Ist zwar hier ein Boxforum, aber die Bedeutung/Realität des Boxens in der Gesellschaft wird teilweise völlig überschätzt und die Vergangenheit verklärt. Ganz abgesehen, dass ich von Vaterlandsliebe in jede Richtung sowieso nichts halte: die Berichterstattung/Unterstützung uä. wurde zu diesem Zeitpunkt doch auch nicht anders aussehen, wenn Kabayel Müller heißen würde, blaue Augen, blonde Haare hätte. Wellers Kämpfe z.B. liefen größtenteils unter dem Radar, Rockys WM Sieg war damals auch keine Übertragung im ÖR wert und selbst später war er in der Breite mehr für negativ Schlagzeilen "berühmt". Dagge kannte sowieso niemand und auch Maske/Schulz & Co. schlugen erst nach ihren "richtigen" WM-Fights ein, genauso wie eine Halmich erst gegen Raab.
Klar, das Profiboxen mag zeitweise eine gewisse mediale Aufmerksamkeit durch zig verschiedene Gründe als "Modetrend", über RTL erlangt haben, doch dem ZDF z.B. war Boxen immer schon ein Dorn im Auge, unabhängig von Nationalitäten, während man es bei der ARD immerhin mit "Schweizer Neutralität" versuchte und dort ab und zu Boxämpfe regelmäßig zu sehen waren.
Wenn Kabayel in einem "richtigen" WM-Fight steht, diesen sogar gewinnt: wird das Ganze anders aussehen und er entsprechend mehr Berichterstattung erfahren, wenngleich die RTL-Zeiten vorbei sind und vermutlich nicht mehr aufleben werden, was aber nichts mit Nationaltät zu tun hat, sondern mit dem Stellenwert Boxen als Sport an sich.
