Erlebnisbericht Teil 3
Was mir sehr gut gefiel, war das Moderatorenduo Swarovski/Orlowski. Ich kenn „die Vicky“ ja eigentlich von Let‘s Dance und finde, dass sie und Daniel Hartwich dort ein gutes Team sind. Gestern gefiel sie mir irgendwie noch eine Prise besser. Kann nicht mal sagen, woran es gelegen hat. Meine Freundin hat aber auch gesagt: „du, die Victoria Swarovski wirkte irgendwie lockerer auf mich, als bei Let‘s Dance, die hat das echt gut gemacht“. Gefiel mir sogar ne Spur besser als Hazel Brugger und Sandra Studer (Michelle Hunziker kam ja erst im Finale dazu) letztes Jahr, die es aber auch schon sehr gut gemacht haben.
Generell war trotz meines Gemeckere ja auch das Australia/Austria-Ding witzig. Es klang mir halt wirklich zu ähnlich zu „Made in Switzerland“ letztes Jahr. Aber die Idee war ja eigentlich gut. Ich meine mich an eine Ausgabe zu erinnern, wo im Halbfinale der nächste Finalist angekündigt wurde, und nach dem „Aus…“ der falsche aus dem Austria/Australia-Duo gejubelt hat. Die Stolpergefahr ist da und mit der Idee hat eigentlich die Schweiz letztes Jahr eigentlich auch einen Elfmeter verschossen, weil wir das mit Switzerland/Sweden auch hätten
Was mir dann wieder sehr gefiel, war die Akrobatiknummer mit dem Thema „Wiener Prater 1900“. Generell fiel mir auch auf, wie schwierig es ist, eigentlich so einen Abend zu planen. Einerseits soll es ja nicht mit zuviel themenfremden Zeug überladen werden, andererseits soll es aber auch kein liebloses Runterrattern der Songs sein. Und di brauchst ja auch anständige Eröffnung, einen Showact um die Zeit zwischen letztem Beitrag und Schliessen des Votings zur Präsentation zu überbrücken. Da finde ich, hat Wien schon eine gute Mischung getroffen, auch mit Vicky Leandros als Opening etc. Gemessen daran, dass Wien historisch und kulturtechnisch jetzt nicht die irrelevanteste Stadt Europas ist, hat man sich sogar eher in den Hintergrund gerückt. Negativbeispiel in die andere Richtung waren für mich die Shows vorletztes Jahr in Schweden, wo das Ganze in die Richtung „wir sind Rekordsieger oleole, keiner ist so geil als wie wir“ ging und Düsseldorf 2011, das für mich wie ein mehrstündiges Sich-Selbst-Auf-Die-Schulter-Klopfen von Stefan Raab wirkte (und man kann hier im Forum zur Genüge nachlesen, wieviel Respekt ich vor Raabs Leistungen rund um den ESC habe, aber das war damals mir doch irgendwie zu viel). Aber gut, das waren auch Finalshows und Wien wird am Donnerstag und Samstag afaik ja auch noch anderes und neues Zeug auftischen. Aber das Drumherum war mir gestern schon sehr sympathisch.
Auch schön: ziemlich viele Zuschauer haben bei
jedem der zehn Finalisten volle Möhre gejubelt, als die runtergelesen wurden. Das war nicht „sobald der Name meiner Nation fällt nach mir die Sintflut“, sondern wirklich ehrliche Freude gegenüber jedem, der es geschafft hat. Kroatien wurde ja nach Israel runtergelesen und neben uns standen Israelis, die bei Kroatien a) fast lauter als bei Israel und b) fast lauter als ich gebrüllt haben.
Das einzige, was vor Ort, in der Menschenmenge, bisschen verloren ging: man hat nicht immer gleich gut auf die Bühne gesehen. Und die Monitoren, die das Geschenen auf der Bühne zeigten, blieben teilweise aus. Dafür kriegt man halt 300x mehr Stimmung mit als im TV. Fairer Tausch, würde ich sagen.