und verspielte gegen Djokovic eine 2-1 Führung. Drei Grand Slam Finals, 3 Niederlagen. Und dann kam die Pandemie.
Beim Masters in New York wurde er von Krajinovic abgeschossen, aber dann spielte Thiem ein fehlerloses Turnier von Runde 1 bis zum Halbfinale. Dem Vorjahresfinalisten Medvedev ließ er keine Chance letztlich. Gegen Zverev begann er sehr nervös, konnte aber noch die Partie in 5 drehen.
In Roland Garros gewann er gegen Gaston noch in 5, verlor aber in einem Krimi gegen Schwartzman im Viertelfinale.
In Wien verlor er im Viertelfinale gegen Rublev.
Bei den ATP Finals besiegte er Tsitsipas und Nadal in der Gruppenphase, in einem dramatischen Halbfinale gegen Djokovic, nur um wieder nach Satzführung das Finale zu verlieren.
 
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Hans Meyer

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Karriereende Thiem Teil 6

Highlights 2021:
Australian Open Achtelfinalabschuss gegen Dimitrov
Madrid Halbfinalaus gegen Zverev
Roland Garros Runde 1 Aus gegen Andujar in 5
Mallorca Mannarino dominiert und dann das Handgelenk zerschossen

2022 gab es das Comeback
Bis auf die Siege gegen Hurkacz und Paul 2022, der 5-Satz-Schlacht in Wimbledon gegen Tsitsipas 2023 und dem Finale in Kitzbühel 2023 muss man über die letzten 3 Jahre wenig Worte verlieren.
[
MEDIA=youtube]zXyJseE_Ysw[/MEDIA]

Bye Domi :wavey::popcorn1:
 
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Marius

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@Hans Meyer , schöne Aufteilung des Rückblicks auf die sehr erfolgreiche Karriere von Domi.:beten:

Hier noch ein Video von Tennis TV, in dem auch einige tolle Momente seiner ATP-Karriere enthalten sind:

Dann noch 2 lustige Sachen....
Kann sich jemand von euch zufällig an die eine PK in Australien erinnern, als ein Reporter dachte Thiem sei Belgier?:D

Und die Szene sollte auch noch rein. Kennt natürlich jeder.:D Ein seltener Moment, in dem sich Domi (zurecht wie ich finde) mal aufgeregt hat.
 

Francois

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Wünsche Thiem einen schönen Ruhestand und das er mit dem Karriereende mental gut klarkommt.

Sein einzigartiger Powerstil wird vermisst werden ,gerade jetzt auch bald ohne Wawrinka die einhaendige kurz vorm aussterben steht :(
 

L-james

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Thiem hat ja außer dem GS nur Indian Wells als großen Titel.
Was für mich das absurdeste bei Thiem ist. Der hat 0 Sand-Masters gewonnen. Das ist eigentlich sein "Sahne-Belag", er stand 2x im Finale von Roland Garros. Bei 3 Masters auf Sand ist das schon eine Katastrophe für Thiem.

In Monte Carlo hat er nie wirklich funktioniert, nur 1x VF und sonst früh raus. In Rom hat er auch nichts gerissen, 1x HF und 1x VF. Madrid war noch sein bestes Masters auf Sand, obwohl sich das dort komplett anders spielt als in Roland Garros, war immerhin 2x im Finale und 2x im HF.
Dazu kommen nur 2 500er Titel auf Sand (1x Barcelona, 1x Rio).

Auf HC hingegen fand ich hat er dann schon viel rausgeholt. Da war er lange Zeit nicht auf Spitzenlevel und deutlich schlechter wie auf Sand. Er hat aber seine größten Titel dann allesamt auf HC geholt. Neben dem USO-Titel und den Titel in IW, stand er auch im Finale der AO (knappe Niederlage gegen Djokovic) und war 2 mal im Finale der ATP-Finals.
Mit 3 500er-Titel auf HC hat er auch mehr wie auf Sand.

Mit den Ergebnissen, vor allem bei den großen Turnieren, kann er auf HC mehr als zufrieden sein, vor allem da man ihm das lange überhaupt nicht zugetraut hatte, weil er nur auf Sand funktionierte.
Auf Sand hingegen ist das eine große Enttäuschung. Wobei man sagen muss, wäre Nadal nicht gewesen, dann hätte er vermutlich 1-2 Slams geholt, dort war er einfach bockstark unterwegs zwischen 2016 bis 2019 (1x im HF und 2x im Finale gegen Nadal verloren). Dennoch ist das insgesamt für die Möglichkeiten die er hatte, viel zu wenig und enttäuschend was er da rausgeholt hat.
Rasen war er quasi nicht existent, auch wenn er 1 Titel (Stuttgart) geholt hat.

Ruud erinnert mich vom Verlauf her immer extrem an Thiem. Natürlich nicht was die Spielertypen anbelangt, Thiem hatte in seiner Prime mehr Waffen und ein druckvolleres Spiel, aber Ruud holte lange Zeit auch nur auf Sand seine Punkte. In Roland Garros spielt er am besten, stand 2x im Finale und 1x im HF in 3 aufeinanderfolgenden Jahren. Einen großen Titel konnte er aber auf Sand noch nicht gewinnen. Stand aber mittlerweile auch schon 1x im USO-Finale, im Finale von Miami und auch im Finale der ATP-Finals. Dazu kommt, dass er ähnlich katastrophal auf Rasen ist wie Thiem.
 

Hans Meyer

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Auf Sand hingegen ist das eine große Enttäuschung. Wobei man sagen muss, wäre Nadal nicht gewesen, dann hätte er vermutlich 1-2 Slams geholt, dort war er einfach bockstark unterwegs zwischen 2016 bis 2019 (1x im HF und 2x im Finale gegen Nadal verloren). Dennoch ist das insgesamt für die Möglichkeiten die er hatte, viel zu wenig und enttäuschend was er da rausgeholt hat.

Nadal ist natürlich ein sehr nennenswerter Faktor und ohne Nadal hätte Thiem sicherlich große Sandturniere gewonnen. Aber eines was ich gerne erwähne darf man da einfach nicht unter den Tisch fallen lassen:
Thiem hat sich nach großen Siegen selten belohnt

2017:
Thiem verliert 3 von 4 Duellen auf Sand gegen Nadal, blöde Sache, aber Nadal gewann 24 von 25 Partien 2017. Nur hat Thiem Nadal in Rom mit 6-4 6-3 besiegt, Nadals einzige Niederlage 2017 auf Sand. Aber im Halbfinale verlor Thiem dann mit 1-6, 0-6 gegen Djokovic. 3 Wochen später schoss dann Thiem Djokovic in Roland Garros ab. Thiem hätte aber das HF gegen Djokovic halt dann auch gewinnen müssen. Zverev gewann im Finale halt gegen Djokovic.

2018:
Nadal war 2018 sogar bei 26-1 auf Sand, wieder besiegt ihn nur Thiem, aber Thiem verliert dann im Finale gegen Zverev. Zverev servierte damals sehr stark, aber wenn du Nadal besiegst darfst du dann doch auch mal den Titel holen.

2019:
Thiem hatte eine gute Form, er gewann Barcelona ohne Satzverlust, im HF gegen Nadal mit 6-4, 6-4, im Finale gegen Medvedev nach 0-3 mit 6-4, 6-0. Wehrte gegem Federer im VF von Madrid Matchbälle ab und konnte gegen Djokovic seine Chancen nicht nutzen und verlor mit 6-7, 6-7. Djokovic war 3/3 bei Breakbällen, Thiem bei 3/10. Im Finale hätte "nur" Tsitsipas gewartet, in Roland Garros besiegte er dann Djokovic 2019.

Thiem hätte mindestens einen dieser 3 Sandmasters gewinnen müssen, jemand wie Zverev hat 2 dieser 3 gewonnen, an Thiems Stelle (Topform) hätte er vermutlich auch Rom 2019 gewonnen.

Genauso hatte Thiem auch die Form um die ATP Tour Finals 2019 und 2020 zu gewinnen.
2019 konnte er mit Siegen über Federer und Djokovic die Todesgruppe überstehen, die beiden Rekordsieger hinter sich lassen. Und dann verlor er das Finale gegen Tsitsipas mit 7-6(6) 2-6 6-7(4).
Ein Jahr später besiegte er Tsitsipas mit 7-6(5) 4-6 6-3, Nadal mit 7-6(7) 7-6(4) und im Halbfinale Djokovic mit 7-5 6-7(10) 7-6(5) und das nach dem herben Schlag des verlorenen 2. Satzes, nur um das Finale gegen Medvedev mit 6-4 6-7(2) 4-6 zu verlieren.

Natürlich klingen seine Bezwinger in diesen 5 Turnieren mit Djokovic, Zverev, Djokovic, Tsitsipas und Medvedev nicht schlecht. Aber er war in Topform und hätte mindestens 2 bis 3 dieser Turniere gewinnen können

Thiem bei großen Turnieren:
VF 12-10
HF 9-6
F 2-7

Thiem hatte es mit den Nerven wenn es darum ging Titel zu gewinnen, er war eher jemand für gewisse Matches bei Turnieren
 

gentleman

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Nettes Interview mit Thiem der über sein erstes halbes Jahr nach dem Karriereende berichtet, wie es ihm als Jungunternehmer so geht, wie sein jetziger Alltag aussieht, was er rückblickend im Jahr 2021 anders gemacht hätte und wann er den Entschluss für das Karriereende letztendlich gefasst hat. Und wie er die Situation der ATP-Tour und des österreichischen Tennis so sieht:
Wie geht es Ihnen in den ersten Monaten in der Profisport-Pension? Dominic Thiem: Sehr gut. Es hat schon einige Zeit gedauert, bis ich es gewöhnt war, nicht mehr in der Früh trainieren zu gehen, aber ich bin mittlerweile sehr gut angekommen im neuen Alltag.

Der wie aussieht? Ich bin oft im Büro (von Thiem Energy, einer Energiegemeinschaft, Anm.) und auch viel unterwegs, tausche mich mit allen möglichen Experten über erneuerbare Energie aus, lese sehr viel über das Thema und versuche auch generell, über das Unternehmertum viel zu lernen.


Was wollen Sie hier erreichen? Am Ende will ich sagen können, dass wir es geschafft haben, sauberen Strom zu fairen Preisen anzubieten. Wir wollen die Gemeinschaft so groß wie möglich machen, so viele Unternehmen wie möglich dafür gewinnen und den aktuellen Photovoltaikstrom künftig vielleicht mit anderen erneuerbaren Quellen erschließen. Wir wollen es Schritt für Schritt ausbauen mit einem Energiemanagementsystem. Ich stehe noch am Anfang des neuen Kapitels und Nachhaltigkeit ist mehr als nur erneuerbare Energie. Möglicherweise stellen wir uns einmal auch breiter auf mit den Bereichen Gesundheit und Ernährung. Aber das ist noch ein weiter Weg mit viel Arbeit vor uns. Immer unter dem Aspekt, der Gesellschaft und dem Planeten etwas zurückzugeben.

Öffnet Ihr Bekanntheitsgrad viele Türen? Ich kann das auf jeden Fall nützen, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Und ja, es stößt Türen wahrscheinlich etwas leichter auf, aber ich muss es auch schaffen, dann durchzugehen. Das ist die große Herausforderung.

Was zum Beispiel? Vorträge zu halten zu einem Thema, das für mich immer noch relativ neu ist, mit dem ich mich erst seit sieben, acht Monaten intensiv befasse. Im Vergleich dazu fällt es mir natürlich sehr leicht, wie zuletzt, beim Kongress des Deutschen Tennisbunds zu referieren. Das hat doch bis vor Kurzem mein Leben bestimmt.

Wie intensiv eigentlich jetzt noch? Es wird mich immer sehr interessieren. Jetzt aus der Sicht des Fans hebt sich für mich ein Grand Slam noch mehr von den anderen Turnieren ab als früher. Dafür nehme ich mir so viel Zeit wie möglich. Aber ich weiß nach wie vor alle Ergebnisse bis zu den Junioren. Ich will einfach up to date sein.

Was oder wer hat Sie heuer am meisten beeindruckt oder überrascht? Der Einzige, der mich überrascht hat, ist (der 18-jährige Brasilianer) João Fonseca. Diese Vorhand ist außergewöhnlich, so schnell und technisch brillant. Alles andere hat man kommen sehen: Jannik Sinner gegen Sascha Zverev im Australian-Open-Finale. Auch der erste große Titel von Jack Draper jetzt in Indian Wells. Sogar Mirra Andrejewa, obwohl es natürlich unglaublich ist, mit 17 solche Turniere zu gewinnen.

Sie haben Jannik Sinner in Monte Carlo getroffen. Auch über den Dopingfall gesprochen? Wir haben über alles Mögliche gesprochen, darüber aber nicht. Grundsätzlich genieße ich es jetzt sehr, ehemalige Kollegen ganz anders kennenzulernen. Das war früher wegen des Konkurrenzdenkens fast nicht möglich.

Wie beurteilen Sie den Fall Sinner? Ich habe gehört, dass die nachgewiesene Dosis so gering war, dass es zu keiner Leistungssteigerung führen kann. Aber ich habe mich insgesamt nicht so damit beschäftigt, dass ich mehr dazu sagen kann und will.

Wie viel spielen Sie selbst noch? Ich spiele viel Fußball, eigentlich wann immer es möglich ist. Das macht Spaß, hilft, fit zu bleiben, und ist ein guter Ausgleich nach anstrengenden Tagen. Sonst gehe ich laufen und ins Fitnessstudio, damit ich mein Gewicht halte. Tennis spiele ich im Moment wenig, so ein, zwei Mal im Monat mit dem Nachwuchs aus der Akademie (seines Vaters Wolfgang, Anm.).

Also schon mit den nächsten Thiems? Thilo Behrmann ist ein junger, hoffnungsvoller Spieler. Aber natürlich hat er noch einen sehr weiten Weg vor sich.

Und wie beurteilen Sie die Situation im heimischen Tennis? Österreich wartet auf jemanden, der oder die bei den größten Turnieren dabei ist.Wir haben sicher einige, die mittelfristig Top 100, also bei den Grand-Slam-Turnieren im Hauptbewerb sein können. Und das wäre schon großartig. Lukas Neumayer, Joel Schwärzler oder Sinja Kraus und Lilli Tagger haben sicher alle das Potenzial dazu.

Und Sebastian Ofner. Was trauen Sie ihm beim Comeback zu? Natürlich Ofi auch. Den zähle ich gar nicht da dazu, weil er schon Top 40 war. Es ist ein Vorteil, dass er die Situation schon kennt, es schon zwei Mal gut gemeistert hat. Ich halte es für möglich, dass er in zwei, drei Monaten wieder auf diesem Niveau ist.

Was wünschen Sie sich generell für das Tennis in Österreich? Ich habe mich in letzter Zeit mit vielen Leuten unterhalten über das Grundproblem, wie Tennis allgemein gesehen wird. Ich denke, es gibt keinen Sport, der so eine große Bekanntheit hat und von dem andererseits so wenige Profis leben können. Spieler um die 200 bis 300, in dem Bereich haben wir einige, spielen großartig, bekommen aber nicht die öffentliche Anerkennung. Eine größere Präsenz, auch wenn wir keine Top-10-Spieler haben, würde ich mir wünschen.

Mit Ihrem Comeback wäre die schlagartig wieder da. Haben Sie noch gar keinen Gedanken daran verschwendet? Nein, gar nicht. Wenn ich mir ein Match anschaue und es steht 5:5 im dritten oder fünften Satz, dann kommt schon das Kribbeln. Aber nur ganz kurz, weil im nächsten Moment denke ich dann daran, was nötig wäre, um das wieder erleben zu können. Da wahre ich dann ganz schnell wieder die Distanz (lacht).

Apropos: Hätten Sie, mit etwas Abstand betrachtet, in Ihrer Karriere etwas nicht oder anders gemacht? Wenn ja, was? Natürlich gibt es Dinge, die ich in der jeweiligen Situation jetzt anders machen würde. Da geht es um den Knackpunkt meiner Karriere und den Verlauf von 2021. Ich hätte schon zu Jahresbeginn nicht nach Australien fliegen (Thiem fühlte sich ausgelaugt, Anm.) und auch nach der Handgelenksverletzung länger pausieren sollen. Das war der Grund, warum ich es ein zweites Mal verletzt habe.

In welchem Moment haben Sie die Entscheidung getroffen aufzuhören? Das war beim Challenger in Zadar genau vor einem Jahr. Davor habe ich gesagt, ich will noch einmal bei null anfangen und alles reinstecken. Ich habe meinen Fitnesstrainer aus den USA geholt, habe viel Umfang trainiert, aber schon gemerkt, dass die Energie fehlt und dass ich (mit den Schlägen) nicht mehr so zünden kann wie die Jahre davor. Das gewisse Etwas hat gefehlt. Dann kam das Match gegen Luki (Neumayer - 2:6, 1:6), das alles hervorgebracht hat, was in mir geschlummert ist. Danach bin ich zwei Stunden allein dagesessen und habe den Entschluss gefasst.

Reizt Sie der Trainerjob? Stand jetzt ist das kein Thema. Einen hoffnungsvollen Spieler zu betreuen wie zum Beispiel Joel Schwärzler wäre ein 24/7-Job, den ich derzeit gar nicht machen kann und will. Was aber nicht heißt, dass ich nicht für jeden als Ratgeber offen bin. Wie für die Jungen in der Akademie.

Sie sind sehr regelmäßig in Salzburg. Warum eigentlich? Zum einen aufgrund der Partnerschaft mit Red Bull und BMW. Aber ich liebe auch die Gegend hier, die Stadt. Weihnachten war ich in Saalbach, im Februar in Leogang. Außerdem ist es für mich auch geografisch praktisch gelegen mit guten Anbindungen, weil ich regelmäßig in München und Köln bin, Lili besuchen.

Was die Frage nach der Familienplanung aufwirft. Die ist mittelfristig ein Thema. Wir genießen derzeit beide, dass wir unabhängig und ortsungebunden sind. Das wird sicher noch ein bis zwei Jahre so bleiben. Danach haben wir beide auf jeden Fall den Wunsch, eine Familie zu gründen.
 
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