Matthias Sammer labert auch immer über Einsatz und Laufbereitschaft.
Praktisch war Matthias Sammer aber in erster Linie ein herausragender Fußballer.
Diese herausragenden Fußballer wie es zum Beispiel Sammer und Matthäus waren können scheinbar gar nicht einschätzen wie wichtig fußballerisches Können ist. Wenn die mit weniger Talent und Können gesegnet gewesen wären würden die das wahrscheinlich anders beurteilen.
Daran ist auch nichts falsch. Matthäus und Sammer waren Weltklassespieler, aber waren bereit "dreckig" zu spielen wenn es sein musste und über das kämpferische zu kommen. Und beide waren nicht gerade Stehgeiger. Die haben ihre km auf dem Platz gemacht. Nur mit spielerische Klasse gewinnt man selten ein Spiel. Die Zweikämpfe muss man schon annehmen und bestreiten wenn es dem Gegner gelingt diese einem aufzuzwingen.
Wie Schweinsteiger sagte, wir lassen das eine sein und meinen wir sind spielerisch so stark das es von alleine geht.
Gerade diese WM hat gezeigt, quasi ein Musterbeispiel, wie einfach es war uns durch die Verwicklung in Zweikämpfe und mit körperlicher Robustheit komplett den Zahn zu ziehen. Wenn dann noch System/Taktik nicht passen kann es nur schief gehen.
Was will man zukünftig machen? Jammern und bei der FIFA beantragen, dass das Spiel körperlos werden soll, oder nimmt man die Zweikämpfe an, gewinnt auch mal einige und kann dann durch spielerische Klasse eine Mannschaft wie Paraguay dann "problemlos" besiegen?
Nennt man das dann deutsche Tugenden???? Falls ja sind diese aber unentbehrlich. Andere Nationen nutzen diese Tugenden ja auch.
Einsatz, Laufbereitschaft, Zweikampfführung, Tempo............dies sind Grundtugenden, Basics, ohne diese wäre auch Frankreich und Argentinien nicht 2018 und 2022 WM geworden. Man sieht auch hier bei der WM wie Zweikämpfe geführt werden, nur nicht von der deutschen Mannschaft.
Spielerische Möglichkeiten deutscher Spieler lassen deutlich mehr zu als ein Aus in der Vorrunde oder in einem 16 Finale. ABER nur wenn man gleichzeitig auch die Basics auf den Platz bringt.
Ich habe zwar selbst nur 4 Liga gespielt und ist auch schon paar Jahre her, aber wie kann man auf die Idee kommen, alles nur spielerisch regeln zu können? Das war im Fußball noch nie der Fall.
Sammer und Matthäus labern deswegen immer über Laufbereitschaft, Zweikampfführung weil genau dies unser Problem ist. Nicht die spielerische Klasse. Letzteres kommt nur aufgrund fehlender Basics nicht zum tragen. Wir sind aktuell nicht so gut wie Spanien oder Frankreich bzgl. spielerischer Möglichkeiten, aber deutlich stärker als einige andere Mannschaften und diese lassen uns seit zig Turnieren schlecht aussehen, weil wir das 1x1 vergessen haben und meinen gleich mit hoher Mathematik die Spiele anzugehen.
In anderen Ländern sind sie stolz auf "deutsche Tugenden". Die Bezeichnung kam übrigens vom Ausland und nicht von uns. Dieser Begriff wurde erfunden, weil wir auf dem Punkt diese immer abrufen konnten, unabhängig von der spielerischen Klasse, während andere Nationen immer ihre Phasen hatten wo gar nichts ging, waren deutsche Mannschaften da fast immer verlässlich wie ein Uhrwerk. Nur seit 10 Jahren halt nicht mehr.
Sobald "deutsche Tugenden" nur erwähnt werden kreischt die Hälfte der Foren auf "wie kann man nur sowas erwähnen...........deutsche Tugenden heißt nichts anderes als Laufbereitschaft, Disziplin, Zweikampführung bzw. auch mal über dem Kampf zum Spiel kommen. Alles Attribute wo jede Nation welche schon mal WM wurde beim Titelgewinn auch zeigen musste/konnte. Das sind Basics im Leistungssport, aber bei uns sind diese wohl mittlerweile verpönt.