@Brummsel - danke für dein langes Statement, das ist (bitte so positiv verstehen, wie es gemeint ist) eine Basis mit der ich arbeiten kann
Du wirst aber diese dummen Sprüche gegenüber Frauen, die von bestimmten Männern kommen, niemals wegkriegen.
Niemals kannst du bei Kindern, Jugendlichen und auch einigen Erwachsenen völlig verhindern, dass sie vermeintlich Schwächere, Menschen mit Behinderungen diskriminieren und beleidigen.
Entscheidend ist einzig und allein, was man als Betroffener selbst daraus macht, wie man dem gefühlsmäßig entgegnet.
Nein, wird man wohl nicht. Leider. Und dennoch kann es auch hilfreich sein, wenn man einfach dafür sensibel macht. Dann hat jeder den Freiraum sich zu reflektieren. Ob er diesen Gedanken an sich heranlässt, ist dann eine andere Geschichte.
Am Ende ist sicher jeder für sich verantwortlich. Aber es gibt Situationen, wo man vielleicht nicht so stark, so resilient ist, um mit erlebter Diskriminierung umzugehen.
Natürlich kann man immer wieder darauf hinweisen, dass es respektlos, übergriffig... ist.
Letztlich ist es mMn aber der wirkungsvollere und nachhaltigere Weg, selbst an sich zu arbeiten, um sowas besser wegstecken zu können.
Nicht falsch verstehen... ich behaupte nicht, dass Männer weiterhin einen "Freibrief" für dumme, abwertende und übergriffige Sprüche bekommen sollten, da ist noch ne Menge Aufklärung nötig.
Gleichzeitig aber sollten bestimmte Frauen daran arbeiten, sich nicht immer als "Opfer" zu sehen, das verstärkt nur noch den Hass auf sprücheklopfende Männer und wird auch nicht das Problem lösen.
Das eine schließt in meinen Augen das Andere nicht aus.
Resilienz ist am Ende kein typisches Frauending (wie du ja auch selbst geschildert hast).
Daher verstehe ich die Bezeichnung „bestimmte Frauen“ nicht. Wer sind diese bestimmten Frauen? Ab wann ist man so eine Frau

(ist kein persönlicher Angriff, ich möchte verstehen, was du und wie du es gemeint hast).
Ich habe mich gestern mit einer „so wie ich bin

weiblichen Sichtweise“ eingeklinkt und meine Meinung sachlich geschildert, fühle mich allerdings keinesfalls als Opfer. Wie es andere Teilnehmer (m, w, d) in dieser Diskussion tun, kann ich nicht beurteilen. Die Frage muss jeder für sich selbst beantworten.
Ich persönlich sehe mich auch nicht als „toughe Amazone“ oder „bestimmte Frau“, nur weil ich die Meinung geäußert habe, dass es mich stört, wenn Frauen auf ihr Äußeres reduziert werden. Mit solchen Begriffen wird bewusst oder unbewusst eine imaginäre Schublade geöffnet, weil sie einfach negativ konnotiert sind.
Ich bin eine feministische Frau, ja - und zwar in der ursprünglichen Bedeutung. Aber sicher nicht in der Form, wie sie allgemein hin negativ bewertet wird. Ich muss mein Leben gestalten und natürlich bin ich froh, dass ich als Frau heute selbstbestimmter leben kann, dass ich mehr Rechte (und natürlich auch mehr gesellschaftliche Pflichten) habe. Das ist ein Privileg, für das ich dankbar bin. Wieviele Frauen können es nicht?
Ich selbst kann von mir sagen, dass ich ein Mensch mit einer klaren Meinung bin, die ich auch kommunizieren kann. Dazu wurde ich erzogen. Meine Eltern haben mir aber auch beigebracht, konträre Meinungen stehen zu lassen und mich bei strittigen Fragen selbst zu hinterfragen, mich gegebenenfalls zu korrigieren, mich aber niemals verbiegen zu lassen oder meine Werte, meine Haltung oder meinen Standpunkt aufzugeben, wenn andere meine Meinung nicht gut finden oder ich belächelt werde. Dafür bin ich meinen Eltern dankbar.
Ich persönlich stehe mit beiden Beinen im Leben, ok, mit meinen Ecken und Kanten, mit meinen Fehlern. Wie so ziemlich jeder hier habe ich auch schon die besagte Sch… gefressen, bin aber immer wieder aufgestanden. Du weißt, hinfallen, aufstehen, Krönchen richten und so

Das ist männlich, weiblich, divers gleichermaßen vorbehalten.
Es bedeutet aber nicht, dass mir die erworbene Resilienz auch morgen noch hilft, ich muss immer wieder neu daran arbeiten.
Ich mag das Wort "Schuld" in diesem Zusammenhang nicht, würde eher von "Verantwortung den eigenen Gefühlen gegenüber" sprechen.
Aus dem Kontext heraus habe ich es für mich so gelesen. Das mag stimmen, es kann aber auch meine subjektive Einschätzung sein.
Als Kind und Jugendlicher hab ich stark gestottert und wurde deshalb natürlich in der Schule gehänselt (damals gab es das Wort "Mobbing" noch nicht).
Das hat extrem etwas mit mir gemacht. Das ging so weit, dass ich mich irgendwann gar nicht mehr mündlich gemeldet habe, wenn der Lehrer eine Frage gestellt hatte, obwohl ich die Antwort wusste. Ich habe mich allgemein immer mehr zurück gezogen und wollte am liebsten gar nicht mehr sprechen. Irgendwann bekam ich sogar Suizidgedanken.
Erst im Laufe der Zeit, mit Hilfe vieler Therapien, habe ich gelernt, mit solchen Beleidigungen besser umzugehen. Und im Gegenzug wurde auch das Stottern immer weniger und heute ist es kaum noch vorhanden.
Mit anderen Worten, ich war damals selbst verantwortlich dafür, was die Hänseleien mit mir machen.
Ehrlicher Respekt für diesen Weg, den du gegangen bist und vor allem für die Offenheit, es mit uns zu teilen

Ich denke, dass diese persönliche Erfahrung anderen Mut machen kann
